Weltraum-Mollusken erobern die Erde
- Автор: Хайнлайн Роберт Энсон
- Год: 1979
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Weltraum-Mollusken erobern die Erde». Краткое содержание книги:
Jeder Mensch, der in den Dienst der Eroberer aus dem All gepreßt wurde, hatte sein eigenständiges Denken verloren. Für ihn gab es nur noch Befehle, die auf die völlige Versklavung der Menschheit hinzielten.
Der weltberühmte amerikanische Autor schrieb mit diesem Roman die Geschichte einer unheimlichen Invasion.
»Ich bin sichtlich erleichtert«, verkündete ich. »Einen Augenblick lang glaubte ich schon, er würde mir nicht gestatten, dich zu behalten.«
Mary blickte hoch und lächelte. »Du hättest dir keine Sorgen zu machen brauchen. Ich bin zu zwei Dritteln selbst eine Katze.«
»Und wie steht es mit dem restlichen Drittel?«
»Das wirst du noch erfahren.«
Von da an blieb der Kater fast die ganze Zeit bei uns.
Mary beschwor nie Szenen herauf. Sie liebte es nicht, die Vergangenheit zu erwähnen, d.h. von meiner eigenen ließ sie mich erzählen, aber über die ihre schwieg sie sich aus. Als ich einmal anfing, danach zu fragen, wechselte sie den Gesprächsstoff, indem sie sagte: »Gehen wir uns den Sonnenuntergang betrachten.«
»Sonnenuntergang?« wunderte ich mich. »Das kann nicht sein wir haben doch eben das Frühstück beendet.« Daß ich die Tageszeiten so durcheinandergebracht hatte, versetzte mich mit einem Ruck wieder in die rauhe Wirklichkeit. »Mary, wie lange sind wir schon hier oben?«
»Ist das so wichtig?«
»Teufel, leider ja! Es ist mehr als eine Woche, davon bin ich überzeugt. Eines Tages werden unsere Funkgeräte sich unangenehm laut bemerkbar machen, und dann heißt es: >Zurück in die Tretmühlen«
»Was ändert das an der Zeit, die uns noch bleibt?«
Ich bestand darauf nachzusehen, welchen Tag wir hatten. Wenn ich den Fernsehapparat eingeschaltet hätte, wäre mir das sofort klargeworden, aber wahrscheinlich geriet ich in eine Nachrichtenansage hinein, und das wollte ich nicht. Ich tat immer noch so, als lebten Mary und ich in einer anderen Welt, in der es keine Titanier gab. »Mary«, sagte ich griesgrämig, »wie viele Tempuspillen hast du?«
»Keine.«
»Nun, meine reichen für uns beide. Laß uns die Zeit verlängern.
Angenommen, wir hätten noch vierundzwanzig Stunden für uns, dann könnten wir sie für unser Empfinden in einen Monat verwandeln.«
»Nein.«
»Warum nicht? Heißt es nicht: carpe diem?!«
Sie legte ihre Hand auf meinen Arm und blickte mir in die Augen. »Nein, Liebling, das ist nichts für mich. Ich muß jeden Augenblick erleben und lasse ihn mir nicht verderben, indem ich mir über den nächsten den Kopf zerbreche.« Ich machte ein verstocktes Gesicht. Sie fuhr fort: »Wenn du die Pillen nehmen willst, habe ich nichts dagegen, aber verlange es, bitte, nicht von mir.«
»Verdammt noch mal, allein unternehme ich keine Vergnügungsfahrt.« Sie antwortete nicht, und das ist die unangenehmste Art, die ich kenne, in einer Meinungsverschiedenheit Sieger zu bleiben.
Streit gab es jedoch nie. Wenn ich es darauf anlegte, gab Mary immer nach. Irgendwie kam aber am Ende stets heraus, daß ich mich geirrt hatte. Ich versuchte einige Male, mehr über Mary zu erfahren. Schließlich mußte ich doch etwas über die Frau wissen, mit der ich verheiratet war. Einmal sah sie mich bei einer solchen Frage nachdenklich an und antwortete: »Ich weiß wirklich nicht, ob ich je eine Kindheit hatte oder ob ich nur letzte Nacht davon träumte.«
Ich fragte sie rundheraus nach ihrem Namen. »Mary«, erwiderte sie still.
»Heißt du wirklich so?« Ich hatte ihr längst schon meinen richtigen Namen verraten, aber wir verwendeten weiterhin >Sam<.
