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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
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Julius Maxwell sagte:»Dieser Mann hat versucht, mich mit einer verrückten Geschichte zu erpressen.« « Was habe ich?«Mitch rastete aus.

Der Police Lieutenant, oder was er auch war, hatte ein langes, hageres Gesicht, unten leicht gekrümmt, und sehr müde Augenlider. Er sagte:»Wollten Sie mit Ihrer Story ihr Alibi zerstören?« «Ihr Alibi wofür?«Mitch lehnte sich zurück.

«Ach, hören Sie doch auf, Brown«, sagte Julius Maxwell,»oder wie Sie auch heißen. Sie haben meine Frau doch von dem Foto in der Zeitung erkannt.« Mitchs Hirn überschlug sich.»Ich habe seit sechs Wochen keine Zeitungen gesehen«, versetzte er aggressiv.

Triumphierend leuchteten Julius Maxwells schwarze Augen auf.

«Also, das«, erklärte er rundweg,»ist unmöglich.« «Ach, tatsächlich?«, gab Mitch recht sanft zurück. Seine Rolle als Mitgefühlsapostel legte er ziemlich rasch ab.

Jetzt war Mitch ein Mensch, der mit einem anderen Menschen aneinander geriet, und er wusste, dass er sich vorsehen musste. Er spürte, wie seine Flügel sich in sein Rückgrat zurückzogen.»Alibi wofür?«, beharrte er und musterte den Polizisten gespannt.

Der Polizist seufzte.»Sie wollen es von mir hören?

Okay. Vergangenen März, am sechzehnten, spätabends«, leierte er herunter,»wurde ein Mann namens Joseph Carlisle in seinem Hausflur erschossen.«(Mitch spitzte die Ohren; die kurze Meldung fiel ihm wieder ein, die er erst heute Abend gelesen hatte.)»Wohnhaft in einem Canon in den Hollywood Hills«, fuhr der Lieutenant fort.

«Kurvenreiche Landstraße, einsame Gegend. Sieht aus, als hätte jemand bei ihm geklingelt, er machte auf, sie unterhielten sich im Hausflur. Es war seine eigene Schusswaffe, die er in einer Tischschublade dort aufbewahrte. Wer immer ihn erschoss, zog die Haustür zu, wodurch sie abgeschlossen war, und warf die Waffe ins Gebüsch. Und verschwand. Wurde nicht gesehen — von niemandem.« «Und was hat das mit Mrs. Maxwell zu tun?«, wollte Mitch wissen.

«Mrs.

Maxwell war mal mit diesem Carlisle verheiratet«, erwiderte der Polizist.»Wir mussten sie überprüfen. Sie hat dieses Alibi.« «Verstehe«, sagte Mitch.

«Mrs.

Maxwell«, stieß Julius zwischen den Zähnen hervor,»war an dem Abend und die ganze Nacht bei mir in unserem Haus in Santa Barbara.« Nun begriff Mitch. Er erkannte, dass Maxwell seiner Frau entweder die Peinlichkeit ersparen wollte, unter Verdacht zu geraten, oder … dass Mitgefühl eine feine Sache ist, einen wohlmeinenden Menschen aber in Schwierigkeiten bringen kann. Und dass ein paar Drinks auf eine Mörderin womöglich eine sehr schwere und sehr schnelle Wirkung haben können. Mitch wusste, dass Maxwell, was auch immer er sonst sagte, in Bezug auf dieses Alibi das Blaue vom Himmel herunterlog. Weil es sich nämlich bei der Frau, die immer noch dort drüben im Restaurant saß, um genau die Frau handelte, die Mitch Brown mit zu sich nach Hause genommen und der er etwas Gutes getan hatte.

Ihm, Mitch Brown, tat jedoch niemand etwas Gutes. Und wozu dieser Unsinn von wegen Erpressung? Mitch, die Flügel fest weggefaltet, sagte zum Lieutenant:»Wie wär’s, wenn ich Ihnen jetzt meine Geschichte erzähle?« Und er tat es, kalt, knapp.

Als er fertig war, lachte Maxwell.»Glauben Sie das etwa? Glauben Sie, er würde eine Betrunkene mit zu sich nach Hause nehmen — und einfach die Tür zumachen?« Mitch Brown spürte, wie das Glimmen der Abneigung in seiner Brust zu einer Flamme des Hasses aufloderte.

«Nein, nein«, sagte Maxwell.»Es muss folgendermaßen passiert sein. Er hat meine Frau hier entdeckt. O doch, er hat die Zeitungen gelesen — glauben Sie ihm bloß nicht, dass er es nicht getan hat. Er wusste, dass sie mit Joe Carlisle verheiratet gewesen war. Und probiert ganz spontan seine kleine Lüge aus. Wer weiß — vielleicht springt dabei ja was heraus! Und jetzt hören Sie her: Als ich ihn fragte, wie viel er dafür haben will, dass er die Geschichte für sich behält, wollte er wissen, wie viel sie denn wert sei.« Mitch kaute auf seiner Lippe herum.»Sie haben aber ein schlechtes Ohr für Dialoge«, sagte er.»Das ist es nicht genau, was ich gesagt habe. Und es trifft auch nicht den Sinn dessen, was ich gesagt habe.« «Oho. «Maxwell lächelte.

