Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 331 332 333 334 335 336 337 338 339 ... 424
Перейти на страницу:

»Leg dich hin«, sagte er schroff, als Jamie fertig war. »Ich hole noch etwas Holz.«

Er konnte unmöglich still sitzen; es war reichlich Holz da, und doch durchstreifte er die Dunkelheit und hielt sich dabei knapp in Sichtweite des lodernden Feuers.

Er hatte schon viele Nächte wie diese erlebt; allein unter einem Himmel, der so weit war, dass ihm schwindelig wurde, wenn er bis auf die Knochen durchgefroren aufblickte, sich in Bewegung hielt, um warm zu bleiben. Nächte, in denen er um eine Entscheidung gerungen hatte, zu unruhig, um in einer gemütlichen Laubhöhle zu liegen, zu gequält zum Schlafen.

Die Entscheidung hatte auf der Hand gelegen, doch sie war nicht einfach zu fällen gewesen: auf der einen Seite Brianna und alles, was sie mit sich brachte; Liebe und Gefahr, Zweifel und Angst. Und auf der anderen Seite Gewissheit. Das Wissen, wer und was er war – eine Gewissheit, die er aufgegeben hatte, um der Frau willen, die die seine war … und des Kindes, das vielleicht das seine war.

Er hatte selbst gewählt. Verdammt, er hatte selbst gewählt! Nichts und niemand hatte ihn gezwungen; er hatte seine Wahl allein getroffen. Und wenn dies bedeutete, dass er sich von Anfang an neu erschuf, dann hatte er auch diesen Entschluss selbst gefasst! Und er hatte sich auch dazu entschlossen, Morag zu küssen. Bei diesem Gedanken verzog sich sein Mund; von den Konsequenzen dieser winzigen Handlung hatte er sich erst recht keine Vorstellung gemacht.

Ein leises Echo regte sich in seinem Kopf, eine leise Stimme weit hinten im Dunkel seines Gedächtnisses.

»… als was ich geboren wurde spielt keine Rolle, nur das, was ich aus mir mache, nur, was aus mir wird

Wer hatte das geschrieben?, fragte er sich. Montaigne? Locke? Einer von den verflixten Aufklärungsheinis mit ihren fixen Ideen vom Schicksal und dem Individuum? Er hätte zu gern gehört, was sie über Zeitreisen zu sagen hatten! Dann fiel ihm ein, wo er es gelesen hatte, und sein Rückenmark gefror.

»Dies ist das Grimoire der Hexe Geillis. Das ist ein Hexenname, und ich mache ihn zu dem meinen; als was ich geboren wurde spielt keine Rolle, nur das, was ich aus mir mache, nur, was aus mir wird

»Aber sicher!«, sagte er laut und trotzig. »Sicher doch, und du konntest es auch nicht ändern, oder, Oma?«

Hinter ihm erklang ein Geräusch im Wald, und seine Nackenhaare sträubten sich, bevor er erkannte, was es war; es war kein Gelächter, wie er im ersten Moment gedacht hatte – nur der Schrei eines Panthers in der Ferne.

Und sie hatte doch etwas geändert, dachte er plötzlich. Natürlich war es ihr nicht gelungen, Charles Stuart zum König zu machen – doch sie hatte eine ganze Reihe anderer Dinge getan. Und jetzt, da er es recht bedachte … sie und Claire hatten beide etwas getan, das die Dinge verändern musste; sie hatten Kinder von Männern aus einer anderen Zeit bekommen. Brianna … William Buccleigh – und wenn er daran dachte, welchen Einfluss diese beiden Geburten auf sein eigenes Leben hatten, von allen anderen ganz zu schweigen …

Das musste die Geschichte doch verändern, oder? Er setzte sich langsam auf einen umgestürzten Baumstamm und spürte die Rinde kalt und feucht unter sich. Ja, es änderte einiges. Um nur eine Nebenwirkung zu nennen, resultierte seine eigene Geburt aus der Tatsache, dass Geilies Duncan ihr Schicksal selbst in die Hand genommen hatte. Wenn Geilies nicht von Dougal MacKenzie schwanger geworden wäre … allerdings war das natürlich nicht ihr eigentlicher Plan gewesen.

Aber zählte die Absicht? Oder war genau das der Gegenstand seiner Diskussion mit Jamie Fraser gewesen?

Er stand auf, umrundete leise das Feuer und blickte in die Dunkelheit. Fraser lag auf dem Boden, eine buckelige Gestalt in der Dunkelheit, vollkommen reglos.

Er trat nur ganz leicht auf, doch seine Füße knirschten auf den Nadeln. Fraser zuckte nicht einmal. Er hatte die Augen geschlossen. Die Hautflecken hatten sich bis zu seinem Gesicht ausgebreitet. Roger fand, dass seine Gesichtszüge einen aufgedunsenen Eindruck machten und seine Lippen und Augenlider leicht geschwollen aussahen. Im flackernden Licht war es unmöglich zu sagen, ob er noch atmete.

