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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
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»Und so hast du zwanzig Jahre mit einem Mann zusammengelebt, der dir etwas nicht verzeihen konnte, woran du gar nicht schuld warst? Ich habe dir das angetan, nicht wahr?«, sagte er. »Mir tut es auch leid, Sassenach.«

Mir entfuhr ein kurzer Atemzug, der ein halber Seufzer war.

»Du hast gesagt, du könntest mich in Stücke reißen, ohne mich zu berühren«, sagte ich. »Du hattest ja so verdammt recht.«

»Es tut mir leid«, flüsterte er noch einmal, doch diesmal streckte er die Hände nach mir aus und hielt mich fest.

»Dass ich dich geliebt habe? Das darf dir nicht leidtun«, sagte ich mit halberstickter Stimme in sein Hemd. »Niemals.«

Er antwortete nicht, sondern senkte den Kopf und drückte seine Wange gegen mein Haar. Es war still; ich konnte sein Herz schlagen hören, lauter und leiser als der Wind in den Bäumen. Meine Haut war kalt; die Tränen auf meinen Wangen kühlten sich sofort ab.

Schließlich löste ich meine Arme von ihm, ließ sie sinken und trat zurück.

»Wir sollten besser zum Haus zurückgehen«, sagte ich, um einen normalen Tonfall bemüht. »Es wird furchtbar spät.«

»Aye, das denke ich auch.« Er bot mir seinen Arm an, und ich ergriff ihn. In erleichtertem Schweigen folgten wir dem Pfad bis zum Rand der Felsenschlucht am Oberlauf des Baches. Es war zwar so kalt, dass winzige Eiskristalle auf den Felsen aufglitzerten, wenn das Sternenlicht sie traf, doch der Bach war noch lange nicht gefroren. Sein Gurgeln und Rauschen erfüllte die Luft und ließ nicht zu, dass wir allzu leise waren.

»Aye, gut«, sagte er, als wir dem Pfad weiter folgten, am Schweinestall vorbei. »Ich hoffe, dass Roger Wakefield ein besserer Mann ist als wir beide – Frank und ich.« Er sah mich an. »Versteh mich nicht falsch; wenn er es nicht ist, dann schlage ich ihn zu Brei.«

Ich lachte unwillkürlich.

»Das wird die Situation natürlich bestens klären, da bin ich mir sicher.«

Er schnaubte kurz und ging weiter. Am Fuß des Hügels drehten wir schweigend ab und schlugen wieder die Richtung zum Haus ein. Kurz vor dem Pfad, der zur Haustür führte, hielt ich ihn an.

»Jamie«, sagte ich zögernd. »Glaubst du mir, dass ich dich liebe?«

Er wandte den Kopf und sah einen langen Augenblick zu mir herab, bevor er antwortete. Der Mond schien ihm ins Gesicht und betonte seine Gesichtszüge, als wären sie in Marmor gemeißelt.

»Also, wenn du es nicht tust, Sassenach«, sagte er schließlich, »dann hast du dir einen sehr ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, um es mir zu sagen.«

Ich atmete mit der Andeutung eines Lachens aus.

»Nein, das ist es nicht«, versicherte ich ihm. »Aber –« Es schnürte mir die Kehle zu, und ich schluckte hastig, denn ich musste die Worte herausbringen.

»Ich – ich sage es nicht oft. Vielleicht liegt es nur daran, dass man mir nicht beigebracht hat, solche Dinge zu sagen; ich habe ja bei meinem Onkel gelebt, und er war sehr gefühlvoll, aber nicht – na ja, ich wusste nicht, wie Verheiratete –«

Er legte seine Hand leicht über meinen Mund, und der Hauch eines Lächelns umspielte seine Lippen. Einen Moment später entfernte er sie.

Ich holte tief Luft und kräftigte meine Stimme.

»Hör mal, was ich sagen will, ist – wenn ich es nicht sage, woher weißt du dann, dass ich dich liebe?«

Er stand regungslos da und sah mich an, dann nickte er zustimmend.

»Ich weiß es, weil du hier bist, Sassenach«, sagte er. »Und das ist es, was du meinst, aye? Dass er ihr gefolgt ist – dieser Roger. Und dass seine Liebe also vielleicht groß genug ist?«

»Es ist keine Sache, die man nur freundschaftshalber macht.«

Er nickte erneut, doch ich zögerte, denn ich wollte ihm mehr sagen, wollte ihm die Bedeutung dieses Schrittes eindringlich klarmachen.

»Ich habe dir nie viel davon erzählt, weil – es keine Worte dafür gibt. Aber eines könnte ich dir darüber sagen, Jamie –« Ich erschauerte unwillkürlich, und es lag nicht an der Kälte. »Nicht jeder, der durch die Steine geht, kommt auch wieder heraus.«

Sein Blick wurde schärfer.

