Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 266 267 268 269 270 271 272 273 274 ... 421
Перейти на страницу:

»Was?«

»Bist du … bist du sicher, Brianna?«

Sie wusste, was er damit meinte; es war eine Glaubensfrage. Sie richtete sich zu voller Höhe auf und wischte sich die Nase am Ärmel ab.

»Ich bin katholisch, und ich glaube an Vitamine«, erklärte sie standfest. »Und ich weiß, wer mein Vater war. Natürlich bin ich sicher.«

Er holte seufzend Luft und ließ beim Ausatmen die Schultern zusammenfallen. Dann nickte er, und die Linien in seinem Gesicht entspannten sich ein wenig.

Er setzte sich auf einen Felsen, und sie ließ ihn allein und ging zum Bach hinunter, um sich kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen. Der Schatten der Uferböschung fiel über den Bach hinweg, und die kalte Luft war vom Duft der Erde und der Kiefern erfüllt. Trotz der Kühle verharrte sie eine Weile dort, auf den Knien.

Sie konnte die Stimmen in den Bäumen und im Wasser murmeln hören, doch sie beachtete sie nicht. Ganz gleich, wer sie waren, sie stellten keine Bedrohung für sie und die Ihren dar – und lagen nicht im Widerstreit mit der Präsenz, die sie so deutlich in ihrer Nähe spürte.

»Ich liebe dich, Papa«, flüsterte sie. Sie schloss die Augen und fühlte sich in Frieden.

Ian musste es ebenfalls bessergehen, dachte sie, als sie schließlich zu der Stelle zurückkehrte, wo er auf dem Felsen saß. Rollo hatte ihn allein gelassen, um ein vielversprechendes Loch am Fuß eines Baumes zu untersuchen, und sie wusste, dass der Hund nicht von Ians Seite gewichen wäre, wenn er das Gefühl gehabt hätte, dass sein Herrchen in Schwierigkeiten war.

Sie war gerade im Begriff, ihn zu fragen, ob sie hier fertig waren, als er aufstand und sie merkte, dass es nicht so war.

»Weshalb ich dich hierhergebracht habe«, sagte er abrupt. »Ich wollte wissen, was es damit auf sich hat –« Er deutete kopfnickend auf das Mammut. »Aber ich wollte dich auch etwas fragen. Dich um einen Rat bitten.«

»Einen Rat? Ian, ich kann dir doch keine Ratschläge geben! Wie könnte ich dir sagen, was du tun sollst?«

»Ich glaube, du bist vielleicht die Einzige, die das kann«, antwortete er mit einem schiefen Lächeln. »Du gehörst zu meiner Familie, du bist eine Frau – und ich bin dir wichtig. Und doch weißt du sogar mehr als Onkel Jamie. Vielleicht liegt es ja daran, wer – oder was« – sein Mund verzog sich ein wenig – »du bist.«

»Ich weiß nicht mehr«, sagte sie und blickte zu den Knochen im Felsen auf. »Nur – andere Dinge.«

»Aye«, sagte er und holte tief Luft.

»Brianna«, sagte er ganz leise. »Wir sind nicht verheiratet – und werden es nie sein.« Er wandte eine Sekunde den Blick ab, dann sah er sie wieder an. »Aber wenn wir geheiratet hätten, hätte ich dich geliebt und für dich gesorgt, so gut ich kann. Ich vertraue darauf, dass du das Gleiche für mich getan hättest. Habe ich recht?«

»Oh, Ian.« Ihr Hals war immer noch belegt und rauh vor Schmerz; die Worte kamen als Flüstern heraus. Sie berührte die kühle Haut seines hageren Gesichts und malte mit dem Daumen die Linie aus eintätowierten Punkten nach. »Ich liebe dich doch jetzt.«

»Aye, nun ja«, sagte er leise. »Das weiß ich.« Er hob eine seiner großen Hände und legte sie fest über die ihre. Er drückte ihre Handfläche kurz an seine Wange, dann schlossen sich seine Finger um die ihren, und er ließ ihre verschränkten Hände sinken, ließ aber nicht los.

»Dann sag mir«, sagte er, ohne den Blick von ihren Augen abzuwenden. »Wenn du mich liebst, sag mir, was ich tun soll. Soll ich zurückgehen?«

»Zurück«, wiederholte sie und sah ihm suchend ins Gesicht. »Du meinst zurück zu den Mohawk?«

Er nickte.

»Zurück zu Emily. Sie hat mich geliebt«, sagte er leise. »Das weiß ich. War es ein Fehler, mich von der Alten fortschicken zu lassen? Sollte ich zurückgehen, vielleicht um sie kämpfen, wenn es nötig wäre? Vielleicht sehen, ob sie mit mir nach Fraser’s Ridge gehen würde?«

»Oh, Ian.« Sie fühlte sich noch genauso hilflos wie zuvor, doch diesmal wurde sie nicht zusätzlich durch ihren eigenen Schmerz belastet. Aber wer war sie, dass sie ihm etwas raten sollte? Wie konnte sie die Verantwortung tragen, diese Entscheidung für ihn zu treffen – zu ihm zu sagen, bleib – oder geh?

