Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Will! Oh, Willie! Gott sei Dank, dass dir nichts passiert ist! Bist du verletzt?« Sie war blass und nervös und hatte ein kleines Kind auf dem Arm, das sich wie ein Äffchen an ihren Hals klammerte. Trotz dieser Bürde streckte sie eine Hand nach ihrem Mann aus, um sich zu versichern, dass er tatsächlich unverletzt war.
»Keine Sorge, Morag«, sagte Buccleigh schroff. »Mir ist nichts passiert.« Dennoch tätschelte er ihre Hand und küsste sie befangen auf die Stirn.
Ohne dieses zärtliche Wiedersehen zu beachten, stieß Buccleighs Begleiter Roger interessiert mit der Schuhspitze in die Seite.
»Was machen wir denn nun hiermit, Buck?«
Buccleigh zögerte, vorübergehend von seiner Frau abgelenkt. Als Morag Roger auf dem Boden erblickte, stieß sie einen unterdrückten Schrei aus und schlug sich die Hand vor den Mund.
»Was hast du getan, Willie?«, rief sie. »Um Himmels willen, lass ihn gehen!«
»Das werde ich nicht tun. Er ist ein verdammter Verräter.« Buccleigh kniff den Mund zu einer grimmigen Linie zusammen. Offensichtlich passte es ihm gar nicht, dass seine Frau Notiz von Roger nahm.
»Das ist er nicht, das kann nicht sein!« Ihren Sohn eng an sich geklammert, bückte sich Morag, um einen Blick auf Roger zu werfen. Zwischen ihren Augenbrauen hatte sich eine nervöse Falte gebildet. Als sie den Zustand seiner Hände sah, schnappte sie nach Luft und wandte sich entrüstet an ihren Mann.
»Will! Wie kannst du diesen Mann so behandeln, nachdem er deiner eigenen Frau und deinem Kind einen solchen Dienst erwiesen hat!«
Um Gottes willen, Morag, halt dich da heraus!, dachte Roger, als er sah, dass Buccleigh plötzlich die Faust ballte. Buccleigh war sowieso schon ein eifersüchtiger Hund, und die Tatsache, dass er sich auf der Verliererseite der Schlacht wiederfand, die gerade vorbei war, war seiner Laune nicht besonders zuträglich.
»Verschwinde, Morag«, sagte Buccleigh und wiederholte damit Rogers Gedanken in etwas weniger höflicher Ausdrucksweise. »Das hier ist kein Ort für dich oder das Kind; nimm es mit und geh.«
Schwarzbart hatte sich inzwischen ein wenig erholt und baute sich neben Buccleigh auf. Er sah funkelnd auf Roger herab und hielt die Hände vorsichtig an seine geschwollene Nase gedrückt.
»Schneid ihm die Kehle durch, sag ich, und das war’s.« Er unterstrich seine Meinung mit einem Tritt in die Rippen, so dass Roger sich zusammenrollte wie eine Krabbe.
Morag schrie heftig auf und trat Schwarzbart vor das Schienbein.
»Lasst ihn in Ruhe!«
Schwarzbart jaulte überrascht auf und hüpfte rückwärts. Buccleighs anderer Begleiter schien das ausgesprochen lustig zu finden, unterdrückte seine Heiterkeit jedoch, als Buccleigh ihn Furcht erregend anfunkelte.
Morag war auf die Knie gesunken, das kleine Messer in der Hand, das sie am Gürtel trug, und versuchte einhändig, die Fesseln an seinen Handgelenken zu durchtrennen. So sehr er ihre guten Absichten zu schätzen wusste, wünschte Roger sich doch, sie würde nicht länger versuchen, ihm zu helfen. Es war nur zu offensichtlich, dass das grünäugige Monster Eifersucht von William Buccleigh MacKenzies Seele Besitz ergriffen hatte und mit smaragdfarbener Wut aus seinen Augenhöhlen funkelte.
Buccleigh packte seine Frau am Arm und riss sie hoch. Das Baby begann erschrocken zu kreischen.
»Fort mit dir, Morag!«, knurrte Buccleigh. »Geh, und zwar sofort!«
»Ja, geh!«, meldete sich Schwarzbart grollend zu Wort. »Wir brauchen deine Hilfe nicht, du vorwitziges, kleines Weibsbild!«
»Sprich nicht so von meiner Frau!« Buccleigh machte auf dem Absatz kehrt und boxte Schwarzbart unvermittelt in den Bauch. Der Mann setzte sich abrupt hin, und sein Mund öffnete und schloss sich in komischem Erstaunen. Roger spürte beinahe so etwas wie Mitgefühl mit Schwarzbart, dem es in der Schusslinie zwischen den beiden MacKenzies auch nicht viel besser zu ergehen schien als ihm selbst.
