Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 225 226 227 228 229 230 231 232 233 ... 458
Перейти на страницу:

Er trug über seinem Halbpelz einen dünnen blauen Kaftan, der mit Seide gefüttert war.

Nachdem Balaga ins Zimmer getreten war, bekreuzigte er sich vor dem Heiligenbild in der Ecke, ging dann auf Dolochow zu und streckte ihm seine kleine, sonnengebräunte Hand entgegen.

»Habe die Ehre, Fjodor Iwanowitsch«, sagte er mit einer Verbeugung.

»Guten Tag, alter Junge, na, da bist du ja.«

»Gehorsamster Diener, Euer Durchlaucht«, fuhr Balaga fort und streckte Anatol, der eben ins Zimmer trat, ebenfalls seine Pranke entgegen.

»Ich will dir mal was sagen, Balaga«, fing Anatol an, indem er ihm mit der Hand auf die Schulter klopfte, »hast du mich eigentlich lieb oder nicht? Was? Du könntest mir heute einen Dienst erweisen … Mit was für Gäulen bist du denn da? Was?«

»Ganz, wie mir durch den Boten befohlen wurde: mit euren, mit den Teufelsbiestern«, erwiderte Balaga.

»Also höre, Balaga! Hetze alle drei Pferde zu Tode, aber in drei Stunden müssen wir dort sein. Verstanden?«

»Wenn ich sie zu Tode hetze, wie sollen wir dann hinkommen?« erwiderte Balaga und blinzelte verschmitzt mit den Augen.

»Untersteh dich, die Sache nicht ernst zu nehmen, die Schnauze schlag ich dir ein!« schrie Anatol plötzlich mit heraustretenden Augen.

»Wie sollte ich das nicht ernst nehmen«, besänftigte ihn der Kutscher grinsend. »Ist mir je für meine Herren etwas leid gewesen? Wir werden fahren, was die Pferde nur laufen können.«

»Gut«, sagte Anatol. »Setz dich.«

»Na, so setz dich doch«, redete ihm auch Dolochow zu.

»Ich kann doch auch stehen, Fjodor Iwanowitsch.«

»Rede kein Blech, setz dich hin und trink!« sagte Anatol und goß ihm ein großes Glas Madeira ein.

Beim Anblick des Weines fingen die Augen des Kutschers an zu funkeln. Nachdem er ihn zuerst anstandshalber abgelehnt hatte, trank er ihn aus und wischte sich mit dem rotseidenen Taschentuch, das er in der Mütze stecken hatte, den Mund ab.

»Und wann wollen wir fahren, Durchlaucht?«

»Ja so« – Anatol sah nach der Uhr – »… jetzt gleich müssen wir fahren. Also nimm dich zusammen, Balaga! Du wirst es doch schaffen?«

»Das kommt drauf an, wie wir abfahren: geht die Abfahrt glücklich vonstatten, warum sollen wir da nicht zur Zeit hinkommen?« erwiderte Balaga. »Haben wir’s doch in Twer auch geschafft, in sieben Stunden sind wir hingekommen. Weißt du das noch, Durchlaucht?«

»Erinnerst du dich noch, einmal bin ich gerade zu Weihnachten aus Twer hergefahren«, sagte Anatol zu Makarin gewandt, der gerührt kein Auge von ihm wandte und bei dieser Erinnerung lächelte. »Und glaubst du, Makarin, das schnitt uns die Luft ab, so flogen wir dahin. Wir kamen in einen Transport hinein, über zwei Fuhren sind wir hinweggefahren. Kannst du dir so etwas vorstellen?«

»Das waren aber auch Gäule!« fuhr Balaga zu erzählen fort. »Ich hatte damals zu meinem Braunen zwei junge Seitenpferde eingespannt«, wandte er sich an Dolochow, »und glaube mir, Fjodor Iwanytsch, sechzig Werst rannten diese Teufelsbiester, nicht zu halten waren sie, die Hände waren mir ja auch vor Kälte ganz steif geworden. Ich schmiß die Zügel hin: ›Halte du sie mal, Durchlaucht!‹ und sank wie tot in den Schlitten zurück. Die brauchte man nicht anzutreiben; nicht zu halten waren sie, bis wir an Ort und Stelle waren. In drei Stunden hatten sie es geschafft, die Satanskreaturen! Das linke Seitenpferd fiel allerdings gleich tot um.«

17

Anatol ging aus dem Zimmer und kehrte gleich darauf in einem mit silbernem Riemen umgürteten Pelz und in einer Zobelmütze zurück, die ihm, fesch auf die Seite gesetzt, zu seinem hübschen Gesicht vorzüglich stand. Er sah in den Spiegel und stellte sich dann in derselben Pose, die er vorm Spiegel eingenommen hatte, vor Dolochow hin, ein Glas Wein in der Hand.

»Nun, Fedja, leb wohl. Ich danke dir für alles, lebe wohl!« sagte Anatol.

