Weltraum-Mollusken erobern die Erde
- Автор: Хайнлайн Роберт Энсон
- Год: 1979
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Weltraum-Mollusken erobern die Erde». Краткое содержание книги:
Jeder Mensch, der in den Dienst der Eroberer aus dem All gepreßt wurde, hatte sein eigenständiges Denken verloren. Für ihn gab es nur noch Befehle, die auf die völlige Versklavung der Menschheit hinzielten.
Der weltberühmte amerikanische Autor schrieb mit diesem Roman die Geschichte einer unheimlichen Invasion.
Er befand sich noch immer an der Stelle, wo ich ihn zurückgelassen hatte, und war übel zugerichtet. Ich hielt ihn für tot, aber als ich ihn streichelte, hob er den Kopf. »Du tust mir so leid, alter Bursche«, flüsterte ich.
Ihn versorgte ich auf die gleiche Weise wie Mary, nur scheute ich mich, ihm ein Schlafmittel zu geben. Dann suchte ich das Badezimmer auf und besah die Schäden, die ich selbst erlitten hatte.
Das Ohr hatte zu bluten aufgehört, und ich beachtete es nicht weiter. Kummer bereiteten mir nur meine Hände. Ich steckte sie unter das heiße Wasser und heulte auf, dann trocknete ich sie mit dem Fön, und auch das schmerzte. Ich konnte mir nicht vor stellen, wie ich sie verbinden sollte, und außerdem brauchte ich sie.
Schließlich schüttete ich etwa dreißig Gramm einer gallertigen Brandsalbe in ein Paar Plastikhandschuhe und zog sie an. Das Mittel enthielt einen schmerzstillenden Zusatz, der mir ein wenig Linderung verschaffte. Dann ging ich ans Stereophon und rief den Dorfarzt an. Ich erläuterte ihm, was geschehen war, berichtete, was ich bereits unternommen hatte, und bat ihn, sofort zu kommen.
»Bei Nacht?« sagte er. »Sie scherzen wohl.«
Ich versicherte ihm, daß ich keineswegs spaße.
»Mensch, verlangen Sie nichts Unmögliches von mir«, antwortete er. »Ihre Meldung ist die vierte Unglücksnachricht in diesem Bezirk; keiner geht nachts vor die Tür. Am Morgen werde ich den ersten Besuch bei Ihnen machen und nach Ihrer Frau sehen.«
Ich sagte ihm, daß er sich am Morgen zum Teufel scheren solle, und hängte ein.
Kurz vor Mitternacht verendete Pirat. Ich beerdigte ihn sogleich, damit Mary ihn nicht zu Gesicht bekam. Das Schaufeln tat meinen Händen weh, aber der Ka-ter benötigte keine tiefe Grube. Ich sagte ihm Lebewohl und kehrte wieder ins Haus zurück. Mary schlief ruhig; ich zog einen Stuhl ans Bett und bewachte sie. Wahrscheinlich schlummerte ich zeitweise ebenfalls ein, genau kann ich mich aber nicht mehr daran erinnern.
23
Als es dämmerte, fing Mary an, sich unruhig herumzuwälzen und zu stöhnen. Ich legte ihr meine Hand auf den Arm. »Komm, Kindchen. Es ist alles gut. Sam ist hier.«
Sie öffnete die Augen, und eine Sekunde lang lag wieder der gleiche entsetzte Ausdruck in ihnen wie vorher. Dann erblickte sie mich und war wie erlöst. »Sam! O Liebling, ich hatte einen ganz schrecklichen Traum.«
»Nun ist alles gut«, wiederholte ich.
»Warum trägst du Handschuhe?« Sie bemerkte ihre Verbände und machte ein bestürztes Gesicht. »Also war es kein Traum!«
»Nein, Liebste. Aber nun ist alles in Ordnung. Ich habe den Parasiten getötet.«
»Das hast du getan? Und ist er sicher tot?«
»Zuverlässig.«
»O Sam, komm her und halte mich ganz fest. Nimm mich in deine Arme!«
Ich gehorchte und bemühte mich, ihre Brandwunden zu schonen.
