Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 226 227 228 229 230 231 232 233 234 ... 458
Перейти на страницу:

»Brrr! Holla! He! … Brrr …« hörte man nur Balaga und den jungen Kutscher schreien, die auf den Böcken saßen. Auf dem ArbatPlatz prasselte der Schlitten gegen einen Wagen, irgend etwas krachte, man hörte einen Aufschrei, aber die Troika flog bereits den ArbatBoulevard entlang.

Nachdem er die Podnowinskaja hinauf- und hinuntergefahren war, ließ Balaga die Pferde nicht mehr so in die Zügel schießen und hielt beim Zurückfahren an der Ecke der Staraja Konjuschennaja an.

Der junge Kutscher sprang vom Bock, um die Pferde an den Zäumen zu halten. Anatol und Dolochow traten auf den Gehsteig. Als sie bis ans Tor gekommen waren, pfiff Dolochow. Jemand pfiff wieder, und gleich darauf kam eine Zofe herausgelaufen.

»Kommen Sie auf den Hof, sonst werden Sie gesehen. Sie kommt gleich«, flüsterte sie.

Dolochow blieb am Tor stehen. Anatol folgte der Zofe auf den Hof, bog um die Ecke und lief auf die Haustür zu.

Gawrila, Marja Dmitrijewnas großer, muskelstarker Fahrdiener, trat Anatol entgegen.

»Bitte, zur gnädigen Frau«, sagte der Diener im tiefsten Baß und wollte ihm den Rückweg zur Tür versperren.

»Zu was für einer gnädigen Frau? Wer bist du denn?« fragte Anatol flüsternd und mit stockender Stimme.

»Bitte, ich habe Befehl, Sie hereinzuführen.«

»Kuragin, zurück!« schrie in diesem Augenblick Dolochow. »Wir sind verraten. Zurück!«

Dolochow rang am Gitter, wo er zurückgeblieben war, mit dem Hausknecht, der hinter Anatol die Gittertür zuschließen wollte. Mit einer letzten Kraftanstrengung stieß Dolochow den Hausknecht zurück, packte den herauseilenden Anatol am Arm, zog ihn durch die Pforte und eilte mit ihm zum Schlitten zurück.

18

Marja Dmitrijewna hatte die verweinte Sonja auf dem Korridor getroffen und sie gezwungen, ihr alles zu gestehen. Dann hatte sie noch einen Brief Nataschas abgefaßt und ihn gelesen und ging nun mit dem Brief in der Hand zu Natascha hinein.

»Du abscheuliches, schamloses Ding!« sagte sie zu ihr. »Ich will gar nichts weiter hören!«

Sie stieß Natascha, die sie mit erstaunten, tränenlosen Augen ansah, zurück, schloß sie ein, befahl dem Hausknecht, die Herren, die heute abend kommen würden, ins Tor hinein –, aber nicht wieder herausgehen zu lassen, und dem Diener, diese Herren zu ihr zu führen. Dann setzte sie sich in den Salon und wartete auf die Entführer.

Als Gawrila ihr dann gemeldet hatte, daß die Herren gekommen, aber dann geflohen seien, stand sie auf, runzelte die Stirn, legte die Hände auf den Rücken, ging lange im Zimmer auf und ab und überlegte, was sie tun solle. Endlich, um zwölf Uhr nachts, tastete sie nach dem Schlüssel in der Tasche und ging auf Nataschas Zimmer. Sonja saß schluchzend auf dem Korridor.

»Marja Dmitrijewna, lassen Sie mich um Gottes willen zu ihr!« flehte sie.

Marja Dmitrijewna gab ihr keine Antwort, schloß die Tür auf und ging hinein. Scheußlich, infam … in meinem Hause … so ein schamloses Ding … mir tut nur der Vater leid! dachte Marja Dmitrijewna, bemühte sich aber, ihren Zorn zu bändigen. Wie schwer es mir auch ankommt, ich werde doch allen befehlen, zu schweigen, und werde die ganze böse Geschichte vor dem Grafen vertuschen.

Mit festen Schritten trat Marja Dmitrijewna ins Zimmer. Natascha lag auf dem Sofa, hatte den Kopf in beide Hände vergraben und rührte sich nicht. Sie lag noch ebenso da, wie Marja Dmitrijewna sie vorhin verlassen hatte.

»Ein nettes Früchtchen, wirklich, ein sehr nettes Früchtchen!« fing Marja Dmitrijewna an. »Sich in meinem Haus mit dem Liebsten ein Rendezvous zu geben! Jetzt hilft dir alle Verstellung nichts mehr. Hörst du denn nicht, daß ich mit dir rede?« Marja Dmitrijewna rüttelte sie am Arm. »Hör zu, wenn ich mit dir spreche! Du hast dich mit Schimpf und Schande bedeckt wie die gewöhnlichste Dirne. Ich würde dir nichts ersparen, aber dein Vater tut mir leid. Ich werde dafür sorgen, daß niemand etwas von der ganzen Geschichte erfährt.«

Natascha lag immer noch so da, aber ihr ganzer Körper erbebte in einem lautlosen, krampfhaften Schluchzen, das sie zu ersticken drohte. Marja Dmitrijewna sah sich nach Sonja um und setzte sich dann neben Natascha aufs Sofa.