Doch er ließ ihr Gesicht nicht aus den Augen, und sie begriff – sie war seine Familie. Und daher lag die Verantwortung in ihren Händen, ob sie sich dazu imstande fühlte oder nicht.

Ihr war eng um die Brust, als müsste sie explodieren, wenn sie tief Luft holte. Sie tat es dennoch.

»Bleib«, sagte sie.

Er stand lange da und sah ihr in die Augen – die seinen tief rehbraun, goldgefleckt und ernst.

»Du könntest gegen ihn kämpfen – Ahk …« Sie versuchte, sich an die Silben des Mohawk-Namens zu erinnern. »Sun Elk. Aber du kannst nicht gegen sie kämpfen. Wenn sie zu dem Schluss gekommen ist, dass sie nicht mehr mit dir zusammen sein möchte … Ian, das kannst du nicht ändern.«

Er blinzelte, so dass ihm seine dunklen Wimpern den Blick versperrten, und hielt die Augen geschlossen. Sie wusste nicht, ob er ihre Worte damit bestätigte oder ablehnte.

»Aber darum geht es nicht allein«, sagte sie, und ihre Stimme wurde fester. »Es geht nicht nur um sie oder ihn. Nicht wahr?«

»Nein«, sagte er. Seine Stimme klang fern, beinahe gleichgültig, doch sie wusste, dass es nicht so war.

»Es liegt an ihnen«, sagte sie, leiser jetzt. »All die Mütter. Die Großmütter. Die Frauen. Die – die Kinder.« Clan, Familie, Stamm und Nation; Sitte, Geist, Tradition – die Fäden, die Die-mit-den-Händen-arbeitet umgarnten und sie sicher am Boden festhielten. Und vor allem – Kinder. Diese lauten Stimmchen, die die Stimmen des Waldes übertönten und verhinderten, dass die Seele nachts zu wandern begann.

Niemand kannte die Kraft solcher Bindungen besser als jemand, der ohne sie existiert hatte, ausgestoßen und allein. Sie hatte schon so gelebt, er hatte schon so gelebt, und sie wussten beide, dass es wahr war.

»Es liegt an ihnen«, wiederholte er leise und öffnete die Augen. Der Verlust färbte sie dunkel, verlieh ihnen die Farbe des Schattens im tiefsten Wald. »Und ihnen.« Er wandte den Kopf und blickte nach oben zu den Bäumen jenseits des Baches, oberhalb des Mammuts, das in der Erde gefangen lag, vom Himmel isoliert, immun gegen jedes Gebet. Er wandte sich zurück, hob eine Hand und berührte ihre Wange.

»Dann bleibe ich.«

Sie schlugen ihr Nachtlager am anderen Ufer des Biberteichs auf. Die verstreuten Holzspäne und entrindeten Schösslinge gaben guten Zunder für ihr Feuer ab.

Sie hatten nicht viel zu essen; nicht mehr als eine Mütze voll Blaubeeren und den Brotkanten, der inzwischen so hart war, dass sie ihn in Wasser tunken mussten, um ihn kauen zu können. Es spielte keine Rolle; keiner von ihnen hatte Hunger, und Rollo war verschwunden, um für seinen eigenen Bedarf zu jagen.

Sie saßen schweigend da und sahen zu, wie das Feuer erlosch. Es war nicht nötig, es brennen zu lassen; die Nacht war nicht kalt, und sie konnten sich am Morgen nicht lange aufhalten – ihr Zuhause war zu nah.

Schließlich regte sich Ian, und Brianna sah ihn an.

»Wie war der Name deines Vaters?«, fragte er sehr formell.

»Frank – äh … Franklin. Franklin Wolverton Randall.«

»Dann war er Engländer?«

»Durch und durch«, bestätigte sie und musste lächeln.

Er nickte und murmelte »Franklin Wolverton Randall« vor sich hin, als wollte er sich den Namen ins Gedächtnis prägen. Dann sah er sie ernst an.

»Wenn ich mich je in einer Kirche wiederfinde, zünde ich zu seiner Erinnerung eine Kerze an.«

»Ich glaube … das würde ihm gefallen.«

Er nickte und lehnte sich mit dem Rücken an eine Seidenkiefer. Der Boden in ihrer Nähe war mit Zapfen übersät; er nahm sich ein paar davon und warf sie nacheinander ins Feuer.

»Was ist mit Lizzie?«, fragte sie nach einer Weile. »Sie hat dich immer schon gerngehabt.« Das war gelinde ausgedrückt; Lizzie hatte wochenlang getrauert, als sie ihn an die Irokesen verloren hatten. »Und da sie Manfred jetzt doch nicht heiratet …«

1 ... 266 267 268 269 270 271 272 273 274 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)