Ein todsicherer Job
- Автор: Мур Кристофер
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Goldmann Verlag
- ISBN: 978-3-641-01256-4
- Переводчик: J,orn Ingwersen
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Ein todsicherer Job». Краткое содержание книги:
Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …
Charlie schüttelte den Kopf. »Sollte ich meinen Anwalt anrufen?«
»Das bleibt Ihnen überlassen, Mr. Asher. Es ist Ihr gutes Recht, aber ich darf Ihnen weder den einen noch den anderen Rat geben. In fünf Minuten bin ich wieder da. Dann können Sie anrufen, wen Sie wollen.«
Rivera ging hinaus, und Charlie sah den Partner des Inspectors, einen bärbeißigen, kahlen Stier von einem Mann, der auf den Namen Cavuto hörte und draußen vor der Tür wartete. Der Mann machte Charlie Angst. Nicht so wie die Aussicht darauf, Madison McKernys Brustimplantate holen zu müssen, oder darauf, was passieren würde, falls er es nicht täte, aber trotzdem.
»Lass ihn gehen«, sagte Cavuto.
»Wie? Lass ihn gehen? Ich bin gerade mit ihm fertig, und diese McKerny…«
»Ist tot. Von ihrem Freund erschossen. Und als unsere Jungs hinkamen, weil jemand Schüsse gemeldet hatte, hat er sich selbst die Kugel gegeben.«
»Was?«
»Der Freund war verheiratet, McKerny wollte mehr und hat gedroht, seiner Frau alles zu erzählen. Da ist er durchgedreht.«
»Das weißt du jetzt schon?«
»Ihre Nachbarin hat den Kollegen gleich die ganze Geschichte erzählt. Komm schon, es ist unser Fall. Wir müssen los. Lass den Vogel laufen. Ray Macy und irgend so eine Gruftiköchin warten unten schon auf ihn.«
»Ray Macy hat mich angerufen, weil er dachte, Asher wollte die Frau ermorden.«
»Ich weiß. Richtiges Verbrechen, falscher Mann. Gehen wir.«
»Wir hätten immer noch die Sache mit der versteckten Waffe.«
»Ein Stock mit einer Klinge drin? Willst du dich vor den Richter hinstellen und erklären, du hättest diesen Burschen unter dem Verdacht verhaftet, ein Serienkiller zu sein, aber dann hat er dich runtergehandelt, und jetzt ist er nur noch ein komischer Kauz?«
»Okay, ich lass ihn gehen, aber eines sag ich dir, Nick: Dieser Bursche hat der Frau gesagt, dass sie heute sterben wird. Da ist irgendwas Schräges im Busch.«
»Und es gibt noch nicht genug Schräges in den Büschen, um das wir uns kümmern müssten?«
»Auch wieder wahr«, sagte Rivera.
In ihrem beigefarbenen Seidenkleid sah Madison McKerny wunderschön aus. Haar und Makeup waren perfekt wie immer, die diamantenen Ohrstecker und ihre Platin-Diamant-Kette passten gut zu den silbernen Griffen an ihrem Sarg aus Walnussholz. Für jemanden, der nicht mehr atmete, war sie buchstäblich atemberaubend, besonders für Charlie, denn er war der Einzige, der sehen konnte, dass ihre Brüste im Sarg rot leuchteten.
Charlie hatte noch nicht an vielen Beerdigungen teilgenommen, aber Madison McKernys Feier schien ihm nett und auch ganz gut besucht zu sein für eine Frau, die gerade mal sechsundzwanzig Jahre alt geworden war. Es stellte sich heraus, dass Madison im Mill Valley vor den Toren San Franciscos aufgewachsen war und deshalb so viele Leute kannte. Offenbar hatten die meisten – außer ihrer Familie – den Kontakt verloren und waren ziemlich überrascht, dass sie von ihrem verheirateten Liebhaber erschossen worden war, der ihr ein teures Apartment in der Stadt bezahlt hatte.
»Das stand wohl kaum als >Zukunftsperspektive< im Jahrbuch«, sagte Charlie, als er versuchte, mit einem ihrer Klassenkameraden Konversation zu treiben, einem Mann, neben dem er am Pinkelbecken in der Herrentoilette stand.
»Woher kannten Sie Madison?«, fragte der Mann herablassend. Er sah aus, als stünde unter seinem Bild im Jahrbuch: »Er wird die Welt mit seinem Geld und seiner Frisur nerven.«
»Oh, ich? Freund des Bräutigams«, sagte Charlie. Er zog seinen Reißverschluss hoch und ging zum Waschbecken, bevor dem Mann mit der komischen Frisur eine Antwort einfiel.
Charlie staunte, wie viele Leute er bei der Beerdigung traf, die er kannte, und jedes Mal, wenn er jemanden hinter sich zurückließ, stieß er mit dem Nächsten zusammen.
