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Ein todsicherer Job

Электронная книга - «Ein todsicherer Job». Краткое содержание книги:

Zum Brüllen komisch und absolut hinreißend – eine liebenswerte Komödie der besonderen Art.

Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …
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»Tut mir leid, Mrs. Ling«, sagte Charlie zu der kleinwüchsigen Matrone. »Das sind Alvin und Mohammed. Ich hätte mich präziser ausdrücken sollen, als ich sagte, ich hätte zwei neue Haustiere für Sophie.« In Wahrheit hatte sich Charlie absichtlich vage ausgedrückt und eine hysterische Reaktion erhofft. Nicht dass er der alten Dame tatsächlich Angst einjagen wollte, aber Betamännchen sind nur selten in der Lage, andere Menschen physisch zu bedrohen, und wenn sie dann mal Gelegenheit dazu bekommen, büßen sie bisweilen ihre Urteilsfähigkeit ein.

»Sein okay«, sagte Mrs. Ling mit starrem Blick auf die Höllenhunde. Sie wirkte geistesabwesend, vermutlich weil sie es auch war. Nachdem sie sich vom ersten Schock erholt hatte, machte sie sich ans Kopfrechnen – ein Schnellfeuer-Abakus, der Gewicht und Volumen der beiden ponygroßen Hunde kalkulierte und sie in Koteletts, Steaks, Rippchen und Geschnetzeltes aufteilte.

»Sie kommen also zurecht?«, fragte Charlie.

»Nicht verspäten heute, okay?«, sagte Mrs. Ling. »Ich wollen zu Sears und mir ansehen eine Tiefkühltruh. Können Sie mir leihen eine Motorsäge?«

»Eine Motorsäge? Hm, nein, aber Ray vielleicht. In zwei Stunden bin ich wieder da«, sagte Charlie. »Aber lassen Sie mich erst das hier wegmachen.« Er ging in den Keller, um die Kohlenschaufel zu suchen, die sein Vater früher dort aufbewahrte.

Als sich ihre Wege an diesem Tag trennten, verließen sich Charlie und Mrs. Ling darauf, dass die hohe Haustiersterblichkeit in Sophies Umgebung bald schon sowohl das Hundehaufen-, als auch das Suppenproblem lösen würde. Was allerdings nicht der Fall sein sollte.

Nachdem mehrere Wochen ohne negative Folgen für die Höllenhunde verstrichen waren, fand sich Charlie mit dem Gedanken ab, dass die beiden möglicherweise wirklich die einzigen Haustiere waren, die Sophies Zuneigung überlebten. Oft genug fühlte er sich versucht, Minty Fresh anzurufen und ihn um Rat zu bitten, doch nachdem sein letzter Anruf unter Umständen überhaupt erst dafür gesorgt hatte, dass die Höllenhunde aufgetaucht waren, widerstand er dem Drang. Auch Lilys Recherchen brachten kaum Neues.

»Überall ist von ihnen die Rede«, erklärte Lily, als sie mit ihrem Handy aus der Bibliothek von Berkeley anrief. »Meistens geht es darum, dass sie Bluessängern auf den Fersen sind, und offenbar gibt es ein deutsches Roboterfußballteam mit dem Namen Hellhounds, aber das ist wohl eher nebensächlich. Allerdings taucht in mindestens einem Dutzend Kulturen der Hinweis auf, dass sie das Tor zwischen Leben und Tod bewachen.«

»Na, das macht doch Sinn«, sagte Charlie. »Mehr oder weniger. Da steht nicht zufällig, wo sich dieses Tor befindet, oder? Welche U-Bahn-Station?«

»Nein, Asher, das steht da nicht. Aber ich habe das Buch einer Nonne gefunden, die in den 1890er Jahren exkommuniziert wurde… total cool. Diese Bibliothek ist der Hammer. Neun Millionen Bücher oder so.«

»Ja, das ist toll, Lily. Und was erzählt die Exnonne?«

»Sie hatte diese ganzen Hinweise auf Höllenhunde zusammengetragen, und man war sich wohl einig, dass die Tiere dem Herrscher der Unterwelt direkt unterstellt sind.«

»Sie war Katholikin und glaubte an die Unterwelt?«

»Na ja, man hat sie aus der Kirche geworfen, nachdem sie dieses Buch geschrieben hatte, aber – ja – das hat sie gesagt.«

»Sie hat nicht zufällig eine Nummer hinterlassen, wo man die Tiere abgeben kann, oder?«

»Ich investiere hier meinen freien Tag, Asher. Ich tu dir einen Gefallen. Willst du weiter dumme Sprüche klopfen?«

»Nein, entschuldige, Lily. Erzähl.«

»Das war es schon. Es gibt keinen Ratgeber, was Pflege undFütterung angeht. Vor allem haben die Recherchen ergeben, dass es von Übel ist, Höllenhunde im Haus zu haben.«

»Wie heißt das Buch? Umfassende Einführung ins Offensichtliche

»Du weißt, dass du mich dafür bezahlst, oder? Zeit und Spesen.«

»Entschuldige. Ja. Ich sollte also versuchen, sie loszuwerden.«

»Sie fressen Menschen, Asher. Und was sagst du jetzt?«

In diesem Moment beschloss Charlie, dass er aktiver darauf hinarbeiten sollte, die monströsen Köter aus dem Haus zu schaffen.

