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Congo. Romanvorlage zum Film.

Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:

In der Datenzentrale der Earth Resources Technology Services (E.R.T.S.) in Houston, Texas, wartet Dr. Karen Ross auf die routinemäßige Telekommunikation mit einem Team aus dem menschenleeren Nordosten Zaires, das dort nach speziellen, industriell noch nicht herstellbaren Diamanten sucht. Doch die Kongo-Expedition meldet sich nicht. Über Satellit bietet sich Karen Ross ein entsetzliches Bild: brennende Zelte, Leichen - und ein unheimliches schwarzes Wesen, das die Kamera zerschmettert. Dann reißt die Verbindung ab. Die nächste Expedition leitet Karen Ross selbst und macht bald eine aufsehenerregende Entdeckung: graue Gorillas, die offenbar über eine hochentwickelte Intelligenz verfügen!
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
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Mit einem solchen hatte Karen Ross es jetzt zu tun. Um die Störung zu durchbrechen, mußte sie sich mit Houston koordinieren, und genau das konnte sie nicht. Doch hatte man bei der ERTS verschiedene Möglichkeiten gegen solche Störungen entwickelt. Die spielte sie jetzt eine nach der anderen durch, und schließlich gelang es ihr, die Störung mittels einer »Intervallverschlüsselung« genannten Technik zu durchbrechen. Sie machte sich zunutze, daß es auch bei Musik, bei der die Töne dicht aufeinanderfolgen, stille Zwischenräume gibt, die nur tausendstel Sekunden dauern. Man konnte die Störsignale aufzeichnen, Regelmäßigkeiten in der Abfolge dieser stummen Intervalle feststellen und während der »Stillphasen« stoßweise senden. Karen Ross sah jetzt mit Befriedigung ein mehrfarbiges Bild auf dem kleinen Bildschirm - eine Karte der Gegend des Kongo, in der sie sich gerade befanden. Sie gab die Lagearretierung ein, woraufhin auf dem Bildschirm eine Leuchtanzeige aufflackerte. Der Text wurde in »Kurzzeilen« durchgegeben, einer speziell für kleine Bildschirme entwickelten, verkürzenden Schreibweise. UEBRPRUEPN ORTSZT:    BITE BESTAETGN 18.04 H 6/17/79. Sie bestätigte, daß es nach Ortszeit kurz nach achtzehn Uhr war. Sogleich bildeten sich kreuzende Linien ein verschlüsseltes Muster, während die Ortszeit und die geographische Lage ihres Standorts mit einem vor dem Aufbrach der Expedition vom Computer aufgezeichneten simulierten Programm verglichen wurden.

Karen Ross war auf unangenehme Nachrichten gefaßt. Überschlägig gerechnet lagen sie inzwischen etwa siebzig Stunden hinter ihrer ursprünglichen Zeitplanung und etwas mehr als zwanzig hinter dem Konsortium zurück.

Ihre Planung hatte vorgesehen, daß sie am 17. Juni um vierzehn Uhr am Muhavura abspringen und etwa sechsunddreißig Stunden später, also am 19. gegen Mittag, in Zinj ankommen sollten. Damit wären sie fast zwei Tage vor den Konkurrenten am Ziel gewesen.

Der Raketenangriff hatte sie gezwungen, gut hundertzwanzig Kilometer südlich von der vorgesehenen Stelle abzuspringen. Der vor ihnen liegende Dschungel war vielgestaltig, und selbst wenn sie davon ausgingen, durch das Befahren von Flüssen Zeit gutzumachen, würden sie für die zu bewältigenden hundertzwanzig Kilometer doch mindestens drei Tage brauchen. Das hieß: Sie durften nicht mehr damit rechnen, ihr Ziel vor dem Konsortium zu erreichen. Sie würden von Glück sagen können, wenn sie, statt mit einem Vorsprung von achtundvierzig Stunden, nur vierundzwanzig Stunden zu spät ankamen. Zu ihrer Überraschung leuchtete auf dem Bildschirm auf: TJEBB-PRUEFN OETSZT: - 09.04 H HUT AB! Sie hatten gegenüber der simulierten Zeitprojektion nur neun Stunden verloren! »Was heißt das?« fragte Munro mit einem Blick auf den Bildschirm.

Es gab nur eine mögliche Erklärung. »Dem Konsortium muß irgend etwas in die Quere -gekommen sein«, sagte Karen Ross. Auf dem Bildschirm lasen sie nun:

EURO/JAP LEUT AERGR FLUGHFN GOMA/ZAIR MASCHIÜT SOL RADIOAKTV SEIN: PECH GHABT.

»Travis hat offenbar in Houston ein paar Beziehungen spielen lassen«, sagte'Karen Ross. Sie konnte sich vorstellen, was es die ERTS gekostet haben mußte, diesen Zwischenfall auf dem kleinen Feldflugplatz von Goma zu arrangieren. »Das bedeutet, daß wir es noch immer schaffen können, falls wir die neun Stunden herausschinden.« »Das kriegen wir hin«, sagte Munro.

Im Schein der hier, in der Nähe des Äquators, rasch untergehenden Sonne leuchtete das Lager Moruti wie eine Handvoll glitzernder Juwelen - eine silberne Parabolantenne, die fünf Silberkuppeln der Zelte, alles spiegelte sich in den Strahlen der sinkenden Sonne. Peter Elliot saß mit Amy auf der Kuppe des Hügels und betrachtete versonnen die sich vor ihm erstreckende Weite des Regenwalds.

