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Weltraum-Mollusken erobern die Erde

Электронная книга - «Weltraum-Mollusken erobern die Erde». Краткое содержание книги:

Sie besaßen keinen eigenen Willen mehr ...
Jeder Mensch, der in den Dienst der Eroberer aus dem All gepreßt wurde, hatte sein eigenständiges Denken verloren. Für ihn gab es nur noch Befehle, die auf die völlige Versklavung der Menschheit hinzielten.
Der weltberühmte amerikanische Autor schrieb mit diesem Roman die Geschichte einer unheimlichen Invasion.
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Was tun? Die Innenstadt aufsuchen, mich unter die Menschenmenge mischen und dann Martinez erzählen, ich sei überzeugt, daß fast jeder Vorübergehende einen Parasiten getragen habe? Wie konnte ich das belegen? Ja, worauf gründete sich meine eigene Gewißheit? Solange die Titanier die Posse weiterspielten, als ginge alles den gewohnten Gang, waren die verräterischen Anzeichen nur schwer erkennbar, denn sie bestanden in nichts weiter als besonders häufigen runden Schultern und wenigen freien Rücken.

War genügend Nachschub an Parasiten vorhanden, konnte ich mir ausmalen, wie die Stadt besetzt worden war. Dabei hatte ich das untrügliche Gefühl, daß ich beim Verlassen der Stadt an der Schranke wieder auf eine Falle stoßen würde. Sicher gab es sie auch bei den Startplattformen und an jedem Aus- und Eingang des Ortes. Jeder, der die Stadt verließ, wurde ein neuer Agent, jeder, der sie betrat, ein neuer Sklave.

An der letzten Ecke, an der ich vorbeigekommen war, hatte ich einen Druck- und Verkaufsautomaten für die Zeitung >Kansas Star< bemerkt. Nun umfuhr ich den Häuserblock, hielt bei dem Apparat und stieg aus. Ich schob ein Zehn-Cent-Stück in den Schlitz und wartete nervös, bis meine Zeitung gedruckt war.

Die Ausgabe des >Star< enthielt das übliche, ehrbar langweilige Geschwätz, keine aufregenden Berichte, nirgends ein Wort von dem gegenwärtigen Notstand, keine Zeile über die Losung: >Rücken frei<. Der Leitartikel trug die Überschrift: >Telefondienst durch stürmische Sonnenfleckentätigkeit unterbrochen^ der Untertitel lautete: >Stadt durch Vorgänge auf der Sonne fast ganz von der Umwelt abgeschnitten! < Ein farbiges Halbstereobild nahm drei Spalten ein. Es zeigte das Gesicht der Sonne, von kosmischen Pickeln entstellt. Fürwahr eine überzeugende und wenig aufregende Erklärung, warum Mamie Schultz, die noch frei von Parasiten war, die Großmutter in Pittsburgh nicht anrufen konnte.

Ich klemmte die Zeitung unter den Arm, um sie später genauer anzugucken, und wandte mich zum Wagen zurück. Da glitt gerade lautlos ein Polizeifahrzeug heran und stellte sich meinem quer vor die Nase. Um ein Polizeiauto scheint sich stets, wie aus der Luft gezaubert, eine Menschenmenge zu sammeln. Einen Augenblick zuvor war die Straßenecke noch verlassen gewesen, jetzt wimmelte es ringsum von Leuten, und der Schutzmann kam auf mich zu. Verstohlen tastete ich mit der Hand nach meiner Waffe. Wäre ich nicht überzeugt gewesen, daß die Umstehenden genauso gefährlich waren, hätte ich den Mann erschossen. Er blieb vor mir stehen. »Zeigen Sie mir Ihren Führerschein«, sagte er freundlich.

»Gewiß«, erwiderte ich bereitwillig. »Er ist am Schaltbrett meines Wagens festgeklemmt.« Ich ging an ihm vorbei, als nähme ich an, daß er mir folgen würde. Er zögerte sichtlich, dann biß er auf den Köder an. Ich führte ihn zwischen meinem und seinem Wagen herum. Dabei stellte ich fest, daß er keinen Kollegen im Auto hatte, ein ungewöhnlicher Umstand, der mir höchst willkommen war. Noch wichtiger schien mir, daß nun mein Wagen zwischen mir und den allzu harmlosen Zuschauern stand.

»Dort ist der Führerschein«, sagte ich und wies in das Wageninnere. Wiederum zauderte er, dann blickte er näher hin - es genügte gerade, um die Technik anzuwenden, die ich mir notwendigerweise angeeignet hatte. Mit der linken Hand schlug ich ihm auf die Schultern und packte mit meiner ganzen Kraft zu.

Sein Körper schien zu explodieren, so heftig waren die Zuckungen. Noch ehe er im Fall das Pflaster streifte, saß ich im Wagen und brauste mit Vollgas davon.

Ich reihte mich abwechselnd in den Straßenverkehr ein und wich ihm aus, stets bereit, in die Luft aufzusteigen, sowie ich nur genügend Raum dazu fand.

