Ein todsicherer Job
- Автор: Мур Кристофер
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Goldmann Verlag
- ISBN: 978-3-641-01256-4
- Переводчик: J,orn Ingwersen
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Ein todsicherer Job». Краткое содержание книги:
Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …
»Nein, Sir. Ich glaube, man holt sie aus Zoos.«
»Das wilde Zeug ist wahrscheinlich besser, nicht?«, fragte Charlie. »Ich meine, sofern es zu beschaffen ist. Ich meine nicht von Ihnen persönlich. Ich wollte damit nicht andeuten, dass Sie da draußen in der Wildnis einem Berglöwen mit einem Messbecher in der Hand nachlaufen. Ich meinte einen professionellen… hallo?« Der bärtige Wildledermann hatte aufgelegt.
Also schickte Charlie Ray mit dem Lieferwagen in den Süden von San Francisco, um alles an Berglöwenharn zu kaufen, was man auf Lager hatte, aber am Ende hatte dies nur zur Folge, dass es im ganzen ersten Stock von Charlie Haus roch wie in einem Katzenklo.
Als klar wurde, dass nicht einmal die allerpassivsten Versuche Wirkung zeigen wollten, zog sich Charlie auf die ultimative Betamännchenattacke zurück, was bedeutete, dass er Alvins und Mohammeds Anwesenheit hinnahm, sie jedoch denkbar verächtlich behandelte und bei jeder sich bietenden Gelegenheit schnippische Bemerkungen fallen ließ.
Die Höllenhunde zu füttern, das war, als schaufelte man Kohlen in zwei ausgehungerte Dampfmaschinen. Alle zwei Tage ließ Charlie fünfundzwanzig Kilo Hundefutter liefern, die sie in dicke Kacktorpedos verwandelten und draußen auf den Wegen um Asher’s Secondhand fallen ließen, als wollten sie ihren eigenen Hundeblitzkrieg gegen die Nachbarschaft anzetteln.
Der Vorteil war, dass Charlie monatelang weder ein Fauchen aus den Gullys hörte, noch ominöse Rabenschatten an den Wänden sah, wenn er ein Seelenschiffchen holte. Und auch in dieser Hinsicht, der Totenboterei, dienten die Hunde ihrem Zweck, denn jedes Mal, wenn ein neuer Name auftauchte, zerrten sie Charlie zum Kalender, bis er das Seelending nach Hause brachte, so dass er zwei Jahre lang keinen Auftrag versäumte und nie zu spät kam, um eine Seele abzuholen. Natürlich begleiteten die großen Hunde Charlie und Sophie auf ihren Spaziergängen, die sie wieder aufgenommen hatten, nachdem Charlie sicher sein konnte, dass Sophie ihre spezielle »Sprachbegabung« unter Kontrolle hatte. Zwar mochten Alvin und Mohammed die größten Hunde sein, die man je gesehen hatte, aber sie waren wiederum nicht so groß, dass es nicht sein konnte, und überall fragte man Charlie, was für eine Rasse sie waren. Da er keine Lust auf ständige Erklärungen hatte, sagte er nur: »Es sind Höllenhunde«, und auf die Frage, woher er sie hatte, antwortete er: »Eines Tages saßen sie plötzlich im Kinderzimmer meiner Tochter und wollten nicht mehr weggehen«, woraufhin ihn die Leute nicht nur für einen Lügner, sondern auch noch für ein Arschloch hielten. Also modifizierte er seine Antwort zu: »Es sind Irische Höllenhunde«, was die Leute aus irgendeinem Grund kommentarlos akzeptierten (außer einem irischen Fußballfan in North Beach, der sagte: »Ich bin Ire, und die Scheißviecher sind nie im Leben irisch.« Woraufhin Charlie antwortete: »Halbiren.« Der Fußballfan nickte, als hätte er das längst gewusst, und fügte hinzu: »Krieg ich jetzt noch’n Bier, oder muss ich hier verwelken, Mädel?«)
Nach einer Weile hatte Charlie sogar seinen Spaß daran, der schräge Vogel mit dem süßen, kleinen Mädchen und den beiden Riesenhunden zu sein. Wenn man seine Identität geheim halten muss, weiß man ein wenig öffentliche Aufmerksamkeit zu schätzen. Was Charlie auch tat, bis zu jenem Tag, an dem er mit Sophie in einer Seitenstraße auf dem Russian Hill von einem bärtigen Mann mit langem Wollkaftan und Strickmütze angehalten wurde. Sophie war inzwischen alt genug, dass sie auch schon allein laufen konnte, obwohl Charlie eine Huckepack-Trageschlinge bei sich hatte, damit er sie auf den Rücken nehmen konnte, wenn sie müde wurde (meistens aber half er ihr nur, das Gleichgewicht zu halten, während sie auf dem Rücken von Alvin oder Mohammed ritt).
