Weltraum-Mollusken erobern die Erde
- Автор: Хайнлайн Роберт Энсон
- Год: 1979
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Weltraum-Mollusken erobern die Erde». Краткое содержание книги:
Jeder Mensch, der in den Dienst der Eroberer aus dem All gepreßt wurde, hatte sein eigenständiges Denken verloren. Für ihn gab es nur noch Befehle, die auf die völlige Versklavung der Menschheit hinzielten.
Der weltberühmte amerikanische Autor schrieb mit diesem Roman die Geschichte einer unheimlichen Invasion.
Doch bald bedauerte ich es. Ein Lausejunge, ähnlich dem, der mich zuvor geärgert hatte, saß drinnen und fingerte an den Schalthebeln herum. Ich fluchte, verstaute meinen Gefangenen auf dem Rücksitz und zerrte den Buben heraus. Der wehrte sich, aber ich riß ihn los und warf ihn geradewegs in die Arme meines ersten Verfolgers. Während dieser sich noch bemühte, den Knaben abzuschütteln, ließ ich mich auf den Führersitz fallen und schoß wie ein Pfeil davon. Scharf schnitt ich die nächste Kurve, rammte beinahe ein gewöhnliches Auto und sauste dann weiter. Ich wartete nicht, bis die Maschine hochgeklettert war, sondern brachte sie mit einiger Mühe auf Ostkurs und ließ sie dabei weiter steigen. Über dem Missouri steuerte ich eigenhändig und setzte alle vorhandenen Antriebsdüsen ein, um schneller voranzukommen. Dieses bedenkenlos ungesetzliche Verhalten hat mir vielleicht das Leben gerettet. Als ich gerade irgendwo über Columbia das Äußerste aus dem Fahrzeug herausholte, fühlte ich, wie es unter einem Anprall in allen Fugen krachte. Irgendwer hatte mir eine geballte Ladung nachgeschickt, um mich aufzuhalten, und das verdammte Ding hatte genau dort gezündet, wo ich eben geflogen war.
Weitere Geschosse folgten nicht, und das war gut, denn von nun an wäre ich so leicht wie eine Ente auf dem Wasser abzuschießen gewesen. Mein Steuerbordantrieb war allmählich heißgelaufen. Ich ließ ihn laufen und betete, daß er in den nächsten zehn Minuten nicht in die Luft fliegen möge. Als der Mississippi hinter mir lag und die Signale nun nicht mehr auf > Gefahr im Verzuge< standen, stellte ich die Düse ab und ließ das Flugauto mit dem Backbordantrieb weiterzockeln. Fünfhundert Stundenkilometer war das Höchste, was die Maschine noch leistete, aber ich war bereits außerhalb der roten Zone.
Ich hatte nicht Muße gehabt, meinem Fahrgast mehr als einen flüchtigen Blick zu widmen. Er lag ausgestreckt auf den Bodenmatten und war bewußtlos oder tot. Da ich mich jetzt wieder unter Menschen befand und nicht mehr imstande war, unerlaubt schnell zu fliegen, konnte ich getrost auf automatische Steuerung übergehen. Ich knipste eilig den Transponder an, gab das Zeichen, meinen Kurs auf den gewünschten Block einzustellen, und schaltete auf Blindflug. Dann schwang ich mich in den Rücksitz und sah mir meinen Gefangenen an.
Er atmete noch. Auf seinem Gesicht war eine Strieme, aber Knochen schienen nicht verletzt zu sein. Ich schlug ihn leicht auf die Wange und bohrte ihm die Daumennägel in die Ohrläppchen, aber ich vermochte ihn nicht aufzuwecken. Der tote Parasit fing schon zu stinken an, aber ich hatte keine Möglichkeit, ihn loszuwerden. So ließ ich den Mann liegen und kehrte wieder auf den Fahrersitz zurück.
Der Chronometer zeigte einundzwanzig Uhr siebenunddreißig Minuten Washingtoner Zeit, und ich hatte noch über neunhundertsechzig Kilometer vor mir. Selbst wenn ich für die Landung und den schnellsten Weg ins Weiße Haus, wo ich erst noch den Alten suchen mußte, keinen Spielraum einrechnete, konnte ich Washington erst ein paar Minuten nach Mitternacht erreichen. Also kam ich auf alle Fälle zu spät, und der Alte würde mich todsicher dafür >nachsitzen< lassen.
