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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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»William wird sicherlich überrascht sein, Sie zu sehen«, sagte Dunworthy. Er hoffte, sie würde ihn suchen gehen.

»Ja«, sagte sie grimmig. »Wahrscheinlich sitzt er da und hat nicht mal seinen Schal um. Er wird diese Virusinfektion bekommen, ich weiß es. Alles zieht er sich zu. Als er klein war, hatte er den fürchterlichsten Hautausschlag. Er wird sich auch diese Krankheit zuziehen. Wenigstens ist seine Mutter hier, um ihn zu pflegen.«

Die Tür wurde aufgestoßen, und zwei Gestalten in Atemmasken, weißen Kitteln, Gummihandschuhen und Papiergaloschen über den Schuhen kamen im Laufschritt heraus. Sie verlangsamten ihre Gangart, als sie sahen, daß niemand zusammengebrochen war.

»Dieser Bereich muß abgesperrt und ein Schild aufgestellt werden, das ihn als Teil der Isolierstation kenntlich macht«, sagte Mary. Sie wandte sich zu Mrs. Gaddson. »Ich fürchte, es besteht eine Möglichkeit, daß Sie dem Virus ausgesetzt worden sind. Wir haben noch keine endgültige Klarheit über die Art und Weise der Übertragung und können nicht ausschließen, daß der Erreger mit der Atemluft übertragen wird«, sagte sie, und einen schrecklichen Augenblick lang dachte Dunworthy, sie wollte Mrs. Gaddson zu ihnen in den Warteraum setzen.

»Würden Sie Mrs. Gaddson zu einem Isolierabteil führen?« fragte sie einen der Pfleger. »Wir müssen eine Blutuntersuchung machen und eine Liste ihrer Kontaktpersonen erstellen. Mr. Dunworthy, wenn Sie mit mir kommen wollen«, sagte sie und führte ihn in den Warteraum und schloß die Tür, bevor Mrs. Gaddson protestieren konnte. »So, nun können sie die Frau eine Weile festhalten und dem armen Willy ein paar letzte Stunden in Freiheit verschaffen.«

»Mit dieser Frau muß einer ja den Ausschlag kriegen«, sagte Dunworthy.

Alle bis auf die Ärztin hatten bei ihrem Eintreten aufgeblickt. Latimer saß noch geduldig mit aufgekrempeltem Ärmel am Tisch. Montoya mühte sich mit dem Telefon ab.

»Colins Zug wurde zurückgeschickt«, sagte Mary. »Er ist inzwischen sicher zu Hause.«

»Oh, gut.« Montoya legte den Hörer auf. Sofort griff Gilchrist zum Telefon.

»Mr. Latimer, es tut mir leid, daß ich Sie warten ließ«, sagte Mary. Sie zog ein frisches Paar Gummihandschuhe über und begann die Punktion vorzubereiten.

»Gilchrist hier. Ich möchte den Quästor sprechen«, sagte Gilchrist in den Hörer. »Ja. Ich versuche Mr. Basingame zu erreichen. Ja, ich werde warten.«

Der Quästor hatte keine Ahnung, wo Basingame war, und auch sonst niemand. Dunworthy hatte bereits mit allen in Frage kommenden Personen gesprochen, als er versucht hatte, die Absetzoperation aufzuhalten. Der Quästor hatte nicht einmal gewußt, daß Basingame sich in Schottland aufhielt.

»Ich bin froh, daß sie den Jungen gefunden haben«, sagte Montoya. Sie sah auf ihre Digitaluhr. »Wie lange werden Sie uns noch hier festhalten? Ich muß zurück zu meiner Ausgrabung, bevor sie sich in einen Sumpf verwandelt. Wir graben gerade den Friedhof von Skendgate aus. Die meisten Gräber datieren aus dem 15. Jahrhundert, aber wir haben auch ein paar Pestopfer und sogar einzelne Gräber, die aus der Zeit vor Wilhelm dem Eroberer stammen. Letzte Woche fanden wir das Grab eines Ritters mit einer schön gearbeiteten Grabplatte. Hervorragend erhalten. Ich frage mich, ob Kivrin schon dort ist?«

Dunworthy nahm an, daß sie das Dorf und nicht den Friedhof meinte. »Hoffen wir es«, sagte er.

»Ich bat sie, sofort mit der Aufzeichnung ihrer Beobachtungen in Skendgate anzufangen, im Dorf und in der Kirche. Besonders die Kirchengruft. Dort stand ein Sarkophag, von dem leider nur Bruchstücke erhalten sind. Die Inschrift ist nicht mehr zu rekonstruieren, aber das Datum ist noch lesbar — 1318.«

»Es ist ein Notfall«, sagte Gilchrist. Er hörte den anderen mit allen Zeichen von Ungeduld an, dann fuhr er dazwischen: »Ich weiß, daß er in Schottland angeln ist. Ich möchte wissen, wo.«

Mary klebte Latimer ein Pflaster in die Armbeuge und gab Gilchrist ein Zeichen. Er schüttelte den Kopf. Sie stand auf, ging zu der Ärztin und schüttelte sie wach. Die Frau folgte ihr schläfrig blinzelnd an den Tisch.

