Entscheidung in der Sechseck-Welt [Quest for the Well of Souls - de]
- Автор: Чалкер Джек Лоуренс
- Серия: Sechseck-Welt #3
- Год: 1980
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Goldmann Verlag
- ISBN: 3-442-23348-8
- Переводчик: Tony Westermayr
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Entscheidung in der Sechseck-Welt [Quest for the Well of Souls - de]». Краткое содержание книги:
Dennoch ist Mavra noch nicht bereit, sich dem Schicksal zu ergeben …
Sie hatte es dank Obie beinahe geschafft. Obie hatte ihr die vollständigen Pläne und Spezifikationen für Neu-Pompeii gegeben, bis hinab zur letzten Schraube. Dadurch war es ihr möglich gewesen, Treligs schier unüberwindliche Abwehrsysteme zu umgehen, Nikki Zinder herauszuholen, das Schiff zu stehlen und an den Roboterstationen vorbeizugelangen. Aber bis dahin war es zu spät gewesen — sie waren trotzdem alle abgestürzt, nachdem sie zusammen mit Neu-Pompeii in eine Umlaufbahn um die Sechseck-Welt geraten waren.
Und seit dieser Zeit war das ganze Wissen in ihr blockiert gewesen. Es stand jetzt zur Verfügung — mehr, als sie erfassen konnte. Sie begriff plötzlich Obies Dilemma mit der Sechseck-Welt — zuviel an Eingaben. Der Computer stand in Verbindung mit dem gigantischen Schacht-Computer, konnte das Wissen aber nicht aufnehmen. Sie konzentrierte sich, stellte fest, daß sie, wenn sie etwas Bestimmtes brauchte, Zugriff hatte — aber nur, wenn sie die richtige Frage zu stellen vermochte.
Die anderen beachteten sie nicht.
»Es ist also wichtig, daß die endgültige Auseinandersetzung am Startplatz stattfindet«, sagte Wooly gerade. »Wir werden nur wenig Zeit für die Vorbereitung haben, müssen also besonders vorsichtig sein. Vergessen Sie aber nicht, daß wir uns in einem Hoch-tech-Hex befinden und hier alles funktioniert.«
»Aber was ist mit den Bozog?«fragte Yulin nachdenklich. »Werden sie uns nicht hindern, etwas zu unternehmen?«
»Nein«, entgegnete der Torshind. »Sie sind Opportunisten. Sie können das Schiff nicht steuern, aber sie wollen einen Vertreter mitschicken, wenn es startet. Es ist ihnen gleichgültig, wer — oder was — der Pilot ist. Überdies sind sie alles andere als dumm. Sie wissen, daß diese Spannung existiert und sie ein Ventil finden muß. Ich möchte meinen, daß sie sich nicht einmischen, solange wenigstens ein Pilot überlebt.«
»Wenn wir das nur genau wüßten«, sagte Wooly. »Wir werden uns aber so verhalten, als träfe es zu, weil wir keine andere Wahl haben. Denken Sie daran, es bleiben uns am Startplatz nur wenige Stunden, bevor sie ankommen.«Ihre Stimme wurde noch eisiger. »Auf keinen Fall darf Antor Trelig am Leben bleiben«, sagte sie abschließend.
Der Startplatz war beeindruckend. Die Bozog hatten Jahre für die Vorbereitung Zeit gehabt und sie genutzt. Riesige Gebäude erhoben sich in einer flachen, trostlosen Landschaft, und eine massive Version des Schienensystems, auf dem die Südbewohner fuhren, reichte von einem großen Bauwerk ungefähr einen Kilometer weit bis zum Startplatz selbst. Dort standen gigantische Kräne, um das Raumschiff auf die Plattform zu heben. Das Ganze war eine ungeheuerliche schwarze Metallstruktur, die in den Himmel hinaufgriff, mit einer Neigung nach Nordwesten.
»Ich weiß nicht, ob mir dieser Winkel gefällt«, sagte Yulin vom Zug aus. »Wir werden vollen Schub haben müssen, bevor wir starten, was selbst ohne die anderen Probleme eine enorme Gefahr darstellt.«
»Sie müssen in der ersten Flugminute dreiundsechzig Kilometer zurücklegen«, erwiderte ihr Bozog-Gastgeber. »Nach Informationen, die wir von Ihnen und anderen erhalten haben, errechnen wir, daß Ihnen neun Sekunden übrigbleiben. Der kleine Winkel dient dazu, Ihnen das Maximum an Hoch-tech-Flug zu verschaffen. Ein völlig senkrechter Start ist wegen der Konstruktion des Schiffes ohnehin nicht möglich, und Sie würden das Risiko eines Torkelns in großer Höhe eingehen, das Sie für Augenblicke über die Grenze führen könnte. Jede Schubunterbrechung während der Startperiode wird zu ungenügender Geschwindigkeit führen, um dem Einfluß der Sechseck-Welt zu entkommen, bevor die normale Rotation Sie über das halb-technische Esewod oder das nicht-technische Slublika führt. Gerade Sie werden wissen, was das bedeutet.«
Yulin nickte. Er und Trelig waren maskiert von Neu-Pompeii geflohen, um von Treligs früheren Wachen und Sklaven nicht ermordet zu werden, die, als sie sich in einem fremden Weltraumsektor sahen, wußten, daß sie tote Leute waren, weil man sie ihrer täglichen Schwammration beraubt hatte. Trelig und Yulin hatten denselben Fehler begangen wie einen Tag vorher Mavra Tschang — sie waren zu niedrig über die Sechseck-Welt hinweggeflogen, so daß die technologischen Begrenzungen der Hexagons unter ihnen auf sie eingewirkt hatten und sie abgestürzt waren.