Roger kniete sich neben ihn und rüttelte ihn fest.

»Hey! Lebst du noch?« Er hatte vorgehabt, es in scherzhaftem Ton zu sagen, doch er konnte die Angst in seiner Stimme deutlich hören.

Fraser regte sich nicht. Dann öffnete er ein Auge einen Spalt breit.

»Aye«, brummte er. »Aber es ist nicht besonders angenehm.«

Roger wich ihm nicht mehr von der Seite. Er wischte Jamie das Gesicht mit einem feuchten Tuch ab, bot ihm mehr Whisky an – der zurückgewiesen wurde –, und dann saß er neben der liegenden Gestalt und lauschte jedem einzelnen, rasselnden Atemzug.

Ganz gegen seinen Willen ertappte er sich dabei, dass er Pläne schmiedete, von einer unliebsamen Schlussfolgerung zur nächsten gelangte. Was, wenn es zum Schlimmsten kam? Sosehr ihm der Gedanke widerstrebte, hielt er es doch für möglich; er hatte schon Leute sterben sehen, die nicht annähernd so schlimm aussahen wie Fraser jetzt.

Wenn es also zum Schlimmsten kam und die anderen nicht zurückkehrten, würde er Jamie begraben müssen. Er konnte seinen Körper weder tragen noch liegen lassen; es waren schließlich Panther oder andere Tiere in der Nähe.

Sein Auge schweifte beklommen über die Umgebung. Felsen, Bäume, Gebüsch – alles sah feindselig aus, und die von der Dunkelheit halb getarnten Umrisse schienen im flackernden Feuerschein zu schwanken und sich zu verändern, während der Wind heulte wie ein umherziehendes Tier.

Dort vielleicht; das gezackte Ende eines halb umgestürzten Baumes ragte schräg in der Dunkelheit auf. Er konnte eine flache Grube schaufeln und den Baum dann umreißen und ihn auf das provisorische Grab fallen lassen.

Er presste den Kopf fest gegen seine Knie.

»Nein!«, flüsterte er. »Bitte nicht!«

Der Gedanke, es Brianna sagen zu müssen, es Claire sagen zu müssen, bereitete ihm körperliche Schmerzen, Stiche in Brust und Hals. Und es waren ja nicht nur sie – was war mit Jemmy? Mit Fergus und Marsali, Lizzie und ihrem Vater, den Bugs, den Lindsays, den anderen Familien in Fraser’s Ridge. Sie alle sahen vertrauensvoll zu Fraser auf und ließen sich von ihm leiten; was würden sie ohne ihn tun?

Fraser bewegte sich und stöhnte dabei auf. Roger legte ihm eine Hand auf die Schulter, und er wurde still.

»Geh nicht fort«, dachte er, und die unausgesprochenen Worte steckten ihm als fester Kloß in der Kehle. »Bleib bei uns. Bleib bei mir

Er saß lange da, seine Hand auf Frasers Schulter. Ihm kam der absurde Gedanke, dass er Fraser irgendwie festhielt, ihn auf der Erde verankert hielt. Wenn er bis Sonnenaufgang durchhielt, würde alles gut werden; wenn er seine Hand hob, würde dies das Ende sein.

Das Feuer brannte jetzt nur noch schwach, doch er schob die Notwendigkeit, etwas nachzulegen, von Minute zu Minute auf, weil er nicht loslassen wollte.

»MacKenzie?« Es war nicht mehr als ein Murmeln, doch er beugte sich sofort über Fraser.

»Aye, ich bin hier. Möchtest du Wasser? Einen Tropfen Whisky?« Er hatte die Hand schon nach dem Becher ausgestreckt und verschüttete vor lauter Nervosität das Wasser. Fraser trank zwei Schlucke, dann schob er den Becher mit einer zuckenden Handbewegung beiseite.

»Ich weiß nicht, ob du Recht hast oder nicht«, sagte Fraser. Seine Stimme war leise und heiser, aber deutlich zu verstehen. »Aber wenn du Unrecht hast, Roger, und ich im Sterben liege, dann muss ich dir ein paar Dinge sagen. Ich will es nicht aufschieben, bis es zu spät ist.«

»Ich bin hier«, wiederholte Roger, denn er wusste nicht, was er sonst sagen sollte.

Fraser schloss die Augen und sammelte seine Kraft, dann schob er die Hände unter seinen Körper und drehte sich langsam und umständlich halb auf die Seite. Er verzog das Gesicht und brauchte ein paar Sekunden, um wieder zu Atem zu kommen.

1 ... 331 332 333 334 335 336 337 338 339 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)