Napoleons letzte Schlacht
- Автор: Май Карл
- Серия: Liebe des Ulanen #2
- Год: 1983
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Napoleons letzte Schlacht». Краткое содержание книги:
„Und Mademoiselle werden einen sehr strengen Kaiser kennenlernen. Ich habe bereits über Ihre Zukunft bestimmt; Sie haben nicht zu appellieren. Wo befindet sich jetzt dieser Kapitän?“
„Sire hatte in ja in Dero Gefolge.“
„Er wurde entfernt; man wird nach ihm suchen.“
Es war zu sehen, daß der Kaiser eifersüchtig war. Diesem Kapitän gönnte er das schöne Geschöpf nicht. Er stand auf und sagte im strengen Ton:
„Bis morgen wird Mademoiselle sich entscheiden, ob sie eine gehorsame Untertanin sein will oder nicht. Nur in ersterem Fall ist Hoffnung vorhanden, daß die Ungnade, welche der Kapitän so verdientermaßen auf sich geladen hat, wieder von ihm genommen werde.“
„Sire, diese Ungnade wird ihn nicht drücken“, antwortete sie mutig.
„Mademoiselle ist sehr kühn!“ rief der Kaiser zornig.
„Ich sage die Wahrheit. Denn mein Verlobter befindet sich bereits in Sicherheit. Er wird Gelegenheit haben, jenseits von Frankreichs Grenzen vom heutigen Abend zu berichten und von dort aus seine Braut zu reklamieren.“
Der Kaiser stand sprachlos vor Erstaunen. In dieser Weise hatte noch niemand zu ihm gesprochen. Endlich fand er Worte.
„Mademoiselle scheint die Absicht zu haben, in ein Kloster zu gehen“, sagte er.
„Sire“, sagte sie, „ich hoffe, daß eine jede Untertanin Frankreichs das Recht besitzt, ihre Selbstbestimmung zu behaupten. Ich erteile das Recht, für mich zu sorgen, nur meinem Bräutigam.“
Er warf ihr einen vernichtenden Blick zu.
„Pah!“ sagte er. „Sie sind sehr schön, aber – außerordentlich dumm.“
Nach diesen Worten verließ er das Zimmer, ohne Frau Richemonte oder deren Tochter nochmals anzusehen. Sein Gesicht hatte jenen starren, marmornen Ausdruck angenommen, der ihm eigentümlich war, sobald er einen festen, unerschütterlichen Entschluß gefaßt hatte.
„Welch ein Unglück“, sagte Frau Richemonte. „Wir sind verloren!“
„Nein, wir haben gewonnen!“ antwortete Margot.
„Da täuschest du dich sehr.“
„Im Gegenteil, ich habe vollkommen recht.“
„Wieso?“
„Der Kaiser kann ein arm und niedrig geborenes, niemals aber ein dummes Mädchen lieben. Wenn er die Absicht hatte, mich in seine Nähe zu ziehen, so hat er diese Absicht jetzt ganz sicher aufgegeben.“
„Das gebe Gott, sonst sind wir wirklich verloren.“
„Für uns ist mir nicht bange, aber desto mehr für Hugo.“
„Wieso?“
„Gegen ihn wird sich der Grimm des Kaisers richten.“
„Ich denke, er befindet sich in Sicherheit.“
„Jetzt wohl nicht mehr. Bitte, Mama, benachrichtige sofort die Baronin von dem Vorgefallenen, damit sie ihre Vorkehrungen trifft.“
Frau Richemonte entfernte sich, um diesem Wunsch der Tochter zu willfahren.
Königsau lag oben auf dem Dach vor dem Ventilator. Er hatte die ganze Szene mitangesehen und angehört. Jetzt, nachdem der Kaiser gegangen war, verschloß er das Loch und forschte unter den übrigen Ventilatoren. Er hatte den richtigen sehr bald gefunden. Er konnte jetzt genau das Zimmer Napoleons überblicken, in welches dieser letztere soeben eingetreten sein mußte.
„Die Baronin!“ hörte er den Kaiser sagen.
Der Diener, welchem dieser Befehl gegolten hatte, entfernte sich schleunigst.
„Ah, jetzt fragt er nach mir!“ dachte Königsau.
Der Kaiser saß finster sinnend in seinem Sessel. Als die Baronin eintrat, fuhr er mit dem Kopf empor, sah sie scharf an und fragte:
„Sie sind eine brave Französin?“
„Ja, hoffe ich, Sire“, antwortete sie.
Sie wußte noch nicht, weshalb der Kaiser sie hatte rufen lassen.
