Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
Munro kannte die Gefahren. Mit der Maschine ließen sie zugleich und unwiderruflich auch die Zivilisation hinter sich und damit all das, was darin als selbstverständlich galt. Sie sprangen nicht nur durch die Luft, sondern auch durch die Zeit, zurück in eine weit primitivere und gefährlichere Welt - in die ewige Wirklichkeit des Kongo, die schon Jahrhunderte vor ihnen bestanden hatte. »Das waren die Tatsachen des Lebens«, sagte Munro, »aber ich sah keinen Grund, die anderen vor dem Absprung zu beunruhigen.
Meine Aufgabe bestand darin, die Leute in den Kongo zu bringen, nicht darin, ihnen angst zu machen. Für Angst war später noch reichlich Zeit und Gelegenheit.«
Während Elliot fiel, stand er Todesängste aus. Sein Magen schien sich in den Hals hochzuschieben, und er schmeckte Galle. Der Wind pfiff ihm um die Ohren und zerrte an seinem Haar. Er zitterte vor Kälte. Unter ihm zog sich der Barawanawald über wellige Hügel dahin. Er konnte die Schönheit, die er sah, nicht würdigen, er schloß sogar die Augen, während er mit rasender Geschwindigkeit der Erde entgegenfiel. Aber er merkte, daß ihm der heulende Wind noch mehr ins Bewußtsein drang, wenn er die Augen geschlossen hielt. Es war schon zuviel Zeit verstrichen. Offensichtlich wollte sein Gleitschirm (was auch immer das war) sich nicht öffnen. Jetzt hing sein Leben von dem Fallschirm vor seiner Brust ab. Er umkrallte das Päckchen, das dicht an seinem in Aufruhr befindlichen Magen lag. Dann nahm er die Hände rasch weg: Er wollte es nicht daran hindern, sich zu öffnen. Dunkel erinnerte er sich an Menschen, die dadurch ums Leben gekommen waren, daß sie versucht hatten, dem sich automatisch öffnenden Fallschirm zu Hilfe zu kommen.
Der Wind fuhr fort zu jaulen; sein Körper sauste mit atemberaubender Geschwindigkeit zu Boden. Nichts geschah. Der Wind zerrte wild an seinen Füßen, ließ die Hose um seine Beine und die Hemdsärmel um die Arme klatschen. Nichts geschah. Bestimmt waren schon drei Minuten seit dem Absprung vergangen. Er wagte es nicht, die Augen zu öffnen, aus Furcht, die Bäume auf sich zurasen zu sehen, während er auf sie niederstürzte, in den letzten Sekunden seines bewußten Lebens... Er war nahe daran, sich zu erbrechen.
Galle tropfte ihm aus dem Mundwinkel, aber da er mit dem Kopf nach unten fiel, lief die Flüssigkeit ihm über das Kinn zum Hals und dann in sein Hemd. Sie war eiskalt. Seine Zähne klapperten. Ein Ruck, der förmlich an seinen Knochen zerrte, drehte ihn um.
Einen Augenblick lang dachte er, er sei auf dem Boden aufgeschlagen. Doch dann merkte er, daß er noch immer durch die Luft fiel, nur sehr viel langsamer jetzt. Er öffnete die Augen und sah den leuchtend blauen Himmel.
Mit einem Blick auf den Höhenmesser erkannte er voller Entsetzen, daß er noch weit über tausend Meter von der Erde entfernt war. Offenbar hatte der Fall von der Maschine über ihm nur wenige Sekunden gedauert...
Er hob den Kopf, konnte aber das Flugzeug nicht sehen. Unmittelbar über ihm blähte sich ein riesiges Rechteck mit leuchtenden roten, weißen und blauen Streifen: der Gleitschirm. Da es ihm leichterfiel, nach oben als nach unten zu sehen, betrachtete er ihn aufmerksam. Die vordere Kante war gewölbt und rundlich, die hintere war schmal und schlug im Wind. Das Ganze sah einem Flugzeugflügel sehr ähnlich, und von dem Schirm verliefen Leinen zu seinem Körper herab.
Er atmete tief ein und sah nach unten. Noch immer schwebte er sehr hoch über dem Boden. Daß er jetzt so langsam fiel, beruhigte ihn etwas. Es war eigentlich alles ziemlich friedlich. Dann merkte er, daß seine Bewegung nicht abwärts, sondern seitwärts führte. Er sah unter sich die anderen Gleitschirme, Kahega mit seinen Männern und Karen Ross. Er versuchte, sie zu zählen, und meinte, es seien sechs, aber es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren. Er hatte den Eindruck, als bewegte er sich seitlich von ihnen fort.
Er zerrte an den Leinen in seiner linken Hand und spürte, wie sein Körper sich mitdrehte, als der Schirm sich bewegte und nach links steuerte. Nicht schlecht, dachte er.
