Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
Als sich die Schilde ihren Gegnern näherten, spürte sie, wie sie auf die Barriere der anderen Novizen trafen. Sie hielt inne und ließ alle Schilde bis auf einen ein wenig zurückfallen. Die Novizen begannen, den einen Schild, der sich ihnen weiter näherte, anzugreifen. Als Nächstes ließ sie einen der unbeweglichen Schilde flackern und verschwinden: eine weitere Ablenkung.
Nachdem sie den Schild um sich herum wieder durchsichtig hatte werden lassen, fand sie sich in der Nähe dreier Novizen wieder. Sie griff nach ihrer Magie und attackierte einen von ihnen mit einer wilden Salve von Kraftzaubern. Der Junge zuckte zusammen, und seine Nachbarn fuhren zu Sonea herum, aber die übrigen Novizen waren immer noch zu abgelenkt durch die anderen Schilde, um zu begreifen, dass ihre Gefährten Hilfe brauchten.
Der gemeinsame Schild ihrer Gegner geriet ins Wanken und brach vollends zusammen.
»Halt!«
Sonea wandte sich zu Balkan um. Sie blinzelte überrascht, als sie sah, dass er lächelte.
»Eine interessante Strategie, Sonea«, sagte er. »Wahrscheinlich keine, die wir in einem echten Kampf benutzen würden, aber gewiss sehr wirksam in der Arena. Die Runde geht an dich.«
Sonea verneigte sich. Sie wusste, dass ihr multipler Schild ihr in seiner nächsten Unterrichtsstunde nicht mehr das Geringste nützen würde. Der Gong der Universität signalisierte das Ende der Stunde, und Sonea hörte einige der Novizen seufzen. Sie lächelte, aber weniger über die offenkundige Erleichterung ihrer Gefährten als vor Dankbarkeit darüber, dass sie die Runde hatte beenden können, ohne zu viel Kraft zu verbrauchen.
»Der Unterricht ist vorbei«, erklärte Balkan. »Ihr dürft jetzt gehen.«
Die Novizen verneigten sich und verließen die Arena. Sonea sah zwei Magier hinter dem Ausgang stehen. Als sie die beiden erkannte, beschleunigte sich ihre Atmung ein wenig: Akkarin und Lorlen.
Sie folgte den anderen Novizen aus der Arena. Die älteren Schüler verneigten sich, als sie an den höheren Magiern vorüberkamen. Akkarin beachtete sie nicht, sondern winkte Sonea zu sich heran.
»Hoher Lord.« Sie verneigte sich. »Administrator.«
»Du hast deine Sache gut gemacht, Sonea«, sagte Akkarin. »Du hast die Kraft deiner Gegner abgeschätzt, ihre Schwächen erkannt und dir einen originellen Plan zurechtgelegt.«
Sie blinzelte überrascht, dann spürte sie, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg.
»Vielen Dank.«
»Und ich würde Balkans Bemerkung nicht zu ernst nehmen«, fügte er hinzu. »In einem echten Kampf benutzt ein Magier jede Strategie, die funktioniert.«
Lorlen warf Akkarin einen durchdringenden Blick zu. Er sah so aus, als wünschte er sich verzweifelt, eine Frage zu stellen, wagte es jedoch nicht. Oder vielleicht sind es eher ein Dutzend Fragen, überlegte Sonea. Mitgefühl für den Administrator durchzuckte sie, bis ihr der Ring wieder einfiel, den er trug.
Dieser Ring ermöglichte es Akkarin, alles wahrzunehmen, was Lorlen sah, fühlte und dachte. War Lorlen sich der Macht des Rings bewusst? Wenn ja, musste er das Gefühl haben, von seinem Freund verraten worden zu sein. Sonea schauderte. Wenn Akkarin Lorlen doch nur die Wahrheit hätte sagen können.
Aber wenn er es täte, würde er Lorlen dann auch verraten, dass sie freiwillig schwarze Magie erlernte? Bei diesem Gedanken wurde ihr sehr unbehaglich zumute.
Akkarin ging auf die Universität zu. Sonea und Lorlen folgten ihm.
»Sobald Botschafter Dannyl mit dem wilden Magier hier eintrifft, wird die Gilde das Interesse an den Morden verlieren, Lorlen«, erklärte Akkarin.
Sonea hatte von den Rebellen gehört, die Dannyl gefangen genommen hatten. Die Nachricht von dem gesetzlosen Magier, den er in die Gilde bringen wollte, hatte sich unter den Novizen schneller verbreitet als der Winterhusten.