Sogleich hörte sie zu zittern auf. »Verzeih, Liebling, ich bin doch ein recht schwaches Weib. Erzähl mir jetzt, was vorgefallen ist. Ich erinnere mich nur noch
an den Augenblick, in dem du versuchtest, mich gewaltsam in den Kamin zu drücken.«
»Mary, schau, ich konnte nicht anders, ich mußte es tun; sonst hätte ich den Parasiten nicht weggebracht!«
»Ich weiß es, du Guter, ich weiß es, und ich danke dir aus tiefstem Herzen dafür.«
Wir weinten beide, und ich putzte mir die Nase. Dann berichtete ich: »Du antwortetest nicht, als ich dich rief, so ging ich ins Wohnzimmer und fand dich dort vor.«
»Jetzt entsinne ich mich. Ach, Liebling, ich habe mich so dagegen gewehrt!«
Ich starrte sie an. »Das merkte ich - du versuchtest davonzulaufen. Aber wie hast du das fertiggebracht? Wenn ein Parasit dich einmal erwischt hat, bist du machtlos. Es gibt keine Möglichkeit, gegen ihn anzukämpfen.«
»Ja, das habe ich gemerkt, aber ich habe mich wenigstens bemüht. Pirat kam sogleich herbei. Den Parasiten entdeckte ich erst, nachdem ich ihn berührt hatte. Dann war es zu spät.« Sie setzte sich auf. »Wo steckt der Kater? Fehlt ihm etwas? Ruf ihn doch.«
So mußte ich ihr von Pirat erzählen. Sie lauschte mit ausdruckslosem Gesicht, nickte und erwähnte ihn nie wieder. Ich wechselte das Thema. »Jetzt, wo du aufgewacht bist, will ich dir aber erst einmal Frühstück machen.«
»Geh nicht fort!« Ich zögerte. »Bleibe in Sichtweite auf jeden Fall«, bettelte sie. »Das Frühstück werde ich holen.«
»Gar nichts wirst du. Du bleibst im Bett und bist ein braves Mädchen.«
»Komm her und ziehe die Handschuhe aus. Ich möchte deine Hände ansehen.« Den Gefallen konnte ich ihr nicht tun. Nicht einmal denken durfte ich daran, denn das schmerzstillende Mittel hatte zu wirken aufgehört. Grimmig sagte sie: »Wie ich mir gedacht habe. Du bist schlimmer zugerichtet als ich.«
Sie besorgte das Frühstück und aß auch etwas, während ich nur Kaffee wollte. Bald darauf schob sie ihren Teller beiseite und meinte: »Liebling, ich bin über diesen Vorfall nicht traurig. Jetzt weiß ich Bescheid. Wir haben es beide erlebt.« Ich nickte stumm. Sie stand auf. »Wir müssen jetzt gehen.«
»Ich weiß.« Wir brauchten nicht darüber zu reden. Beide wußten wir, daß die Musik verklungen war und es Zeit wurde, wieder an die Arbeit zu gehen. Die alte Maschine, mit der wir gekommen waren, ruhte immer noch auf meinem Landeplatz.
Binnen drei Minuten hatten wir die Teller verbrannt, alle Geräte abgeschaltet und waren startbereit.
Wegen meiner Hände saß Mary am Steuer. Als wir in der Luft schwebten, meinte sie: »Fahren wir gera-dewegs in das Büro der Abteilung! Dort können wir uns behandeln lassen und werden erfahren, was sich inzwischen ereignet hat. Oder schmerzen deine Hände zu sehr?«
»Mir ist es recht so«, stimmte ich bei. Ich wollte Bescheid über die Lage erhalten und wieder mit anpak-ken.
Ein Gedanke quälte mich, und ich erwähnte ihn Mary gegenüber. »Man sollte doch meinen, daß ein Schneckenwesen lieber zur Hölle führe als eine Katze zu besteigen.«
»Ich dachte das auch.«
»Aber warum mußte Pirat daranglauben? Es muß einen Sinn haben; alles, was die Scheusale tun, hat von ihrem Gesichtspunkt aus einen Zweck - eine furchtbare Bedeutung.«
»Aber es war doch sehr klug von ihnen. Auf diese Weise haben sie einen Menschen gefangen.«
»Das schon, aber wie verfielen sie auf diesen Gedanken? Sicher sind sie nicht so zahlreich, daß sie es sich leisten können, sich auf Katzen zu setzen, nur wegen der unsicheren Möglichkeit, daß dieses Tier sie an einen Menschen heranbringt. Oder gibt es wirklich so viele Parasiten?« Ich erinnerte mich an die vollständig unterjochte Stadt Kansas und erschauerte.
»Warum fragst du mich, Liebling? Mein Gehirn taugt nicht für tiefschürfende Analysen.«
»Spiel nicht das dumme kleine Mädchen und streng deinen Verstand ein wenig an. Woher kam der Parasit? Er mußte von dem Rücken eines Zwischenwirts auf unseren Pirat gelangt sein. Wer hat ihn beherbergt? Ich würde auf den alten Ziegen-John tippen. Einen anderen hätte Pirat nicht an sich herankommen lassen.«
»Der alte John?« Mary schloß die Augen und öffnete sie wieder. »Gefühlsmäßig kann ich dazu gar nichts sagen. Ich bin nie in seiner Nähe gewesen.«
»Andere Überträger scheiden aus, also müßte meine Annahme stimmen. Der alte John trug einen Überrock, als sich die anderen alle dem Befehl gefügt und den Rücken entblößt hatten. Also war er schon befallen, ehe die Losung ausgegeben wurde. Aber warum sucht sich ein Schmarotzer ausgerechnet einen Eremiten hoch oben in den Bergen aus?«