Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Napoleons letzte Schlacht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Napoleons letzte Schlacht

Электронная книга - «Napoleons letzte Schlacht». Краткое содержание книги:

Napoleons letzte Schlacht
1 ... 31 32 33 34 35 36 37 38 39 ... 101
Перейти на страницу:

„Was bringen Sie, mein Kind?“ antwortete Frau Richemonte.

„Der Herr Baron de Sainte-Marie ist draußen.“

„Er will mit mir sprechen?“

„Er läßt fragen, ob es ihm erlaubt sei, Mademoiselle sein Beileid zu bezeugen. Es ist ihm, da er mit den hohen Herren beschäftigt war, noch nicht möglich gewesen, dies tun zu können.“

„Was meinst du, mein Kind?“ fragte Frau Richemonte ihre Tochter.

Es ging eine leise Röte über das blasse Gesicht Margots. Sie warf einen forschenden Blick über das Arrangement ihres Lagers und sagte dann:

„Der Baron ist unser Gastfreund und Verwandter; wir sind ihm Rücksicht schuldig.“

„Du willst ihn empfangen?“

„Ja, er mag eintreten.“

„So werde ich mich einstweilen zurückziehen.“

Da sagte Margot schnell, beinahe hastig:

„Nein. Bitte, bleibe bei mir.“

„Wie du denkst, liebe Margot. Er kann übrigens gar nicht übel nehmen, die Mutter bei der kranken Tochter zu finden. Bitte, lassen Sie ihn eintreten.“

Diese letzteren Worte waren an Berta gerichtet. Das Gesicht des Mädchens war sehr ernst, fast besorgt. Sie warf einen unruhigen Blick auf die schöne Patientin und entfernte sich dann. Einen Augenblick später trat der Baron ein.

Er hatte seine Verwandte während ihrer Anwesenheit auf dem Meierhof täglich gesehen, aber nicht in der gegenwärtigen Situation. Sie lag im leichtesten Nachtgewand in den Kissen, und die Blässe ihres Angesichts machte einen tiefen Eindruck auf ihn.

Er verbeugte sich höflich vor Mutter und Tochter und sagte, zur ersteren gewendet:

„Verzeihung, liebe Tante, daß ich es wage, im innersten Damengemach Zutritt zu suchen. Aber ich bin so besorgt um Margot, daß ich mich auf alle Fälle selbst überzeugen wollte, ob meine Angst um sie eine begründete ist.“

Er gab Frau von Richemonte die verwandtschaftliche Bezeichnung Tante; dies rückte ihn den Damen näher und gewährte ihm das Recht, vertraulicher mit ihnen zu verkehren, als es ihm sonst wohl gestattet gewesen wäre.

„O bitte“, antwortete die Angeredete freundlich. „Wir erkennen die Freundlichkeit, welche Sie uns erweisen, dankbar an.“

„Wie geht es der lieben Cousine?“

„Gott sei Dank, besser als man erwartet hatte.“

„Darf sie sprechen?“

„Es wurde ihr nicht verboten.“

Er trat langsam an das Bett, ergriff Margots Rechte und drückte sie an seine Lippen.

„Liebe Margot, Sie glauben nicht, wie sehr ich erschrocken bin, als ich hörte, daß Sie verwundet seien“, sagte er. „Ich wünschte im ersten Augenblick, daß die Kugel mich selbst an ihrer Stelle getroffen hätte.“

Margot entzog ihm leise die Hand und fragte lächelnd:

„Sie wünschten das im ersten Augenblick?“

„Ja, bei Gott, ich wünschte das“, antwortete er.

„Aber im zweiten Augenblicke?“

„Auch noch.“

„Und im dritten?“

„Oh, ich wünschte es ja jetzt noch“, antwortete er, halb verlegen und halb in einer Art von schwärmerischer Begeisterung.

„Ich danke Ihnen, lieber Cousin“, sagte die Patientin freundlich. „Ich bin überzeugt, daß Sie die Wahrheit sprechen.“

Sein Blick ruhte wie trunken auf ihr. Er konnte sich dem Eindruck, den ihre Schönheit auf ihn machte, nicht entziehen; er gab sich auch gar keine Mühe, sich zu beherrschen. Er ergriff abermals ihre Hand, zog dieselbe an seine Lippen und sagte:

„Der Augenblick, in welchem ich von Ihrer Verwundung hörte, wird mir unvergeßlich sein.“

„Ist Ihr Gedächtnis wirklich ein so treues?“

„In Beziehung auf Sie, jedenfalls. Dieser Augenblick ist ja einer der wichtigsten meines Lebens.“

„Inwiefern, lieber Cousin?“ fragte Margot ahnungslos.

