Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Du siehst aus, als hätte man dich auf kleiner Flamme geröstet«, sagte ich und rieb fasziniert mit dem Finger über den Ausschlag. »So etwas Rotes habe ich noch nie gesehen.« Die Flecken standen nicht ab; ich konnte sie nicht einzeln fühlen, obwohl ich sie aus der Nähe sehen konnte. Also kein richtiger Ausschlag; ich dachte mir, dass es Petechien sein mussten, stecknadelkopfgroße Blutergüsse unter der Hautoberfläche. Aber so viele …
»Du solltest mit deiner Kritik lieber vorsichtig sein, Sassenach«, sagte er. Weil er zu schwach zum Nicken war, richtete er seinen Blick auf meine Finger – die mit riesigen gelben und blauen Flecken übersät waren.
»Oh, verdammt!« Ich sprang auf, warf hastig die Bettdecken über ihn und rannte zur Tür. Von Jamies dramatischer Ankunft abgelenkt, hatte ich im Freien ein Fass mit Wäsche zum Einfärben sich selbst überlassen – und es war nicht mehr viel Wasser darin gewesen. Himmel, wenn es verkochte und die Kleider anbrannten …
Scharfer Indigo- und Uringeruch schlug mir ins Gesicht, als ich zur Tür hinausschoss. Trotzdem holte ich tief und erleichtert Luft, als ich sah, wie Marsali, deren Gesicht vor Anstrengung gerötet war, mit der großen, hölzernen Kleidergabel eine triefende Masse aus dem Topf hievte. Ich eilte ihr zur Hilfe und fischte die dampfenden Kleidungsstücke einzeln von dem tropfnassen Haufen und warf sie zum Trocknen über die Blaubeerbüsche.
»Gott sei Dank«, sagte ich und wedelte mit meinen verbrühten Fingern, um sie abzukühlen. »Ich hatte schon Angst, ich hätte alles ruiniert.«
»Na ja, ein bisschen dunkel werden sie vielleicht.« Marsali wischte sich mit der Hand über das Gesicht und klebte die feinen, blonden Strähnen fest, die aus ihrem Häubchen entwischt waren. »Aber wenn das Wetter schön bleibt, kannst du sie ja zum Bleichen in die Sonne legen. Komm, wir nehmen den Topf vom Feuer, bevor er anbrennt!«
Die Indigokrusten am Boden des Topfes hatten schon zu knistern und sich zu schwärzen begonnen, als wir ihn jetzt vom Feuer hoben, und um uns herum stiegen beißende Rauchwolken auf.
»Es ist nicht schlimm«, sagte Marsali hustend und fächelte sich den Rauch aus dem Gesicht. »Lass nur, Mutter Claire; ich hole Wasser, damit er einweichen kann. Du musst sicher nach Pa sehen, aye? Ich bin sofort gekommen, als ich es gehört habe; geht es ihm sehr schlecht?«
»Oh, danke, Liebes.« Ich war überwältigt vor Dankbarkeit; das Letzte, wozu ich jetzt Zeit hatte, war, mehrere Eimer Wasser von der Quelle zu holen, um den Topf einzuweichen. Ich blies auf meine verbrühten Finger, um sie zu kühlen; unter den Farbflecken war meine Haut beinahe genauso rot wie Jamies.
»Ich glaube, er wird wieder gesund«, versicherte ich ihr und vergaß für den Moment meine Angst. »Er fühlt sich schrecklich und sieht noch schlimmer aus – ich habe noch nie jemanden gesehen, der so aussah –, aber wenn sich die Wunde nicht infiziert …« Als abergläubische Prophylaxe drückte ich meine schmerzenden Daumen.
»Ah, er wird schon wieder«, sagte Marsali zuversichtlich. »Fergus hat gesagt, sie dachten schon, er wäre tot, als sie ihn und Roger Mac gefunden haben, aber als sie über den zweiten Bergkamm waren, hat er schon grauenhafte Witze über die Schlange gemacht, also haben sie aufgehört, sich zu sorgen.«
Angesichts des Zustandes, in dem sich sein verletztes Bein befand, war ich nicht ganz so optimistisch, doch ich lächelte beruhigend.
»Ja, ich glaube es auch. Ich mache ihm jetzt einen Zwiebelwickel und säubere die Wunde. Geh doch zu ihm, während ich die Zwiebeln hole.«
Zum Glück hatte ich Zwiebeln in rauen Mengen; ich hatte sie vor zwei Wochen aus dem Boden gezogen, als es zu frieren begann, und in der Vorratskammer hingen Dutzende duftender Knollenzöpfe, die leise knisterten, wenn man an ihnen vorbeistrich. Ich brach sechs große Zwiebeln ab und trug sie in die Küche, um sie zu zerhacken. Meine kribbelnden Finger waren von den kochenden Kleidern halb verbrannt und steif, und ich arbeitete langsam, um mir nicht aus Versehen einen Finger abzuschneiden.
