Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
1 ... 286 287 288 289 290 291 292 293 294 ... 356
Перейти на страницу:

Die Steine glitzerten und funkelten, Versuchung und Erlösung. Alle waren näher getreten, um einen Blick auf sie zu werfen, die Köpfe unter bewunderndem Gemurmel über den Tisch gebeugt, und sie selbst fand sich für den Augenblick unbeachtet.

Sie konnte sich verstecken, dachte sie, während sich die Schritte des Plans unausweichlich vor ihrem inneren Auge entfalteten, ohne dass sie es wirklich wollte. Ein Pferd stehlen, sich durch das Yadkintal ins Hinterland durchschlagen. Trotz der Nähe des Feuers zitterte und fror sie bei dem Gedanken an eine Flucht durch den winterlichen Schnee. Doch ihr Verstand arbeitete weiter.

Sie konnte sich in den Bergen verstecken, im Blockhaus ihrer Eltern, und warten, bis sie mit Roger zurückkehrten. Falls sie zurückkehrten. Falls sie Roger mitbrachten. Ja, und was, wenn das Baby vorher kam und sie dort auf dem Berg war, ganz allein, ohne irgendjemanden oder irgendetwas, das ihr helfen konnte, außer einer Handvoll gestohlenem Glitter?

Oder sollte sie unverzüglich nach Wilmington reiten und sich ein Schiff zu den Westindischen Inseln suchen? Wenn Jocasta recht hatte, dann würde Roger nie mehr zurückkehren. Opferte sie gerade ihre einzige Chance zur Rückkehr, um auf einen Mann zu warten, der tot war – oder der, wenn er nicht tot war, sie und das Kind vielleicht abweisen würde?

»Miss Fraser?«

Anwalt Forbes wartete, vor Erwartung aufgeblasen.

Sie holte tief Luft und spürte, wie ihr unter den gelösten Korsettstangen der Schweiß zwischen den Brüsten hinunterlief.

»Sie sind alle wunderschön«, sagte sie, überrascht darüber, wie kühl sie das sagen konnte. »Ich finde es unmöglich, zwischen ihnen zu wählen – aber ich habe auch keine besondere Vorliebe für Edelsteine. Ich habe einen sehr schlichten Geschmack, fürchte ich.«

Sie sah, wie ein Lächeln in Mr. MacNeills Gesicht aufflackerte und Forbes’ runde Wangen tiefrot anliefen, doch sie kehrte den Steinen mit einem höflichen Wort den Rücken.

»Ich denke, wir werden nicht mit dem Essen warten«, murmelte Jocasta ihr ins Ohr. »Falls Seine Lordschaft aufgehalten wurde …«

Wie auf ein Stichwort erschien Ulysses in der Tür, elegant in voller Livree, wohl um das Abendessen anzukündigen. Doch stattdessen sagte er in seiner wohlklingenden Stimme, die problemlos das Geplapper übertönte: »Lord John Grey, Ma’am«, und trat beiseite.

Jocasta stieß einen Seufzer der Genugtuung aus und drängte Brianna vorwärts auf die schlanke Gestalt zu, die in der Tür stand.

»Gut. Du wirst seine Tischgenossin sein, Liebe.«

Brianna warf noch einen Blick auf den Tisch am Kamin, doch die Steine waren fort.

Lord John überraschte sie. Sie hatte ihre Mutter von Lord John Grey erzählen hören – dem Soldaten, dem Diplomaten, dem Edelmann – und eine hochgewachsene und imposante Persönlichkeit erwartet. Stattdessen war er fast einen Kopf kleiner als sie, feinknochig und schmal, mit großen, schönen Augen und von einer hellhäutigen Attraktivität, die nur durch den bestimmten Ausdruck von Mund und Kinn vor der Mädchenhaftigkeit bewahrt wurde.

Er hatte bei ihrem Anblick erschrocken ausgesehen – das taten viele Menschen, die über ihre Größe verblüfft waren –, hatte sich dann aber darangemacht, seinen beträchtlichen Charme einzusetzen, ihr amüsante Reiseanekdoten erzählt, die beiden Gemälde bewundert, die Jocasta an die Wand gehängt hatte, und den gesamten Tisch mit Neuigkeiten über die politische Lage in Virginia für sich gewonnen.

Was er nicht erwähnte, war ihr Vater, und dafür war sie ihm dankbar.

Brianna lauschte Miss Forbes’ Beschreibungen der Bedeutung ihres Bruders mit einem abwesenden Lächeln. Sie kam sich mehr und mehr so vor, als ertränke sie in einem Meer von guten Absichten. Konnten sie sie nicht in Ruhe lassen? Konnte Jocasta nicht einmal so viel Anstand haben, ein paar Monate zu warten?

