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Eiswelt

Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:

Auf Sarr taucht ein neues, gefährliches Rauschgift auf. Sallman Ken erhält den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
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   Ich hatte diesen Schritt eigentlich erst geplant, bis Roger und Edie älter sein würden und schon so viel gelernt hätten, daß sie uns mehr hätten helfen können. In dieser Hinsicht habe ich jetzt keinen Einfluß mehr. Was ich jetzt möchte und wozu ich eure Hilfe brauche, ist folgendes: Ich möchte herausbekommen, woher diese Dinger kommen, was für Wesen sie steuern – und wenn möglich, wie sie funktionieren. Ich brauche euch nicht eigens zu sagen, wie wichtig dieses Wissen ist. Ich habe nie versucht, außenstehende Fachleute heranzuziehen, weil ich fürchtete, bei denen würde die Neugierde über die Vernunft siegen. Ich möchte nicht, daß die Torpedos durch übereiltes Vorgehen erschreckt werden. Ich bin nämlich zu alt, um noch einen neuen Handel aufzumachen.«

   »Quatsch!« Es war Edies erster Beitrag zur Diskussion. Sie hatte bisher bloß sehr aufmerksam zugehört. »Was werden wir jetzt tun?« fragte der praktisch veranlagte Roger.

   »Erstens werdet ihr beide mitkommen, wenn wir nächstes Mal unsere Waren austauschen. Ich könnte auch die Kleinen mitnehmen, bloß wäre es für sie ein Gewaltmarsch. Ihr könnt zuhören, beobachten und euch alles merken. Hinterher erwarte ich mir Ideen von euch. Roger, ich hatte gehofft, du würdest schon Elektronikfachmann sein, wenn dies einträfe. Na ja, wir werden uns zunutze machen, was uns zur Verfügung steht.«

   »Vielleicht kann mein Mißgeschick von letzter Nacht uns nützen«, meinte Roger. »Wenn die so scharf auf Tabak sind, daß sie dafür mit Platin und Iridium zahlen, dann sind sie vielleicht bereit, sich zu entschuldigen.«

   »Vorausgesetzt, sie wissen, daß sie dir wehgetan haben, und sind imstande, sich einen Weg zur Übermittlung der Entschuldigung auszudenken. Ich würde ein oder zwei zusätzliche Nuggets nicht ablehnen, falls sie uns welche schicken, aber sehr informativ wäre das nicht.«

   »Ja, vermutlich hast du recht. Ich werde die ganze Umgebung der Stelle absuchen, wo ihr die Sachen austauscht. Sollten sie im Wald noch an anderen Stellen gelandet sein, werde ich sie finden – da gibt es jede Menge geknickte Äste und eine tiefe torpedoförmige Delle im Boden.«

   »Wenn du glaubst, daß es sich lohnt«, bemerkte Don. »Warum sollten sie ausgerechnet in der näheren Umgebung landen? Die Erde ist ziemlich groß.«

   »Einmal haben sie es getan, und ich wette, daß ich weiß warum!« gab Roger zurück. »Der Richtungssender steht hier! Wenn du eine neue Welt erforschen müßtest oder auch nur ein neues Land, dann würdest du auch nicht hier eine Landung machen und die nächste fünfhundert Kilometer weiter. Ganz bestimmt nicht. Du würdest dich zuerst in einer Gegend umsehen, einen Vorposten einrichten und von dort aus ausschwärmen.«

   Während die anderen diese Erklärung verarbeiteten, herrschte Schweigen.

   »Du meinst also«, sagte dann Mr. Wing, »daß sie nach zwanzig Jahren reiner Handelsbeziehungen plötzlich auf Entdeckung gehen? Warum nicht schon früher?«

   »Unfaire Frage.«

   »Stimmt. Na meinetwegen, es ist immerhin eine brauchbare Arbeitshypothese. Mach weiter mit deinen Erkundungsgängen – Edie kann sich beteiligen, wenn sie will. Ich halte die Idee nicht für so umwerfend, daß ich mich selbst der Mühe unterzöge, aber in ein oder zwei Tagen werde ich signalisieren, daß wieder ein Torpedo geschickt werden soll. Auf diese Weise habt ihr ausreichend Zeit, euch gründlich umzusehen.«

   »Na ja…« Roger hatte beim Kartenzeichnen gemerkt, was es heißt, einen Quadratkilometer gründlich zu erkunden. »Ein bißchen umsehen können wir uns. Ich gehe jetzt gleich los, wenn niemand brauchbare Ideen hat. Kommst du mit, Edie?« Das Mädchen stand wortlos auf und folgte ihm zurück zum Haus. Mr. Wing sah ihnen belustigt nach.