Erst Inspector Rivera, der log. »Musste kommen. Ist unser Fall. Hab die Familie ein bisschen kennen gelernt.«
Dann Ray, der log. »Sie war in meinem Fitnessclub. Ich dachte, ich sollte ihr die letzte Ehre erweisen.«
Dann Riveras Partner Cavuto, der nicht log. »Ich glaube immer noch, dass Sie ein komischer Kauz sind, und das gilt auch für Ihren Freund, den Excop.«
Und Lily, die ebenfalls ehrlich war. »Ich wollte mir mal eine tote Fickpuppe ansehen.«
»Wer kümmert sich um den Laden?«, fragte Charlie.
»Geschlossen. Todesfall in der Familie. Du weißt, dass Ray dir die Bullen auf den Hals gehetzt hat, oder?«
Seit Charlie wieder frei war, hatten sie noch keine Gelegenheit gehabt, miteinander zu sprechen. »Hätte ich mir denken können«, sagte Charlie.
»Er sagt, er hat gesehen, wie du ins Haus von dieser toten Tussi gegangen bist und plötzlich weg warst. Er glaubt, du hast Ninja-Kräfte. Gehört das dazu?« Sie wackelte mit den Augenbrauen, verschwörerisch wie Groucho Marx, was in seiner Wirkung ein wenig durch den Umstand gedämpft wurde, dass ihre Augenbrauen bleistiftdünn und blutrot nachgezogen waren.
»Ja, das gehört wohl irgendwie dazu. Ray hat aber keinen Verdacht, oder?«
»Nein, ich hab dich gedeckt. Aber er hält dich immer noch für einen potentiellen Serienkiller.«
»Ich dachte, er wäre vielleicht ein Serienkiller.«
Lily lief es eiskalt über den Rücken. »Gott im Himmel, ihr zwei müsst echt dringend mal einen wegstecken.«
»Wohl wahr, aber im Moment bin ich hier, um das Ding wegen dem Dings zu drehen.«
»Du hast ihr Dingsding immer noch nicht?«
»Ich weiß noch nicht mal, wie ich rankommen soll. Ihr Dings ist noch im Dingens.« Er nickte zum Sarg hinüber.
»Da bist du wohl gearscht«, sagte Lily.
»Wir müssen uns jetzt hinsetzen«, erwiderte Charlie. Er führte sie in die Kapelle, wo der Gottesdienst begann.
Hinter ihm steuerte Nick Cavuto, der einen Meter entfernt mit dem Rücken zu den beiden gestanden hatte, schnurstracks auf seinen Partner zu und sagte: »Können wir diesen Asher bitte erschießen und uns hinterher einen Grund ausdenken? Ich bin mir sicher, dass der Penner es verdient hat.«
Charlie wusste nicht, was er machen sollte, wie er die Seelenimplantate an sich nehmen konnte, aber er war überzeugt davon, dass ihm noch etwas einfallen würde. In letzter Sekunde würde sich irgendeine übernatürliche Fähigkeit einstellen. Das dachte er während der gesamten Trauerfeier. Er dachte es, als der Sarg geschlossen wurde, während des Leichenzugs zum Friedhof und während der Zeremonie am Grab. Seine Hoffnung begann zu schwinden, als sich die Trauergemeinde zerstreute und der Sarg ins Grab gelassen wurde, und als dann das Bodenpersonal mit einem Bagger Erde ins Loch schaufelte, glaubte er nicht mehr so recht daran, dass ihm etwas einfallen würde.
Es gab noch die Möglichkeit der Grabräuberei, aber das war im Grunde eigentlich keine Idee, oder? Und selbst nach jahrelanger Erfahrung mit der Totenboterei war Charlie nicht scharf darauf, in einen Friedhof einzubrechen, die halbe Nacht lang einen Sarg auszugraben und dann Implantate aus einer Frauenleiche herauszuschneiden. Das war was völlig anderes als eine Vase vom Kaminsims mitzunehmen. Wieso konnte Madison McKernys Seele nicht in einer Vase auf dem Kaminsims stecken?
»Dann haben Sie das Ding also doch nicht bekommen«, sagte eine Stimme neben ihm.
Charlie wandte sich um und sah Inspector Rivera, der keinen halben Meter neben ihm stand. Er hatte den Mann nicht mehr gesehen, seit sie aus der Leichenhalle gekommen waren.
»Welches Ding?«
»Ja, welches Ding?«, sagte Rivera. »Man hat sie doch nicht mit ihren Diamanten begraben, was?«
»Das wäre eine Schande«, sagte Charlie.
»Die Schwestern haben sie bekommen«, sagte Rivera. »Wissen Sie, Charlie, die meisten Leute bleiben nicht, bis der Sarg geschlossen wird.«