»Es gibt so vieles, was nur durch unmittelbare Beobachtung zu klären ist«, sagte Montoya. »Ich habe Kivrin eingeschärft, jedes Detail aufzuzeichnen. Hoffentlich reicht die Speicherkapazität des Aufnahmegeräts. Es ist so winzig.« Sie sah wieder auf ihre Uhr. »Natürlich mußte es klein sein. Haben Sie Gelegenheit gehabt, es zu sehen, bevor es implantiert wurde? Es sah wirklich wie ein Knochenstück aus.«

»Knochenstück?« sagte Dunworthy. Das Blut der Ärztin floß in das Fläschchen, und er wandte den Blick ab. »Das ist so, damit es keinen Anachronismus verursachen kann, selbst wenn es entdeckt wird. Es ist der Oberfläche des Kahnbeines auf der Innenseite der Hand angepaßt.«

Mary nickte Dunworthy zu, als die Ärztin aufstand und ihren Ärmel herunterrollte. Dunworthy nahm ihren Platz auf dem Stuhl ein. Mary zog die Rückseite von einem Monitor ab, klebte ihn an Dunworthys Puls und gab ihm eine Thermometerkapsel zum Lutschen.

»Der Quästor soll mich unter dieser Nummer anrufen, sobald er zurückkommt«, sagte Gilchrist und legte auf.

Montoya schnappte sich das Telefon, drückte eine Nummer und sagte: »Hallo. Können Sie mir sagen, welchen Umfang die Quarantänezone hat? Ich muß wissen, ob Witney innerhalb der Sperrzone liegt. Meine Ausgrabungsstelle ist dort.« Am anderen Ende sagte man ihr anscheinend nein. »Mit wem kann ich dann über eine Erweiterung der Quarantänezone sprechen? Es ist ein Notfall.«

Sie sorgen sich um ihre »Notfälle«, dachte Dunworthy, und keiner denkt auch nur daran, sich um Kivrin zu sorgen. Nun, was gab es schon groß zu sorgen? Ihr Aufzeichnungsgerät war so getarnt, daß es wie ein Knochenstück aussah, so daß es keinen Anachronismus verursachen würde, wenn die Zeitgenossen des 14. Jahrhunderts auf den Gedanken kamen, ihr die Hände abzuhacken, bevor sie sie auf dem Scheiterhaufen verbrannten.

Mary maß seinen Blutdruck und stieß ihm die Kanüle in den Arm. »Sollte das Telefon jemals wieder frei werden«, sagte sie, als sie ihm das Pflaster aufklebte und Gilchrist winkte, der mit ungeduldiger Miene neben Montoya stand, »könnten Sie William Gaddson anrufen und warnen, daß seine Mutter kommt.«

Montoya sagte: »Ja. Das Amt für Denkmalpflege«, legte auf und notierte eine Nummer auf eine der ausliegenden Informationsbroschüren.

Das Telefon trillerte. Gilchrist, schon unterwegs zu Mary, stürzte sich darauf und riß den Hörer hoch, bevor Montoya zugreifen konnte. »Nein«, sagte er und gab ihn widerwillig an Dunworthy weiter.

Es war Finch. Er war im Büro des Quästors. »Haben Sie Badris Personalakte mit der Krankengeschichte?« fragte Dunworthy.

»Ja, Sir. Die Polizei ist hier, Sir. Sie sucht nach Unterkünften für die vielen Leute, die hier zurückgehalten werden und nicht in Oxford wohnen.«

»Und sie wollen, daß wir sie im Balliol aufnehmen«, sagte Dunworthy.

»Ja, Sir. Wie viele, soll ich sagen, können wir aufnehmen?«

Mary hatte Gilchrist verarztet und signalisierte Dunworthy.

»Augenblick, bitte«, sagte er und legte die Hand über die Sprechmuschel.

»Will man zurückgehaltene Personen bei Ihnen einquartieren?« fragte sie.

»Ja.«

»Lassen Sie nicht all Ihre Räume belegen«, sagte sie. »Es kann sein, daß wir Platz für Kranke brauchen.«

Dunworthy nahm die Hand vom Hörer und sagte: »Sagen Sie ihnen, daß wir Leute im Fisher und in den Räumen unterbringen können, die im Salvin noch frei sind. Wenn Sie den Schellenläutern Räume zugewiesen haben, belegen Sie die Zimmer mit jeweils zwei Personen. Und sagen Sie der Polizei, daß die Klinik gebeten hat, Bulkeley-Johnson zur Notunterbringung von Kranken freizuhalten. Sagten Sie eben, Sie hätten Badris Unterlagen gefunden?«

»Ja, Sir. Es war höllisch schwierig, die Akte zu finden. Sie war unter dem Vornamen abgelegt, Badri Komma Chaudhuri, und die Amerikanerinnen…«

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