Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
»Vielleicht gibt es eine höhere Wahrheit als die, einfach am Leben zu bleiben«, sagte Karen Ross. »Bestimmt nicht«, sagte Munro.
Sie sahen noch einige weitere Kigani-Trupps, gewöhnlich aus einer Entfernung von vielen Kilometern. Am Ende des Tages, nachdem sie die schwankende Holzbrücke über die Moruti-Schlucht überquert hatten, verkündete Munro, sie seien jetzt aus dem Kigani-Gebiet heraus und zumindest vorläufig in Sicherheit.
3. Im Lager Moruti
In einer hoch gelegenen Lichtung oberhalb von Moruti, dem »Ort sanfter Winde«, rief Munro Anweisungen auf swahili, und Kahe-gas Träger begannen, ihre Lasten auszupacken. Karen Ross sah auf die Uhr. »Machen wir Schluß?« »Ja«, sagte Munro.
»Aber es ist erst fünf Uhr. Wir haben noch zwei Stunden Tageslicht.«
»Wir schlagen das Lager hier auf«, sagte Munro. Moruti lag in fünfhundert Meter Höhe. Noch zwei Stunden, und sie hätten den weiter unterhalb liegenden Regenwald erreicht. »Hier ist es kühler und angenehmer.«
Karen Ross sagte, sie mache sich nichts aus Annehmlichkeiten. »Warten Sie nur ab«, sagte Munro.
Um möglichst schnell vorwärts zu kommen, wollte Munro die Expedition, wo immer das möglich war, aus dem Regenwald heraushalten. Man konnte sich nur langsam und mühsam durch den Dschungel arbeiten, und sie würden mehr als genug Erfahrungen mit Schlamm, Zecken und den verschiedensten Spielarten von Fieber machen. Kahega rief ihm auf Swahili etwas zu. Munro wandte sich an Karen Ross und sagte: »Kahega möchte wissen, wie man diese Zelte aufstellt.«
Kahega hielt eine faltige silberfarbene Gewebekugel in der ausgestreckten Hand. Die anderen Träger waren ebenso verwirrt und suchten in ihren Lasten nach den vertrauten Zeltpfosten oder Stäben, ohne jedoch dergleichen zu finden. Die ERTS hatte sich 1977 ihre Ausrüstung für Expeditionslager von einer Arbeitsgruppe der NASA entwickeln lassen. Dabei war man von der Erkenntnis ausgegangen, daß sich die Ausrüstung von Expeditionen in die Wildnis seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr grundlegend geändert hatte. »Entwicklungen für neuzeitliche Forschungsunternehmen sind überfällig«, hatte die ERTS gesagt und Verbesserungen gefordert, die vor allem das Gewicht, die Bequemlichkeit und die Leistungsfähigkeit der Ausrüstung für Expeditionen betrafen. Die NASA hatte alles umkonstruiert, von Bekleidung und Stiefeln bis hin zu Zelten und Kochgeräten, Nahrungsmitteln, Speiseplänen, ErsteHilfe-Päckchen und Nachrichtensystemen für Expeditionen der ERTS in unerforschte Gebiete.
Die neuen Zelte waren kennzeichnend für die Art, wie die NASA an solche Aufgaben heranging. Man war zu dem Ergebnis gekommen, daß bei herkömmlichen Zelten der größte Teil des Gewichts auf stützende Elemente entfiel. Außerdem waren Einschichtzelte schlecht isoliert. Also konnte, wer Zelte ordentlich isolierte, das Gewicht von Kleidung und Schlafsäcken vermindern und damit auch den täglichen Kalorienbedarf der Expeditionsteilnehmer. Da Luft ein ausgezeichnetes Isoliermittel ist, bestand die naheliegende Lösung in einem aufblasbaren Zelt ohne stützende Teile: Die NASA entwickelte eines, das ganze 170 Gramm wog. Mit einer leise pfeifenden Fußpumpe blies Karen Ross das erste Zelt auf. Es bestand aus zweilagigem, silberbeschichtetem Mylar und sah aus wie eine leuchtende verrippte Nissenhütte. Die Träger klatschten vor Vergnügen in die Hände, Munro schüttelte belustigt den Kopf und Kahega holte einen kleinen silberglänzenden Kasten von der Größe eines Schuhkartons hervor. »Und das? Was ist das?«
»Das brauchen wir heute nacht nicht. Das ist eine Klimaanlage«, sagte Karen Ross.
»Keinen Schritt im Busch ohne Klimaanlage«, sagte Munro. Karen Ross warf ihm einen finsteren Blick zu. »Untersuchungen haben erwiesen«, sagte sie, »daß der Faktor, der die Arbeitsleistung am meisten zu beeinträchtigen vermag, die Temperatur der Umgebung ist. An zweiter Stelle folgt Schlafmangel.« »Was Sie nicht sagen.«
Munro sah lachend zu Elliot hinüber, aber der war in den Anblick des Regenwalds im Schein der Abendsonne vertieft. Amy zupfte Elliot sacht am Ärmel.