Allmählich hielt mein Denken wieder mit den Ereignissen Schritt, und ich merkte, daß keinerlei Anzeichen auf Verfolgung hindeuteten. Seinerzeit hatte ich die Parasiten gründlich kennengelernt, und das kam mir zustatten. Abgesehen von der >unmittelba-ren Fühlungnahme< lebt ein Schmarotzer auch eng verbunden mit seinem Wirt. Er sieht, was sein Opfer sieht, nur mit den Organen und den Hilfsmitteln, über die sein Träger verfügt. Wahrscheinlich hatte kein anderer Parasit außer dem des Polizisten nach meinem Wagen gefahndet, und diesen Spürhund hatte ich erledigt. Natürlich hielten jetzt auch die anderen Titanier nach mir Ausschau, aber auch sie bedienten sich nur der körperlichen und geistigen Fähigkeiten ihrer Sklaven. Ich durfte sie nicht wichtiger nehmen als irgendwelche anderen Augenzeugen, das heißt: ich mußte nur in einen anderen Bezirk hinüberwechseln und nicht mehr an den Vorfall denken.

Denn mir blieben nur noch knapp dreißig Minuten, und ich hatte mir überlegt, was ich als Beweis benötigte - einen Gefangenen, einen Menschen, der befallen war und erzählen konnte, was sich in der Stadt ereignet hatte. Ich mußte ein Opfer der Feinde befreien. Dabei galt es, die betreffende Person zu fangen,

ohne sie zu verwunden oder ihren Parasiten zu töten oder zu entfernen und sie selbst nach Washington zu entführen. Einzelheiten zu planen, hatte ich keine Zeit, ich mußte umgehend handeln. Ich beschleunigte mein Tempo und suchte nach einem Opfer.

Es war ein Mann mittleren Alters, der den Rasen sprengte und so normal aussah, daß ich schon halb entschlossen war, an ihm vorüberzufahren. Aber ich hatte keine Minute zu verlieren und - er trug eine Wolljacke, die sich verdächtig wölbte. Hätte ich seine Frau auf der Veranda eher bemerkt, wäre ich weitergefahren, denn sie trug nur einen Büstenhalter und einen Rock, sie konnte also nicht befallen sein.

Als ich stehenblieb, blickte er auf. »Ich komme eben vom Rathaus«, sagte ich. »Wir müssen uns sofort verständigen. Steigen Sie ein.«

Ruhig entgegnete er: »Kommen Sie ins Haus. In den Wagen kann man zu leicht hineinsehen.« Ich wollte schon ablehnen, aber er ging bereits auf das Gebäude zu. Als ich ihn eingeholt hatte, flüsterte er: »Vorsicht. Die Frau gehört nicht zu uns.«

»Ihre Gattin?«

»Ja.«

Wir blieben auf der Veranda stehen, und er stellte mich vor. »Meine Liebe, dies ist Herr O’Keefe. Wir haben geschäftlich miteinander zu reden und gehen in mein Arbeitszimmer.«

Sie lächelte und strickte weiter. Wir traten ein, und der Mann führte mich in sein Zimmer. Da wir den Schein wahrten, ging ich zuerst hinein, wie es sich für einen Besucher gehört. Ich drehte ihm nicht gern den Rücken zu. Daher war ich schon halb auf das gefaßt, was nun geschah. Er versetzte mir einen Schlag ins Genick. Getroffen sank ich zu Boden, aber ohne ernstlich Schaden gelitten zu haben. Ich rollte mich herum, damit ich auf den Rücken zu liegen kam.

Ich blieb auf dem Boden und bearbeitete den Gegner mit den Absätzen. Er hüpfte außer Reichweite. Eine Waffe besaß er offensichtlich nicht, und ich konnte meine nicht erreichen. Doch im Raum befand sich ein echter Kamin mit Schürhaken, Schaufel und Zange; der Mann umkreiste mich und steuerte dorthin. Unweit von mir stand ein kleines Tischchen, aber ich konnte es nicht erwischen. So schob ich mich mit einem Ruck darauf zu, packte es bei einem Bein und schleuderte es gegen den Mann. Gerade als er den Schürhaken ergriff, traf ihn das Möbelstück. Dann stürzte ich mich auf ihn.

Sein Parasit verendete unter meinen Fingern, und er selbst krümmte sich unter dem letzten fürchterlichen Befehl seines Parasiten. Doch plötzlich stand die Frau auf der Schwelle und schrie gellend. Ich sprang auf und versetzte ihr einen Hieb. Der Laut blieb ihr in der Kehle stecken, sie sank um, und ich wandte mich wieder dem Mann zu.

Ein schlaffes Menschenbündel ist erstaunlich schwer hochzuheben, und mein Gegner wog allerhand. Glücklicherweise bin ich jedoch groß und kräftig; und so schaffte ich ihn zum Wagen. Unser Kampf wäre wahrscheinlich niemandem außer seiner Frau aufgefallen, aber ihr Gebrüll mußte das halbe Stadtviertel auf die Beine gebracht haben. Zu beiden Seiten der Straße stürzten Leute aus den Türen. Vorläufig war noch keiner von ihnen nah, aber ich war froh, daß ich die Wagentür offen gelassen hatte.

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