Buccleighs anderer Freund, der diesen Wortwechsel mit der Faszination eines Zuschauers bei einem spannenden Tennismatch beobachtet hatte, ergriff das Wort, während Morag versuchte, ihr Baby zu beruhigen.
»Egal, was du vorhast, Buck, sieh lieber zu, dass du es hinter dich bringst und wir hier fortkommen.« Er nickte beklommen in Richtung des Flusses. Dem Stimmengebrumm nach kam eine ganze Anzahl von Männern auf sie zu. Keine flüchtenden Regulatoren; sie klangen, als wüssten sie, was sie taten. Milizionäre auf der Suche nach Gefangenen? Roger hoffte es sehr.
»Aye.« Buccleigh blickte in die Richtung, aus der die Stimmen kamen, dann wandte er sich seiner Frau zu. Er ergriff sie bei den Schultern, diesmal jedoch sanft.
»Geh, Morag. Ich möchte, dass du dich in Sicherheit bringst.«
Sie hörte den flehenden Unterton in seiner Stimme, und ihre Gesichtszüge wurden sanfter. Dennoch blickte sie von ihrem Mann zu Roger, der es jetzt mit Telepathie versuchte und seine Gedanken mit wachsender Verzweiflung an sie richtete.
Um Himmels willen, geh, Frau, bevor du mich umbringst!
Morag wandte sich wieder an ihren Mann, und ihr kleines Gesicht drückte Entschlossenheit aus.
»Ich gehe. Aber schwöre mir, William Buccleigh, dass du diesem Mann kein einziges Haar krümmst!«
Buccleighs Augen quollen jetzt vor, und seine Hände ballten sich zu Fäusten, aber Morag gab nicht nach, klein, aber tapfer, wie sie war.
»Schwöre es!«, sagte sie. »Denn im Namen von St. Bride, ich werde nicht das Bett eines Mörders teilen!«
Sichtlich hin- und hergerissen, blickte Buccleigh erst Schwarzbart an, dann seinen anderen Freund, der von einem Fuß auf den anderen trat wie jemand, der dringend seine Blase entleeren muss. Die Milizionäre kamen immer näher. Dann sah er seiner Frau ins Gesicht.
»Nun gut, Morag«, sagte er schroff. Er schubste sie sacht an. »Jetzt geh!«
»Nein.« Sie ergriff die Hand ihres Mannes und zog sie an ihre Brust. Der kleine Jemmy hatte sich von seinem Schrecken erholt und hatte sich Daumen lutschend an die Schulter seiner Mutter geschmiegt. Morag legte die Hand seines Vaters auf den Kopf des kleinen Jungen.
»Schwöre beim Kopf deines Sohnes, Will, dass du diesem Mann nichts antun oder seinen Tod mit ansehen wirst.«
Im Geiste applaudierte Roger ihrer Geste zwar, doch er fürchtete, dass sie zu weit gegangen war; Buccleigh erstarrte im ersten Moment, und das Blut stieg ihm wieder ins Gesicht. Doch nach ein paar angespannten Sekunden nickte er.
»Ich schwöre es«, sagte er leise und ließ seine Hand sinken. Morags Gesicht entspannte sich, und jetzt wandte sie sich wortlos ab und eilte davon, das Baby eng an ihre Brust gedrückt.
Roger, der die Luft angehalten hatte, atmete aus. Gott, was für eine Frau! Er hoffte inbrünstig, dass ihr und dem Baby nichts zustoßen würde – falls ihr sturköpfiger Mann jedoch beschloss, in ein Rattenloch zu treten und sich das Genick zu brechen …
William Buccleigh blickte zu ihm herab, die grünen Augen nachdenklich zusammengekniffen, ohne die wachsende Unruhe seines Freundes zu beachten.
»Komm schon, Buck!« Der Mann sah sich zum Fluss um, wo laute Rufe darauf hindeuteten, dass Suchtrupps das Terrain durchkämmten. »Wir haben keine Zeit zu verlieren. Es heißt, Tryon hat vor, seine Gefangenen zu hängen, und ich habe keine Lust, dazu zu gehören!«
»So, hat er das«, sagte Buccleigh leise. Er wandte den Blick nicht von Rogers Augen ab, und einen Moment hatte Roger den Eindruck, dass sich etwas Vertrautes in diesen grünen Tiefen regte. Ein Schauer der Beklommenheit lief ihm über den Rücken.
»Er hat Recht«, sagte er zu Buccleigh und wies kopfnickend auf den anderen Mann. »Geht. Ich werde nichts gegen Euch sagen – um Eurer Frau willen.«
Buccleigh spitzte nachdenklich die Lippen.
»Nein«, sagte er schließlich. »Das glaube ich auch nicht. Dass Ihr etwas gegen mich sagen werdet, meine ich.« Er bückte sich und hob die nasse, schmutzige, ehemalige Parlamentärflagge vom Boden auf. »Geh schon vor, Johnny. Kümmere dich um Morag. Ich komme gleich nach.«