»Und ihr, meine Kameraden und Freunde …« – er dachte einen Augenblick nach – »… meiner Jugend … lebet wohl!« wandte er sich an Makarin und die übrigen.

Obgleich sie alle mit ihm fuhren, wollte sich Anatol offenbar den rührend feierlichen Augenblick einer Ansprache an seine Kameraden nicht entgehen lassen. Er sprach laut und langsam, hatte die Brust herausgestreckt und wiegte sich auf dem einen Bein.

»Greift alle zu den Gläsern, auch du, Balaga! Also, ihr Kameraden und Freunde meiner Jugend, wir haben zusammen in Saus und Braus gelebt. Wann werden wir uns wiedersehen? Ich fahre heute ins Ausland. Wir haben das Leben ausgekostet, lebt wohl, Kinder! Auf euer Wohl! Hurra!« rief er, trank sein Glas aus und schleuderte es auf die Erde.

»Bleibe gesund!« sagte Balaga, trank ebenfalls sein Glas aus und wischte sich den Mund mit dem Taschentuch ab.

Makarin umarmte Anatol mit Tränen in den Augen.

»Ach, Fürst, wie weh ist mir ums Herz, daß ich mich von dir trennen muß!« stammelte er.

»Abfahren, abfahren!« drängte Anatol.

Balaga wollte hinausgehen.

»Nein, halt!« rief Anatol. »Mach die Tür zu! Wir müssen uns noch einmal hinsetzen. So.«

Sie machten die Tür zu, und alle setzten sich noch einmal hin[120].

»Na, aber nun marsch, Kinder!« sagte Anatol endlich und stand auf.

Der Diener Joseph reichte Anatol die Tasche und den Säbel, und alle gingen ins Vorzimmer.

»Wo ist der Pelz?« fragte Dolochow. »He, Ignatka! Lauf schnell zu Matrona Matwejewna und bitte sie um ihren Pelz, die Zobelsaloppe. Ich kenne doch vom Hörensagen, wie es bei solchen Entführungen zugeht«, sagte Dolochow und blinzelte mit den Augen. »Da kommt sie mehr tot als lebendig aus dem Haus gestürzt, ohne Mantel, so wie sie im Zimmer gesessen hat, zögert man aber nur einen Augenblick, kommen gleich die Tränchen gerollt, und man ruft nach Papachen und Mamachen, zittert vor Kälte und will wieder zurück. Du mußt sie sofort in den Pelz einwickeln und in den Schlitten setzen!«

Der Diener brachte einen Damenfuchspelz.

»Esel! Ich sagte dir doch, den Zobelpelz. He, Matroscha, den Zobelpelz!« schrie er so laut, daß seine Stimme durch alle Zimmer hallte.

Eine hübsche, schlanke, blasse Zigeunerin mit funkelnden schwarzen Augen und blauschillerndem schwarzem Haar kam in einem roten Tuch herausgelaufen, die große Pelzsaloppe über dem Arm.

»Ach wo! Das tut mir gar nicht leid, nimm sie nur«, sagte sie; offenbar tat ihr die Saloppe aber doch leid und sie hatte nur Angst vor ihrem Herrn.

Dolochow nahm ihr, ohne ein Wort zu erwidern, den Pelz ab, warf ihn Matroscha um und wickelte sie hinein.

»Paß auf, so mußt du es machen!« sagte Dolochow. »Und dann so!« fuhr er fort und schlug ihr rings um den Kopf den Kragen hoch, daß nur von dem Gesicht ein Stückchen freiblieb. »Und dann so, siehst du?« und er bog Anatols Kopf gegen dieses kleine Stück, das der Kragen freiließ, aus dem mit strahlendem Lächeln Matroscha hervorschaute.

»Na, leb wohl, Matroscha«, sagte Anatol und gab ihr einen Kuß. »Ja, ja, mein lustiges Leben hier ist nun vorbei. Grüß mir den Stjoschka! Leb wohl, leb wohl, Matroscha! Wünsch mir viel Glück!«

»Gott schenke dir alles Glück!« sagte Matroscha mit ihrer zigeunerhaften Betonung.

Vor der Freitreppe standen zwei Troikas, die von zwei jungen Kutschern gehalten wurden.

Balaga bestieg die erste, hob die Ellbogen hoch und legte gemächlich die Zügel zurecht. Anatol und Dolochow setzten sich zu ihm. Makarin, Chwostikow und die Diener stiegen in den zweiten Schlitten.

»Alles fertig?« fragte Balaga.

»Los!« rief er dann, schlang sich die Zügel um die Hand, und die Troika flog in sausender Fahrt den Nikitski-Boulevard entlang.

вернуться

120

und alle setzten sich noch einmal hin: alter russischer Brauch, daß man sich vor einer Reise, vor dem Verlassen des Hauses für eine längere Abwesenheit, noch einmal hinsetzt und einige Minuten in Schweigen verharrt.

1 ... 225 226 227 228 229 230 231 232 233 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)