Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Krieg und Frieden
1 ... 384 385 386 387 388 389 390 391 392 ... 486
Перейти на страницу:

»Welch ein wunderbares Zusammentreffen! Gerade während des Gottesdienstes! Und welch ein Verlust, der Tod Kutaisows! Ach, wie schade!«

»Was habe ich Ihnen über Kutusow gesagt?« sagte Fürst Wasili jetzt mit dem Stolz eines Propheten. »Ich habe immer gesagt: er ist der einzige, der Napoleon zu besiegen vermag.«

Aber am folgenden Tag gingen keine Nachrichten von der Armee ein, und die allgemeine Stimmung wurde unruhig. Die Hofleute litten daran, daß der Kaiser unter der Ungewißheit litt, in der er sich befand.

»Der Kaiser befindet sich in rechter Sorge!« sagten die Hofleute und priesen Kutusow nicht mehr, wie sie das kurz vorher getan hatten, sondern schalten auf ihn, weil er an der Unruhe des Kaisers schuld war. Fürst Wasili lobte an diesem Tag seinen Schützling Kutusow nicht mehr, sondern beobachtete mit Stillschweigen, wenn man in seiner Gegenwart von dem Oberkommandierenden sprach. Außerdem kam am Abend dieses Tages noch eine furchtbare Neuigkeit hinzu, wie wenn sich alles vereinigte, um die Einwohner von Petersburg in Aufregung und Unruhe zu versetzen: die Gräfin Besuchowa war plötzlich an jener schrecklichen Krankheit gestorben, deren Namen man mit solchem Behagen ausgesprochen hatte. Offiziell hieß es in den höheren Gesellschaftskreisen allgemein, die Gräfin Besuchowa sei an einem furchtbaren Bräuneanfall gestorben; aber in intimeren Kreisen erzählte man sich Einzelheiten von folgender Art: der Leibarzt der Königin von Spanien habe der Gräfin kleine Dosen eines Medikaments zur Herbeiführung einer bestimmten Wirkung verschrieben; Helene aber habe aus Kummer darüber, daß der alte Graf einen Verdacht gegen sie hegte, und darüber, daß ihr Mann, dieser unglückliche, ausschweifende Pierre, ihr nicht geantwortet hatte, eine gewaltige Dosis des ihr verschriebenen Medikaments auf einmal genommen und sei, ehe man ihr habe Hilfe bringen können, unter Qualen gestorben. Weiter wurde erzählt, Fürst Wasili und der alte Graf hätten den Italiener zur Verantwortung ziehen wollen; aber dieser habe solche Zuschriften vorgelegt, die die unglückliche Verstorbene an ihn gerichtet hatte, daß die beiden sofort von ihm abgelassen hätten.

Das allgemeine Gespräch drehte sich ausschließlich um drei traurige Ereignisse: die peinliche Ungewißheit des Kaisers, den Tod Kutaisows und den Tod Helenes.

Drei Tage nach Kutusows Bericht kam nach Petersburg ein Gutsbesitzer aus Moskau, und nun verbreitete sich durch die ganze Stadt die Nachricht von der Übergabe Moskaus an die Franzosen. Das war furchtbar! In welcher peinlichen Lage befand sich der Kaiser! Kutusow war ein Verräter, und Fürst Wasili äußerte bei den Kondolenzbesuchen, die ihm anläßlich des Todes seiner Tochter gemacht wurden, über den früher von ihm gepriesenen Kutusow (es war bei der Trauer sehr verzeihlich, daß er vergaß, was er früher gesagt hatte): etwas anderes habe man von diesem blinden, ausschweifenden Greis auch nicht erwarten können.

»Ich wundere mich nur, wie man einem solchen Mann das Schicksal Rußlands hat anvertrauen mögen«, sagte er.

Solange diese Nachricht noch nicht offiziell war, konnte man noch an ihr zweifeln; aber am nächsten Tag ging vom Grafen Rastoptschin folgende Meldung ein:

»Ein Adjutant des Fürsten Kutusow hat mir einen Brief überbracht, in welchem er von mir Polizeioffiziere verlangt, um die Armee auf die Straße nach Rjasan zu führen. Er sagt, er müsse zu seinem Schmerz Moskau dem Feind überlassen. Majestät! Dieser Schritt Kutusows entscheidet das Schicksal der Hauptstadt und Ihres Reiches. Rußland wird erschaudern, wenn es die Preisgabe der Stadt erfahrt, in der sich die majestätische Größe Rußlands verkörpert und die die Asche Ihrer Ahnherren birgt. Ich folge der Armee. Ich habe alles fortschaffen lassen; mir bleibt nichts übrig, als über das Schicksal meines Vaterlandes zu weinen.«

Als der Kaiser diesen Bericht empfangen hatte, schickte er den Fürsten Wolkonski mit folgendem Schreiben an Kutusow:

