Im Anfang war der Mord
- Автор: Джордж Элизабет
- Год: 2005
- Язык: немецкий
- Год: Goldmann Verlag
- ISBN: 3442459532
- Переводчик: Mechtild Sandberg-Ciletti
- Жанр: Другие детективы
Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
Nachdem sie mich verständnislos angeschaut hat, tritt Maxwell auf den Plan. Sie, wohl wissend, wie gut Sie Ihre Verteidiger hinter sich bestochen hatten, zwingen mich in die Rolle des Opportunisten — möglicherweise sogar des Erpressers. ›Brown ist Schriftsteller‹ sagen Sie sich. In Ihren Augen also ein ›Spinner‹. › Dem wird keiner ein Wort glauben.‹ Sie bringen mich in Misskredit. Sie konstruieren ein kleines Szenario. Sie holen sich einen echten Polizisten als Zeugen.« «Warum?«, krächzte der Lieutenant.
Mitch war verblüfft.»Warum was?« «Warum sollte er das alles zusammendichten und dann mich holen?« «Ganz einfach«, sagte Mitch.»Was, wenn ich am Ende doch die Zeitungen gelesen und ihren Namen wieder erkannt hätte? Was, wenn ich zu Ihnen gekommen wäre?
Was bin ich dann? Ein braver Bürger. Ist es nicht so? Aber jetzt hat er es so aussehen lassen, als wäre ich zu den beiden gekommen. Und mich als Opportunisten hingestellt. Und jetzt ist er der brave Bürger, der Sie dazugerufen hat.« Der Lieutenant stieß den Atem aus, was aber nichts zu bedeuten hatte.
«Was für eine überspannte Intrige!«Mitch sagte es zuerst. (Verdammt, sie war überspannt. Sie würde sich nicht sehr wahrscheinlich anhören.)»Wie unrealistisch Sie sind!«, spottete er mit dem Mut der Verzweiflung.
Maxwell sah selbstgefällig drein.»Fantasie haben Sie ja, das muss man Ihnen lassen«, meinte er mit einem sarkastischen Lächeln.»Ganz schön wild.« Da überraschte sie der Polizist alle beide.»Moment mal, Brown. Sie behaupten, Maxwell weiß, dass seine Frau die Mörderin ist? Und dass er Beihilfe zur Verschleierung einer Straftat leistet? Das wollen Sie damit sagen?« Mitch zögerte.
«Er hat es überhaupt nicht durchdacht«, sagte Maxwell.
«Hören Sie, Lieutenant, das ist doch einfach eine abenteuerliche Geschichte. Er fühlte sich herausgefordert und beweist jetzt, dass er ein schlaues Kerlchen ist. Ist er auch — wenn es um erfundene Geschichten geht. Nennen Sie es einen ehrenwerten Versuch.« Mitch sah schon, wohin der Hase für ihn lief.
«Oder möglicherweise«, sagte Maxwell nach kurzer Überlegung,»versuchte er bloß, sich an eine gut aussehende Frau ranzumachen. «Maxwell bleckte seine Zähne zu einem Lächeln.
Mitch begriff — man zeigte ihm, wie er sein Gesicht wahren konnte. Es war sehr verführerisch. Und nicht nur das — ihm war bewusst, wenn er mitspielte, würden Macht, Geld und Einfluss Mitchel Brown allenthalben zum Vorteil gereichen.
Und darum sagte er bedächtig:»Ich weiß, dass er lügt.
Ich glaube, dass er Beihilfe zur Verschleierung einer Straftat leistet. Ja, das will ich damit sagen.« Julius Maxwells Gesicht verdunkelte sich.»Beweisen Sie es«, fuhr er ihn an.»Denn wenn Sie bloß daherreden, werde ich rechtliche Schritte einleiten und Sie in der Luft zerreißen. Ich lasse mich doch nicht einfach einen Lügner nennen.« Mitch hob den Kopf und sagte im Tonfall reiner, ungerührter Neugier:»Wie kommen Sie denn darauf, dass ich es tun würde?« «Hören Sie, ich brauche irgendwas. «Der Lieutenant wurde plötzlich wütend.»Geben Sie mir was an die Hand.« Verächtlich sagte Maxwelclass="underline" »Kann er nicht. Alles fauler Zauber.« Mitch suchte fieberhaft nach etwas, was ihm helfen würde.»An einen Wagen habe ich gar nicht gedacht«, murmelte er.»Aber ich hätte es mir denken können wegen der Schuhe, die sie anhatte. Ich nehme nicht an, dass sie viel zu Fuß geht, seitdem sie das viele Geld geheiratet hat.« Mitch merkte, dass Maxwell zusehends in Rage, oder jedenfalls simulierte Rage, geriet. Doch Natalie, dachte er, hörte ihm zu. Voller Überzeugung rief er sich in Erinnerung, dass sie trotz allem ein menschliches Wesen war.
Also sah er sie direkt an und sagte:»Ich möchte gern wissen, wieso Sie diesen Joe Carlisle verlassen haben?
