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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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»Also ist es Magie.«

»Aus eurer Sicht, ja«, sagte Alan. »Aber physikalisch hat die Sache Hand und Fuß.«

»Das verstehe ich nicht«, sagte Ed. »Wir sind also durch verschiedene Universen gesprungen, aber jedes Universum, in dem wir waren, war genauso wie das, aus dem wir ursprünglich kommen. Jedes ›alternative Universum‹ in der Science Fiction unterscheidet sich irgendwie von dem, das wir kennen. Daran erkennt man, dass man in einem alternativen Universum gelandet ist.«

»Auf diese Frage gibt es tatsächlich eine sehr interessante Antwort«, sagte Alan. »Beginnen wir mit der Behauptung, dass die Versetzung eines Objekts von einem Universum in ein anderes ein extrem unwahrscheinliches Ereignis darstellt.«

»Das sehe ich sofort ein«, sagte ich.

»Im Rahmen der Quantenphysik ist ein solches Ereignis durchaus möglich, da im quantenphysikalischen Universum auf dem untersten Niveau so ziemlich alles möglich ist, auch wenn es in praktischer Hinsicht so gut wie nie passiert. Doch jedes Universum zieht es vor, unwahrscheinliche Ereignisse auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, vor allem oberhalb des subatomaren Niveaus.«

»Wie kann ein Universum irgendetwas ›vorziehen‹?«, fragte Ed.

»Dazu fehlt dir die Mathematik«, sagte Alan.

»Natürlich«, sagte Ed und verdrehte die Augen.

»Trotzdem zieht das Universum bestimmte Dinge gegenüber anderen vor. Es zieht zum Beispiel vor, einen Zustand der höheren Entropie anzunehmen. Es zieht vor, dass die Lichtgeschwindigkeit eine Konstante ist. Man kann an diesen Dingen bis zu einem gewissen Grad herummanipulieren, aber dazu ist eine Menge Arbeit nötig. Das Gleiche gilt in diesem Fall. Ein Objekt von einem Universum in ein anderes zu versetzen ist so unwahrscheinlich, dass das Universum, in dem man landet, ansonsten ein exaktes Ebenbild desjenigen ist, das man verlassen hat. Das könnte man als Begrenzung der Unwahrscheinlichkeit betrachten.«

»Aber wie lässt es sich erklären, dass wir dabei einen Ortswechsel durchmachen?«, fragte ich. »Wie gelangen wir von einem Punkt in diesem Universum zu einem ganz anderen Raumpunkt in einem anderen?«

»Denk darüber nach«, sagte Alan. »Ein komplettes Raumschiff in ein anderes Universum zu bringen ist der unglaublich unwahrscheinliche Teil der Sache. Vom Standpunkt des Universums aus betrachtet ist es ziemlich egal, an welchem Punkt in diesem Universum wir landen. Deshalb ist der Begriff ›Antrieb‹ im Grunde irreführend. Wir bewegen uns gar nicht durch den Raum. Wir treffen einfach nur ein.«

»Und was passiert in dem Universum, das wir verlassen haben?«, fragte Ed.

»Dort trifft eine andere Version der Modesto aus einem anderen Universum ein, in dem sich alternative Versionen von uns aufhalten. Zumindest ist das sehr wahrscheinlich. Eine infinitesimal geringe Wahrscheinlichkeit spricht dagegen, dass es passiert, aber im Allgemeinen dürfte genau das geschehen.«

»Werden wir jemals zurückkehren?«, wollte ich wissen.

»Wohin?«, fragte Alan.

»In das Universum, aus dem wir ursprünglich gekommen sind.«

»Nein«, sagte Alan. »Natürlich ist es auch hier theoretisch möglich, dass es passieren könnte, aber es ist extrem unwahrscheinlich. Universen entstehen pausenlos aus sich verzweigenden Möglichkeiten, und die Universen, in die wir gelangen, entstehen im Allgemeinen in dem Moment, wenn wir sie erreichen. Das ist einer der Gründe, warum wir sie überhaupt erreichen können, weil sie unserem nämlich so ähnlich sind. Je länger man von einem bestimmten Universum getrennt war, desto mehr Zeit hatte es, in entscheidenden Punkten abzuweichen, und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dorthin zurückkehren zu können. Selbst die Rückkehr in ein Universum, das man erst vor einer Sekunde verlassen hat, ist phänomenal unwahrscheinlich. In das zurückzukehren, das wir vor über einem Jahr verlassen haben, als wir mit dem ersten Skip-Sprung von der Erde nach Phoenix gelangt sind, steht völlig außer Frage.«

