Weltraum-Mollusken erobern die Erde
- Автор: Хайнлайн Роберт Энсон
- Год: 1979
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Weltraum-Mollusken erobern die Erde». Краткое содержание книги:
Jeder Mensch, der in den Dienst der Eroberer aus dem All gepreßt wurde, hatte sein eigenständiges Denken verloren. Für ihn gab es nur noch Befehle, die auf die völlige Versklavung der Menschheit hinzielten.
Der weltberühmte amerikanische Autor schrieb mit diesem Roman die Geschichte einer unheimlichen Invasion.
Vargas zuckte die Achseln. »Aber wir wissen, daß sie sich vermehren.« Er wies auf die Affen.
»Und ich glaube eher, daß es sich nicht um eine Vermehrung handelt, sondern um einen einzigen Organismus, der sich mehr Raum verschafft«, widersprach McIlvaine. »Nein, Doktor, ist es denn möglich, daß jemand so befangen in der Vorstellung des Zygo-ten-Gameten-Kreislaufs ist und eine andere Möglichkeit völlig außer acht läßt?«
Vargas brauste auf: »Aber im ganzen System ...«
McIlvaine schnitt ihm die Rede ab: »Den Menschen, die Erde und die Sonne als den Mittelpunkt alles Geschehens zu betrachten, halte ich für eine rückständige Auffassung. Diese Geschöpfe stammen vielleicht von einem Planeten außerhalb des Sonnensystems.«
»O nein!« rief ich, und blitzartig sah ich ein Bild des Saturnmondes Titan vor mir und hatte das Gefühl, als müsse ich ersticken.
Keiner der beiden Männer beachtete meinen Einwurf. McIlvaine redete weiter.
Var gas ließ einen Pavian, der ein Schneckenwesen trug, in den Käfig zu den Gibbons und Schimpansen setzen. Kaum hatte man den Neuling hineingeschubst, versammelten sich die Affen in einem Kreis, mit den Gesichtern nach außen, während sich ihre Parasiten berührten. McIlvaine zeigte triumphierend mit dem Finger auf sie. »Sehen Sie? Das Beisammensein dient nicht der Vermehrung, sondern dem Austausch von Erinnerungen. Der vorübergehend getrennte Organismus hat sich jetzt wieder zu einer höheren Einheit zusammengeschlossen.«
Das gleiche hätte ich ihm ohne hochgelehrten Doppelsinn sagen können. Ein Parasit, der von den anderen lange getrennt gewesen ist, trachtet immer danach, so schnell wie möglich mit seinen Artgenossen Fühlung zu bekommen.
»Das ist eine willkürliche Annahme!« schnaubte Vargas. »Die Geschöpfe haben jetzt nur keine Gelegenheit, sich zu vermehren. George!« Er befahl dem obersten Tierwärter, noch einen Affen herbeizubringen.
»Den kleinen Abe?« fragte der Mann.
»Nein, ich möchte einen ohne Parasiten.«
»Wie wäre es mit Satan?« fragte der Wärter.
»Gut, aber machen Sie schnell!«
So schaffte man Satan, einen kohlschwarzen Schimpansen, herbei. Die Männer stießen ihn zu den anderen hinein. Er wich bis zur Tür zurück und begann zu winseln.
Zuerst starrten ihn die befallenen Affen an wie ein versammeltes Schwurgericht. Das dauerte eine ganze Weile. Satans Klagelaute wurden zu einem leisen Stöhnen, und er bedeckte das Gesicht mit den Pfoten. Kurz darauf sagte Vargas: »Doktor! Sehen Sie!«
»Wo?«
»Lucy, das alte Weibchen - dort.« Er wies mit dem Finger auf sie.
Es war die schwindsüchtige Affenmutter, die über die Gibbons herrschte. Ihr Rücken war uns zugekehrt; das Schneckenwesen darauf hatte sich zu einer Halbkugel zusammengezogen. Über die Mitte lief eine schillernde Linie nach unten.
Wie ein Ei begann der Schleimklumpen sich zu teilen. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Spaltung vollzogen war. Eines der neuentstandenen Schnek-kenwesen ballte sich über dem Rückgrat der Äffin zusammen; das andere bewegte sich fließend den Rücken hinunter. Lucy ließ sich fast ganz zu Boden sinken; der Schmarotzer glitt von ihr herab und plumpste sachte auf den Beton. Langsam kroch er auf Satan zu. Der Affe schrie heiser auf und schwang sich zum Dach des Käfigs hinauf.
So wahr mir Gott helfe - die übrigen schickten eine Gruppe aus, um ihn zu fangen - zwei Gibbons, einen Schimpansen und den Pavian. Sie rissen Satan los, schleppten ihn hinunter und drückten ihn mit dem Gesicht nach abwärts auf den Boden.
Das Schneckenwesen kam näher.
Es war noch gut einen halben Meter entfernt, da wuchs ihm ein Scheinfuß. Zuerst streckte sich langsam ein stielförmiges Gebilde aus der Masse, das sich wie eine Kobra hin und her wiegte. Dann holte es aus und traf wie eine Peitsche den Fuß des Affen. Die anderen ließen ihn sofort los, aber Satan regte sich nicht.
