Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Bonnet. Ich muss dir sagen, was ich ins Rollen gebracht habe.«
»Aye?« Zum ersten Mal empfand Roger etwas anderes als nur Sorge um Frasers Wohlergehen.
»Da ist dieser Mann namens Lyon – Duncan Innes wird am ehesten wissen, wie du ihn findest. Er verdient sein Geld an der Küste, indem er den Schmugglern der Outer Banks ihre Waren abkauft. Er ist bei der Hochzeit auf mich zugekommen, um zu sondieren, ob ich an einem Whiskyhandel mit ihm interessiert wäre.«
In seinen Grundzügen war der Plan ganz einfach; Jamie hatte vorgehabt, diesen Lyon wissen lassen – wie, das wusste Roger nicht –, dass er bereit sei, sich auf das Geschäft einzulassen, vorausgesetzt, dass Lyon ein Treffen mit Stephen Bonnet arrangierte und damit bewies, dass er einen Mann von der nötigen Reputation und Erfahrung kannte, um den Transport entlang der Küste zu bewerkstelligen.
»Die nötige Reputation«, wiederholte Roger leise. »Aye, die hat er.«
Fraser machte ein Geräusch, das ein Lachen hätte sein können.
»Er wird sich nicht einfach so darauf einlassen – er wird feilschen und Bedingungen stellen –, aber er wird sich darauf einlassen. Sag ihm, dass du so viel Whisky hast, dass er seine Mühe nicht bereuen wird – gib ihm ein Fass von dem Zweijährigen, wenn es sein muss. Wenn er sieht, was die Leute dafür zu zahlen bereit sind, wird er darauf brennen. Der Treffpunkt –« Er hielt stirnrunzelnd inne und atmete kurz ein und aus, bevor er fortfuhr.
»Ich wollte Wylie’s Landeplatz nehmen – aber wenn du es machst, solltest du einen Ort wählen, der dir geeignet erscheint. Nimm die Lindsays als Rückendeckung mit, wenn sie dazu bereit sind. Wenn nicht, such dir jemand anderen; geh nicht allein. Und geh nur, wenn du bereit bist, ihn bei der ersten Gelegenheit umzubringen.«
Roger nickte und schluckte krampfhaft. Jamies Augenlider waren geschwollen, doch er blickte auf, und seine Augen glitzerten scharf im Feuerschein.
»Lass ihn nicht so dicht herankommen, dass er dich mit einem Schwert angreifen kann«, sagte er. »Du machst deine Sache gut – aber du bist nicht gut genug, um es mit einem Mann wie Bonnet aufzunehmen.«
»Bist du es denn?« Roger konnte sich die Frage nicht verkneifen. Er meinte, Fraser lächeln zu sehen, doch es war schwer zu sagen.
»Oh, aye«, sagte er leise. »Wenn ich am Leben bleibe.« Dann hustete er und hob die Hand, um das Thema Bonnet fürs Erste zu beenden.
»Ansonsten … behalte Sinclair im Auge. Er ist ein nützlicher Mann – er weiß alles, was im Distrikt vor sich geht –, aber er ist auch ein Mann, dem du nie den Rücken zukehren darfst.«
Er hielt inne und runzelte nachdenklich die Stirn.
»Du kannst Duncan Innes und Farquard Campbell trauen«, sagte er. »Und Fergus – Fergus wird dir helfen. Ansonsten –« Er verlagerte erneut sein Gesicht und zuckte zusammen. »Sei auf der Hut vor Obadiah Henderson; er wird dich auf die Probe stellen. Viele von ihnen werden das tun, wenn du sie lässt – aber Henderson darfst du nicht lassen. Mit ihm musst du bei der ersten Gelegenheit kurzen Prozess machen – eine andere bekommst du nicht.«
Langsam und unter häufigen Ruhepausen ging er die Liste der Männer aus Fraser’s Ridge, der Einwohner von Cross Creek und der wichtigen Männer aus dem Tal des Cape Fear durch. Ihre Charaktere, ihre Neigungen, ihre Geheimnisse und Verpflichtungen.
Roger kämpfte gegen seine Panik an und bemühte sich, aufmerksam zuzuhören und sich alles einzuprägen. Dabei hätte er Fraser so gern beruhigt, ihm Einhalt geboten, ihm gesagt, er solle sich ausruhen, dies alles sei gar nicht nötig – während er doch wusste, dass es mehr als nötig war. Es stand ein Krieg vor der Tür; man brauchte kein Zeitreisender zu sein, um das zu erkennen. Wenn das Wohlergehen von Fraser’s Ridge – von Brianna, dem Baby und Claire – in Rogers unerfahrene Hände gelegt werden sollte, musste er auf jeden Informationsfetzen hören, den Fraser ihm liefern konnte.
