Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 286 287 288 289 290 291 292 293 294 ... 458
Перейти на страницу:

Manchmal dachte sie an seine Blicke, seine Teilnahme, seine Worte, und dann schien ihr das Glück beinahe möglich. In jenen Augenblicken bemerkte Dunjascha, daß sie lächelnd zum Wagenfenster hinaussah.

Und daß gerade er nach Bogutscharowo kommen mußte und gerade in diesem Augenblick! dachte Prinzessin Marja. Und daß seine Schwester ihr Verlöbnis mit dem Fürsten Andrej lösen mußte! In alledem erblickte sie den Willen der Vorsehung.

Auf Rostow hatte Prinzessin Marja einen sehr angenehmen Eindruck gemacht. Wenn er an sie dachte, wurde er ganz heiter, und als seine Kameraden, die von seinem Abenteuer in Bogutscharowo gehört hatten, ihn neckten und sagten, er sei zwar nach Heu ausgeritten, habe aber statt dessen die reichste Braut in ganz Rußland aufgegabelt, wurde er ernstlich böse. Er ärgerte sich besonders deshalb so darüber, weil ihm der Gedanke an eine Verheiratung mit der ihm so angenehmen, sanften Prinzessin Marja mit ihrem gewaltigen Vermögen ganz gegen seinen Willen mehr als einmal schon selber durch den Kopf gegangen war. Sich persönlich konnte Nikolaj keine bessere Frau wünschen als Prinzessin Marja, außerdem hätte er durch eine solche Heirat die Gräfin, seine Mutter, glücklich gemacht, die Finanzen seines Vaters aufgebessert und sogar – das fühlte er – Prinzessin Marjas Lebensglück begründet.

Aber Sonja! Und sein Wort, das er ihr gegeben hatte? – Deshalb wurde Rostow böse, wenn er mit der Prinzessin Bolkonskaja geneckt wurde.

15

Nachdem Kutusow den Oberbefehl über die Armeen übernommen hatte, erinnerte er sich an den Fürsten Andrej und schickte ihm einen Befehl, daß er sich im Hauptquartier einzufinden habe.

Fürst Andrej kam nach Zarewo-Saimischtsche gerade an dem Tag und gerade zu der Zeit, als Kutusow die erste Besichtigung über seine Truppen abhielt. Fürst Andrej hielt im Dorf beim Haus des Geistlichen an, vor dem die Equipage des Oberbefehlshabers stand, und setzte sich auf ein Bänkchen am Torweg, um auf den »Durchlauchtigsten«, wie Kutusow jetzt von allen genannt wurde, zu warten. Vom Feld hinter dem Dorf tönten bald die Klänge der Regimentsmusik, bald das Gebrüll unzähliger Stimmen herüber, die dem Oberkommandierenden Hurra zuriefen. An demselben Torweg, etwa zehn Schritte vom Fürsten Andrej entfernt, standen zwei Burschen, ein Kurier und ein Haushofmeister, die die Abwesenheit des Oberkommandierenden und das schöne Wetter genossen.

Ein kleiner, schwarzer Husarenoberstleutnant mit üppigem Schnurrbart und Backenbart kam auf den Torweg zugeritten, warf einen Blick auf den Fürsten Andrej und fragte, ob hier das Quartier des Durchlauchtigsten sei, und ob dieser bald zurückkomme.

Fürst Andrej erwiderte ihm, er gehöre nicht zum Stabe des Durchlauchtigsten und sei selber eben erst angekommen. Der Husarenoberstleutnant wandte sich an den Burschen des Oberkommandierenden, der in seiner tadellosen Uniform und mit jenem eigentümlich geringschätzigen Ton, den die Burschen der Oberkommandierenden gegen Offiziere anzuschlagen pflegen, zu ihm sagte: »Was? Der Durchlauchtigste? Wird voraussichtlich gleich kommen. Sie wünschen?«

Der Husarenoberstleutnant lächelte ob dieses Tones in seinen Schnurrbart hinein, stieg vom Pferd, übergab es einer Ordonnanz und trat auf Bolkonskij zu, indem er sich leicht vor ihm verbeugte. Bolkonskij rückte auf der Bank beiseite, um ihm Platz zu machen. Der Husarenoberstleutnant setzte sich neben ihn.

»Warten Sie auch auf den Oberkommandierenden?« fragte er. »Es heißt ja, daß jeder bei ihm vorgelassen wird, Gott sei Dank! War das ein Elend bei diesen Wurstfressern! Jermolow hat wirklich nicht umsonst darum gebeten, zum Deutschen befördert zu werden. Jetzt kann doch wenigstens auch ein Russe mal ein Wort sagen. Weiß der Teufel, was die gemacht haben! Immer wieder zurück und immer wieder zurück. Haben Sie den Feldzug mitgemacht?« fragte er.