Der Titanier schien sich mit dem Ausläufer, den er vorgestülpt hatte, selbst heranzuziehen und heftete sich an Satans Fuß. Von dort kletterte er hoch; als er am unteren Ende der Wirbelsäule angelangt war, setzte sich der Affe auf, schüttelte sich und gesellte sich zu den übrigen.
Vargas und McIlvaine fingen aufgeregt, aber offensichtlich wenig erschüttert, miteinander zu reden an. Ich hätte am liebsten alles kurz und klein geschlagen. So nahe ging mir das Geschehnis, um meiner selbst willen, aber auch aus Mitgefühl mit Satan und der ganzen Affenschar.
McIlvaine blieb dabei, daß wir etwas erblickt hätten, was für unsere Begriffe völlig neuartig war. Er sprach von einem Geschöpf, das seinen Anlagen nach unsterblich sei und als Einzelwesen - besser gesagt als Gruppeneinheit - ewig lebte.
Soweit es mich anging, wußte ich über derlei Dinge nicht Bescheid, und sie waren mir auch gleichgültig. Mir lag nur eines am Herzen: die Mollusken auszurotten.
20
O Wunder! Als ich zurückkehrte, war der Alte zu sprechen. Ich erzählte, was ich gesehen hatte, und fügte auch ergänzend hinzu, was ich von Var gas und McIlvaine dachte.
»Sie kommen mir vor wie Pfadfinder, die ihre Markensammlungen vergleichen«, beklagte ich mich.»Wie ernst die Lage eigentlich ist, haben sie nicht erfaßt.«
Der Alte schüttelte den Kopf. »Unterschätze sie nicht, mein Sohn«, mahnte er. »Wahrscheinlich werden sie die Lösung eher finden als du und ich.«
»Bah!« sagte ich. »Es ist eher zu befürchten, daß sie diese Schmarotzer entwischen lassen.«
»Haben sie dir von dem Elefanten erzählt?«
»Von welchem Elefanten?«
»Ein Affe mit einem Parasiten ist irgendwie ausgebrochen. Man fand ihn zu Tode getrampelt im Elefantenhaus. Und einer der Dickhäuter war verschwunden.«
»Willst du damit sagen, daß ein Elefant mit einem Schneckenwesen frei herumläuft?«
»Es war ein Weibchen, und man fand es ohne Parasiten in Maryland drüben, wo es seelenruhig Kohlköpfe aus dem Boden zog«, berichtete der Alte.
»Wo ist das Schneckenwesen hingekommen?« Unwillkürlich blickte ich um mich.
»In der angrenzenden Ortschaft wurde ein Flugauto gestohlen.
Vermutlich ist der Parasit jetzt irgendwo westlich des Mississippi.«
»Wird irgend jemand vermißt?«
Er zuckte die Achseln. »Wie läßt sich das in einem freien Land feststellen? Zumindest kann der Titanier sich nur auf einem menschlichen Wirt in der Nähe der roten Zone verstecken.«
Seine Bemerkung erinnerte mich an irgend etwas, das ich im Zoo bemerkte, aber noch nicht richtig ausgewertet hatte. Es wollte mir nicht einfallen. Der Alte fuhr fort: »Wir mußten allerdings entschlossen durchgreifen, um dem Befehl Nachdruck zu verleihen, daß alle nur mit bloßen Schultern gehen dürften. Man kam dem Präsidenten mit Einwänden moralischer Art, gar nicht zu reden von dem nationalen Verband für Herrenbekleidung. Eine Abordnung sprach vor, deren Mitglieder sich > Mütter der Republik nannten oder wie der blödsinnige Titel sonst hieß.«
»Und damit muß der Präsident in einem solchen Augenblick seine Zeit vergeuden?«
»McDonough verhandelte mit ihnen. Aber ich wohnte der Verhandlung bei.« Der Alte verzog schmerzlich das Gesicht. »Wir erklärten ihnen, sie könnten den Präsidenten nur sehen, wenn sie nackt vor ihm erschienen. Das hielt sie davor zurück.«
Der Gedanke, der mich geplagt hatte, nahm nun greifbare Form an. »Chef, vielleicht wäre es nötig!«
»Was denn?«
»Daß die Leute sich völlig entkleiden.«
Er kaute an der Unterlippe. »Worauf willst du hinaus?«
»Sind wir sicher, daß sich die Schneckenwesen nur in der Nähe des Gehirns festsetzen können?«
»Du müßtest das doch wissen.«
»Der Ansicht war ich auch, aber jetzt bin ich nicht mehr überzeugt.« Ich erzählte ihm nun ausführlicher, was ich gesehen hatte, als Vargas den armen alten Satan einem Schneckenwesen auslieferte. »Dieser Affe bewegte sich, sobald sein neuer Herr das untere Ende seines Rückgrates erreicht hatte. Die Schmarotzer ziehen es bestimmt vor, bis in die Nähe des Gehirns hinaufzukriechen. Aber vielleicht könnten sie auch in der Unterhose eines Menschen sitzen und nur einen Ausläufer bis zur Wirbelsäule entsenden.«