»Das deprimiert mich sehr«, sagte Ed. »Ich mochte mein Universum.«

»Mach dir eins klar, Ed«, sagte Alan. »Du kommst nicht einmal aus demselben Universum wie John und ich, da wir die Erde nicht mit demselben Skip verlassen haben. Sogar die Leute, mit denen wir diesen Skip gemeinsam gemacht haben, leben inzwischen nicht mehr im selben Universum wie wir, da sie längst mit anderen Schiffen in andere Universen geskippt sind. Wenn wir unsere alten Freunde wiedertreffen sollten, wären es nur alternative Versionen von ihnen. Natürlich werden sie genauso aussehen und sich verhalten, denn bis auf eine gelegentliche veränderte Elektronenposition sind sie identisch. Trotzdem stammen wir aus völlig unterschiedlichen Universen.«

»Also sind du und ich das Einzige, was noch von unserem Universum übrig ist«, sagte ich.

»Man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass dieses Universum noch existiert«, sagte Alan. »Aber wir sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die einzigen zwei Menschen, die von jenem in dieses Universum gelangt sind.«

»Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll«, sagte ich.

»Versuch dir deswegen nicht allzu viele Sorgen zu machen«, sagte Alan. »Aus der Alltagsperspektive hat diese Universenspringerei so gut wie keine Konsequenzen. In funktioneller Hinsicht bleibt alles ziemlich gleich, egal, in welchem Universum du gerade bist.«

»Warum brauchen wir dann überhaupt Raumschiffe?«, fragte Ed.

»Das ist doch offensichtlich◦– um irgendwohin zu fliegen, sobald man in einem neuen Universum eingetroffen ist«, sagte Alan.

»Nein, das meine ich nicht«, sagte Ed. »Ich meine, wenn man einfach von einem Universum zum nächsten hüpfen kann, warum macht man es dann nicht gleich von Planet zu Planet, ohne Raumschiffe zu benutzen? Man könnte die Leute doch einfach von einem Planeten zum anderen skippen. So würde man sich den Umweg über den Weltraum sparen.«

»Dem Universum ist es lieber, wenn man sich ein Stück von größeren Gravitationssenken wie Sternen und Planeten entfernt, bevor man skippt«, sagte Alan. »Vor allem, wenn man ein anderes Universum ansteuert. Aber man kann sehr nahe an eine Gravitationssenke heranspringen, was der Grund ist, weshalb wir meistens in der Nähe unserer Ziele in ein neues Universum eintreten. Aber wenn man rausspringt, ist es viel leichter, je weiter man davon entfernt ist. Deshalb fliegen wir immer ein Stück hinaus, bevor wir skippen. Es gibt sogar eine exponentielle Relation, die ich euch zeigen könnte, aber …«

»Ja, ich weiß. Dazu hatte ich nicht genug Mathe«, sagte Ed.

Alan wollte gerade etwas Beschwichtigendes erwidern, als sich plötzlich die BrainPals von uns allen aktivierten. Die Modesto hatte soeben die neuesten Nachrichten über das Coral-Massaker empfangen. Und sie waren entsetzlich, ganz gleich, in welchem Universum man sich gerade befand.

Coral war der fünfte Planet, der von Menschen besiedelt worden war, und der erste, der eindeutig bessere Lebensbedingungen für die Menschen bot als die gute alte Erde selbst. Die Oberfläche war geologisch stabil, das Klima sorgte für eine ausgedehnte gemäßigte Zone, die die meisten der großzügig angelegten Landmassen umspannte, und es wimmelte vor einheimischen Tier- und Pflanzenarten, die denen der Erde genetisch ähnlich genug waren, um den Menschen als Nahrung zu dienen und ihren ästhetischen Bedürfnissen zu genügen. Anfangs war diskutiert worden, die Kolonie »Eden« zu nennen, aber dann gelangte man zur Einsicht, dass ein solcher Name karmisch zu sehr vorbelastet war.

Stattdessen entschied man sich für Coral, und zwar wegen der korallenähnlichen Wesen, die wunderbare abwechslungsreiche Inselgruppen und Riffe in der tropischen Zone am Äquator des Planeten schufen. Die menschliche Expansion auf Coral war untypischerweise auf ein Minimum reduziert, und jene Menschen, die sich dort angesiedelt hatten, lebten hauptsächlich unter sehr einfachen, beinahe vorindustriellen Bedingungen. Es war einer der wenigen Planeten im Universum, wo die Menschen versuchten, sich an das vorhandene Ökosystem anzupassen, statt es umzupflügen und durch Viehhaltung und Getreideanbau zu ersetzen. Und es funktionierte sogar. Die kleine und überschaubare menschliche Bevölkerung fügte sich in die Biosphäre von Coral ein und gedieh auf bescheidene und kontrollierte Weise.

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