Entscheidung in der Sechseck-Welt [Quest for the Well of Souls - de]
- Автор: Чалкер Джек Лоуренс
- Серия: Sechseck-Welt #3
- Год: 1980
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Goldmann Verlag
- ISBN: 3-442-23348-8
- Переводчик: Tony Westermayr
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Entscheidung in der Sechseck-Welt [Quest for the Well of Souls - de]». Краткое содержание книги:
Dennoch ist Mavra noch nicht bereit, sich dem Schicksal zu ergeben …
Der Torshind überlegte.
»Es ist vielleicht etwas riskanter«, meinte er, »aber Politik ist Politik.«
Bozog, Startplatz fünf Stunden später
Die Ortega-Gruppe betrachtete das Gebäude eher erleichtert. Mehrere Tage steckte man in den Raumanzügen; alles juckte und stank. Selbst Trelig und Burodir fühlten sich nicht wohl; sie mußten sich von Zeit zu Zeit mit Wasser benetzen, und es war immer wieder dasselbe Wässer.
Sie waren auch mehr Leute; zwei große Dillianer, zwei Makiem, dazu Renard, Vistaru und der Ghiskind bildeten ein Konglomerat mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. Alle befanden sich nicht in ihrem Element.
Der Bozog blieb vor der Luftschleuse stehen.
»Die anderen sind in ihren Räumen«, sagte er warnend. »Sie haben die Raumanzüge abgelegt und hatten viel Zeit, sich vorzubereiten. Solange ich bei Ihnen bin, werden sie nichts unternehmen, davon sind wir überzeugt — das würde uns zum Eingreifen zwingen. Sobald ich aber gehe, sind Sie auf sich allein gestellt. Ich werde bleiben, so lange ich kann, damit Sie alle Möglichkeiten wahrnehmen können, aber danach müssen Sie sich selbst helfen.«
Sie verstanden vollkommen und waren dankbar für die Hinweise. Die beiden Dillianer zogen Pistolen und deckten die anderen.
Von der Yaxa-Gruppe war nichts zu sehen, als sie eintraten, durch einen hell beleuchteten Korridor gingen und ihre Räume durch eine Klappe mit Scharnieren an der Oberseite erreichten. Als sie an einer ähnlichen Klappe auf der rechten Seite vorbeigingen, bildete der Rückenkreis des Bozog einen Arm und wies lautlos darauf, bevor er sich wieder zurückbildete.
Sie begriffen. Die Gegner waren zur Stelle, in Bereitschaft, keine zwanzig Meter von ihnen entfernt.
Der Bozog unterhielt sich geraume Zeit mit ihnen, während Vistaru, Renard und die Makiem die Anzüge ablegten und ihre Waffen wählten. Renard holte seinen Taster heraus und ergriff mit der anderen Hand eine Pistole.
»Hoffentlich kann ich mir merken, in welcher Hand ich was halte«, versuchte er zu witzeln, obwohl ihm wenig danach zumute war. »Wäre schlimm, wenn ich mit dem Taster schieße und den Strom durch die Pistole jage.«
Trelig und Burodir überprüften ihre eigenen Handfeuerwaffen. Die Zentauren zogen ihre Anzüge aus, bevor der Bozog sich veranlaßt sah, sie allein zu lassen. Er verabschiedete sich heiter, quoll hinaus und verschwand.
»Am besten lassen wir sie herankommen«, sagte der Ghiskind leise. »Die beiden Dillianer neben die Tür, die Makiem in die Ecken, Agitar zu mir in der Mitte, ein wenig abseits der direkten Schußlinie von der Tür. Vistaru, können Sie hier fliegen?«
Sie versuchte es. Sie konnte es, und es war wunderbar, emporzusteigen und umherzuflitzen, obwohl ihre Flügel durch die erzwungene Untätigkeit sie schmerzten. In ihrer winzigen Hand hielt sie eine Pulsar-Pistole der Lata, und aus ihrem rot-schwarz gestreiften Stachel tropfte Gift.
»Was nun?«fragte Renard gepreßt.
»Wir warten«, flüsterte Trelig in seiner Ecke.
Die Zeit verging. Es kam nichts dabei heraus und war höchst unbehaglich; sie waren alle todmüde. Auch die Anspannung tat ihre Wirkung und führte ein Gefühl lähmender Lethargie herbei. Renard hatte sich hingesetzt und schüttelte den Kopf. Vistaru entspannte sich.