Er zog fester an den Leinen auf der linken Seite und machte sich nichts daraus, daß er dadurch rascher zu fallen schien. Er versuchte, in der Nähe der sinkenden Rechtecke unter ihm zu bleiben. Er hörte das Pfeifen des Windes in seinen Ohren. Er sah suchend nach oben, ob Munro über ihm war, aber außer den Streifen seines eigenen Gleitschirms vermochte er nichts zu sehen.
Er blickte wieder nach unten und war erstaunt, als er merkte, daß der Boden schon sehr viel näher gekommen war, daß er ihm jetzt mit geradezu sinnenbetäubender Geschwindigkeit entgegenzurasen schien. Er fragte sich, wieso er geglaubt hatte, langsam nach unten zu schweben. Der Sturz hatte nichts Sanftes an sich. Er sah, wie der erste Gleitschirm sachte in sich zusammensank, als Kahega den Boden berührte, dann der zweite, der dritte. Es würde nicht mehr lange dauern bis zu seiner Landung. Er war schon fast auf der Höhe der Baumkronen, aber seine Seitwärtsbewegung war sehr stark. Er merkte, daß er mit der linken Hand noch immer fest an den Leinen zerrte. Er löste den Griff, seine Seitwärtsbewegung hörte auf, er trieb jetzt nach vorn. Zwei weitere Gleitschirme fielen in sich zusammen. Er sah wieder dorthin, wo Kahega und seine Männer bereits die Schirme einrollten. Sie waren heil gelandet, das machte ihm Mut. Er trieb mitten in eine dichte Baumgruppe hinein. Er zerrte an seinen Leinen und drehte sich nach rechts, wobei die Bewegung seinen ganzen Körper mitriß. Er fiel jetzt sehr rasch. Den Bäumen würde er nicht ausweichen können, er würde genau auf sie aufprallen. Die Zweige schienen wie Finger nach ihm zu greifen. Er schloß die Augen und spürte, wie die Zweige ihm Gesicht und Körper zerkratzten, als er nach unten fiel. Er wußte, daß er in der nächsten Sekunde auf dem Boden aufprallen würde, dann mußte er sich abrollen... Er prallte nicht auf.
Plötzlich war alles still. Er merkte, wie er auf-und abschwang. Als er die Augen öffnete, sah er, daß er gut einen Meter über dem Boden in der Luft hing. Sein Gleitschirm hatte sich in den Bäumen verfangen.
Er öffnete die Verschlüsse des Gurtzeugs und ließ sich zu Boden fallen. Gerade als er aufstand, kamen Kahega und Karen Ross zu ihm herübergelaufen und fragten, ob ihm etwas fehle. »Mir geht es großartig«, sagte Elliot, und so fühlte er sich auch, lebendiger, als er sich je erinnern konnte. Im nächsten Augenblick fiel er auf unsicheren Gummibeinen um und erbrach sich sogleich.
Kahega lachte. »Willkommen im Kongo«, sagte er. Elliot wischte sich den Mund und fragte: »Wo ist Amy?« Einen Augenblick später landete Munro, mit einem blutenden Ohr - Amy hatte ihn vor Angst gebissen. Sie war aber wohlauf und rannte auf allen vieren zu Elliot, um sich zu vergewissern, daß ihm nichts fehlte. Dann ließ sie wissen: Amy fliegen nicht mögen.
»Aufpassen!«
Das erste der torpedoförmigen Versorgungspäckchen kam herunter und zerbarst beim Aufschlag auf dem Boden wie eine Bombe, wobei Ausrüstungsteile und Stroh in alle Richtungen verstreut wurden.
»Da kommt die nächste!«
Elliot ging in Deckung. Die zweite Bombe schlug nur wenige Meter neben ihm ein. Folienbehälter mit Reis und anderen Nahrungsmitteln prasselten auf ihn nieder. Über sich hörte er das Dröhnen der kreisenden Fokker. Er stand gerade rechtzeitig auf, um zu sehen, wo die beiden letzten Versorgungsbomben aufschlugen, während Kahegas Männer sich rennend in Sicherheit brachten und Karen Ross schrie: »Vorsichtig, da sind die Laser drin!« Es war wie im Bombenkrieg, aber so rasch es begonnen hatte, so rasch war es auch vorüber. Die Fokker über ihnen entschwand, und der Himmel war still. Die Männer machten sich daran, die Ausrüstung wieder zusammenzupacken und die Schirme zu vergraben, während Munro auf swahili Anweisungen brüllte. Zwanzig Minuten später zogen sie im Gänsemarsch durch den Wald, taten die ersten Schritte auf einem dreihundert Kilometer langen Weg, der sie in die unerforschten östlichen Gebiete des Kongo führen würde, einer wunderbaren Belohnung entgegen. Wenn sie sie rechtzeitig erreichten.