»Wartet, ich mach das schon, a leannan.« Mrs. Bug nahm mir das Messer aus der Hand und machte kurzen Prozess mit den Zwiebeln. »Wird das ein Wickel? Aye, das ist genau das Richtige. Ein guter Zwiebelwickel heilt alles.« Dennoch runzelte sie sorgenvoll die Stirn, als sie in Richtung des Sprechzimmers blickte.
»Kann ich dir helfen, Mama?« Brianna kam ebenfalls mit sorgenvollem Gesicht aus dem Flur. »Pa sieht ja furchtbar aus. Alles in Ordnung mit ihm?«
»Opa kank?« Jemmy hüpfte hinter seiner Mutter in die Küche, weniger um seinen Großvater besorgt als vielmehr an dem Messer interessiert, mit dem Mrs. Bug arbeitete. Er setzte unter seinem kupferroten Pony eine zielstrebige Miene auf und zerrte seinen kleinen Hocker zu ihr hinüber. »Ich machen?«
Ich schob mir mit dem Handrücken das Haar aus dem Gesicht. Meine Augen tränten heftig von den Zwiebeln.
»Ich glaube schon.« Ich zog die Nase hoch und betupfte mir die Augen. »Wie geht es Roger denn?«
»Gut.« Ich hörte den leisen Unterton des Stolzes in ihrer Stimme; Jamie hatte ihr gesagt, dass Roger ihm das Leben gerettet hatte. Wahrscheinlich stimmte das auch. Ich hoffte nur, dass es auch gerettet blieb.
»Er schläft«, fügte sie hinzu. Sie verzog sacht den Mund, als sie mich voller Verständnis ansah. Solange ein Mann im Bett war, wusste man wenigstens, wo er war. Und dass er fürs Erste in Sicherheit war.
»Jemmy! Lass Mrs. Bug in Ruhe!« Sie hob ihn von seinem Hocker und wirbelte ihn außer Reichweite des Hackbretts. Er trat protestierend um sich. »Brauchst du irgendetwas, Mama?«
Ich massierte mir die Stelle zwischen den Brauen mit dem Finger und überlegte.
»Ja, kannst du versuchen, ein paar Maden für mich aufzutreiben? Ich brauche sie für Jamies Bein.« Ich warf stirnrunzelnd einen Blick aus dem Fenster auf den leuchtenden Herbsttag. »Ich fürchte, der Frost hat sämtliche Fliegen erledigt; ich habe schon seit Tagen keine mehr gesehen. Aber versuch’s auf dem Paddock; sie legen Eier in den warmen Kot.«
Sie zog kurz ein angewidertes Gesicht, nickte aber und stellte Jemmy auf den Boden.
»Komm mit, Kumpel, wir suchen Igittis für Oma.«
»Iggi-iggi-iggi-iggi!« Ganz verzaubert von dieser Aussicht, tapste Jemmy hinter ihr her.
Ich ließ die gehackten Zwiebeln in eine Schüssel fallen, die aus einem ausgehöhlten Kürbis bestand, und schöpfte ein wenig kochendes Wasser aus dem Kessel hinein. Dann ließ ich die Zwiebeln ziehen und ging zurück ins Sprechzimmer. In der Mitte des Zimmers stand ein stabiler Kiefernholztisch, der mir als Untersuchungstisch, Zahnarztstuhl, Arbeitsfläche zur Arzneizubereitung oder aushilfsweise auch als Esstisch diente, je nach medizinischer Notlage oder Anzahl der Gäste. Im Augenblick trug er Jamies flach hingestreckte Gestalt, die unter einem Berg von Quilts und Decken kaum zu sehen war. Marsali stand dicht neben dem Tisch und hatte den Kopf über ihn gebeugt, während sie ihm einen Becher Wasser zum Trinken hinhielt.
»Bist du sicher, dass dir nichts fehlt, Pa?«, sagte sie. Ihre Hand stahl sich auf ihn zu, hielt dann aber inne, denn sie hatte sichtlich Angst, ihn in seiner derzeitigen Verfassung zu berühren.
»Oh, aye, das wird schon.« Ich konnte die tiefe Erschöpfung in seiner Stimme hören, doch seine kräftige Hand schob sich behutsam unter den Decken hervor, um ihre Wange zu berühren.
»Fergus hat seine Sache gut gemacht«, sagte er. »Hat die Männer in der Nacht zusammengehalten, hat morgens mich und Roger Mac gefunden und alle sicher über den Berg geführt. Er hat einen guten Orientierungssinn.«
Marsali hielt den Kopf immer noch gesenkt, aber ich sah, wie sich ihre Wange verzog, als sie lächelte.
»Das habe ich ihm auch gesagt. Er hört aber nicht auf, sich Vorwürfe zu machen, weil er die Tiere hat entwischen lassen. Er sagt, ein Einziges davon hätte ganz Fraser’s Ridge den Winter über ernährt.«