»Warum kommen sie nicht einfach, damit die Sache ein Ende hat?«knurrte Renard. »Ich dachte, sie würden sofort angreifen, als der Bozog ging.«
»Wir haben raffinierte Leute gegen uns«, sagte Trelig. »Ich bin sicher, daß das ihr erster Plan war, aber inzwischen wird ihnen gewiß etwas Diabolischeres eingefallen sein. Das Warten gehört mit Sicherheit dazu — wir sollen in unserer Wachsamkeit nachlassen.«
»Es wirkt auch«, murrte seine Frau in der anderen Ecke. »Mir fallen die Augen zu.«
»Wenn es um Raffinesse geht, sollen Sie doch absolute Spitze sein«, sagte Renard mit schiefem Grinsen und sah Trelig über die Schulter an.
»Hören Sie auf damit!«befahl der Ghiskind. »Wenn wir uns untereinander streiten, ist das unser sicherer Untergang. Warum ihnen die Arbeit abnehmen?«
»Nur ruhig«, sagte Faal. »Wir sind in der Überzahl, vergeßt das nicht. Tschang und ihr Begleiter sind keine Gefahr, sie werden nicht einmal beteiligt sein. Damit stehen nur drei von ihnen gegen sieben von uns.«
Renard sprang plötzlich auf.
»Was ist?«fragten die anderen erschrocken.
Er schaute sich um, einen verwirrten Ausdruck in seinem blauen Teufelsgesicht.
»Ich weiß nicht recht«, sagte er. »Irgend etwas stimmt nicht. Ihr wißt, wie ich auf Elektrisches reagiere. Ich könnte schwören, daß das Licht ganz kurz geflackert hat und heller geworden ist.«
Sie waren alle plötzlich hellwach und angespannt.
Im grellen Licht hatte niemand bemerkt, daß ein seltsamer Umriß, nahezu zur Unsichtbarkeit verblaßt, unter einer Trennwand, die zwei, drei Zentimeter über dem Boden aufhörte, hereingeflossen war und an der Bodenleiste zur Tür glitt, bis sie Makorix, den großen männlichen Zentaur, erreichte, der die Pistole im Anschlag hatte.
Das Wesen floß in den Dillianer hinein, stürzte sich auf Nervenzentren und lähmte die Bewegungsfähigkeit. Das Dillianer-Gehirn war mit dem menschlichen verwandt, und das zentrale Nervensystem der Geschöpfe war ein guter Kompromiß zwischen Mensch und Pferd. Der Torshind hatte, während er Mavra und Joshi nach Yugash brachte, die Bewegungen der Pferdewesen studiert; abgesehen von der Größe war Yulins Dasheen-Gehirn dem dillianischen sehr ähnlich. Der Torshind hatte keine Schwierigkeiten, die maßgeblichen Punkte zu finden.
Langsam bewegte sich die Hand mit der Pistole. Ein Daumen schob den kleinen Steuerhebel hinauf. Die Energiedichte würde stark vermindert sein, aber noch immer lähmen; der Strahl würde außerdem viel breiter streuen.
Der Lauf bewegte sich unmerklich von der Tür fort zur linken Seite des Raumes, wo Renard, Vistaru und Burodir saßen und warteten.
Plötzlich bemerkte Vistaru, wohin er zielte.
»Vorsicht!«kreischte sie und schoß in die Höhe.
Renards Reflexe waren unglaublich schnell; er sprang mit seinen kraftvollen Beinen ab und schnellte hoch, als Makorix' Pistole feuerte.
Der Strahl streute durch das Zimmer und traf den Ghiskind und Burodir voll. Auf den Yugash hatte er keine Wirkung, aber der weibliche Riesenfrosch krächzte und fiel um.
Plötzlich explodierte die Tür, als eine riesige, orangerote Form hindurchbarst, gefolgt von einer gedrungenen, menschenähnlichen Gestalt, die wild um sich schoß.
Vistaru war im Nu bei Makorix und hieb ihm die Pistole aus der Hand. Der Dillianer griff fauchend nach ihr, und sie stach im selben Augenblick zu.
Der Zentaur schrie auf und brach zusammen.
Faal, die kaum begriff, was vorging, richtete die Pistole auf das orangefarbene Wesen und wurde von Yulin niedergeschossen.
Renard hatte seinen Taster verloren und war, um dem ersten Schuß zu entgehen, fast senkrecht an der Wand hinaufgelaufen; mit seiner vollen Ladung fuhr er herum und schnellte auf das orangefarbene Wesen zu, aber die Yaxa sah ihn und spie eine dicke, braune Flüssigkeit aus, die ihn mitten im Sprung traf. Sie brannte wie Feuer, wo sie auftraf, und er stürzte hilflos zu Boden.
Der Torshind verließ den bewußtlosen Körper des Zentauren und war auf dem Weg zum Ghiskind, als Trelig das Feuer eröffnete. Er glich einem Wahnsinnigen und vollführte Sprünge bis zu zehn Metern. Auf jeder Fläche, wo er landete — sogar an den Wänden und an der Decke —, feuerte er. Plötzlich fiel er direkt auf die Yaxa hinab.