»Fürst Michail Ilarionowitsch! Seit dem 29. August habe ich von Ihnen keine Nachrichten. Inzwischen habe ich vom 1. September über Jaroslawl von dem Oberkommandierenden von Moskau die traurige Mitteilung erhalten, daß Sie den Entschluß gefaßt haben, mit der Armee Moskau zu verlassen. Sie werden sich selbst vorstellen können, welchen Eindruck diese Nachricht auf mich gemacht hat, und mein Erstaunen wird durch Ihr Schweigen noch gesteigert. Ich sende den Generaladjutanten Fürsten Wolkonski mit diesem Schreiben zu Ihnen, um von Ihnen Näheres über den Zustand der Armee und über die Ursachen, die Sie zu einem so betrübenden Entschluß gebracht haben, zu erfahren.«

III

Neun Tage nach der Preisgabe Moskaus kam ein Abgesandter Kutusows mit der offiziellen Meldung dieses Ereignisses nach Petersburg. Dieser Abgesandte war der Franzose Michaud, der kein Russisch konnte, aber, wie er selbst von sich sagte, trotz seiner fremden Abstammung von ganzem Herzen und von ganzer Seele Russe war.

Der Kaiser empfing den Abgesandten sofort in seinem Arbeitszimmer, im Palais auf Kamenny Ostrow. Michaud, der Moskau vor dem Feldzug nie gesehen hatte, fühlte sich doch tief ergriffen, als er »vor unserm allergnädigsten Souverän« (wie er später geschrieben hat) mit der Nachricht von dem Brand Moskaus erschien, »dessen Flammen seinen Weg beleuchtet hatten«.

Obgleich der Kummer des Herrn Michaud wohl aus einer andern Quelle floß als der der Russen, hatte Michaud doch, als er in das Arbeitszimmer des Kaisers hereingeführt wurde, eine so traurige Miene, daß der Kaiser ihn sogleich fragte:

»Bringen Sie mir trübe Nachrichten, Oberst?«

»Sehr trübe, Sire«, antwortete Michaud und schlug seufzend die Augen nieder, »die Nachricht von der Räumung Moskaus.«

»Ist meine alte Hauptstadt wirklich dem Feind ohne Kampf überlassen worden?« fragte der Kaiser schnell, und eine plötzliche Röte überzog sein Gesicht.

Michaud berichtete ehrerbietig, was ihm Kutusow zu berichten aufgetragen hatte, nämlich daß es unmöglich gewesen sei, bei Moskau eine Schlacht zu liefern, und daß, da nur die Wahl geblieben sei zwischen dem Verlust der Armee und Moskaus oder dem Verlust von Moskau allein, der Feldmarschall sich für das letztere habe entscheiden müssen.

Der Kaiser hörte schweigend zu, ohne Michaud anzusehen.

»Ist der Feind in die Stadt eingezogen?« fragte er.

»Ja, Sire, und die Stadt liegt augenblicklich in Asche. Als ich sie verließ, stand sie vollständig in Flammen«, antwortete Michaud in festem Ton; aber als er den Kaiser anblickte, erschrak er über das, was er getan hatte.

Der Kaiser atmete schwer und schnell; seine Unterlippe zitterte, und seine schönen, blauen Augen wurden auf einmal feucht von Tränen.

Aber dies dauerte nur einen Augenblick. Dann machte der Kaiser ein finsteres Gesicht, als schelte er sich selbst wegen seiner Schwäche, und wandte sich, den Kopf erhebend, mit fester Stimme zu Michaud:

»Aus allem, was uns widerfährt, Oberst, sehe ich«, sagte er, »daß die Vorsehung große Opfer von uns fordert … Ich bin bereit, mich in allen Stücken dem Willen Gottes zu unterwerfen. Aber sagen Sie mir, Michaud, in welchem Zustand haben Sie die Armee verlassen, die ohne Kampf meine alte Hauptstadt aufgegeben hat? Haben Sie an ihr keine Entmutigung wahrgenommen?«

Als Michaud sah, daß sich sein allergnädigster Souverän beruhigt hatte, beruhigte er sich gleichfalls; aber auf die bestimmte, sachliche Frage des Kaisers, die eine bestimmte Antwort verlangte, konnte er in der Geschwindigkeit keine Antwort zurechtlegen.

»Sire, wollen Sie mir erlauben, Ihnen als redlicher Soldat alles frei heraus zu sagen?« erwiderte er, um Zeit zu gewinnen.

»Das verlange ich stets, Oberst«, antwortete der Kaiser. »Verbergen Sie mir nichts; ich will unbedingt die volle Wahrheit wissen.«

»Sire!« sagte Michaud mit einem feinen, kaum bemerkbaren Lächeln um die Lippen, da er inzwischen damit fertiggeworden war, seiner Antwort die Form eines harmlosen, ehrerbietigen Wortspieles zu geben. »Sire! Als ich die Armee verließ, war sie in allen ihren Gliedern, von den Führern herab bis zum letzten Soldaten, ohne Ausnahme von einer großen, gewaltigen Furcht und Besorgnis erfüllt …«

1 ... 384 385 386 387 388 389 390 391 392 ... 486
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)