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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
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«Vorsicht!«, sagte ich unwillkürlich.»Passen Sie auf, was Sie da tun!« Er lachte wie ein ungezogenes Kind, triumphierend und verzückt.»Und was ist mit dir, Louise? Was sagst du dazu?« Sie wirkte immer noch gelangweilt. Sie starrten einander direkt an, während das Geld vor sich hin loderte.

Die ganze Sache hatte mit mir nicht das Geringste zu tun; vielleicht war deshalb ich diejenige, die die Beherrschung verlor.

Jedenfalls schlug ich ihm das Bargeld aus der Hand.

Eine rasche Bewegung, und sämtliche hundert Scheine entglitten seinem Griff und flogen in alle Richtungen — auf den Fußboden, den Tisch, überallhin. Der ganze Raum war erleuchtet von lodernden Banknoten.

Er jagte ihnen wie besessen hinterher — man hätte nicht gedacht, dass ein so fetter Mensch sich so schnell bewegen konnte.

Der Schein, der meinem Strumpf eine Laufmasche verpasste, war schließlich verräterisch. Ein Funke verbrannte das Nylon, und als ich es spürte, sah ich hinunter, griff nach dem verkohlten Schein und hielt ihn ans Licht. Wir alle entdeckten den Fehler darin gleichzeitig. Die Druckerschwärze war verlaufen, und mittendurch zog sich, wie die Maserung in einer Marmorplatte, ein breiter Streifen.

Es blieb lange still, dann kam das erste Geräusch nicht von uns, sondern von der Lieferantentür her. Sie ging auf, und der neue Kellner — der jetzt, wo er seinen Rock gegen einen mit Polizeiabzeichen ausgetauscht hatte, ziemlich anders aussah — kam durch den Raum zu uns her, gefolgt von Inspector Cumberland.

Sie traten auf Adelbert zu, und der jüngere, schwergewichtigere Mann legte ihm eine Hand auf die Schulter. Cumberland beachtete außer dem Geld gar nichts. Er trat die schwelenden Flammen aus und sammelte die Überreste sowie die vier intakten Geldbündel auf dem Tisch ein. Dann lächelte er knapp.

«Jetzt haben wir dich, Adelbert. Mit dem Geld. Wir haben uns schon gefragt, wer hier wohl Blüten in Umlauf bringt, und als uns zu Ohren kam, dass jemand Bargeld verbrennt, dachten wir uns, das schauen wir uns mal an.« Ich verstand immer noch nicht ganz und hielt ihm den Schein hin, auf den wir alle wie gebannt gestarrt hatten.

«Mit dem da stimmt was nicht«, sagte ich etwas stupide.

Er nahm ihn mir ab und brummte unwillig.

«Mit denen allen stimmt was nicht, meine Liebe. Miss Frosnés Geld liegt wohlbehalten in seiner Tasche, da, wo Sie es ihn hinstecken sahen. Das hier sind ein paar fehlerhafte Exemplare der Fälscherbande. Jeder, der Falschgeld herstellt, hat solche — in der Regel verlassen sie den Druckraum gar nicht. Das Ding hier ist ein besonderer Schocker. Dass er den riskiert hat, und sei es nur zum Verbrennen, wundert mich. Wolltest ihn nicht vergeuden, was, Adelbert? Bist ja ein ganz sparsames Bürschchen.« «Wie haben Sie es herausgefunden?«, Louise wandte den Blick von ihnen ab und musterte mich.

Cumberland kam mir zu Hilfe.

«Auch ein Polizist, Madam«, sagte er lachend,»kann Psychologe sein.«

Eine schöne Bleibe

von NEDRA TYRE

Nedra Tyre (1912-90), gebürtig in Georgia, verfasste zwischen 1952 und 1971 ein halbes Dutzend Kriminalromane sowie etwa vierzig Kurzgeschichten für Ellery Queen’s Mystery Magazine und andere Publikationen. Obwohl sie schon zu Lebzeiten für ihre in den Südstaaten angesiedelten Kleinstadtszenarien von der Kritik gelobt wurde, wird sie — unter anderem wegen ihres schmalen Œuvres — in den einschlägigen Quellen größtenteils übergangen. Ihr erster und bekanntester Roman Mouse in Eternity (1952), der in Atlanta spielt, wurde inspiriert von ihrer persönlichen Erfahrung als Sozialarbeiterin und nahm den späteren Trend zum Regionalismus im amerikanischen Kriminalroman vorweg.