„Sie werden jetzt Gelegenheit haben, mir dies zu beweisen“, sagte der letztere. „Seit wann ist Ihr Verwandter, der Seekapitän, der Verlobte von Mademoiselle Richemonte?“
Sie erschrak. Also hatte er dies erfahren! Von wem? Hier galt es, sehr vorsichtig zu antworten, um keinen Fehler zu begehen.
„Seit einigen Monaten“, sagte sie.
„Wo lernte er sie kennen?“
„In Paris.“
„Ist er reich?“
„Ja“, antwortete sie getrost.
„Seit wann befindet er sich hier bei Ihnen?“
„Seit kurzen Tagen.“
„Wo ist er in diesem Augenblick zu treffen?“
„Das weiß ich nicht, Sire.“
„Ich hoffe, daß Sie es dennoch wissen!“
Er schien sie jetzt mit seinen Augen durchbohren zu wollen. Sie hielt diesen Blick ruhig und standhaft aus und antwortete mit fester Stimme:
„Sire, ich sagte die Wahrheit.“
„Sie haben auch keine Ahnung?“
„Ich ahne nur, daß er sich schleunigst über die Grenze geflüchtet hat, um den Folgen, welche das Mißfallen Ew. Majestät nach sich ziehen könnte, zu entgehen.“
„Hier auf dem Meierhof befindet er sich nicht?“
„Nein, sonst wüßte ich es.“
„Das ist gut für Sie; denn ich werde den Hof augenblicklich durchsuchen lassen. Haben Sie mir also vielleicht eine Bemerkung zu machen?“
„Nein, Sire.“
„So können Sie sich entfernen.“
Sie ging. Kaum hatte sie das Zimmer verlassen, so ergriff der Kaiser die Glocke.
„General Drouet“, befahl er dem Diener, welcher auf dieses Zeichen eingetreten war und sich eiligst entfernte, um den Befehl auszuführen.
Drouet ließ kaum zwei Minuten auf sich warten.
„Sie entsinnen sich des Kapitäns, von welchem bei Tafel die Rede war?“ fragte Napoleon.
„Sehr wohl, Sire.“
„Ich wünsche, ihn zu fassen. Lassen Sie sofort den ganzen Hof genau nach ihm durchsuchen. Findet er sich nicht, so sind berittene Piquets auszusenden, um ihn zu ergreifen. Er kann sich noch nicht weit entfernt haben.“
Er machte die Bewegung der Entlassung, als Drouet dennoch stehen blieb, fragte er:
„Was noch?“
„Nachrichten vom Feind, Majestät.“
„Ah!“ rief der Kaiser, rasch aufspringend. „Von welchem Feind? Von den Engländern oder den Preußen?“
„Von beiden, Sire.“
„Wer brachte sie?“
„Kapitän Richemonte, mein bester Eclaireur.“
„Richemonte? Ah, ist er vielleicht mit Frau Richemonte verwandt, welche sich hier auf dem Hof als Gast befindet?“
„Möglich, ich weiß es nicht.“
„Wo befindet sich der Kapitän?“
„In meinem Arbeitskabinett.“
„Er soll augenblicklich zu mir kommen. Nachdem Sie meinen vorigen Befehl ausgeführt haben, bringen Sie Ney und Grouchy zu mir.“
Der General entfernte sich eiligst, und nach ganz kurzer Zeit meldete der Diener den Kapitän Richemonte, welcher auch sogleich eintrat.
Napoleon betrachtete ihn mit scharfem Auge, konnte aber eine Ähnlichkeit zwischen ihm und Margot nicht entdecken. Er fragte: „Wo sind Sie geboren, Kapitän?“
„In Paris, Sire“, antwortete der Gefragte.
„Wo lebten Sie zuletzt?“
„Ebendaselbst.“
„Sie standen im Dienst?“
„Nein.“
„Warum nicht?“
„Ich wollte nur meinem Kaiser dienen, nicht aber dem König, welchen uns die Feinde aufzwangen.“
„Das ist brav, Kapitän. Man wird solche Treue zu belohnen wissen. Haben Sie Verwandte?“
Der Kapitän horchte bei dieser Frage auf. Hatte sie einen näheren Zweck?
„Ja“, antwortete er.
„Wen?“
„Mutter und Schwester.“
„Ah! Wie heißt diese Schwester?“
„Margot, Sire.“
Napoleon nickte sehr schnell mit dem Kopf.
„Aber Sie sehen dieser Schwester nicht ähnlich!“ sagte er.
„Es sind Stiefmutter und Stiefschwester, Majestät.“
„Ah! Wo befinden sie sich?“
„Hier auf dem Meierhof.“
Er konnte keine andere Antwort geben, denn er sagte sich, daß der Kaiser seine Schwester gerade heute und hier gesehen haben müsse.