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Eiswelt

Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:

Auf Sarr taucht ein neues, gefährliches Rauschgift auf. Sallman Ken erhält den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
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   Aus technischen Gründen hatten die Beine nur ein einziges ›Knie‹, das dem oberen Gelenk der sarrianischen Gliedmaße entsprach. Der Leib hatte Menschengröße und war zylindrisch. Es gab nur zwei obere Extremitäten. Diese waren beweglicher als es bei einem für Menschen konstruierten ähnlichen Anzug hätte sein müssen. Sie gaben jedenfalls nicht den geringsten Hinweis darauf, daß die Wesen, die sie trugen, sie mit jeweils zwei Tentakeln bewegten. Die Greifer an den Extremitäten wirkten ganz natürlich, wenn auch viel komplizierter als die klauenähnlichen Vorrichtungen, die der Junge auf den Bildern von den Tauchanzügen gesehen hatte.

   Aus der Entfernung, in der er sich befand, konnte er nicht deutlich durch die Sichtscheibe im Helm sehen. Es entging ihm daher im ersten Moment wie unmenschlich der Träger des plumpen Anzugs war.

   Roger stand da und starrte das Wesen an. Nach einer Weile stieß er den Schrei aus, der Kens ›Einschiffen‹ jäh unterbrach. Der Sarrianer war so vertieft in sein Vorhaben, daß er Roger gar nicht bemerkte, ehe dieser schrie. Und dann sah er nichts anderes mehr. Er selbst war nicht in die Richtung gewendet, aus der der Schrei kam, doch eine der Sichtscheiben des Helms war es. Sein Interesse war so groß, daß er sich nicht die Mühe machte, den Panzer als Ganzes zu drehen, nachdem er einen ersten Blick auf das Wesen geworfen hatte, das zu ihm heruntergelaufen kam. Er blieb einfach stehen und blickte Roger mit dem einen Auge entgegen, das er in Position bringen konnte. Daß das fremde Wesen feindselige Absichten haben könnte, kam ihm gar nicht in den Sinn.

   Auch Roger dachte keinen Augenblick an diese Möglichkeit. Seinem Wesen nach war er Ken viel zu ähnlich, trotz der gewaltigen körperlichen Unterschiede. Sie standen einander gegenüber… Ken hatte sich doch zum Wenden der Rüstung entschlossen, damit er mit beiden Augen sehen konnte… und registrierten schweigend alle Einzelheiten, die das jeweilige Sehvermögen ausmachen konnte. Dabei hatte jeder einen Vorteil. Rogers Vorteil war der Umstand, daß das Licht für ihn normal war, während Ken den Jungen ohne eine Hülle von ein paar hundert Kilo vor sich stehen hatte. Jetzt konnte Roger das Gesicht des Sarrianers sehen: die großen, auseinanderstehenden, einzeln beweglichen Augen, das Nichts, wo eine Nase hingehörte, und den breiten, dünnlippigen, erstaunlich menschlichen Mund. Die Stille zog sich hin.

   Sie wurde von Feth unterbrochen, dessen Besorgnis mit jeder Sekunde seit Rogers Schrei gewachsen war.

   »Was ist passiert? Etwas schiefgegangen? Ken, bist du in Ordnung?«

   Ken fand seine Stimme wieder. »Alles tadellos. Wir haben Gesellschaft bekommen, wie Ihnen sicher nicht entgangen ist.« Er begann Roger so gründlich als möglich zu beschreiben, wurde aber von Feth unterbrochen.

   »So geht das nicht. Wir müssen eine Fernsehanlage oder eine Kamera runterschaffen, und wenn ich ein neues System erfinden müßte. Geben Sie sich nicht die Mühe, das Ding zu beschreiben. Versuchen Sie, mit ihm zu sprechen!«

   Von all dem hatte Roger nichts mitbekommen, da Feth nicht den Lautsprecher des Torpedos eingeschaltet hatte. Diese Unterlassung machte er nun wett, und der Junge konnte Kens nächste Worte deutlich hören.

   »Was um alles in der Galaxis soll ich sagen? Was ist, wenn dieser da von unserem gestrigen Irrtum gehört hat… was ist, wenn es sogar das Wesen von gestern ist? Wenn ich das Wort ›Gold‹ ausspreche, wird es entweder davonlaufen oder zum Angriff übergehen. Ich fürchte es nicht, aber der Vorgang des Kennenlernens wird dadurch nicht gefördert.«

   »Sie haben das Wort eben ausgesprochen. Wie hat es das Wesen aufgenommen? Ich habe jetzt den Lautsprecher eingeschaltet.«

   Ken, der das nicht wissen konnte, warf Roger einen erschrockenen Blick zu.

