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Nach all den Jahrmilliarden

Электронная книга - «Nach all den Jahrmilliarden». Краткое содержание книги:

Dem jungen Archäologen Tom Rice erfüllt sich sein größter Wunsch, als er in das Team einer wissenschaftlichen Expedition aufgenommen wird, die rätselhafte Fundstätten von Artefakten einer Alienkultur untersuchen soll. Vor rund einer Milliarde Jahren haben die Fremden ein Sternenimperium geschaffen, aber eines Tages verschwanden sie von der Bildfläche. Ihre Kultur, ihr Werden und Vergehen, ist den Menschen ein Rätsel. Bis Tom Rice eines Tages ein Artefakt findet, das über die Kluft von Jahrmilliarden hinweg visuelle Aufzeichnungen aus dem Alltag der Fremden gespeichert hat. Die Wissenschaftler erfahren, daß irgendwo zwischen den Sternen ein von einem Roboter bewachter Außenposten existiert. Und von dort führt die Spur in das letzte Refugium der Fremden…
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Wir versuchten nicht, zu einer Entscheidung zu gelangen. Warum einen Entschluß fassen, solange wir noch nicht einmal wissen, ob wir den Asteroiden wirklich finden können? Morgen konsultieren wir eins der großen Observatorien, und dann sehen wir weiter.

Doch als die Unterredung beendet wurde, teilten wir uns in verschiedene Gruppen auf und führten die Diskussion sofort weiter. Jan und ich sprachen mit Pilazinool, und der Shilamakka war nicht geneigt, sich verbale Bescheidenheit aufzuerlegen. Mit dieser weichen und gedrechselten und mechanischen Stimme sagte Pilazinool ganz ruhig und zuversichtlich: „Wir werden den Asteroiden finden, Tom. Und der Roboter wird noch dort sein. Und mit seiner Hilfe werden wir andere und noch erstaunlichere Dinge entdecken.“

Ein Shilamakka benutzt nur dann das Futur auf genau diese Weise, wenn er Die Offenbarung vorträgt. Wenn Pilazinool recht hat, werden wir nicht mehr lange auf Higby V bleiben.

Und Pilazinool ist darauf spezialisiert, recht zu haben.

8

1. Oktober 2375

Higby V

Ein paar sehr geschäftige Wochen. Wir alle haben zwei- oder dreimal so hart wie sonst gearbeitet und viele Überstunden gemacht, und aus diesem Grund habe ich in der Zwischenzeit keine Eintragung in diese für dich bestimmte Aufzeichnung gesprochen, Lorie. Mal sehen, ob ich dich mit einem einzigen, atemlosen Wortschwall auf den neuesten Stand bringen kann.

Die wichtigste Sache ist, daß wir uns inzwischen mit Haut und Haaren meiner völlig verrückten Idee verschrieben haben, die Gruft im Asteroiden zu finden.

Es geschah langsam und schrittweise, so, wie es oftmals zu umwälzenden Ereignissen kommt. Wenn man in Treibsand einsinkt, dann wird man nicht mit einem einzigen, raschen Schluck — glubb! — bis zum Grund des Sumpfes gesaugt. Nein, man sinkt langsam tiefer und glaubt zuerst, bei dem Treibsand handele es sich nur um gewöhnlichen Morast, aus dem man sich jederzeit befreien könne, wenn man nur wolle. Man glaubt, es sei ein Kinderspiel, wieder herauszukommen, wenn man nur zu dem Entschluß kommt, diesen bestimmten Sumpf eigentlich nicht durchqueren zu wollen. Plötzlich steckt man bis zu den Schienbeinen drin, und man ist ein bißchen beunruhigt, und man bewegt sich schneller, weil man annimmt, das könnte einem helfen. Aber dadurch sinkt man nur noch tiefer ein, doch man bleibt kühl und zuversichtlich. Und allmählich, wenn man bis zur Hüfte drinsteckt und langsam noch tiefer sinkt, beginnt man sich einzugestehen, daß man es nur noch schlimmer macht, wenn man dagegen ankämpft, und daß man wirklich ganz schön in der Patsche sitzt.

Erst fand ich die Kugel. Dann betrachteten wir diese faszinierenden Bilder. Besonders die Sequenz mit dem Asteroiden und der Felsgruft. Woraufhin ich vorschlug, die Gruft zu finden. Woraufhin sich Pilazinool mit seinem großen Prestige für die Suche aussprach. Woraufhin wir die Idee ernsthaft in Erwägung zogen und sie bisher so weit verwirklichten, daß wir uns die Computersimulationen besorgt haben, die ich erwähnt hatte. Und dann… und dann…

Einer der ersten Schritte auf dem Weg, uns selbst die Schlinge um den Hals zu legen, bestand darin, uns einen Telepathen vom Militärstützpunkt zu entleihen, so daß wir unsere astronomischen Daten an das Observatorium übermitteln konnten. Wir griffen nicht auf Marge Hotchkiss zurück. Ich habe Dr. Schein klargemacht, daß ihr Verhalten nicht sonderlich kooperativ ist. Dr. Schein sprach daraufhin mit dem Stützpunktkommandanten, und wir bekamen einen der anderen auf Higby V stationierten Telepathen. Vielleicht kennst du ihn: Ron Santangelo.