»Ein Glück für ihn, daß er mir entronnen ist! Aber ich werde ihn schon noch zu finden wissen«, sagte sie mit ihrer rauhen Stimme. »Hörst du eigentlich, was ich mit dir rede?«

Sie schob ihre große Hand unter Nataschas Kopf und wandte ihn zu sich um. Beide, sowohl Marja Dmitrijewna als auch Sonja, erschraken, als sie Nataschas Gesicht sahen. Ihre Augen brannten und zeigten keine Spuren von Tränen, die Lippen waren fest zusammengepreßt, die Wangen eingefallen.

»Lassen … Sie mich … ich … sterbe …« stieß sie hervor, entwand sich mit grimmiger Anstrengung Marja Dmitrijewnas Händen und nahm wieder ihre frühere Lage ein.

»Natalja …!« sagte Marja Dmitrijewna. »Ich will doch nur dein Bestes. Wenn du so liegen willst, nun, dann bleib meinetwegen so liegen, ich werde dich nicht anrühren, aber höre mich an … Ich will dir nicht sagen, wie sehr du dich vergangen hast, das weißt du ja selber. Aber morgen kommt dein Vater zurück, was soll ich da zu ihm sagen? Wie?«

Wieder zuckte ein Schluchzen durch Nataschas Körper.

»Dann wird er es erfahren, und auch dein Bruder, dein Bräutigam!«

»Ich habe keinen Bräutigam, ich habe ihm abgeschrieben«, stieß Natascha hervor.

»Das ist ganz gleich«, fuhr Marja Dmitrijewna fort. »Sie werden es also erfahren, und glaubst du denn, daß sie das so hingehen lassen werden? Sieh mal, dein Vater, ich kenne ihn doch … wenn der ihn nun zum Duell fordert, ist das vielleicht schön? Was?«

»Ach lassen Sie mich! Warum haben Sie uns alles zerstört? Warum? Wozu? Wer hat Sie darum gebeten?« schrie Natascha, richtete sich vom Sofa auf und sah Marja Dmitrijewna feindselig an.

»Ja, was wolltest du denn eigentlich?« rief Marja Dmitrijewna, die nun wieder in Zorn geriet. »Haben wir dich hier etwa hinter Schloß und Riegel gehalten? Wie? Hat ihn jemand daran gehindert, im Haus zu verkehren? Warum muß er dich denn wie eine Zigeunerin entführen? … Na, und wenn er dich nun wirklich entführt hätte, glaubst du denn, sie hätten ihn nicht zu finden gewußt? Dein Vater, dein Bruder, dein Bräutigam? Aber er ist ein Schurke, ein Ehrloser, das ist er!«

»Er ist besser als ihr alle!« schrie Natascha auf und richtete sich wieder hoch. »Wenn ihr uns nicht alles vereitelt hättet … Ach, mein Gott, wie furchtbar, wie entsetzlich! Sonja, warum hast du mir das angetan? Geht! Geht!«

Und sie schluchzte so verzweifelt, wie man nur einen Kummer zu beweinen pflegt, an dem man sich selber schuldig fühlt. Marja Dmitrijewna wollte wieder zu reden anfangen, aber Natascha schrie: »Geht, geht! Ihr haßt mich alle, verachtet mich alle!« Dann warf sie sich wieder auf das Sofa.

Marja Dmitrijewna fuhr noch eine Weile fort, Natascha ins Gewissen zu reden und ihr klarzumachen, daß man dies alles vor dem Grafen geheimhalten müsse, daß niemand etwas erfahren werde, wenn es nur Natascha selber auf sich nehme, alles zu vergessen und sich vor allem den Anschein zu geben, als ob nichts geschehen wäre. Natascha gab keine Antwort. Sie schluchzte auch nicht mehr, aber ein fröstelndes Zittern lief über ihren Körper. Marja Dmitrijewna schob ihr ein Kissen unter, deckte sie mit zwei Decken zu und brachte ihr eigenhändig Lindenblütentee, aber Natascha rührte und regte sich nicht.

»Na, mag sie schlafen«, sagte Marja Dmitrijewna und ging in der Annahme, daß sie schlafe, aus dem Zimmer.

Aber Natascha schlief nicht und starrte mit bleichem Gesicht und weit aufgerissenen Augen gerade vor sich hin. Sie schlief die ganze Nacht nicht, weinte auch nicht und sprach auch nicht mit Sonja, die ein paarmal aufstand und zu ihr hinging.

Am nächsten Morgen um die Frühstückszeit kam Graf Ilja Andrejewitsch, wie er versprochen hatte, von seinem Landhaus bei Moskau zu Marja Dmitrijewna zurück. Er war bei bester Laune, die Sache mit dem Käufer war zum Klappen gekommen, es hielt sie nichts mehr in Moskau zurück, und die Trennung von der Gräfin, nach der er sich doch recht sehnte, sollte nun ein Ende haben. Marja Dmitrijewna ging ihm entgegen und erklärte ihm, Natascha sei gestern recht krank gewesen, sie habe nach dem Doktor schicken müssen, jetzt aber gehe es ihr schon wieder etwas besser.

1 ... 226 227 228 229 230 231 232 233 234 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)