Der Lieutenant schürzte die Lippen und guckte unbeteiligt.

An ihn gewandt, fragte Mitch:»Von wem wird Mrs. Maxwells Alibi denn noch untermauert?« «Von Bediensteten«, sagte der Lieutenant düster.

«Bediensteten?«, wiederholte Mitch heiter.

«Das ist nur natürlich«, versetzte der Lieutenant noch düsterer.

«Richtig«, sagte Mitch Brown.»Sie meinen, es ist recht wahrscheinlich, dass wenn ein Mann und eine Frau zu Hause sind, nur die Bediensteten sie dort sehen. Weniger wahrscheinlich ist, dass ein Fremder eine Betrunkene aufnimmt und sie dann sich selbst überlässt … bloß weil er einem anderen Menschen gern etwas Gutes tun möchte.

Wir haben es hier also mit einer Art Wahrscheinlichkeitsrechnung zu tun, stimmt’s?« Als der Lieutenant die Lippen bewegte, warf Mitch rasch ein:»Und Sie wollen lieber die Fakten, nicht? Okay. Da bleibt uns nur eins: mit dem Barkeeper reden.« «Das scheint mir die Lösung«, fiel der Lieutenant sofort ein.

«Richtig.« «Richtig«, sagte Maxwell.»Warten Sie auf uns.« Er stand auf, um seine Frau zu holen. Mitch blieb neben dem Lieutenant stehen.»Gibt’s Fingerabdrücke?«, murmelte er. Der Lieutenant zuckte die Achseln. Unter den müden Augenlidern, schätzte Mitch, lagen menschliche Augen.»Hat sie einen Wagen? War der Wagen weg?«Der Lieutenant zuckte erneut die Achseln.

«Wer sollte diesen Carlisle sonst erschießen? Hatte er irgendwelche Feinde?« «Wer hat die nicht?«, versetzte der Lieutenant.»Schauen wir uns lieber den Barkeeper an.« Die vier fuhren im Wagen des Lieutenant. Das Parrakeet Bar & Grill war an dem Abend gut besucht. Es wirkte heller, das Geschäft brummte. Toby, der Barkeeper, war in Aktion.»Hallo, Mr.

Brown«, sagte er.»Lange nicht gesehen.« «Ich war an der Ostküste. Toby, sagen Sie diesem Mann, was am siebzehnten März etwa um halb zwei passiert ist.« «Hä?«, machte Toby. Seine Wangen schienen plötzlich einzufallen. Sein Blick trübte sich. Mitch war schlagartig klar, was geschehen würde.

«Haben Sie diesen Mann oder diese Dame am siebzehnten März zwischen ein und zwei Uhr morgens hier gesehen?«, fragte der Lieutenant und fügte hinzu:

«Lieutenant Prince, LAPD.« «Nein, Sir«, sagte Toby.»Ich kenne natürlich Mr. Brown. Er kommt ab und zu her. Wohnt hier in der Gegend. Schriftsteller ist er. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass ich die Dame schon mal gesehen habe.« «Was ist mit Brown? War er in der Nacht oder an dem Morgen hier?« «Glaub ich nicht«, sagte Toby.»Das war doch die Nacht, jetzt, wo ich mich erinnere — ja, mein Kind war krank, und ich habe früher als sonst dichtgemacht. Fragen Sie meine Frau«, sagte Toby, der Barkeeper, mit dem starren, selbstgerechten Blick eines Lügners.

Lieutenant Prince wandte sein langes Gesicht mit den traurigen Augenlidern Mitch Brown zu.

Mitch Brown grinste.»O nein!«, sagte er.»Bitte nicht den alten Gag mit der Pariser Weltausstellung!«Er stützte sich auf die Theke und lachte lautlos in sich hinein.

«Wovon reden Sie?«, fragte Lieutenant Prince verstimmt.»Liefern Sie mir lieber einen Beweis für die Geschichte, die Sie da erzählen. Wer kann mir das bestätigen? Wer hat Sie und diese Dame in der Nacht gesehen?« «Niemand. Niemand«, erwiderte Mitch herzlich.»Die Straßen waren menschenleer. Es war niemand unterwegs.

Na, so was! Ich hätte es nicht für möglich gehalten! Der alte Gag mit der Pariser Weltausstellung!« Der Lieutenant ließ einen genervten Ton vernehmen.

«Erinnern Sie sich an den denn nicht mehr?«, sagte Mitch heiter.»Ein Mädchen steigt mit seiner Mutter in einem Pariser Hotel ab. Getrennte Zimmer. Das Mädchen wacht morgens auf, keine Mutter. Keiner hat die Mutter je gesehen. Der Name der Mutter steht nicht im Gästebuch.

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