   »Mir wäre lieber, Rogers Theorie würde mir nicht so viel Sorge bereiten«, sagte er plötzlich zu Donald. »Vielleicht hat er recht… vielleicht haben diese Wesen es satt, für Tabak zu bezahlen. Sie sind in den Naturwissenschaften sicher fortgeschrittener als wir.«

   »Na, wenn sie hier in der Umgebung nach Tabakpflanzen suchen, dann haben sie viel zu tun«, antwortete Don. »Besser, sie halten sich an friedliche Bedingungen.«

   »Na, das sag ihnen mal«, murmelte Mr. Wing.

   Roger und Edie verloren keine Zeit. Diesmal wurde der Proviant nicht vergessen. In aller Eile machten sie ein paar belegte Brote zurecht. Ihre Mutter hatte sich längst mit der Tatsache abgefunden, daß Plünderungen der Speisekammer untrennbar mit dem Überleben im Wald zusammenhingen. Zusätzlich mit einem Wasserkanister ausgerüstet, machten sie sich in östlicher Richtung auf den Weg.

   Billy und Marjorie spielten irgendwo und waren nicht zu sehen. Es gab also keinen Ärger, weil die beiden Kleinen allein zu Hause bleiben mußten. Mr. Wings Beschreibung war so klar gewesen, daß sie den sarrianischen Sender ohne Schwierigkeiten fanden. Von dort ging ihre Suchexpedition aus. Auf Edies Vorschlag hin trennten sie sich. Sie übernahm die Südhänge auf einer Linie bis zum Haus, Roger die Nordhänge. Sie kamen überein, sich so hoch als möglich zu halten, damit sie die meiste Zeit über in Rufweite blieben. In dieser kurzen Zeit hatte es wenig Sinn, nach etwaigen Spuren in den Wäldern zu suchen. Doch es war immerhin möglich, daß sie verbrannte Stellen sichteten wie jene, die Roger bereits gesehen hatte oder geknickte Baumwipfel oder Äste, wenn sie von ihren Standorten bergab blickten. Auf jeden Fall konnte man auf diese Weise ein größeres Gebiet absuchen. Die beiden hatten erst gar keine Debatte darüber angefangen, ob es besser wäre, ein kleines Gebiet genau abzusuchen oder über ein großes nur ungefähr Bescheid zu wissen.

   Weder Roger noch Edith waren auf dem Hügel, wo Ken niederging und landete. Die Natur hatte es eingerichtet, daß sie in der Nähe waren, doch der Zufall hatte nicht zugelassen, daß die Sache weiter gedieh. Die Natur hatte zum Glück noch einen Trick in Reserve.

   Bis zu diesem Morgen hatte Roger es für mehr oder weniger selbstverständlich angesehen, daß alle zukünftigen Besuche des Torpedos bei Nacht vonstatten gehen würden wie der erste Besuch. Die Geschichte seines Vaters hatte diese Meinung ins Wanken gebracht. Sein Blick wanderte immer häufiger zum Himmel hoch. Daher war es kein Wunder, daß er das niedergehende Torpedo entdeckte.

   Es befand sich etwa drei Kilometer von den Kindern entfernt, so daß er Einzelheiten nicht ausmachen konnte. Roger war jedoch sicher, daß es sich um keinen Vogel handelte. Aus dieser Entfernung wirkte der am Torpedo baumelnde Ken reichlich sonderbar. Einzelheiten oder nicht, Roger bezweifelte keine Sekunde, was es war. Mit einem lauten Ausruf, den seine Schwester hören mochte oder nicht, raste er in halsbrecherischem Tempo bergab.

   Kurze Zeit konnte er ein phantastisches Tempo beibehalten, da die Unebenheiten der Felsen für seine wachen Augen und geübten Muskeln kein Hindernis darstellten. Erst als er zum Wald kam, mußte er beträchtlich abbremsen. Eine Zeitlang behielt er sein Tempo noch bei, dann aber machte er sich klar, daß er noch mindestens einen Hügel zu überwinden und einen zweiten bis zum Kamm zu erklimmen hatte, und ließ sich etwas Zeit.

   Als er eine dreiviertel Stunde später den Hügelkamm erreichte, auf den das Torpedo zusteuerte, hatte er nasse Füße, total zerkratzte Beine und war ganz außer Atem. Von Edith hatte er keine Spur gesehen, ja, er hatte sie eigentlich vergessen. Sie hätte ihm wieder einfallen müssen, als er am Gipfel der kleinen Erhebung innehielt, Atem holte und sich nach dem Objekt seiner Suche umblickte. Da sah er das Torpedo, ein kurzes Stück hügelab auf der anderen Seite. Und er sah Sallman Ken.

   Roger kannte Bilder der gewaltigen Druckanzüge, die bei Tiefseexpeditionen Verwendung finden. Kens Anblick erregte sein Erstaunen daher nicht allzusehr, gewiß viel weniger, als der Anblick eines Sarrianers ohne diesen Anzug es getan hätte. Der Anzug nämlich vermenschlichte das Aussehen Kens beträchtlich, da auch ein menschliches Wesen darin Platz gefunden hätte, ohne sich zu sehr verrenken zu müssen.

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