Ich wandte mich dem Sprechgerät zu und zog den Nothebel. »Kontrolle!« rief ich, »Kontrolle!«
Der Schirm leuchtete auf, und ich erblickte einen jungen Mann. Wie ich erleichtert feststellte, war er bis zur Mitte nackt. »Kontrolle antwortet - Block Fox elf. Was haben Sie in der Luft zu suchen? Seit Sie in mei-nen Block eingeflogen sind, bemühe ich mich dauernd, Sie anzupeilen.«
»Kümmern Sie sich um wichtigere Dinge!« schnauzte ich ihn an. »Schalten Sie mich in die nächstgelegene Militärleitung ein. Gefahr einer Bruchlandung! Das geht allem anderen vor!«
Der Mann sah unsicher drein, aber der Schirm flimmerte und zeigte kurz darauf eine militärische Nachrichtenzentrale. Der Anblick tat meinem Herzen wohl, weil jeder Soldat in Sicht halb entkleidet war. Im Vordergrund stand ein junger Wachoffizier. Ich sagte: »Dringende Dienstsache, verbinden Sie mich mit dem Pentagon und mit dem Weißen Haus.«
»Wer sind Sie?«
»Keine Zeit für langatmige Erklärungen. Ich bin Agent im Zivildienst, und meinen Ausweis von der Abteilung würden Sie doch nicht kennen. Eilen Sie!«
Ich hätte ihn vielleicht überreden können, aber ein Oberstleutnant schob ihn beiseite und trat an seine Stelle. »Landen Sie sofort«, war alles, was er sagte.
»Herr Kommandant, es handelt sich um eine äußerst dringende militärische Meldung. Sie müssen meinen Anruf unbedingt durchgeben. Ich ...«
»In den letzten drei Stunden mußten alle Zivilfahrzeuge zu Boden gehen, das ist im Augenblick die wichtigste militärische Maßnahme«, unterbrach er mich. »Landen Sie umgehend.«
Er schaltete ab und ließ mich japsend sitzen.
Ich ging zu Boden.
Es wurde eine Bruchlandung, aber mein Fahrgast und ich waren nicht verletzt. Lange brauchte ich nicht zu warten. Leuchtkugeln stiegen hoch, und ehe ich mich noch vergewissert hatte, ob mein Wagen nicht in Rauch und Wolken auf ging, stießen Jäger aus der Luft herab. Sie nahmen mich mit, und ich bekam den Oberstleutnant persönlich zu Gesicht.
Nachdem seine Psychologen meine Glaub würdigkeit mit dem Schlaftest geprüft und mich mit dem Gegenmittel wieder aufgeweckt hatten, gab er meinen Bericht sogar weiter. Aber nun war es in Zone fünf bereits ein Uhr dreißig, und der geplante Gegenschlag war seit eineinhalb Stunden in Gang.
Der Alte hörte sich meinen kurzen Bericht an, knurrte und befahl mir dann, ihn am Morgen aufzusuchen.
19
Der sorgfältig vorbereitete Gegenangriff war der schlimmste Versager der Militärgeschichte. Genau um Mitternacht der Zeitrechnung in Zone fünf wurden an mehr als neuntausendsechshundert wichtigen Punkten Fallschirmtruppen abgesetzt. Sie landeten bei Zeitungsverlagen, Blockkontrollen, Nachrichtenagenturen und dergleichen. Die Jagdkommandos waren ausgesuchte Leute unserer Luftwaffe, sie wurden durch Techniker verstärkt, die jede eroberte Nachrichtenzentrale wieder verwendungsfähig machen sollten.
Anschließend wollte man von allen örtlichen Sendern die Ansprache des Präsidenten ausstrahlen; die Losung >Rücken frei!< sollte im ganzen befallenen Gebiet wirksam werden. Abgesehen von den Aufräumungsarbeiten wäre damit der Krieg beendet gewesen.
Etwa fünfundzwanzig Minuten nach Mitternacht trafen allmählich die Meldungen ein, daß dieser oder jener Stützpunkt gesichert sei. Ein wenig später forderte man andernorts Hilfe an. Um ein Uhr morgens waren die meisten Reserven eingesetzt, jedoch schien die militärische Operation gut zu klappen - tatsächlich so gut, daß Gruppenkommandeure landeten und vom Boden aus Bericht erstatteten.
Doch dann hörte man nichts mehr von ihnen. Die rote Zone verschluckte die Streitkräfte, die für diese Aufgabe vorgesehen waren, als hätte es sie nie gegeben. Die Vereinigten Staaten hatten ihre schlimmste militärische Niederlage seit dem >schwarzen Sonntag< erlebt.
Wie ich hörte, war es schon fast Tag, ehe Martinez und Rexton endlich einsahen, daß die Erfolgsmeldungen in Wahrheit gefälscht waren. Ihre eigenen Soldaten hatten die irreführenden Berichte gesandt -unsere Leute, aber sie unterstanden dem Befehl von Parasiten, waren befallen und von ihren Gebietern gezwungen worden, das Täuschungsmanöver durchzuführen. Nach meinem Bericht, der mehr als eine Stunde zu spät kam, als die Jagdkommandos bereits unterwegs waren, hatte der Alte versucht, die leitenden Männer wenigstens davon abzubringen, weiteren Nachschub an Truppen zu entsenden; aber die Militärs waren voller Stolz über den vermeintlichen Sieg und brannten darauf, reinen Tisch zu machen.