Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 290 291 292 293 294 295 296 297 298 ... 424
Перейти на страницу:

»Aug vom Lurch und Zeh vom Frosch, Fledermauswolle und Hundezung«, zitierte Claire. Sie streute die Hand voll Knochen auf die Arbeitsfläche und betrachtete sie fasziniert. »Ich frage mich, was sie damit gemeint hat?«

»Sie?«

»Nayawenne – die Frau, von der ich den Beutel habe.« Claire hockte sich auf den Boden und fegte die zerkrümelten Blattstückchen – zumindest hoffte Brianna, dass es wirklich Blätter waren – in ihre Hand und roch daran. Es hingen so viele Gerüche im Sprechzimmer, dass sie selbst nur noch die überwältigende Süße des Honigs wahrnahm, doch der empfindlichen Nase ihrer Mutter bereitete es offenbar keine Schwierigkeiten, einzelne Düfte auszumachen.

»Lorbeer, Balsamfichte, wilder Ingwer und Wasserpfeffer«, sagte sie und schnüffelte wie ein Trüffelhund. »Und etwas Salbei, glaube ich.« Ihre Mutter schüttete die getrockneten Pflanzenteile zu den Knochen auf den Tisch.

Jemmy, der ihren Tadel bereits vergessen hatte, hatte eine chirurgische Klemme in den Fingern und drehte sie hin und her, offenbar um herauszubekommen, ob sie essbar war. Brianna dachte daran, sie ihm wegzunehmen, doch da ihre Mutter ihre Metallinstrumente immer in kochendem Wasser sterilisierte, beschloss sie, dass er sie vorerst behalten konnte, da sie keine scharfen Kanten hatte.

Sie ließ ihn bei Claire und ging in die Küche, um heißes Wasser und ein paar Tücher zur Beseitigung des Honigs zu holen. Mrs. Bug war dort, doch sie war fest eingeschlafen und saß sanft schnarchend auf der Kaminbank, die Hände auf ihrem runden Bauch gefaltet, und ihre Haube war ihr gemütlich über das Ohr gerutscht.

Sie entfernte sich auf Zehenspitzen, und als sie mit dem Wassereimer und einem Berg Tücher zurückkehrte, waren die Trümmer schon zum Großteil zusammengefegt, und ihre Mutter kroch auf Händen und Knien durch das Zimmer und lugte unter die Möbel.

»Hast du etwas verloren?« Sie warf einen Blick auf den unteren Regalboden im Schrank, hatte aber nicht das Gefühl, dass außer dem Honiggefäß etwas fehlte. Die anderen Flaschen standen wieder ordentlich zugekorkt auf ihren Plätzen, und alles sah aus wie sonst auch.

»Ja.« Claire bückte sich noch tiefer und runzelte die Stirn, während sie unter den Schrank lugte. »Einen Stein. Ungefähr so groß –«, sie formte mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis, der ungefähr den Durchmesser einer kleinen Münze hatte, »und blaugrau. An manchen Stellen durchsichtig. Es ist ein Rohsaphir.«

»War er im Schrank? Vielleicht hat Mrs. Bug ihn weggeräumt.«

Claire setzte sich auf die Fersen zurück und schüttelte den Kopf.

»Nein, sie rührt hier nichts an. Außerdem war er nicht im Schrank – er war hier drin.« Sie wies auf den Tisch, wo der leere Amulettbeutel neben den Knochen und den Pflanzenstückchen lag.

Eine schnelle Durchsuchung des Sprechzimmers – und dann eine langsamere – förderte keine Spur des Steins zutage.

»Weißt du«, sagte Claire und fuhr sich mit der Hand durch das Haar, während sie Jemmy nachdenklich ansah. »Ich sage das ja nur ungern, aber meinst du …?«

»Schei … ich meine, o je«, sagte Brianna, und ihre Besorgnis verwandelte sich in Alarmiertheit. Sie bückte sich, um einen Blick auf Jemmy zu werfen, der sie selbstzufrieden ignorierte und sich ganz darauf konzentrierte, die Klemme in sein linkes Nasenloch einzuführen. Er hatte getrocknete Pflanzenstückchen in dem Honig um seinen Mund kleben, aber es war doch sicher nur Rosmarin oder Thymian …

Durch ihre aufdringlichen Blicke verärgert, versuchte er, mit der Klemme nach ihr zu schlagen, doch sie umklammerte eisern sein Handgelenk und entrang ihm mit der anderen Hand die Klemme.