»Gewiß, Liebling. Seit du mich das erste Mal so gerufen hast, bin ich Mary.«
»Also gut. Du bist meine geliebte Mary. Aber wie hast du dich früher genannt?«
Ihre Augen nahmen einen merkwürdigen, gleichsam verletzten Ausdruck an, aber sie antwortete ruhig: »Man rief mich einst Allucquere.«
»Allucquere«, wiederholte ich versonnen. »Allucquere. Was für ein fremdartiger, schöner Name.«
»Ich heiße jetzt Mary.« Und dabei blieb es. Irgendwo und irgendwann, davon war ich überzeugt, war Mary ein Leid geschehen, hatte sie schweren Kummer gehabt. Aber wahrscheinlich würde ich nie etwas davon erfahren. So machte ich mir bald auch keine
Gedanken mehr darüber. Ich nahm sie, wie sie war, jetzt und allezeit, und ich gab mich damit zufrieden, mich in dem warmen Licht ihrer Gegenwart zu sonnen.
Ich rief sie weiterhin Mary, aber der Name, den sie einst getragen hatte, ging mir nicht mehr aus dem Sinn. Allucquere ... Allucquere. Ich überlegte, wie er wohl richtig geschrieben würde. Dann wußte ich plötzlich, woran er mich erinnerte. Es hatte einmal eine Gemeinschaft gegeben, eine Kolonie, die eine künstliche Sprache verwendete - auch für Namen ...
Die Whitmaniten - ganz richtig - jene anarchistisch-pazifistische Sekte, deren Anhänger aus Kanada vertrieben wurden und sich auch in Kleinamerika nicht zu halten vermochten. Es gab auch ein Buch, das ihr Prophet geschrieben hatte. >Der Wärmegehalt der Freude<, lautete der Titel. Ich hatte es einmal überflogen; es strotzte von pseudomathematischen Formeln, nach denen man das Glück finden sollte.
Jeder strebt nach >Glück<, genauso wie jeder gegen die >Sünde< ist, aber die Ausübung ihres Kults brachte die Leute in Schwierigkeiten. Sie hatten eine sonderbare und uralte Lösung für ihre sexuellen Probleme, eine Auffassung, die zerstörend wirkte, sobald die Kultur der Whitmaniten mit einer anderen Gesellschaftsordnung in Berührung kam. Selbst Kleinamerika war nicht weit genug entfernt. Irgendwo hatte ich gehört, daß der Rest auf die Venus ausgewandert war. In diesem Falle mußten sie jetzt alle tot sein.
Ich verbannte diese Grübeleien aus meinem Sinn. Hatte Mary den Whitmaniten angehört oder war sie auf diese Weise erzogen worden, so war das ausschließlich ihre Sache. Die Philosophie dieser Sekte sollte jedenfalls niemals unser Glück gefährden. Eine Ehe bedeutete nicht, daß man einen Menschen besitzt, und Ehefrauen sind kein Eigentum.
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Als ich die Tempuspillen das nächste Mal erwähnte, lehnte Mary sie nicht mehr so entschieden ab, sondern schlug vor, wir sollten uns auf die geringste Dosis beschränken. Das war ein vernünftiger Mittelweg.
Ich bereitete das Mittel als Injektion vor, damit es schneller wirkte. Gewöhnlich sah ich, nachdem ich es genommen hatte, auf die Uhr; sobald der Sekundenzeiger scheinbar anhielt, wußte ich, daß ich genug hatte. Aber in meiner Hütte gab es keine Uhren, und keiner von uns beiden trug eine am Finger. Die Sonne ging eben auf, wir waren die ganze Nacht wach gewesen und hatten uns auf einer großen Couch neben dem Kamin behaglich zusammengekuschelt. Dort blieben wir liegen und fühlten uns so wohlig und traumverloren, daß ich schon dachte, die Droge habe nicht gewirkt. Dann merkte ich, daß die Sonne nicht mehr höher stieg. Ich beobachtete einen Vogel, der am Fenster vorbeiflatterte. Wenn ich ihn lange genug anstarrte, konnte ich seinen Flügelschlag verfolgen.
Ich blickte wieder auf meine Frau. Pirat lag zusammengerollt auf dem Bauch, die Pfoten weggestreckt wie in einen Muff. Die beiden schienen zu schlummern. »Wie wäre es mit einem Frühstück? Ich bin am Verhungern«, sagte ich.
»Hol du es«, bat sie. »Wenn ich mich rühre, störe ich Pirat.«
»Du hast gelobt, mich zu achten und zu lieben sowie mir das Frühstück zu bereiten«, neckte ich sie und kitzelte sie an den Beinen. Sie schnappte nach Luft und zog die Knie an. Der Kater miaute empört und landete auf dem Boden.
»Ach, Liebling«, jammerte sie. »Du bist schuld, daß ich mich zu schnell bewegt habe. Jetzt ist er beleidigt.«