»Woher weißt du das, Sassenach?«

»Ich kann – konnte – sie hören. Ihre Schreie.«

Jetzt zitterte ich hemmungslos, von einer Mischung aus Kälte und Erinnerungen geschüttelt, und er fing meine Hände zwischen den seinen ein und zog mich an sich. Der Herbstwind klapperte in den Ästen der Weiden am Bach, ein Geräusch wie von trockenen, nackten Knochen. Er hielt mich fest, bis das Zittern aufhörte, dann ließ er mich los.

»Es ist kalt, Sassenach. Komm nach drinnen.« Er wandte sich dem Haus zu, doch ich legte meine Hand auf seine Schulter, um ihn noch einmal anzuhalten.

»Jamie?«

»Aye?«

»Soll ich – hättest du – muss ich es sagen?«

Er drehte sich um und sah zu mir herab. Das Mondlicht, das ihn von hinten erleuchtete, verlieh ihm einen Heiligenschein, doch seine Gesichtszüge waren jetzt wieder dunkel.

»Nein, das musst du nicht.« Seine Stimme war sanft. »Aber es würde mir nichts ausmachen, wenn du es gern sagen würdest. Ab und zu. Nicht zu oft, versteh mich nicht falsch; es wäre schade, wenn es aufhören würde, etwas Besonderes zu sein.« Ich konnte das Lächeln in seiner Stimme hören und musste einfach ebenfalls lächeln, egal, ob er es sehen konnte oder nicht.

»Aber ab und zu wäre es nicht schlimm?«

»Nein.«

Ich trat dicht an ihn heran und legte meine Hände auf seine Schultern.

»Ich liebe dich.«

Er sah einen langen Moment zu mir herunter.

»Das freut mich, Claire«, sagte er und berührte mein Gesicht. »Sehr. Komm jetzt ins Bett; ich wärme dich.«

Kapitel 48

Fern in einer Krippe

Der kleine Stall befand sich in einer niedrigen Höhle unter einem felsigen Überhang und war an der Vorderseite mit ungeschälten Zedernstämmen verschlossen, die einen halben Meter tief in der festgestampften Erde versenkt waren, stabil genug, um auch dem entschlossensten Bären Widerstand zu leisten. Licht strömte durch die obere Hälfte der Stalltür, und rötlicher, lichterfüllter Rauch waberte schimmernd an den darüberliegenden Felsen hoch und lief so hell wie Wasser über den Stein.

»Wozu die unterteilte Tür?«, hatte sie gefragt. Sie sah nach viel Mühe aus, ein unangemessener Luxus für ein so roh zusammengezimmertes Bauwerk.

»Man muss den Viechern doch eine Aussicht bieten«, hatte ihr Vater gesagt, während er ihr zeigte, wie man die Türangeln aus Lederbändern fest und glatt um das gerundete Holz zog. Er kniete über dem halbfertigen Tor, griff nach dem Hammer, um das Leder festzunageln, und lächelte sie an. »Dann sind sie glücklich, verstehst du?«

Sie wusste nicht, ob die Tiere in dem Stall glücklich waren, doch sie war es. Es war dort kühl und schattig, roch durchdringend nach Stroh und dem Dung von Grasfressern, und am Tag, wenn seine Bewohner draußen weideten, war er ein friedlicher Zufluchtsort. Bei schlechtem Wetter oder in der Nacht bildete der kleine Holzverschlag ein warmes Nest; einmal war sie nach Einbruch der Dunkelheit so nah daran vorbeigegangen, dass sie den sanften, nebligen Atem der Tiere durch die Lücke zwischen Fels und Holz aufsteigen sah, als atmete die Erde selbst durch halb geöffnete Lippen, warm und schläfrig in der herbstlichen Kälte.

Heute Nacht war es kalt. Die Sterne glänzten wie Nadelspitzen in der harten, klaren Luft.

Vom Haus aus hatte sie nur fünf Minuten zu gehen, doch als Brianna die Stalltür erreichte, zitterte sie unter ihrem Umhang vor Kälte. Das Licht, das nach außen drang, kam nicht nur von einer Hängelaterne, sondern auch von einem kleinen, provisorischen Ofen, der Licht und Wärme für die Nachtwache spendete.

Ihr Vater lag zusammengerollt auf einem Strohbett, das Plaid über sich gezogen, eine Armlänge von der kleinen, gescheckten Kuh entfernt. Die Färse hatte sich hingelegt und die Hufe seitlich angezogen. Ab und zu grunzte sie, und ein Ausdruck ruhiger Konzentration lief über ihr breites, weißes Gesicht.

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