Frasers heisere Stimme verstummte. Hatte er das Bewusstsein verloren? Die Schulter unter Rogers Hand war schlaff und reglos. Er saß still da und wagte es nicht, sich zu bewegen.
Es würde nicht reichen, dachte er, und eine dumpfe Angst nistete sich in seiner Magengrube ein, eine schmerzhafte Furcht unter den schärferen Stichen der Trauer. Er konnte es nicht. Himmel, er konnte doch noch nicht einmal ein Tier schießen, das so groß war wie ein Haus. Und jetzt sollte er in Frasers Fußstapfen treten? Mit seinen Fäusten und seinem Hirn Ordnung bewahren, mit Büchse und Messer eine Familie ernähren, über einem entzündeten Pulverfass auf dem Seil der Politik tanzen, während ihm seine Pächter und seine Familie als Gegengewicht auf den Schultern saßen? An die Stelle des Mannes treten, den sie Ehrwürden nannten? Verdammt unwahrscheinlich, dachte er trostlos.
Frasers Hand zuckte plötzlich. Seine Finger waren dick angeschwollen, die gestraffte Haut rot und glänzend. Roger legte seine freie Hand darauf und spürte, wie sich die Finger in dem Versuch bewegten, sich um die seinen zu schließen.
»Sag Brianna, sie macht mich froh«, flüsterte Fraser. »Gib dem Kleinen mein Schwert.«
Roger nickte, unfähig, etwas zu sagen. Dann begriff er, dass Fraser ihn nicht sehen konnte, und räusperte sich.
»Aye«, sagte er schroff. »Ich werde es ihr sagen.« Er wartete, doch Fraser sagte nichts mehr. Das Feuer war weit heruntergebrannt, doch die Hand in der seinen brannte wie Glut. Ein schneidender Windstoß wehte ihm ein paar Haarsträhnen ins Gesicht und löste einen plötzlichen Funkenregen aus.
Er wartete, solange er es wagte, während die kalte, einsame Nacht minutenweise verstrich. Dann beugte er sich dicht über Fraser, damit dieser ihn hörte.
»Claire?«, fragte er leise. »Gibt es etwas, das ich ihr sagen soll?«
Er glaubte schon, zu lange gewartet zu haben; Fraser lag mehrere Minuten lang reglos da. Dann regte sich seine kräftige Hand, und die geschwollenen Finger schlossen sich halb; eine kaum spürbare Bewegung, um die verrinnende Zeit festzuhalten …
»Sag ihr … es war mir ernst.«
Kapitel 91
Hausfrauenstress
So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.« Ich beugte mich über Jamie, um ihn näher zu betrachten. »Das ist ja absolut bizarr.«
»Und das, obwohl du schon dein halbes Leben Heilerin bist«, murmelte Jamie schroff. »Du kannst mir doch nicht erzählen, dass es in deiner Zeit keine Schlangen gibt.«
»In der Innenstadt von Boston jedenfalls nicht sehr viele. Außerdem würde man im Fall eines Schlangenbisses keinen Chirurgen rufen. Das einzig Ähnliche, was ich je erlebt habe, war, als ein Tierpfleger im Zoo von einer Königskobra gebissen wurde – ein Freund von mir hat die Autopsie durchgeführt und mich gefragt, ob ich zusehen wollte.«
Ich verkniff es mir zu sagen, dass Jamie im Augenblick um einiges schlimmer aussah als dies beim Gegenstand der Autopsie der Fall gewesen war.
Ich legte ihm vorsichtig eine Hand auf den Knöchel. Seine Haut fühlte sich aufgedunsen, heiß und trocken an. Außerdem war sie rot. Knallrot. Die leuchtende Farbe erstreckte sich von seinen Füßen fast bis zu seinem Brustkorb; er sah aus, als hätte man ihn in kochendes Wasser getaucht.
Auch sein Gesicht, seine Ohren und sein Hals waren gerötet wie eine Tomate; nur die blasse Haut auf seiner Brust war verschont geblieben, und selbst dort war er mit roten Pünktchen übersät. Über ihre hummerartige Färbung hinaus pellte sich die Haut an seinen Händen und Füßen und hing in Fetzen, die an spanisches Moos erinnerten.
Ich sah mir seine Hüfte aus der Nähe an. Hier konnte ich sehen, dass die Rötung durch eine dichter gesäte Variante des Ausschlags auf seiner Brust hervorgerufen wurde; die winzigen Pöckchen zeichneten sich dort, wo sich die Haut über sein Darmbein spannte, deutlich ab.