»Du darfst Mami nicht schlagen«, sagte sie mechanisch, »das ist nicht schön. Jemmy, hast du Omas Stein verschluckt?«

»Nein«, sagte er genauso mechanisch und grabschte nach der Klemme. »Meins!«

Sie roch an seinem Gesicht, worauf er sich gefährlich zurücklehnte, doch sie war sich nicht sicher. Sie glaubte aber nicht, dass es Rosmarin war.

»Komm her und riech an ihm«, sagte sie zu ihrer Mutter und stand auf. »Ich kann es nicht sagen.«

Claire beugte sich über ihn, und Jemmy kreischte entzückt kichernd auf, weil er glaubte, dass sie mit ihm spielen wollte. Er wurde allerdings enttäuscht; seine Großmutter atmete einfach nur tief ein, sagte entschieden »wilder Ingwer«, dann beugte sie sich vor, um ihn genauer zu mustern, und ergriff ein feuchtes Tuch, um trotz des zunehmenden Protestgeheuls den verschmierten Honig wegzuwischen.

»Schau.« Claire deutete auf die weiche Haut rings um seinen Mund. Jetzt, da sie frisch gesäubert war, konnte Brianna sie deutlich sehen – zwei oder drei winzige Bläschen, die wie Samenkörnchen aussahen.

»Jeremiah«, sagte sie streng und versuchte, ihm ins Auge zu blicken. »Sag es Mama. Hast du Omas Stein gegessen?«

Jeremiah vermied es, sie anzusehen. Er wich zappelnd zurück und hielt beide Hände schützend hinter sich.

»Nicht hauen«, sagte er. »Nicht schön.«

»Ich schlage dich nicht«, versicherte sie ihm und ergriff seinen Fuß, bevor er entwischen konnte. »Ich will es nur wissen. Hast du einen Stein verschluckt, der ungefähr so groß war?« Sie hielt Daumen und Zeigefinger hoch. Jemmy kicherte.

»Heiß«, sagte er. Das war sein neues Lieblingswort, und er benutzte es unterschiedslos für alles, was er mochte.

Brianna schloss die Augen, seufzte entnervt, dann öffnete sie sie wieder und sah ihre Mutter an.

»Ich fürchte, ja. Wird es ihm weh tun?«

»Ich denke, nicht.« Claire betrachtete ihren Enkelsohn nachdenklich und tippte mit einem Finger an ihre Lippen. Dann durchquerte sie das Zimmer, öffnete einen der hohen Schränke und brachte eine große, braune Glasflasche zum Vorschein.

»Rizinusöl«, erklärte sie und kramte in einer Schublade nach einem Löffel. »Nicht ganz so wohlschmeckend wie Honig«, fügte sie hinzu und fixierte Jemmy mit einem bohrenden Blick, »aber sehr wirksam.«

Rizinusöl mochte ja wirksam sein, aber es brauchte seine Zeit. Brianna und Claire ließen Jemmy, den sie nach Verabreichung des Öls mit seinem Korb mit Holzklötzen zum Spielen auf den Boden gesetzt hatten, nicht aus den Augen, während sie die Wartezeit nutzten, um das Sprechzimmer aufzuräumen und sich dann der friedlichen, aber zeitaufwändigen Aufgabe der Arzneizubereitung zuwandten. Es war schon länger her, dass Claire zuletzt Zeit dazu gehabt hatte, und es hatte sich eine überwältigende Menge an Blättern, Wurzeln und Samen angesammelt, die zerhackt, zerrieben, zerstampft, in Wasser gekocht, in Öl eingeweicht, mit Alkohol extrahiert, durch Gaze gefiltert, in geschmolzenes Bienenwachs oder Bärenfett eingerührt, mit Puder vermischt oder zu Pillen gerollt werden mussten, bevor sie zur Aufbewahrung in Gläsern, Flaschen oder Beuteln verstaut wurden.

Es war ein angenehm warmer Tag, und sie ließen die Fenster offen, um den Luftzug hereinzulassen, auch wenn das bedeutete, dass sie fortwährend Fliegen und Mücken vertreiben mussten und dann und wann eine übereifrige Hummel aus einer blubbernden Flüssigkeit fischen mussten.

»Vorsichtig, Schätzchen!« Brianna streckte hastig die Hand aus, um eine Honigbiene fortzuwischen, die auf einem von Jemmys Klötzen gelandet war, bevor Jemmy danach greifen konnte. »Böse Fliege. Autsch!«

»Sie riechen ihren Honig«, sagte Claire, die gerade eine andere Biene vertrieb. »Am besten gebe ich ihnen etwas davon zurück.« Sie stellte ein Schälchen mit Honigwasser auf die Fensterbank, und innerhalb von Sekunden war der Rand dicht von gierig trinkenden Bienen umschwärmt.

1 ... 290 291 292 293 294 295 296 297 298 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)