»Mag sein«, erwiderte Lorlen, »aber unsere Magier werden sie nicht vergessen. Niemand vergisst eine Mordserie wie diese. Es würde mich nicht überraschen, wenn irgendjemand verlangte, dass die Gilde etwas dagegen unternehmen solle.«
Akkarin seufzte. »Als würde der Besitz von Magie es uns leichter machen, in einer Stadt mit vielen tausend Menschen eine einzelne Person zu finden.«
Lorlen öffnete den Mund, um etwas zu sagen, dann blickte er zu Sonea hinüber und schien sich eines Besseren zu besinnen. Er schwieg, bis sie die Treppe der Universität erreichten, dann wünschte er ihnen eine gute Nacht und eilte davon. Akkarin machte sich auf den Weg zur Residenz.
»Dann haben die Diebe die Spionin also noch nicht gefunden?«, fragte Sonea leise.
Akkarin schüttelte den Kopf.
»Dauert das immer so lange?«
Er drehte sich zu ihr um und zog eine Augenbraue in die Höhe. »Du brennst also darauf, uns kämpfen zu sehen, ja?«
»Ob ich darauf brenne?« Sie schüttelte den Kopf. »Nein, das tue ich nicht. Ich muss nur immer daran denken, dass sie, je länger sie dort draußen ist, umso mehr Menschen töten wird.« Sie hielt inne. »Meine Familie lebt nördlich der Mauer.«
Akkarins Miene wurde ein wenig weicher. »Ja. Allerdings leben in den Hüttenvierteln viele tausend Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen deiner Verwandten töten wird, ist gering, vor allem, wenn sie nachts im Haus bleiben.«
»Das tun sie.« Sonea seufzte. »Aber ich mache mir Sorgen um Cery und meine alten Freunde.«
»Ich bin davon überzeugt, dass dein Freund auf sich aufpassen kann.«
Sie nickte. »Da habt Ihr wahrscheinlich Recht.« Als sie an den Gärten vorbeikamen, dachte Sonea an ihre morgendliche Begegnung mit Rothen. Gewissensbisse durchzuckten sie. Sie hatte ihn nicht direkt angelogen. Akkarin hatte sie niemals gebeten, schwarze Magie zu erlernen.
Aber sie fühlte sich schrecklich, wenn sie daran dachte, was Rothen empfinden würde, wenn er die Wahrheit erführe. Er hatte so viel für sie getan, und manchmal schien es, als hätte sie ihm nur Ärger eingetragen. Vielleicht war es gut, dass sie getrennt worden waren.
Und sie musste widerstrebend zugeben, dass Akkarin mehr für ihre Ausbildung getan hatte, als Rothen es je vermocht hätte. Wenn Akkarin sie nicht immer wieder angetrieben hätte, wäre sie niemals zu solchen Leistungen in den Kriegskünsten fähig gewesen. Jetzt sah es so aus, als würde sie diese Fähigkeiten einsetzen müssen, um gegen die Spione zu kämpfen.
Als sie die Residenz erreichten und die Tür aufschwang, hielt Akkarin inne und blickte auf. »Ich glaube, Takan wartet auf uns.« Er trat ein und ging auf den Weinschrank zu. »Geh du schon nach oben voraus.«
Als sie die Treppe hinaufeilte, dachte sie noch einmal an Akkarins Bemerkung in der Arena. Hatte da ein Anflug von Stolz in seiner Stimme gelegen? War er mit ihr als Novizin vielleicht sogar zufrieden? Die Vorstellung hatte einen eigenartigen Reiz. Vielleicht hatte sie sich den Titel tatsächlich verdient: der Schützling des Hohen Lords.
Sie. Das Hüttenmädchen.
Sie verlangsamte ihren Schritt. Wenn sie sich vergangene Gespräche ins Gedächtnis rief, konnte sie sich nicht daran erinnern, dass er jemals Abscheu oder Verachtung über ihre Herkunft zum Ausdruck gebracht hatte. Er war bedrohlich und grausam gewesen, er hatte sie manipuliert, aber nicht ein einziges Mal hatte er sie daran erinnert, dass sie aus dem ärmsten Teil der Stadt kam.
Aber wie hätte ausgerechnet er auch auf einen anderen Menschen herabblicken können?, dachte sie plötzlich. Er selbst war schließlich einmal ein Sklave gewesen.
Das Schiff gehörte zur Flotte des elynischen Königs und war größer als die Vindo-Schiffe, auf denen Dannyl früher gereist war. Da die Schiffe weniger für den Frachttransport als dafür gedacht waren, wichtige Persönlichkeiten zu befördern, verfügten sie über einige zwar kleine, aber luxuriöse Kabinen.