   Der Junge hatte natürlich nur das eine Wort ›Gold‹ mitbekommen. Vermutlich hätte er es glatt überhört, wenn Ken es nicht so hervorgehoben hätte, wie man eben ein fremdes Wort betont. Roger, der die einzelnen Stimmen nicht unterscheiden konnte, war nun der Meinung, daß alle Laute, die aus dem Lautsprecher drangen, ausdrücklich an ihn gerichtet wären.

   »Ich will euer Gold nicht… jedenfalls nicht, wenn es so ist wie beim letzten Mal.« Wieder wurde von den Zuhörern nur das eine Wort verstanden. In Ken regte sich Hoffnung. Vielleicht hatte dieses Wesen nichts gehört, oder aber er und Feth hatten die während des Atmosphärentests gehörten Worte völlig falsch interpretiert.

   »Gold?« fragte er.

   »Nein!« Roger schüttelte den Kopf und wich zurück. Das Kopfschütteln sagte dem Sarrianer gar nichts, der Schritt zurück aber war eindeutig.

   »Feth, hast du den letzten Laut aufgenommen? Seinem Verhalten nach zu schließen, scheint das in ihrer Sprache die Verneinung zu sein. Gold nein!« Er sprach die zwei Wörter aus. Roger beruhigte sich sichtlich, sprach seine Worte aber immer noch mit großem Nachdruck aus.

   »Gold und Platin nein… Ich habe keinen Tabak!« Er breitete die leeren Hände aus und drehte die Taschen um. Damit lieferte er dem Sarrianer einen Hinweis darauf, was zur Bekleidung gehörte.

   »Sie müssen auf Dinge zeigen und sie benennen«, riet Feth von oben. »Wie anders wollen Sie sonst die Sprache lernen? Dieses Geschnatter hörte sich unbeschreiblich albern an.«

   »Na schön. Bedenken Sie aber, daß ich hier alles sehen und hören kann. Das macht viel aus. Wenn Sie Ergebnisse haben wollen, dann verhalten Sie sich dort oben gefälligst ruhig. Wie soll das Wesen unterscheiden, wer im Moment spricht? Alles kommt aus demselben Lautsprecher. Ich werde mich schon melden, wenn ich etwas brauche.«

   Feth gab auf diesen vernünftigen Einwand keine Antwort, und nach einer Weile fing Ken an, den Vorschlag Feths zu befolgen.

   Da Roger eben denselben Entschluß gefaßt hatte, kapierte er sofort, und die menschliche Intelligenz stieg in der Achtung des Sarrianers gewaltig. Sein Gespräch mit Laj Drai hatte ihn diesbezüglich viel weniger erhoffen lassen.

   Die Wörter für Fels, Baum, Strauch, Berg, Wolke, und die Zahlen bis zehn waren bald erlernt. Auch ein paar Verben waren rasch geschafft. An diesem Punkt wurde der Lernprozeß unterbrochen, zur nicht geringen Erleichterung Rogers, der von weitem einen Ruf hörte.

   »Allmächtiger! Edie habe ich ja ganz vergessen! Die glaubt sicher, ich bin abgestürzt oder so!«

   Er wandte sich in die Richtung, aus der der Ruf zu kommen schien. Er legte all seine Kraft in den Antwortschrei. Seine Schwester hörte ihn und antwortete ihrerseits. Nach zehn bis fünfzehn Minuten ziemlicher Lungenbeanspruchung war sie zur Stelle. Zu Rogers Verwunderung wollte sie an Ken nicht näher herangehen. »Was ist denn mit dir? Der will doch nur sprechen, soweit ich das jetzt beurteilen kann.«

   »Hast du dich nicht wieder verbrannt?«

   »Nein. Warum auch?«

   »Spürst du denn die Hitze nicht?«

   Seltsamerweise hatte Roger nichts davon gemerkt. Er hatte sich Ken auch nur auf knappe zehn Meter genähert. Die Hitzestrahlung des Anzugs war auf diese Distanz zwar fühlbar, aber nicht unangenehm. Sie war ihm in der Aufregung gar nicht aufgefallen. Für Edith, deren Bild von den Außerirdischen vor allem durch das Erlebnis ihres Bruders vor einigen Tagen geprägt worden war, stellte die Hitze das auffallendste Merkmal des vor ihr stehenden Dinges dar.

   Roger ging nun näher an den Außerirdischen heran und streckte vorsichtig die Hand aus. Er hielt abrupt inne.

   »Mein Gott, wie heiß der ist. Vielleicht war dies der Grund… die dachten womöglich gar nicht daran, daß das Gold mich verbrennen würde. Meinst du nicht auch?«

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