In natura ist er ein blasser junger Mann von höchstens neunzehn Jahren, mit wäßrig-blauen Augen, sandfarbenem Haar und einem allgemein fragil wirkenden Körperbau. Er macht den Eindruck, poetisch veranlagt zu sein. Vielleicht ist er das. Früher muß er einmal eine virangonianische Tätowierung auf beiden Wangen gehabt haben, doch offenbar hat er sich das noch einmal überlegt und sie dann entfernen lassen — allerdings nicht von einem sehr tüchtigen Chirurgen, denn die Umrißnarben sind noch zu sehen. Ich möchte wetten, er verabscheut diesen Planeten.

Seine erste Aufgabe bestand darin, TP-Kontakt mit dem Observatorium von Luna City aufzunehmen und festzustellen, ob man dort die Simulationen anfertigen konnte, die wir brauchten. Wir entschieden uns für Luna City nach einer langen Debatte, in deren Verlauf ein halbes Dutzend Observatorien zum Vorschlag kamen, einschließlich einem auf Thhh, dem von Marsport und sogar des fast vergessenen Mount Palomar. Wir entschlossen uns aber dazu, es mit dem größten und besten zu versuchen. Schließlich war eine TP-Verbindung nach Luna nicht teurer als nach Marsport oder Mount Palomar, und auch der Zeitfaktor war gleich. Und ungeachtet des Chauvinismus von Dr. Horkkk sind weder thhhianische Astronomen noch thhhianische Computer auch nur annähernd so nahe wie die der Erde oder der irdischen Kolonien; jeder weiß das.

Santangelo tastete sich hilfsbereit durch einen ganzen Haufen Relaisstationen hindurch und übermittelte unsere Anfrage nach Luna City, eine Aufgabe, die rund eine Stunde in Anspruch nahm. Die Jungs am anderen Ende wußten bereits über unsere Kugel Bescheid — von der Pressemitteilung, die wir herausgegeben hatten —, und sie waren natürlich ziemlich aufgeregt darüber, an der Suche nach dem verborgenen Asteroiden der Erhabenen teilnehmen zu können.

Ich glaube, sie wußten nicht, welch unsicheres Terrain sie betraten. Wir auch nicht. Treibsand. Tiefer Treibsand.

Jetzt standen wir vor dem Problem, wie wir unsere Daten an das Observatorium weitergaben. Das hätten wir am einfachsten dadurch bewerkstelligen können, indem wir unsere Fotos an Bord des nächsten Ultraraum-Schiffes, das auf Higby V Zwischenstation machte, nach Luna brachten. Einer der regulär verkehrenden Multispringer wurde für Mitte September erwartet und würde das Solsystem auf seinem weit herumführenden Kurs einige Wochen nach Weihnachten erreichen. Luna City hätte das Material untersuchen, über TP antworten und uns unsere Informationen bis etwa Ende Januar liefern können.

Doch es erschien uns unerträglich, so lange warten zu müssen. Deshalb berieten sich unsere drei Chefs und entschieden dann, die Daten via TP an Luna City zu übermitteln. Du hast richtig gehört: eine TP-Übertragung von Fotografien. Ich kann dein Schaudern bis hierher spüren.

Ron Santangelo wurde noch blasser als sonst, als wir ihm sagten, was er für uns bewerkstelligen solle. Andererseits aber muß man ihm auch zugute halten, daß er nicht laut kreischend in die Nacht hinausfloh. Statt dessen fungierte er als unser technischer Ratgeber. Nach seinen Anweisungen führten wir folgende Arbeiten aus:

Wir begannen damit, ein Standard-Stereofoto von der Tausende von Parsek umfassenden Szene anzufertigen, mit der die Roboter-Sequenz eingeleitet wird. Die meisten Arbeiten in der Dunkelkammer erledigte Jan, und schließlich legte sie eine tadellose Vergrößerung vor: zwei Meter lang, einen Meter breit und mit einer scheinbaren optischen Tiefe von ebenfalls einem Meter. Dieses Bild fotografierten wir erneut und benutzten dabei eine Trickkamera des Militärstützpunkts, die dazu in der Lage ist, ein Stereo-Hologramm in ein ganz gewöhnliches und altmodisches zweidimensionales Foto umzuformen. Sie lieferte uns ein Bündel von Abzügen, wobei jeder einzelne eine flache Sektion des Stereobildes darstellte. Es war so, als hätten wir ein Messer genommen und den dreidimensionalen Abzug in ein Paket aus einzelnen Schichten zerschnitten.

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