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Ein todsicherer Job

Электронная книга - «Ein todsicherer Job». Краткое содержание книги:

Zum Brüllen komisch und absolut hinreißend – eine liebenswerte Komödie der besonderen Art.

Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …
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»Versprochen.«

»Gut, hast du diesen neuen Nadelstreifenanzug schon ändern lassen?«

»Finger weg von meinem Schrank.«

»Musst du nicht los?«

Ray vermutete, dass es mit dem Mord an den Kleintieren losgegangen war, die Charlie seiner Tochter mitgebracht hatte. Vielleicht waren die großen, schwarzen Hunde nur ein Hilfeschrei – Tiere, bei denen man es wirklich merken würde, wenn sie nicht mehr da wären. Nach den Kinofilmen zu urteilen, fingen sie alle so an – mit kleinen Tieren, bis sie sich bald zu Tramperinnen und Prostituierten hochgearbeitet hatten, und über kurz oder lang mumifizierten sie eine ganze Mannschaft von Betreuern in einem abgelegenen Sommercamp und setzten die luftgetrockneten Überreste in einer Berghöhle um einen Spieltisch. Die Berghöhle passte nicht zu Charlies Profil, weil er Allergiker war, aber vielleicht deutete es auch nur auf sein diabolisches Genie hin. (Ray war Streifenpolizist gewesen und nicht für Täterprofile ausgebildet, so dass seine Theorien meist etwas zu farbenfroh gerieten, ein Nebeneffekt der Betamännchenphantasie und seiner umfangreichen DVD-Sammlung.)

Allerdings hatte Charlie Ray ein halbes Dutzend Mal gebeten, seine Kontakte bei Polizei und Verkehrsbehörde zu nutzen, um Leute aufzutreiben, die dann eine Woche später tot aufgefunden wurden. Nur handelte es sich nicht um Morde. In den letzten Jahren waren im Laden oft genug Dinge aufgetaucht, die kürzlich Verstorbenen gehört hatten, von denen jedoch niemand ermordet worden war (ein gutes Dutzend dieser Gegenstände besaß eingeätzte Registriernummern, und Ray hatte sie an einen Freund bei der Polizei weitergegeben). Es gab ein paar Unfälle, vor allem aber natürliche Todesursachen. Entweder war Charlie außergewöhnlich durchtrieben, oder Ray hatte den Verstand verloren, eine Möglichkeit, die nicht gänzlich auszuschließen war, und sei es nur, weil er drei Exfrauen hatte, die das sicher bestätigt hätten. Deshalb hatte er sich die List mit dem Training ausgedacht, um Charlie aus der Reserve zu locken. Andererseits hatte Charlie ihn immer gut behandelt, und falls es keine Berghöhle voller Betreuer gab, sollte Ray sich schämen, dass er ihn hintergangen hatte.

Was wäre, wenn mit Charlie alles in Ordnung war und er nur mal wieder einen wegstecken musste?

Ray chattete gerade mit Eduardo, seiner neuen Freundin bei Desperate Filipinas Dot Com, als Charlie die Hintertreppe herunterkam.

»Ray, du musst jemanden für mich suchen.«

»Moment mal eben. Ich muss mich kurz verabschieden. Guck mal, Charlie: meine neue Flamme.« Ray klickte das Foto einer heftig geschminkten, aber attraktiven Asiatin auf den Bildschirm.

»Sie ist hübsch, Ray. Leider kann ich dich im Moment nicht auf die Philippinen fliegen lassen. Vorher brauchen wir jemanden, der Lilys Schichten übernimmt.« Charlie ging näher an den Bildschirm. »Mein Freund… sie heißt Eduardo.«

»Ich weiß. Typisch Filipino – wie Edwina.«

»Sie hat einen Bartschatten.«

»Das ist rassistisch. Manche Rassen haben eben mehr Gesichtsbehaarung als andere. Das ist mir egal. Ich suche jemanden, der ehrlich und liebevoll und attraktiv ist.«

»Sie hat einen Adamsapfel.«

Ray sah sich den Bildschirm noch mal genauer an, dann schaltete er den Monitor aus und rotierte auf seinem Hocker herum. »Wen soll ich also für dich suchen?«

»Ist schon okay, Ray«, sagte Charlie. »Ein Adamsapfel muss nicht heißen, dass jemand nicht ehrlich, liebevoll und attraktiv sein kann. Es ist nur weniger wahrscheinlich.«

»Stimmt. Ich glaube, das Foto war nur schlecht ausgeleuchtet. Egal, wen musst du finden?«

»Ich weiß nur den Namen: Madison McKerny. Ich weiß, dass er oder sie in unserer Stadt wohnt, aber das ist auch schon alles.«

»Es ist eine sie

»Bitte?«

»Madison. Das ist ein Strippername.«

Charlie schüttelte den Kopf. »Du kennst die Frau?«

»Der Name kommt mir bekannt vor, aber… nein. Madison ist ein Strippername der neuen Generation. Wie Reagan und Morgan.«

