Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
»Kein Problem«, sagte Keyes.
»Hier gibt es nirgendwo festen Boden unter den Füßen«, sagte ich. »Hier gibt es nichts, das mir wirklich sicher vorkommt. Wie in jeder Ehe hatten wir gute und schlechte Zeiten, aber ich wusste, dass ich mich im Ernstfall darauf verlassen konnte. Diese Art von Sicherheit fehlt mir, diese Art der Verbundenheit mit jemandem. Was uns menschlich macht, ist zum Teil das, was wir anderen Menschen bedeuten, und das, was uns andere Menschen bedeuten. Dieser Teil des Menschseins fehlt mir, jemandem etwas zu bedeuten.«
Wieder Stille. »Verdammt, Perry«, sagte Ridley schließlich. »Wenn Sie es so ausdrücken, vermisse auch ich das Eheleben.«
Jensen schnaufte. »Ich nicht. Vermissen Sie weiter Ihre Ehe, Perry. Ich werde weiter die Schokoladenkekse meiner Tochter vermissen.«
»Melasse!«, sagte Keyes. »Widerlich!«
»Fangen Sie nicht schon wieder damit an, Lieutenant«, sagte Jensen. »Sonst muss ich meine Vauzett holen.«
Susans Tod war fast so etwas wie das Gegenteil von dem von Thomas. Ein Streik hatte fast die gesamte Förderung von Erdöl auf Elysium zum Versiegen gebracht. Die Tucson sollte Streikbrecher zum Planeten transportieren und sie beschützen, während mehrere der abgeschalteten Bohrinseln wieder in Betrieb genommen wurden. Susan befand sich auf einer Bohrinsel, als die streikenden Arbeiter mit improvisierten Granatwerfern angriffen. Die Explosion warf Susan und zwei weitere Soldaten von der Plattform und vielleicht fünfzig Meter tief ins Meer. Die anderen beiden Soldaten waren bereits tot, als sie auf die Wasseroberfläche schlugen, doch Susan überlebte es, obwohl sie schwere Verbrennungen erlitten hatte und kaum noch bei Bewusstsein war.
Susan wurde von den Streikenden, die den Angriff gestartet hatten, aus dem Meer gefischt. Die Arbeiter beschlossen, an ihr ein Exempel zu statuieren. In den Meeren von Elysium gibt es ein großes Raubtier, das als Großmaul bezeichnet wird und dessen Kiefer sich so weit öffnen lassen, dass die Bestie mühelos einen Menschen in einem Stück verschlucken kann. Die Großmäuler trieben sich ständig in der Nähe der Bohrinseln herum, weil sie sich vom Abfall ernährten, den die Menschen ins Meer warfen. Die Arbeiter brachten Susan wieder zu Bewusstsein und verlasen dann ein hastig verfasstes Manifest, in der Erwartung, dass ihr BrainPal die Worte an die KVA übertrug. Dann befanden sie Susan für schuldig, mit dem Feind zu kollaborieren, verurteilten sie zum Tode und warfen sie genau unter dem Abfallschacht der Bohrinsel wieder ins Meer.
Es dauerte nicht lange, bis ein Großmaul kam und Susan verschluckte. Zu diesem Zeitpunkt war Susan noch am Leben und bemühte sich, das Großmaul durch dieselbe Öffnung zu verlassen, durch die sie hineingelangt war. Doch bevor sie irgendetwas erreichen konnte, schoss einer der Streikenden dem Großmaul genau in die Rückenflosse, unter der sich das Gehirn des Tieres befand. Das Großmaul war sofort tot und sank mitsamt Susan in die Tiefe. Susan starb, aber nicht, weil sie gefressen wurde oder ertrunken wäre, sondern am Wasserdruck, als sie und das Tier, das sie verschluckt hatte, in der Tiefsee versanken.
Falls die Streikenden diesen Sieg gegen die Unterdrücker feierten, konnte es nur eine kurze Party gewesen sein. Neue Truppen von der Tucson besetzten die Lager der Arbeiter, nahmen mehrere Dutzend Aufwiegler fest, erschossen sie und verfütterten sie an die Großmäuler. Mit Ausnahme der Leute, die Susan auf dem Gewissen hatten. Sie wurden an die Großmäuler verfüttert, ohne zuvor erschossen zu werden. Damit war der Streik beendet.
