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Nach all den Jahrmilliarden

Электронная книга - «Nach all den Jahrmilliarden». Краткое содержание книги:

Dem jungen Archäologen Tom Rice erfüllt sich sein größter Wunsch, als er in das Team einer wissenschaftlichen Expedition aufgenommen wird, die rätselhafte Fundstätten von Artefakten einer Alienkultur untersuchen soll. Vor rund einer Milliarde Jahren haben die Fremden ein Sternenimperium geschaffen, aber eines Tages verschwanden sie von der Bildfläche. Ihre Kultur, ihr Werden und Vergehen, ist den Menschen ein Rätsel. Bis Tom Rice eines Tages ein Artefakt findet, das über die Kluft von Jahrmilliarden hinweg visuelle Aufzeichnungen aus dem Alltag der Fremden gespeichert hat. Die Wissenschaftler erfahren, daß irgendwo zwischen den Sternen ein von einem Roboter bewachter Außenposten existiert. Und von dort führt die Spur in das letzte Refugium der Fremden…
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Interessant, daß sie nach mir gesucht hatte.

Aus strategischen Erwägungen erwiderte ich: „Natürlich sind diese Würfel nicht alle für Lorie. Ich meine, versteh’ das richtig: Nicht daß ich drüben auf der Erde irgendwelche festeren Bindungen hätte, aber ich glaube, es gibt da ein paar Mädchen, die an meinen Abenteuern hier draußen im All interessiert sind, und…“

„Natürlich“, sagte Jan. „Es ist sehr aufmerksam von dir, daß du dich an sie erinnerst, obwohl du so weit fort bist.“

Ihr Tonfall war völlig neutral. Ich entdeckte nicht einmal einen Hauch der Eifersucht, die ich so plump hervorzurufen versucht hatte, und sofort bedauerte ich die ganze dumme pubertäre List. Entweder war Jan nicht sonderlich an meinen angeblichen irdischen Liebschaften interessiert (die ich natürlich frei erfunden habe, da alle Hörbriefe, die ich spreche, für dich bestimmt sind), oder, was noch schlimmer wäre, sie hatte meinen Trick durchschaut und war nicht beeindruckt von meiner Behauptung, ein galaktischer Frauenheld zu sein. Ich wünschte, sie hätte mir etwas von einem weit entfernten jungen Mann erzählt, für den ihr Herz klopfte, einfach nur deshalb, um die Herausforderung anzunehmen, aber sie ließ sich nicht einmal dazu bewegen. Ihre kühlen, braunen, brolagonianischen Augen gaben mir überhaupt keinen Hinweis. Ich hatte es mit einem Mädchen zu tun, das auf ein Zehn-Generationen-Erbe beruflicher Diplomatie zurückgreifen konnte. Die einzigen Geheimnisse, die Jan preisgab, waren jene, die sie preisgeben wollte.

Wir holten eine neue Batterie für unseren Renner und erledigten einige weitere Besorgungen in der Stadt. Dann verführte Jan einen dienstfreien Soldaten dazu, uns zu der Stelle zu fahren, wo wir den Renner zurückgelassen hatten.

Ihre Technik war elegant: Sie hielt mich im Hintergrund, bis mit der Fahrt alles klar war; dann trat ich vor, und das Opfer konnte nichts weiter tun, als mir nur einen mürrischen Blick zuzuwerfen. Um ihn zu trösten, nahm Jan direkt neben ihm auf dem Beifahrersitz Platz und schmiegte sich während der Fahrt an. Ich hoffe, das stimmte ihn versöhnlicher. Jan ist ein sehr begabtes Mädchen. In vielerlei Hinsicht.

Während der letzten paar Tage hat uns die Kugel eine neue Sequenz gezeigt. Sie muß von besonderer Bedeutung sein, denn sie wiederholt sich alle paar Stunden, und manchmal wird sie gleichzeitig in zweien der 60-Grad-Bildabschnitte gezeigt, in die das kreisförmige Betrachtungsfeld für gewöhnlich unterteilt ist. Bisher ist keine andere Szene auf diese Weise wiederholt worden.

Sie ähnelt der dramatischen Eröffnung einer 3-D-Space-Opera. Es spielt sich so ab:

Zunächst sehen wir die Weitwinkelansicht einer Galaxis, unserer vielleicht, mit Tausenden von Sternen, die auf schwarzem Samt verstreut sind. Die Kamera schwenkt vor und zurück und zeigt uns eine schwindelerregende Ansicht, die mindestens ein paar tausend Parsek umfaßt. Dann gleiten wir nach vorn, und ein bestimmter Abschnitt des Alls vergrößert sich. Die Musik mußt du dir selbst dazudenken: ein hohes, schrilles, Krescendo. Spannung! Jetzt betrachten wir rund zehn Sterne aus der Nähe: einen Doppelstern, einen Roten Riesen, einen Weißen Zwerg, einige gelbe Sonnen der Hauptreihe, zwei O- und B-Fackeln, das ganze Sortiment des Hertzsprung-Russell-Diagramms.