Aber Tschangs Raumschiff war über dem Süden auseinandergefallen; Versuche, die Kapseln, vor allem den Antrieb, zu bergen, hatten zu den Kriegen geführt, und diese waren mit der Zerstörung des Antriebs in einem Vulkankrater von Gedemondas zu Ende gegangen.
Yulins Raumschiff dagegen war nicht für das Auseinanderfallen konstruiert, sondern ein kleineres Nutzfahrzeug, vorwiegend für Flüge innerhalb von Sonnensystemen gedacht. Es konnte auch in der Atmosphäre fliegen und besaß einziehbare Flügel. Er und Trelig hatten damit im nicht-technischen Uchjin eine Notlandung gemacht.
»Sind Sie ganz sicher, was die Zahlen betrifft?«fragte Yulin. Wer auch immer in dem Schiff saß, würde eine Chance haben, und nur eine.
»Gewiß«, antwortete der Bozog. »Wir haben unabhängige Nachrichtenkanäle. Wir wissen über das Raumschiff soviel wie der Konstrukteur. Nur der Mangel von zwei wichtigen Mineralien auf der ganzen Sechseck-Welt hat uns daran gehindert, selbst einen Antrieb und eigene Raumschiffe zu bauen.«
»Seltsam«, sagte Mavra. »Ob das Absicht gewesen sein kann?«
»Vermutlich. Es spielt keine Rolle«, erklärte der Bozog. »Die Tatsache ist die, daß nichts auf der Sechseck-Welt einen Antrieb mit soviel Schub versehen kann, daß ein Verlassen der Welt möglich wäre. Man könnte sagen, wir wissen, wie man ihn bauen müßte, aber wir sind einfach nicht dazu imstande.«
Sie wurden zu einem großen, würfelförmigen Gebäude gebracht, das über eine Luftschleuse verfügte. Im Inneren enthielt es eine Reihe von behaglichen Räumen mit Schränken, regulierbarer Beleuchtung und einer Sprechverbindung zum Startkomplex der Bozog sowie das Büro des Projektleiters.
Außerdem herrschte eine Atmosphäre wie im Süden, mit einer Temperatur von zwanzig Grad Celsius, für alle Beteiligten erträglich.
Auf den Bozog schien die Atmosphäre keine Wirkung zu haben.
»Wir sind auf diesem Gebiet alle sehr vielseitig«, erklärte er. »Im allgemeinen können wir das Vorhandensein gewisser tödlicher Gase nicht ertragen, aber in Ihrer Atmosphäre sind sie nicht enthalten. Sie werden mir verzeihen, wenn ich mich nicht darüber auslasse, welche Gase und anderen Stoffe uns nicht genehm sind.«
Sie begriffen. Warum einem möglichen Gegner die tödliche Waffe in die Hand geben?
»Wie atmen Sie dann?«fragte Joshi fasziniert.
»Wir atmen nicht, jedenfalls nicht in dem Sinn, wie Sie das verstehen«, erwiderte das Wesen. »Die Gase, die wir benötigen, nehmen wir mit der Nahrung auf. In dem Gestein, das wir konsumieren, ist ebensoviel Gas enthalten wie in allem anderen. Wir brauchen einfach nicht ständig zu atmen.«
Als sie kurz danach allein gelassen wurden, waren sie froh, ihre Anzüge ablegen zu können. Der Torshind, der keine solchen Probleme hatte, verließ seinen Kristallkrebs und suchte schnell alles ab.
»Keine Schlösser«, meldete er. »Natürlich überall Wanzen, aber ich finde nichts Bedrohliches. Meiner Meinung nach können wir unsere Gegner, wenn die Bozog neutral bleiben und sie nicht warnen, kurz nach dem Eintritt in die Luftschleuse überraschen.«
Der Yugash hatte seine Kristalltentakel dazu benützt, einen Grundriß auf den Boden zu zeichnen, und Wooly betrachtete diesen kritisch.
»Ich bin anderer Meinung«, sagte sie. »Die Gefahr, einen Bozog zu treffen, ist zu groß, und das können wir uns nicht leisten. Nein, die zweite Kammer gegenüber ist offenbar für sie bestimmt. Ich bin dafür, daß wir sie hereinlassen und warten, bis die Bozog sich zurückgezogen haben, dann schlagen wir sofort zu, bevor sie noch Gelegenheit hatten, die Anzüge auszuziehen.«