Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Aber Buck …«
»Geh! Mir wird nichts passieren.« Mit einem schwachen Lächeln, den Blick unverwandt auf Roger gerichtet, schob Buccleigh die Hand in seinen Beutel und zog ein kleines Stück stumpfes Silbermetall hervor. Mit leichtem Schrecken erkannte Roger seine eigene Milizmarke, auf der die groben Buchstaben »FC« schwarz in das Zinnrund gebrannt waren.
Buccleigh warf die Marke mit der Handfläche hoch und wandte sich an Schwarzbart, der sich plötzlich wieder für die Vorgänge zu interessieren begann.
»Ich habe eine Idee, Sir, was unseren gemeinsamen Freund betrifft.« Er wies auf Roger. »Wenn Ihr mitmacht?«
Schwarzbart richtete den Blick auf Roger, dann wieder auf MacKenzie, und unter seiner geröteten Knollennase breitete sich langsam ein Lächeln aus. Der beklommene Schauer in Rogers Rücken verwandelte sich plötzlich in waschechte Angst.
»Hilfe!«, brüllte er. »Hilfe, Miliz! Hilfe!« Er rollte sich auf dem Boden hin und her, um sich ihnen zu entwinden, doch Schwarzbart packte ihn an den Schultern und riss ihn zurück. Jenseits der Bäume erschollen Rufe und Schritte, die zu rennen begannen.
»Nein, Sir«, sagte William Buccleigh und kniete sich vor ihn. Er nahm Rogers Kinn in seinen eisernen Griff, um seine Schreie abzuwürgen und auf seine Wangen zu drücken, damit er den Mund aufmachte. »Ich glaube wirklich nicht, dass Ihr etwas sagen werdet.« Mit einem kleinen Lächeln rammte er Roger das nasse Tuch wieder in den Hals und band die zerfetzte Halsbinde fest darum.
Dann stand er auf, die Milizmarke in der Hand. Als sich die Büsche teilten, wandte er sich ihnen zu und winkte freudig grüßend mit dem Arm.
Kapitel 67
Nachspiel
Da es inzwischen halb drei Uhr war, der Feind sich vollständig zerstreut hatte und sich die Armee fünf Meilen vom Lager entfernt befand, wurde es für ratsam befunden, keine Zeit zu verlieren, sondern unverzüglich zum Lager von Alamance zurückzukehren. Leere Wagen wurden aus dem Lager herbeigeordert, um die toten und verwundeten Loyalisten aufzunehmen, und selbst mehrere der verwundeten Rebellen, die zugaben, dass sie im Fall eines Sieges keine Gnade gekannt hätten außer für jene, die zu ihnen übergelaufen wären, wurden dennoch gut versorgt und ihre Verletzungen verbunden.
»Tagebuch der Expedition gegen die Aufrührer«, Wm. Tryon
Eine Musketenkugel hatte David Wingate den Ellbogen zertrümmert. Pech; hätte sie ihn drei Zentimeter höher getroffen, hätte sie ihm zwar den Knochen gebrochen, doch er wäre sauber verheilt. Ich hatte das Gelenk an der Außenseite mit einem halbkreisförmigen Einschnitt geöffnet und sowohl die flach gedrückte Kugel als auch mehrere Knochensplitter herausgepult, doch der Knorpel war schwer beschädigt, und die Bizepssehne war vollständig durchtrennt; ich konnte ihr silbrig glänzendes Ende tief im dunkelroten Muskelfleisch verborgen sehen.
Ich kaute nachdenklich an meiner Unterlippe. Wenn ich den Dingen ihren Lauf ließ, würde der Arm dauerhaft – und schlimm – verkrüppelt enden. Wenn es mir gelang, die abgetrennte Sehne wieder zu befestigen und die Knochenenden in der Gelenkkapsel gut zu richten, war es möglich, dass er wieder einigermaßen benutzbar wurde.
Ich sah mich an der Lagerstelle um, die jetzt einem Ambulanzdepot ähnelte und mit Körpern, Ausrüstungsgegenständen und blutigen Verbänden übersät war. Die meisten der Körper bewegten sich Gott sei Dank, und sei es nur, um zu fluchen oder zu stöhnen. Ein Mann war schon tot gewesen, als seine Freunde ihn brachten; in seine Decke gewickelt, lag er im Schatten eines Baumes.
Die meisten Verletzungen, die ich versorgen musste, waren leicht gewesen, obwohl zwei Männer Bauchdurchschüsse erlitten hatten; ich konnte nichts weiter für sie tun, als sie warm zu halten und das Beste zu hoffen. Brianna überprüfte sie alle paar Minuten auf Anzeichen eines Schocks oder steigenden Fiebers und machte dann wieder die Runde, um den leichter verletzten Männern Honigwasser zu verabreichen. Besser, wenn sie zu tun hatte, dachte ich, und wenn sie in Bewegung blieb, auch wenn ihr Gesicht einer der wilden Wicken glich, die sich an dem Busch in meinem Rücken hochrankten – weiß und faltig und fest zugekniffen zum Schutz vor den Schrecken des Tages.