Der bärtige Mann kam Sophie etwas zu nah, woraufhin Mohammed knurrte und sich zwischen dem Mann und dem Kind aufbaute.
»Bei Fuß, Mohammed!«, sagte Charlie. Es hatte sich herausgestellt, dass Höllenhunde tatsächlich abzurichten waren, vor allem, wenn man ihnen etwas auftrug, was sie sowieso vorhatten. (»Friss, Alvin. Braver Hund. Mach dein Geschäft! Ausgezeichnet.«)
»Warum nennen Sie Ihren Hund Mohammed?«, fragte der Bärtige.
»Weil er so heißt.«
»Sie hätten Ihrem Hund nicht den Namen Mohammed geben sollen.«
»Ich habe dem Hund nicht den Namen Mohammed gegeben«, sagte Charlie. »Er hieß schon Mohammed, als ich ihn bekommen habe.«
»Es ist Gotteslästerung, einen Hund Mohammed zu nennen.«
»Ich habe versucht, ihm einen anderen Namen zu geben, aber er hört nicht. Hier: Steve, beiß dem Mann ins Bein! Sehen Sie? Nichts. Spot, reiss dem Mann das Bein aus! Nichts. Ich könnte ebenso gut Altpersisch sprechen. Sehen Sie, wie weit ich damit komme?«
»Nun, ich habe meinen Hund >Jesus< genannt. Wie finden Sie das?«
»Oh, das tut mir aber leid. Ich wusste ja nicht, dass Ihnen der Hund weggelaufen ist.«
»Mein Hund ist nicht weggelaufen.«
»Aber überall in der Stadt hängen diese Zettel, auf denen steht Haben Sie Jesus gefunden? Dann muss es wohl ein anderer Hund sein, der Jesus heißt. Hatten Sie eine Belohnung ausgesetzt? Eine Belohnung hilft, wissen Sie?« Charlie fiel auf, dass er in letzter Zeit zunehmend schwerer dem Drang widerstehen konnte, Leute zu verarschen, besonders wenn sie darauf bestanden, sich wie Idioten zu benehmen.
»Ich besitze gar keinen Hund, der Jesus heißt, aber das ist Ihnen ohnehin egal, denn Sie sind ein gottloser Ungläubiger.«
»Nein, ehrlich, Sie dürfen Ihren Hund nicht nennen, wie Sie wollen. Aber es stimmt: Ich bin ein gottloser Ungläubiger. So habe ich jedenfalls bei der letzten Wahl gestimmt.« Charlie grinste ihn an.
»Tod den Ungläubigen! Tod den Ungläubigen!«, krähte derBärtige als Reaktion auf Charlies unwiderstehlichen Charme. Er tanzte herum und schüttelte die Faust vor dem Gesicht des Totenboten, was Sophie solche Angst einjagte, dass sie sich die Augen zuhielt und weinte.
»Hören Sie auf damit! Sie machen meiner Tochter Angst.«
»Tod den Ungläubigen! Tod den Ungläubigen!«
Mohammed und Alvin hatten bald genug von diesem Tanz, setzten sich hin und warteten darauf, dass ihnen jemand sagte, sie sollten den Burschen im Nachthemd fressen.
»Es ist mein Ernst«, sagte Charlie. »Hören Sie auf damit!« Er sah sich um, peinlich berührt, aber es war sonst niemand auf der Straße.
»Tod den Ungläubigen. Tod den Ungläubigen«, leierte der Bärtige.
»Haben Sie eigentlich gesehen, wie groß diese Hunde sind, Mohammed?«
»Tod den… Hey, woher wissen Sie, dass ich Mohammed heiße? Egal. Macht auch nichts. Tod den Ungläubigen, Tod den…«
»Wow, Sie sind wirklich mutig«, sagte Charlie. »Aber Sophie ist ein kleines Mädchen, und sie machen ihr Angst. Sie sollten damit sofort aufhören.«
»Tod den Ungläubigen! Tod den Ungläubigen!«
»Mietzi«, sagte Sophie, nahm die Hände von den Augen und zeigte auf den Mann.
»Ach, Süße«, sagte Charlie, »ich dachte, das wollten wir nicht mehr tun.«
Charlie hob Sophie auf seine Schultern und ging weiter, führte die Höllenhunde fort von dem toten Bärtigen, der friedlich auf dem Gehweg lag. Er hatte die kleine Strickmütze des Mannes eingesteckt. Sie leuchtete mattrot. Seltsamerweise tauchte derName des Mannes am nächsten Morgen nicht in seinem Tagesplaner auf.
»Siehst du? Sinn für Humor ist wichtig«, sagte Charlie, schnitt eine Grimasse und drehte sich zu seiner Tochter um.
»Daddy spinnt«, sagte Sophie.