Da er sich bei den Höllenhunden nur einer Sache sicher sein konnte, nämlich dass sie überall sein wollten, wo Sophie war, nahm er sie mit in den Zoo von San Francisco, sperrte sie im Lieferwagen ein und ließ den Motor laufen – nachdem er einen Staubsaugerschlauch vom Auspuff direkt zur Lüftung verlegt hatte. Nach einem – wie er fand – außergewöhnlich befriedigenden Rundgang durch den Zoo, bei dem kein einziges Tier unter den begeisterten Blicken seiner Tochter ins Gras gebissen hatte, kehrte Charlie zum Lieferwagen zurück und fand zwei komplett bekiffte, ansonsten aber unversehrte Höllenhunde vor, die versengten Plastikdampf ausrülpsten, nachdem sie seine Sitzbezüge aufgefressen hatten.

Diverse Experimente erbrachten, dass Alvin und Mohammed nicht nur den meisten Giften gegenüber immun waren, sondern dass sie geradezu süchtig waren nach dem Geschmack von Insektenspray. In der Woche, nachdem der Kammerjäger seine Quartalsreinigung vorgenommen hatte, leckten sie die Farbe von den Fußleisten in Charlies Wohnung.

Im Laufe der Zeit versuchte Charlie, die Gefahr, die von den Riesenhunden drohte, gegen den Schaden abzuwägen, den Sophies Psyche nehmen würde, wenn sie Zeugin deren Ablebens werden sollte, da sie die beiden offensichtlich in ihr Herz geschlossen hatte, also nahm er Abstand von direkteren Attacken und hörte auf, Cocktailwürstchen vor den 90er Schnellbus zu werfen. (Die Entscheidung wurde ihm dadurch erleichtert, dass die Stadt San Francisco Charlie mit einer Klage drohte, falls seine Hunde noch mal einen Totalschaden an einem der Busse verursachen sollten.)

Direkte Attacken waren Charlie ohnehin von jeher schwer gefallen (zumal die einzige Betamännchenkampfkunst gänzlich auf dem Entgegenkommen Fremder beruht), und somit brachte er das beängstigende Betamännchen-Kung-Fu passiver Aggressionen gegen die Höllenhunde zum Einsatz.

Er begann konservativ, fuhr mit ihnen im Lieferwagen hinüber zur East Bay, lockte sie mit einer Rinderhälfte ins Watt von Oakland und fuhr schnell weg, nur um sie dann zu Hause wieder anzutreffen, wo sie schon auf ihn warteten, nachdem sie das komplette Wohnzimmer mit einer Patina aus trocknendem Schlick überzogen hatten. Daraufhin verfolgte er eine indirektere Taktik, sperrte die Hunde in Kisten und schickte sie per Luftfracht nach Korea, in der Hoffnung, dass sie sich in einer Mahlzeit wiederfinden würden, nur um dann feststellen zu müssen, dass sie tatsächlich schon wieder im Laden hockten, bevor er die Hundehaare aus der Wohnung hatte fegen können.

Er dachte, er sollte vielleicht ihre ureigenen, natürlichen Instinkte nutzen, um sie zu vertreiben, und las im Internet, dass Leute eine Essenz aus Pumapisse auf Büsche und Blumen sprenkelten, damit die Hunde nicht darauf urinierten. Nach ausgiebiger Lektüre des Telefonbuchs fand er schließlich im Süden von San Francisco einen Outdoorladen, der ein anerkannter Berglöwenurinhändler war.

»Selbstverständlich führen wir Pumaharn«, sagte der Mann. Er klang, als trüge er eine Wildlederjacke und einen langen Bart, aber vielleicht war das auch nur Charlies Projektion.

»Und der vertreibt Hunde?«, fragte Charlie.

»Klappt wie geschmiert. Hunde, Rehe und Kaninchen. Wie viel brauchen Sie?«

»Ich weiß nicht. Fünfzig Liter vielleicht.«

Es folgte eine Pause, und Charlie war sicher, dass er hören konnte, wie der Mann Reste von Elchfleisch aus seinem Bart zupfte. »Wir haben Ein-, Zwei- und Fünf-Unzen- Fläschchen im Angebot.«

»Das wird nicht reichen«, sagte Charlie. »Können Sie mir nicht so was wie eine extragroße Sparpackung besorgen – vorzugsweise von einem Puma, der zwei Monate nur mit Hunden gefüttert wurde? Ich schätze, bei Ihnen dürfte es wohl domestizierte Pumapisse geben, oder? Ich meine, Sie gehen doch nicht raus in die Wildnis und sammeln sie selbst?«

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