Als die Nacht hereinbrach, sah man erste verschwommene Dunstfäden, und während mit zunehmender Dunkelheit in der sich abkühlenden Luft immer mehr Wasserdampf kondensierte, lag der Wald bald in dichtem, immer undurchdringlicherem Nebel.

6. Tag

Liko

18. Juni 1979

1. Regenwald

Am Morgen des folgenden Tages drangen sie in den feuchten Regenwald am Kongo ein, der in einer immerwährenden Düsternis liegt.

Munro bemerkte, daß ihn wieder das von früher bekannte Gefühl der Bedrücktheit und des Eingeschlossenseins beschlich, verbunden mit einer seltsamen, übermächtigen Mattigkeit. Als Söldner am Kongo in den sechziger Jahren hatte er den Dschungel gemieden, wo immer das möglich war. Die    Mehrzahl    der    militärischen Auseinandersetzungen hatte in freiem Gelände stattgefunden - in den Kolonialstädten der Belgier, an Flußufern, an den unbefestigten Straßen, die sich wie ein rotes Band durchs Land zogen. Niemand wollte im Dschungel kämpfen. Den Söldnern war er verhaßt, und die abergläubischen Simba hatten Angst vor ihm. Beim Vorrücken der Söldner flohen die Aufständischen oft in den Dschungel, aber nie sehr weit, und Munros Soldaten folgten ihnen nicht dorthin, sondern warteten einfach, bis sie wieder herauskamen. Auch in den sechziger Jahren blieb der Dschungel unbekanntes Land, ein Reich, in das die Mittel der modernen hochtechnisierten Kriegführung nicht recht einzudringen vermochten. Und das hatte seinen guten Grund, dachte Munro. Der Mensch gehörte einfach nicht hierher. Munro freute sich absolut nicht, wieder im Dschungel zu sein.

Elliot, der noch nie im Regenwald gewesen war, war fasziniert. Der Dschungel war anders, als er ihn sich vorgestellt hatte. Er war nicht darauf gefaßt, daß alles so riesig war - die gigantischen Bäume, die hoch über ihm himmelwärts strebten, mit Stämmen groß wie Häuser und dicken, moosbedeckten Wurzeln, die sich am Boden wanden.

In dem weiten Raum unter den Bäumen kam man sich vor wie im Dämmerlicht einer Kathedrale: Die Sonne war völlig ausgesperrt, und am Belichtungsmesser seines Fotoapparats konnte er keinen Zeigerausschlag beobachten.

Auch hatte er sich den Dschungel weit dichter vorgestellt, als er sich nun zeigte. Sie konnten frei und unbehindert hindurchziehen. Dieser Wald schien auf eine überraschende Weise öde und still zu sein - zwar hörte man gelegentlich einen Vogelruf und kreischende Affen, aber sonst lag über allem tiefe Stille. Außerdem war alles seltsam monoton: Obwohl er im Blattwerk und in den Schlingpflanzen jede Schattierung von Grün bemerken konnte, gab es nur wenige Blumen oder Blüten. Sogar die hier und da wachsenden Orchideen sahen blaß und gedämpft aus. Er hatte erwartet, überall Fäulnis und Moder vorzufinden, aber auch das stimmte nicht. Der Boden unter den Füßen fühlte sich oft fest an, und die Luft hatte einen neutralen Geruch. Doch war es unglaublich heiß und feucht, und alles schien naß zu sein - die Blätter, Baumstämme, der Erdboden und sogar die bedrückend regungslose Luft, die unter den Bäumen gleichsam gefangen war.

Elliot hätte sicherlich Stanleys Beschreibung aus dem vergangenen Jahrhundert zugestimmt: »Zu unseren Häupten versperrten die weit ausladenden Zweige allem Tageslicht den Zutritt ... Wir zogen in schwachem Dämmerlicht dahin ... ohne Unterlaß fiel mit klatschendem Geräusch Tau auf uns hernieder ... Unsere Kleidung war damit getränkt... Aus allen Poren drang Schweiß, denn die Luft war erdrückend ... Wie abweisend stellte das dunkle Unbekannte sich uns entgegen!«

Da Elliot sich auf seine erste Begegnung mit dem äquatorialen Urwald gefreut hatte, war er überrascht, wie schnell er sich bedrückt fühlte - und wie schnell er ihn wieder verlassen wollte. Dabei waren in den tropischen Regen wäldern die meisten neuen Lebensformen entstanden, der Mensch eingeschlossen. Der Dschungel ist kein gleichförmiges Biotop. Er besteht vielmehr aus vielen unterschiedlichen Kleinstumgebungen, die wie eine Schichttorte übereinander angeordnet sind. Jede enthält einen bestürzenden Reichtum an tierischem und pflanzlichem Leben, aber alle Arten sind jeweils mit nur wenigen Exemplaren vertreten. Im tropischen Dschungel gab es viermal so viele Tierarten wie in einem vergleichbaren Wald in der gemäßigten Klimazone. Während er durch den Urwald schritt, merkte Elliot, daß er ihm wie ein riesiger, warmer, dunkler Mutterleib erschien; ein Ort, an dem unter immer gleichbleibenden Bedingungen neue Arten gediehen, bis sie in der Lage waren, dem Leben in den härteren und veränderlicheren gemäßigten Zonen zu trotzen. So war es Jahrmillionen hindurch gewesen.

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