Unmittelbar nach dem Ende der Schlacht hatte ich ein Bein amputieren müssen. Es war ein Mann aus Mercers Kompanie – die neben uns lagerte und keinen eigenen Arzt hatte –, der von einem zurückprallenden Mörsergeschoss getroffen worden war. Es hatte ihm den Großteil seines Fußes abgerissen, so dass die Haut des Unterschenkels in Fetzen an seinem zersplitterten Knochen hing. Ich hatte gedacht, sie würde in Ohnmacht fallen, als die schwere Gliedmaße zu ihren Füßen in den Staub polterte, und sie hatte wohl dasselbe gedacht, doch wie durch ein Wunder war sie auf den Beinen geblieben und hatte den Patienten gestützt – der Gott sei Dank tatsächlich in Ohnmacht gefallen war –, während ich mit brutaler Geschwindigkeit seine blutenden Adern kauterisierte und den Stumpf verband.
Jamie war fort; er hatte seine Männer zurückgebracht, mich in den Arm genommen und mich heftig geküsst, dann hatte er sich mit den Lindsays auf den Weg zum Gouverneur gemacht, um ihm die Gefangenen zu bringen – und sich unterwegs nach Neuigkeiten von Roger umzuhören.
Die Erleichterung über Jamies Rückkehr gab meinem Herzen Auftrieb, aber die Angst um Roger lag als kleines, schweres Gegengewicht unter meinem Brustbein. Doch solange ich arbeitete, konnte ich sie ignorieren. Keine Neuigkeiten waren erst einmal gute Neuigkeiten, und ich begrüßte die unmittelbare Realität von Leiden und Linderung als willkommene Zuflucht vor meiner Phantasie.
Sonst schien es keine dringenden Fälle zu geben. Es kamen immer noch vereinzelt Männer an, und Brianna blickte bei jedem Neuankömmling auf, und das Herz hüpfte ihr in die Augen. Wenn einer von ihnen mich brauchte, würde sie mich rufen. Nun gut, beschloss ich. Ich hatte genug Zeit; ich würde es versuchen. Es gab nicht viel zu verlieren, abgesehen von einigen zusätzlichen Schmerzen für Mr. Wingate, und ich würde ihn fragen, ob er dazu bereit war.
Er war wachsbleich und schweißbedeckt, saß aber noch gerade. Er erteilte mir kopfnickend seine Erlaubnis, und ich reichte ihm erneut die Whiskyflasche; er führte sie so zielsicher an seinen Mund, als enthielte sie das Elixier des Lebens. Ich rief einen der anderen Männer, um seinen Arm still zu halten, während ich arbeitete, und schnitt die Haut direkt über seiner Ellenbeuge rasch in Form eines umgekehrten ›T‹ ein, um das untere Ende des Bizeps freizulegen und die Stelle besser zugänglich zu machen. Ich bohrte mit meiner längsten Zange nach der zähen Silbersträhne der durchtrennten Sehne, die ich so weit wie möglich herunterzog, bis ich eine geeignete Stelle fand, um sie mit einem Faden zu durchbohren, und machte mich dann an die komplizierte Aufgabe, die getrennten Enden wieder zu verbinden.
Jetzt verlor ich jeden Kontakt mit meiner Umgebung und konzentrierte mich ganz auf meine Aufgabe. Ich war mir dumpf bewusst, dass zu meinen Füßen Tropfen auf den Boden platschten, doch ich wusste nicht, ob es der Schweiß war, der mir über Arme und Gesicht lief, das aufquellende Blut des Patienten oder beides. Ich hätte die Hände einer ausgebildeten Krankenschwester als Assistenz brauchen können, doch es war nun einmal keine da, also behalf ich mir mit meinen eigenen Händen. Doch ich hatte eine feine Chirurgennadel und dünnes Nähmaterial aus abgekochter Seide; die Stiche hinterließen eine kleine, ordentliche Naht, ein auffälliges, schwarzes Zickzackmuster, das meinen soliden Halt in dem schlüpfrigen, glänzenden Gewebe markierte. Normalerweise hätte ich für derartige Arbeiten im Körperinneren Catgutfäden benutzt, da sich diese allmählich auflösten und vom Körper resorbiert wurden. Doch Sehnen heilten so langsam – wenn überhaupt –, dass ich das nicht riskieren konnte. Die Seidennaht würde einfach für immer bleiben, wo sie war, und ich betete, dass sie nicht ihrerseits Probleme verursachen würde.