„Weil er mir Aufschluß über mich gegeben hat. Ich habe da erkannt, wie teuer, wie wert Sie mir sind.“

„Ich hoffe allerdings, daß es Ihnen nicht ganz gleichgültig ist, ob man Ihre Cousine erschießt oder nicht, Herr Baron.“

Diese Worte sagte Frau Richemonte. Sie erteilte ihnen einen scherzenden Klang, welcher ihn abschrecken sollte. Sie hatte mit scharfem Auge erkannt, daß er im Begriff stehe, die schönste Liebeserklärung vom Stapel zu lassen. Er aber merkte oder beachtete ihre Absicht nicht im geringsten; denn er fuhr fort:

„O bitte, liebe Tante, ich meine das anders, ganz anders! Nicht so allgemein, nicht bloß verwandtschaftlich. Ich habe vielmehr erkannt, daß mein Herz, mein ganzes Leben Margot gehören.“

„Cousin!“ sagte da Margot erschrocken.

„Ja“, antwortete er. „Ich hoffe, daß du es mir glauben wirst. Ich fühle, daß ich ohne dich nicht leben kann.“

Er machte Anstalt, vor dem Bett niederzuknien, blieb aber stehen, als er eine Armbewegung Margots sah, in welcher sich Schreck ausdrückte.

„Du scherzest“, sagte sie.

„Scherzen? Oh, ich bitte dich im Gegenteil, es so ernst wie möglich zu nehmen.“

Sie blickte ihm in das hübsche, jugendliche Gesicht, und über das ihrige glitt ein leises Lächeln, als sie ihm sagte:

„Du dauerst mich da sehr, lieber Cousin.“

„Warum?“ fragte er sie befremdet.

„Weil du sterben mußt.“

„Sterben? Ich? – Inwiefern?“ fragte er erblassend. „So hältst du mich für krank?“

„Das nicht. Aber sagtest du denn nicht soeben, daß du ohne mich nicht leben kannst?“

„Ja, allerdings.“

„Nun, also wirst du sterben müssen.“

Er blickte sie starr an, trat einen Schritt zurück und fragte dann in verwundertem Ton:

„Wie? Verstehe ich dich recht?“

„Wie hast du mich verstanden?“

„Ich verstehe dich dahin, daß du mich nicht liebst.“

„Oh, ich liebe dich freilich; du bist ja mein Cousin.“

Er machte eine Gebärde des Unwillens und antwortete:

„So meine ich es nicht.“

„Wie denn?“

„Nicht als Cousin sollen Sie mich lieben, sondern anders, ganz anders. Ich will von Ihnen als Bräutigam, als Mann geliebt sein.“

Ihr Lächeln wurde noch schalkhafter als vorher.

„So werden Sie doch sterben müssen“, sagte sie im Ton des Bedauerns.

„Ah!“ seufzte er.

„Ja, ohne Gnade und Barmherzigkeit.“

„Das soll heißen, ich kann Ihr Bräutigam nicht sein?“ Da schlug er ganz überrascht die Hände zusammen und rief: „Mein Himmel, da falle ich ja wie aus den Wolken.“

„Bitte, tun Sie sich dabei keinen Schaden.“

„Wollen Sie meiner spotten?“ fragte er sehr ernsthaft.

„Nein, lieber Cousin. Aber wie es scheint, haben Sie es für eine ganz und gar ausgemachte Sache gehalten, daß Sie mein Bräutigam werden?“

„Allerdings“, antwortete er rasch.

„Das überrascht mich sehr.“

„Warum?“

„Sie hätten sich vorher informieren sollen, ob Sie da auf kein Hindernis stoßen.“

„Welch' ein Hindernis sollte denn da vorhanden sein?“

„Oh, das größte, welches es geben kann: ein Bräutigam.“

Es war beinahe belustigend anzusehen, wie er jetzt vor Erstaunen den Mund öffnete.

„Das wäre allerdings ein ganz bedeutendes Hindernis!“ sagte er verblüfft.

„Welches Sie natürlich gelten lassen.“

„Nun, haben Sie denn einen Bräutigam, Margot?“

„Schon längst!“

„Donnerwetter! Dem Kerl drehe ich den Hals – ah, verzeihen Sie! Aber ich glaube wirklich, daß Sie nur ein wenig Scherz treiben!“

Jetzt schüttelte sie sehr ernst ihr schönes Köpfchen und sagte:

„Nehmen Sie es nicht übel, lieber Cousin. Sie sind da ein wenig zu unvorsichtig vorgegangen. Sie sind Baron, wohlhabend und von leidlich angenehmen Äußeren; die Damen sind Ihnen daher stets freundlich entgegengekommen, und das hat in Ihnen die Ansicht hervorgebracht, daß Liebe und Gegenliebe ganz selbstverständlich sei. Darum ist es Ihnen auch gar nicht eingefallen, zu fragen, ob Ihnen jemals eine Abweisung werden könne. Ich bedaure Sie, aber ich bin überzeugt, daß Sie nicht unglücklich sein werden.“

1 ... 31 32 33 34 35 36 37 38 39 ... 101
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)