»… und dann ist da noch diese kleine Sägemühle, die er gerade gekauft hat, oben in Averasboro. Liebe Güte, wie der Mann das alles schafft, ich kann es gar nicht sagen!«

Nein, sie konnten es nicht, dachte sie ein wenig verzweifelt. Sie konnten sie nicht in Ruhe lassen. Sie waren Schotten, freundlich, aber praktisch veranlagt und von der eisernen Überzeugung, dass sie im Recht waren – genau dieselbe Überzeugung, die die Hälfte von ihnen bei der Schlacht von Culloden in den Tod oder ins Exil getrieben hatte.

Jocasta hatte sie gern, doch sie hatte offensichtlich beschlossen, dass es töricht wäre zu warten. Warum die Gelegenheit zu einer guten, soliden, respektablen Ehe einem winzigen Hoffnungsfünkchen der Liebe opfern?

Das Schreckliche war, sie wusste selbst, dass das Warten töricht war. Von all den Dingen, an die sie wochenlang nicht zu denken versucht hatte, war dies das Schlimmste – und da war es wieder und erhob sich in ihren Gedanken wie der Schatten eines abgestorbenen Baumes, kahl im Schnee.

Falls. Falls sie zurückkamen falls, falls, falls. Wenn ihre Eltern überhaupt zurückkehrten, würde Roger nicht bei ihnen sein. Sie wusste es. Sie würden die Indianer nicht finden, die ihn geraubt hatten – wie sollten sie auch, in einer weglosen Wildnis aus Schnee und Schlamm? Oder sie würden die Indianer finden, nur um dann zu erfahren, dass Roger tot war – seinen Verletzungen, einer Krankheit, der Folter erlegen.

Oder sie würden ihn lebend finden, und er würde sich weigern zurückzukehren, weil er sie niemals wiedersehen wollte. Oder er würde zurückkehren aus jenem schottischen Ehrgefühl heraus, das einen zum Wahnsinn trieb, entschlossen, sie zu nehmen, obwohl er sie dafür hasste. Oder er würde zurückkehren, das Baby sehen, und …

Oder es würde überhaupt keiner von ihnen zurückkehren. Ich werde ihn dir heimbringen – oder ich komme selbst nicht zurück. Und sie würde hier für immer allein leben, in den Wellen ihrer eigenen Schuld ertrunken, während ihr Körper auf einem Strudel guter Absichten auf und ab trieb, verankert durch die Nabelschnur eines Kindes, dessen Gewicht sie unter die Oberfläche gezogen hatte.

»Miss Fraser! Miss Fraser, geht es Euch nicht gut?«

»Nicht besonders, nein«, sagte sie. »Ich glaube, ich falle in Ohnmacht.« Was sie auch tat und krachend den Tisch erschütterte, als sie vornüber in ein wirbelndes Meer aus Porzellan und Leinen kippte.

Die Gezeiten hatten sich wieder gewendet, dachte sie. Sie wurde auf einer Flut der Anteilnahme nach oben getrieben, während Leute hin und her huschten, warme Getränke und einen Ziegelstein für ihre Füße holten, dafür sorgten, dass sie warm zugedeckt auf dem Sofa in dem kleinen Salon zu liegen kam, ein Kissen unter dem Kopf, Riechsalz unter der Nase, ein dickes Schultertuch um die Knie gewickelt.

Schließlich waren sie fort. Sie konnte allein sein. Und jetzt, da sie sich selbst die Wahrheit eingestanden hatte, konnte sie um alles weinen, was sie verloren hatte – ihren Vater und ihren Geliebten, ihre Familie und ihre Mutter, ihre Zeit und ihren Platz und alles, was sie hätte sein sollen und niemals sein würde.

Nur, dass sie es nicht konnte.

Sie versuchte es. Sie versuchte, das Gefühl des Schreckens wieder heraufzubeschwören, das sie im Empfangszimmer verspürt hatte, allein in der Menge. Doch jetzt, wo sie wirklich allein war, hatte sie paradoxerweise keine Angst mehr. Eine der Haussklavinnen steckte den Kopf zur Tür herein, doch sie winkte mit der Hand und schickte das Mädchen wieder fort.

Na schön, sie war auch Schottin – »Na ja, zur Hälfte«, murmelte sie und legte eine Hand auf ihren Bauch – und hatte das Recht auf ihre eigene Sturheit. Sie würden zurückkommen. Alle: ihre Mutter, ihr Vater, Roger. Auch, wenn sich diese Überzeugung eher so anfühlte, als bestünde sie aus Federn denn aus Eisen … so hegte sie sie dennoch. Und sie würde sich daran klammern wie an ein Floß, bis man ihre Finger mit Gewalt ablöste und sie versinken ließ.

1 ... 286 287 288 289 290 291 292 293 294 ... 356
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)