Frau und Nasen-Haar-Mann streiten, gab sie ihm zu verstehen. Sie hatte Munro von Anfang an gemocht, und er erwiderte ihre Zuneigung. Statt ihr den Kopf zu tätscheln und sie überhaupt wie ein Kind zu behandeln, was die meisten Menschen taten, behandelte Munro sie instinktiv als weibliches Wesen. Allerdings hatte er auch genug mit Gorillas zu tun gehabt, um ein Gespür für ihr Verhalten zu haben. Zwar konnte er Amys Sprache nicht deuten, doch wenn sie die Arme hob, verstand er, daß sie gekrault werden wollte, und diesem Wunsch kam er gern ein paar Augenblicke lang nach, während sie sich vor Vergnügen grunzend auf dem Boden wälzte.
Doch Amy war stets betrübt, wenn es Auseinandersetzungen gab, und so beobachtete sie jetzt die Situation mit Mißbilligung. »Sie reden nur miteinander«, beruhigte Elliot sie. Sie gab zu verstehen, daß sie etwas essen wollte. »Es dauert nicht lange.« Er wandte sich um und sah, wie Karen Ross die Sendeanlage aufbaute. Das sollte jetzt für den Rest der Expedition tägliche Gewohnheit werden, und zwar eine, die immer wieder Amys Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Die ganze Anlage, mit deren Hilfe Botschaften fünfzehntausend Kilometer weit über Satelliten weitergegeben werden konnten, wog zweieinhalb Kilogramm, und die Einrichtungen für elektronische Gegenmaßnahmen wogen weitere eineinhalb Kilogramm. Als erstes ließ Karen Ross die schirmförmig zusammengelegte Parabolantenne mit einem Durchmesser von eineinhalb Meter aufspringen. Das gefiel Amy ganz besonders, und sie fragte an den folgenden Tagen gegen Abend Karen Ross immer drängender, wann sie denn die »Metallblume öffnen« werde. Als die Antenne stand, schloß Karen Ross den Sendeempfänger an und stellte eine Verbindung zu den Krylon-Kadmium-Elementen her. Als nächstes schaltete sie die Abschirmeinrichtung zu und steckte zum Schluß den Stecker des tragbaren Kleincomputers mit seinem winzigen Tastenfeld und seinem Datenbildschirm mit einer Diagonale von siebeneinhalb Zentimeter ein. Diese Anlage war eine hochspezialisierte Einrichtung. Der Arbeitsspeicher des Computers hatte eine Kapazität von 189 K, und alle Stromkreise waren doppelt vorhanden. Die Gehäuse waren luftdicht versiegelt und stoßfest. Da die Bewegung der kontaktlosen Tasten nicht mechanisch, sondern über Magnete durch Ansteuerung von Feldplatten weitergegeben wurde, gab es keine störanfälligen beweglichen Teile, und es konnte am Tastenfeld kein Wasser und kein Staub eindringen. Denoch war alles äußerst robust. Karen Ross erinnerte sich an die »Praxiserprobungen«, die bei der ERTS durchgeführt wurden. Dabei schleuderten Techniker neuentwickelte Geräte auf dem Firmenparkplatz gegen Wände, malträtierten sie mit Fußtritten und ließen sie über Nacht in einem Eimer mit schlammigem Wasser liegen. Was am folgenden Tag noch betriebsfähig war, galt als praxistauglich.
Jetzt tastete sie im Schein der über Moruti untergehenden Abendsonne die Schlüsselkoordinaten ein, mit deren Hilfe sie die Verbindung nach Houston herstellen konnte, prüfte die Signalstärke und wartete die erforderlichen sechs Minuten, bis die Sendeempfänger sich angeglichen hatten. Doch auf dem kleinen Bildschirm waren lediglich graue Bildstörungen und gelegentlich Farbimpulse zu sehen. Jemand mußte sie ganz massiv stören, und zwar offensichtlich mit einem » Symphonieorchester«.
Im Jargon der ERTS hieß die niedrigste Stufe elektronischer Störung »Tuba«. Wie bei einem Nachbarskind, das Tuba übt, war das lediglich lästig. Störungen dieser Art traten auf genau begrenzten Frequenzen auf und waren oft zufällig oder wirkten willkürlich. Im allgemeinen konnte aber trotzdem gesendet werden. Die nächste Stufe war das »Streichquartett«. Dabei wurden zahlreiche Frequenzen in erkennbarer Anordnung gestört. Erstreckte die elektronische »Musik« sich über ein noch größeres Frequenzspektrum, sprach man von einer »Big Band«, und schließlich, wenn praktisch die gesamte für Sendungen überhaupt zur Verfügung stehende Bandbreite gestört war, von einem » Symphonieorchester«.