»Keine Ahnung, Ray.«

»Ich hab viel Zeit in Stripläden verbracht, Charlie. Ich bin nicht stolz darauf, aber so lebt man nun mal als Bulle. Und man schnappt auf, woher die Strippernamen kommen.«

»Das wusste ich nicht.«

»Ja, und da gibt es eine gewisse Entwicklung, die sich bis in die Fünfziger zurückverfolgen lässt. Aus Bubbles, Boom Boom und Blaze wurden Bambi, Candy und Jewel, dann Sunshine, Brandy und Cinnamon, dann Amber, Brittany und Brie, dann Reagan, Morgan und Madison. Madison ist ein Strippername.«

»Ray, in den Fünfzigern warst du noch gar nicht auf der Welt.«

»Nein. Und ich war auch in den Vierzigern noch nicht auf der Welt, und trotzdem kenne mich mit dem Zweiten Weltkrieg und den Big Bands aus. Ich steh auf Geschichte.«

»Gut. Ich suche also nach einer Stripperin? Das hilft mir auch nicht weiter. Wo soll ich anfangen?«

»Lass mich beim Verkehrsamt fragen und die Akten beim Finanzamt durchsehen. Wenn sie hier in der Stadt wohnt, haben wir ihre Adresse heute Nachmittag. Was willst du von ihr?«

Eine Pause entstand, in der Charlie so tat, als hätte er auf dem gläsernen Tresen einen Fleck entdeckt. Er wischte daran herum und sagte dann: »Äh, es geht um eine Erbschaft. Bei einem der Nachlässe, die wir vor kurzem bekommen haben, waren ein paar Sachen, die ihr gehören.«

»Sollte sich darum nicht der Testamentsvollstrecker kümmern? Oder ein Anwalt?«

»Es sind Kleinigkeiten, im Testament nicht aufgeführt. Der Testamentsvollstrecker hat gefragt, ob ich mich darum kümmern könnte. Für dich sind fünfzig Dollar drin.«

Ray grinste. »Ist schon okay. Ich wollte dir sowieso helfen, aber wenn sie wirklich eine Stripperin ist, komm ich mit, okay?«

»Abgemacht«, sagte Charlie.

Drei Stunden später gab Ray Charlie die Adresse und beobachtete, wie sein Chef aus dem Laden rannte und sich ein Taxi heranwinkte. Wozu ein Taxi? Wieso nahm er nicht den Lieferwagen? Ray wollte ihm folgen, musste ihm folgen, aber erst musste er jemanden finden, der sich um den Laden kümmerte. Er hätte es kommen sehen können, aber er war abgelenkt gewesen.

Den ganzen Nachmittag war Ray schon abgelenkt gewesen, nicht nur von der Suche nach Madison McKerny, sondern auch, weil er krampfhaft überlegte, wie er »Hast du einen Penis?« beiläufig ins Gespräch mit seiner angebeteten Eduardo einflechten konnte. Nach ein paar neckischen E-Mails hielt er es nicht länger aus und tippte einfach: »Eduardo, nicht dass es von Bedeutung wäre, aber ich würde Dir gern eine Freude machen und etwas sexy Unterwäsche schicken, und da habe ich mich gefragt, ob das Höschen einen zusätzlichen Stauraum haben sollte.«

Dann wartete er. Und wartete. Zugegeben, in Manila war es fünf Uhr morgens, aber im Nachhinein machte er sich doch Vorwürfe. Hatte er sich zu vage ausgedrückt – oder nicht vage genug? Und jetzt konnte er nicht mehr warten. Er wusste, wohin Charlie fuhr, aber er musste dort sein, bevor irgendwas passierte. Er rief Lilys Handy an, in der Hoffnung, dass sie nicht bei ihrem anderen Job arbeitete und ihm einen Gefallen tun würde.

»Sprich, Undankbarer.«

»Woher wusstest du, dass ich es bin?«, fragte Ray.

»Ray?«

»Ja, woher wusstest du, dass ich es bin?«

»Wusste ich nicht«, sagte Lily. »Was willst du?«

»Könntest du für ein paar Stunden rüber in den Laden kommen?« Dann, als er hörte, wie sie tief Luft holte, und ziemlich sicher war, dass sie ihn gleich beschimpfen würde, fügte er hinzu: »Fünfzig Dollar sind für dich drin.« Ray hörte sie ausatmen. Ja! Nach ihrem Abschluss am Culinary Institute hatte Lily einen Job als stellvertretende Küchenchefin in einem Bistro in North Beach gefunden, aber noch verdiente sie nicht genug, dass sie bei ihrer Mutter ausziehen konnte, und deshalb hatte Charlie sie überreden können, ein paar Schichten in Ashers Secondhand einzuschieben, wenigstens bis Ersatz gefunden war.

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