Wir nähern uns dem Weißen Zwerg, und nun ist es völlig klar, daß die Kamera am Bug eines Raumschiffes angebracht ist, in dem wir die Passagiere sind. Die Musik fügt ein düsteres und unheilvolles und ganz langsames Pochen hinzu. Mystik! Der Weiße Zwerg hat fünf Planeten. Es sieht ganz danach aus, als sei der vierte Planet unser Ziel. Er bewegt sich in einer Umlaufbahn, die von der des dritten Trabanten ziemlich weit entfernt ist. Aber nein: Es kommt zu einer Kurskorrektur, und nun wenden wir uns einer Region zu, die zwischen den Umlaufbahnen des dritten und vierten Planeten liegt.

Plötzlich taucht ein Asteroid aus dem Nichts auf und schwebt von links nach rechts aus unserem Blickfeld heraus. Ein jäher, überlauter Tusch, um das Unerwartete zu unterstreichen. Das Unbekannte! Wir stellen fest, daß sich zwischen dem dritten und vierten Planeten ein Asteroidengürtel befindet. Im All sind alle Arten kosmischen Schutts verstreut, genau wie zwischen Mars und Jupiter. Vielleicht die Überbleibsel einer zerschmetterten Welt. Wir befinden uns in der Umlaufbahn um einen großen, unregelmäßig geformten Asteroiden, dessen zerklüftete Berge im Licht des fernen Weißen Zwergs in einem trüben, rosafarbenen Licht erglühen. Wir setzen nun zur Landung an, auf einer weiten, pockennarbigen Ebene.

Veränderung des Blickwinkels. Die Kamera befindet sich nicht mehr im Bug des Schiffes; sie ist jetzt einige hundert Meter entfernt und erfaßt das Schiff. Das wie alle modernen Raumschiffe aufrecht auf seinem Heck steht, andererseits aber vollkommen fremdartig ist. Keine sichtbaren Triebwerke. Nicht einmal die Andeutung einer stromlinienförmigen Kontur. Das Schiff ist robust, kupferfarben, unattraktiv. Entlang den Flanken sind Inschriften in den großen Hieroglyphen der Erhabenen erkennbar, ähnlich denen auf den Inschriftsknoten, doch hier ist die Beschriftung stabil und verändert sich nicht planlos.

Hoch oben am Schiff öffnen sich Luken. Kabel werden heruntergelassen und baumeln. Erhabene steigen zum Boden hinab.

Sie alle tragen gleich aussehende Masken; offenbar bekommt ihnen die Atmosphäre dieses Asteroiden nicht. Wenn er überhaupt eine Atmosphäre aufweist, was eigentlich nicht der Fall zu sein scheint. In ihrer seltsamen, gleitenden Art und Weise schreiten sie umher, und ab und zu geben sie sich mit anmutig winkenden Armen gegenseitig Zeichen. Rund ein Dutzend von ihnen steigen aus dem Schiff. Dann rollt viel weiter unten im Schiff eine Schleuse zur Seite, und eine Rampe ragt heraus. Über diese Rampe kommen sechs große Roboter herab. Sie sind von der gleichen Gestalt wie die Erhabenen — vier Arme, zwei Beine, kuppelförmiger Kopf —, aber über ihre künstliche Beschaffenheit ist jeder Zweifel ausgeschlossen. Anstatt über Augen verfügen sie über ein einzelnes, glühendes Sichtband, das ganz um den oberen Bereich des Kopfes herumläuft. Ihre Arme weisen verschiedene mechanische Zusatzvorrichtungen auf, die sie in die Lage versetzen, Dinge zu ergreifen, zu graben und so weiter und so fort. (408b hat darauf hingewiesen, bei diesen sechs mechanischen Geschöpfen könnte es sich einfach um Erhabene handeln, die auf chirurgischem Wege in Maschinen verwandelt wurden, wie die Shilamakka heute. Aber Pilazinool, der schließlich ein Shilamakka ist, glaubt das nicht. Niemand weiß etwas Genaues. Ich nehme an, es sind Roboter.) Im Gänsemarsch führt die Gruppe der Erhabenen die Roboter über die Ebene, bis heran an einen niedrigen Hügel. Dort gibt einer der Erhabenen ein Zeichen, und der vorderste Roboter hebt plötzlich einen Arm und zeigt damit auf den Hügel. Feuer flammt auf, und der Fels schmilzt und fließt in großen Lachen ab. Der Roboter feuert mit seiner Laser-Zusatzvorrichtung — oder was immer es auch ist — weiter, bis er eine ziemlich große Höhle in den Hügel hineingeschnitten hat. Dann treten die anderen Roboter heran, räumen den Schutt beiseite und erledigen andere Dinge. Als sie damit fertig sind (in der Version der Kugel nach fünf Minuten), befindet sich eine saubere, sechseckige Kammer im Hügel. Die Kamera blickt direkt hinein und zeigt die arbeitenden Roboter, die mit in ihren linken oberen Armen untergebrachten Apparaturen geduldig den Fels der Wände schmelzen, um so eine feine Glasur über die Oberfläche zu ziehen. Dann installieren sie eine schwere Metalltür an einer gewaltigen Angel. Sie tragen ein Maschinensortiment in die Kammer und bauen es an der rückwärtigen Wand auf. Schließlich setzt sich einer der Roboter mitten in der Kammer auf den Boden, und die Tür schließt sich. Sie versiegeln sie, mit dem Roboter im Innern. Daraufhin kehren alle zum Schiff zurück. Sie steigen ein: Die Roboter klettern über die Rampe, die Erhabenen ziehen sich an den Kabeln hoch.

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