Susans Tod machte mir klar, dass Menschen genauso unmenschlich sein konnten wie außerirdische Spezies. Wenn ich an Bord der Tucson gewesen wäre, hätte ich dafür gesorgt, dass ich persönlich einen der Mistkerle an die Großmäuler verfüttert hätte, ohne die leisesten Gewissensbisse zu verspüren. Ich wusste nicht, ob ich dadurch besser oder schlechter als das Monster war, in das ich mich während des Kampfes gegen die Covandu verwandelt hatte. Aber nun machte ich mir keine Sorgen mehr, ob ich dadurch weniger menschlich als zuvor geworden war.
12
Wer von uns an der Schlacht um Coral teilnahm, konnte sich noch gut erinnern, wo er sich aufgehalten hatte, als er zum ersten Mal von der Eroberung des Planeten gehört hatte. Ich ließ mir gerade von Alan erklären, dass das Universum, wie ich es gekannt hatte, schon lange nicht mehr existierte.
»Wir haben es verlassen, als wir das erste Mal geskippt sind«, sagte er. »Dabei sind wir mal schnell ins Universum nebenan gesprungen. So funktioniert der Skip-Antrieb.«
Damit löste er eine nette Reaktion in Form tiefen Schweigens bei mir und Ed McGuire aus, die wir mit Alan in der »Rühren«-Bar des Regiments saßen. Nach einer Weile ergriff Ed, der Aimee Webers Trupp übernommen hatte, das Wort. »Ich kann dir nicht ganz folgen, Alan. Ich dachte immer, dass der Skip-Antrieb uns ermöglicht, schneller als das Licht zu fliegen oder etwas in der Art. Dass es so funktioniert.«
»Nein«, sagte Alan. »Einstein hat immer noch Recht◦– nichts kann sich schneller als mit Lichtgewindigkeit bewegen. Außerdem wäre es sowieso nicht ratsam, mit einem nennenswerten Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit herumzudüsen. Wenn man ein paar hunderttausend Kilometer pro Sekunde draufhat und nur ein winziges Staubkorn trifft, hätte man im nächsten Moment ein ziemlich großes Loch im Raumschiff. Es wäre einfach nur eine unglaublich schnelle Methode, sich umzubringen.«
Ed blinzelte, dann rieb er sich mit der Hand über das Gesicht. »Hui«, sagte er. »Ich kapiere es immer noch nicht.«
»Also gut«, sagte Alan. »Du möchtest also wissen, wie der Skip-Antrieb funktioniert. Wie ich bereits erwähnte, ist die Sache sehr einfach: Man nimmt ein Objekt aus einem Universum, zum Beispiel die Modesto, und versetzt es in ein anderes Universum. Das Problem ist, dass wir diesen Vorgang mit dem Begriff ›Antrieb‹ verbinden. Denn im Grunde hat es überhaupt nichts mit einem Antrieb zu tun, weil es nicht um Beschleunigung geht. Der einzige entscheidende Faktor ist die Position im Multiversum.«
»Alan«, sagte ich. »Du schießt schon wieder weit übers Ziel hinaus.«
»Tschuldigung«, sagte Alan und sah uns nachdenklich an. »Wie weit seid ihr beiden in Mathe gekommen?«
»Ich kann mich vage an die Infinitesimalrechnung erinnern«, sagte ich.
Ed McGuire schloss sich mit einem Nicken an.
»Au weia«, sagte Alan. »Also gut. Dann werde ich möglichst kurze Wörter benutzen. Sofern ihr euch dadurch nicht beleidigt fühlt.«
»Wir werden uns Mühe geben«, sagte Ed.
»Gut. Zunächst einmal … das Universum, in dem wir leben◦– das, in dem wir uns in diesem Moment aufhalten -, ist nur eins von einer unendlichen Anzahl möglicher Universen, deren Existenz die Quantenphysik erlaubt. Jedes Mal, wenn wir ein Elektron an einer bestimmten Position beobachten, ist ein mögliches Universum durch genau diese Elektronenposition definiert, während das Elektron in einem alternativen Universum eine ganz andere Position einnimmt. Könnt ihr mir noch folgen?«
»Nein«, sagte Ed.
»Nichtwissenschaftler! Dann glaubt mir einfach, dass ich die Wahrheit sage. Es geht also darum, dass es viele Universen gibt. Die das Multiversum bilden. Und der Skip-Antrieb öffnet einfach nur eine Tür in ein anderes dieser möglichen Universen.«
»Wie macht er das?«, fragte ich.
»Eure mathematischen Kenntnisse reichen nicht aus, um es zu erklären«, sagte Alan.