Was war er für ein Mensch? Haben Sie sich gestritten?
Haben Sie ihn gehasst? Wie kommt es, dass er noch die Macht hatte, Sie so sehr zu verletzen?« Sie sah ihn an, die Lippen halb geöffnet, mit leuchtenden Augen, verblüfft. Ihr Gatte war kurz davor, aufzustehen und jemandem einen Faustschlag zu versetzen, und Mitch wusste auch wem.
Lieutenant Prince sagte:»Setzen Sie sich, Maxwell. «Zu Mitch sagte er:»Und Sie, halten Sie die Klappe. Hören Sie auf, hier irgendwelche Charaktere zu analysieren. Oder mir irgendwelche Motive vorzuspielen. Sie hat ein Alibi, außer Sie können es widerlegen, und was die Justiz verlangt sind Beweise.« «Aber was ist mit meinem Motiv zu lügen?«, wollte Mitch wissen.»Geld? Das ist doch lächerlich!«Er hielt inne und starrte Natalie Maxwell fassungslos an. Die hatte ihre Handtasche aufgemacht und einen Lippenstift herausgeholt. Mord oder Gefängnis … Sie malt sich die Lippen an. Verleumdung oder Erpressung … Sie malt sich die Lippen an. Wie wahrscheinlich war das?
«Liefern Sie mir Beweise«, verlangte der Lieutenant verärgert.
«Gleich«, sagte Mitch, während sein Herz einen Sprung machte.
Er lehnte sich zurück.»Lassen Sie mich das Thema Geld noch etwas weiterverfolgen. Natalie, kann ich mir vorstellen, hat alles, was man mit Geld kaufen kann. Ihr Unterhalt wird finanziert. Sie hat Kreditkonten.« Maxwell sagte:»Gehen wir. Jetzt faselt er.« Der Lieutenant stieß schon gegen Mitchs Schenkel und wollte ihn aus der Sitznische drängen.
«Wissen Sie, was ich beweisen kann?«, sagte Mitch.
«Was?«, fragte der Lieutenant.
«Dass ich den ganzen Tag und bis in die Nacht vom sechzehnten auf den siebzehnten März in meiner Wohnung gearbeitet habe. Die Wände sind aus Karton, und ich bin ein Plagegeist — wohl bekannt im ganzen Gebäude.« «Sie haben also gearbeitet«, sagte der Polizist.»Na und?« «Ich war nicht in Santa Barbara«, versetzte Mitch fröhlich. Er griff über den Tisch und schnappte sich Natalies Handtasche, die grüne, die zu den Schuhen passte.
«Jetzt aber Moment mal«, knurrte Maxwell.
«Sehen Sie mal nach, ob ihr Scheckheft drin ist«, sagte Mitch und schob dem Lieutenant die Tasche hin.»Es ist so ein dickes. Ihr Name ist draufgedruckt und so; ich glaube nicht, dass sie oft Anlass hat, einen Scheck auszustellen. Es ist vielleicht noch dasselbe.« Der Lieutenant hatte die Hände auf der Handtasche, musterte ihn jedoch verständnislos.
«Schauen Sie sich’s doch an. Es ist ein Beweismittel«, sagte Mitch.
Als die Hand des Lieutenant sich bewegte, sagte Maxwelclass="underline" »Ich bin mir nicht sicher, ob Sie das Recht haben …«Doch die müden Augenlider des Polizisten gingen nur einmal kurz hoch, und Maxwell verstummte.
Der Lieutenant nahm ein Scheckheft heraus.»Es ist dick«, sagte er.»Fängt mit dem einundzwanzigsten Februar an. Was ist damit?« Mitch Brown lehnte den Kopf an das rote Kunstlederpolster und hielt die Augen hoch.»Niemand auf der Welt … außer Natalie erinnert sich, was ich bezweifle … aber niemand sonst auf der Welt kann wissen, wie der Kontostand auf ihren Scheckbelegen am St. Patrickstag in der Frühe lautete. Nicht einmal ihre Bank wüsste es.
Aber was ist, wenn ich es weiß? Wie könnte ich? Weil ich nachgesehen habe, als sie schnarchend auf meinem Sofa lag und ich herausfinden musste, wer sie ist und wie ich ihr helfen kann und ob sie Geld braucht.« Die Hand des Lieutenants schnippte durch die Scheckbelege.
«Und?« «Soll ich es Ihnen sagen? Auf den Penny genau?«Mitch fing an zu schwitzen.
«Viertausendsechshundertundvierzehn Dollar und einundsechzig Cents«, sagte er langsam und bedächtig.
«Stimmt«, knurrte der Lieutenant, riss die Augen weit auf und sah Julius Maxwell hasserfüllt an.
Doch Mitch Brown achtete überhaupt nicht darauf und verspürte kein Gefühl des Triumphs.»Natalie«, sagte er, «es tut mir Leid. Ich wollte Ihnen was Gutes tun. Ich wusste ja nicht, was los war. Ich wünschte, Sie hätten es mir sagen können.« Ihre frisch gemalten Lippen bebten.