»Ich hatte das Vergnügen«, erwiderte Fürst Andrej, »nicht nur an diesem Rückzug teilzunehmen, sondern durch ihn auch alles zu verlieren, was mir teuer war … von meinem Vaterhaus und meinen Gütern ganz zu schweigen! Mein Vater ist aus Kummer darüber gestorben. Ich bin aus dem Gouvernement Smolensk.«

»Ah? … Sie sind Fürst Bolkonskij? Freue mich sehr, Ihre Bekanntschaft zu machen: Oberstleutnant Denissow, bekannter unter dem Namen Waska«, sagte Denissow, drückte dem Fürsten Andrej die Hand und betrachtete gutmütig und mit besonderer Aufmerksamkeit Bolkonskijs Gesicht. »Ja, ich hörte es schon«, sagte er teilnehmend und fuhr, nachdem er eine Weile geschwiegen hatte, dann fort: »Da haben wir nun den Skythenkrieg. Das ist ja alles ganz schön und gut, nur nicht für diejenigen, die es am eigenen Leibe spüren müssen. Sie sind also der Fürst Andrej Bolkonskij?« Er wiegte den Kopf hin und her. »Freue mich sehr, Fürst, freue mich sehr, Sie kennenzulernen«, sagte er noch einmal wie mit einem wehmütigen Lächeln und drückte ihm die Hand.

Fürst Andrej kannte Denissow: Natascha hatte ihm von ihrem ersten Verehrer erzählt. Diese süße und zugleich wehmütige Erinnerung trug ihn nun wieder zu jenen schmerzlichen Gefühlen zurück, an die er in letzter Zeit lange nicht mehr gedacht hatte, die aber trotzdem noch in seiner Seele schlummerten. Er hatte jetzt so viele andere und so ernste Eindrücke gehabt, wie die Preisgabe von Smolensk, seinen Besuch in Lysyja-Gory und die soeben erhaltene Nachricht vom Ableben seines Vaters, daß er schon lange nicht mehr an diese Erinnerung gedacht hatte, und darum wirkte sie auch, wie sie ihm jetzt kam, nicht mehr mit der früheren Kraft auf ihn ein.

Denissow aber fühlte sich durch die Kette der Erinnerungen, die der Name Bolkonskij in ihm wachrief, in eine ferne, längst vergangene poetische Zeit zurückversetzt, wo er einmal nach dem Abendessen und einem Lied Nataschas, ohne selber zu wissen wie, diesem fünfzehnjährigen Mädchen einen Antrag gemacht hatte. Er lächelte über die Erinnerung an jene Zeit und über seine Liebe zu Natascha und ging dann in Gedanken gleich wieder auf das über, was ihn jetzt so leidenschaftlich und ausschließlich beschäftigte.

Es war dies ein Feldzugsplan, den er sich während des Rückzuges, wo er der Vorhut zugeteilt worden war, ausgedacht hatte. Er hatte diesen Plan Barclay de Tolly bereits vorgelegt und beabsichtigte nun, ihn Kutusow zu zeigen. Der Plan gründete sich darauf, daß die Angriffslinie der Franzosen zu weit ausgedehnt sei, und daß wir, statt nur gegen ihre Front zu operieren und ihnen den Weg zu versperren, gleichzeitig auch Vorstöße gegen ihre Verbindungslinien unternehmen müßten. Denissow fing an, dem Fürsten Andrej seinen Plan auseinanderzusetzen.

»Sie können nicht die ganze Linie halten, das ist unmöglich. Ich stehe dafür, daß ich sie durchstoßen werde. Geben Sie mir fünfhundert Mann, dann durchbreche ich sie, das ist ganz sicher. Hier hilft nur ein System – durchschlagen.«

Denissow stand auf, gestikulierte lebhaft und legte Bolkonskij seinen Plan dar. Mitten in seinen Ausführungen erklang noch unharmonischer und ausgedehnter als vorhin vom Platz der Besichtigung herüber das Hurraschreien der Truppen, in das sich Militärmusik und Lieder mischten. Vom Dorf her hörte man Pferdegetrappel und Geschrei.

»Jetzt kommt er selber«, schrie ein Kosak, der am Torweg stand. »Er kommt!«

Bolkonskij und Denissow traten vor das Tor, wo ein Trupp Soldaten, die Ehrenwache, aufmarschiert war, und sahen Kutusow auf einem kleinen, braunen Pferd die Straße entlang geritten kommen. Ein großes Gefolge von Generälen folgte ihm. Barclay de Tolly ritt hinter ihm her und um ihn herum, und alle schrien hurra.

Ihm voran sprengten die Adjutanten in den Hof ein. Kutusow trieb ungeduldig sein Pferd an, einen Paßgänger, der sich leicht unter seiner Last wiegte, nickte in Erwiderung der begeisterten Grüße ununterbrochen, wobei er immer wieder die Hand an seine weiße schirmlose Gardereitermütze legte. Als er bis zur Ehrenwache, den großen, kräftigen Grenadieren, die fast alle mit Orden geschmückt waren und vor ihm salutierten, herangeritten war, sah er sie einen Augenblick schweigend und aufmerksam mit dem starren Blick eines Vorgesetzten an und wandte sich dann an die Schar der Generäle und Offiziere, die um ihn herumstanden. Sein Gesicht nahm plötzlich einen durchgeistigten Ausdruck an, und er zuckte mit einer Geste der Verwunderung die Achseln.

1 ... 286 287 288 289 290 291 292 293 294 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)