Tyre lebte damals in Richmond, Virginia, als sie in Contemporary Authors (Band 104, 1982) verriet:»Ich habe in Büros gearbeitet, war Sozialarbeiterin, Bibliotheksgehilfin, Verkäuferin in einer Buchabteilung, Texterin in einer Werbeagentur und habe Soziologie gelehrt. Alles habe ich gemacht und, wie mir scheint, nie auch nur den Mindestlohn verdient. Das Leben ist echt und das Leben ist ernst, vor allem aber ist es lächerlich.

Heute bin ich Redakteurin bei einer Organisation, die den Ärmsten unter den Kindern in fünfundzwanzig Ländern finanzielle Unterstützung gewährt.

Seit vier Jahren bin ich nun vollständig taub. Ich finde es ungeheuer interessant, taub zu sein, obwohl es beim gesellschaftlichen Umgang störend ist. Politisch bin ich das, was man vielleicht liberal nennen könnte, in religiöser Hinsicht eine etwas verwässerte Protestantin. Fast alles ist für mich verwirrend, und alles erstaunt mich.« Tyres Erfahrung als Sozialarbeiterin sowie ihre oben ausgeführte Weltanschauung prägen die Erzählung» Eine schöne Bleibe «mit ihrem tiefen Verständnis für die Psychologie der Armut.

Mein Leben lang habe ich eine schöne Bleibe gewollt. Ich meine nichts Großartiges, bloß ein Zimmerchen mit frisch gestrichenen Wänden und ein paar ordentlichen Möbelstücken und einem Fenster mit Sonneneinfall, damit ein paar Topfpflanzen gedeihen können. Davon habe ich immer geträumt. Ich sehnte mich nicht nach Liebe oder Geld oder schönen Kleidern, obwohl ich ein recht hübsches Mädchen war und hübsche Kleider mich noch hübscher gemacht hätten — aber ich will ja nicht angeben.

Die Verantwortung wurde auf meine Schultern geladen, als ich fünfzehn war. Das war, als Mama krank wurde und ich mich um den Haushalt und die Versorgung von Papa und meinen beiden älteren Brüdern — und natürlich Mamas Pflege — kümmern musste. Bald darauf verlor Papa die Farm, und wir zogen in die Stadt. Ich denke nicht gern an das Haus, in dem wir neben den C & R Eisenbahnschienen wohnten, obwohl wir wahrscheinlich noch von Glück sagen konnten, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben — es war die schlimmste Zeit während der großen Wirtschaftskrise, und viele Leute hatten gar kein Dach über sich, nicht einmal ein undichtes, von dem es plitsch-platsch machte. Bei starkem Regen konnten wir gar nicht genügend Töpfe und Pfannen und Gemüseschüsseln aufstellen, um das ganze Wasser aufzufangen.

Mama war diejenige, die krank war, doch Papa starb zuerst — ihm bekam das Stadtleben nicht. Inzwischen hatten meine Brüder geheiratet, und Mama und ich zogen in die beiden hinteren Zimmer, die auf eine enge Gasse und die Mülltonnen und Abfallhaufen des ganzen Hauses hinausgingen. Meine Brüder sprangen ein und gaben mir jeden Monat genug Geld für die notwendigsten Ausgaben für Mama und mich, obwohl ihre Ehefrauen stänkerten und sich beschwerten.

Ich bemühte mich, es Mama schön bequem zu machen.

Ich las ihr jeden Wunsch und jede Laune von den Augen ab. Ich liebte sie.

Doch hatte ich auch noch einen anderen Grund, sie so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Ich wusste, solange sie atmete, hatte ich eine Bleibe. Ich hatte fürchterliche Angst davor, was mit mir passieren würde, wenn Mama starb. Ich hatte keinen Schulabschluss und keine offizielle Arbeitserfahrung und wusste, dass mich meine Schwägerinnen nicht aufnehmen oder auch nur erlauben würden, dass meine Brüder mich unterstützten, wenn Mama nicht mehr war.

Dann tat Mama ihren letzten Atemzug, mit einem Lächeln des Dankes auf dem Gesicht für das, was ich getan hatte.

Natürlich sprachen Norine und Thelma, die Ehefrauen meiner Brüder, sofort ein Machtwort, und von da an war ich auf mich gestellt. Und so machte sich in mir die bange Sorge breit, wo ich nun Obdach finden könnte, und wich nie mehr von mir.

Etwas Aufschub bekam ich, als Mr.

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