Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Währenddessen war Albertbis auf zehn Schritte herangekommen? er hielt sein Pferd an, sprang zuBoden und warf die Zügel seinemBedienten zu.
Albert warbleich und hatte rote, geschwollene Augen; man sah, daß er die ganze Nacht keine Sekunde geschlafen. Über sein ganzes Antlitz war ein Ausdruck traurigen Ernstes gebreitet, wie man ihn sonst niebei ihm sah.
Ich danke, meine Herren, daß Sie die Güte gehabt haben, meiner Einladung zu entsprechen, sagte er, glauben Sie mir, ichbin Ihnen für dieses Zeichen der Freundschaft im höchsten Maße erkenntlich.
Morel hatte, als sich Morcerf näherte, zehn Schritte rückwärts gemacht und stand entfernt.
Auch Ihnen gebührt mein Dank, Herr Morel, sagte Albert. Kommen Sie zu uns, Sie sind nicht zuviel hier.
Mein Herr, erwiderte Maximilian, Sie wissen vielleicht nicht, daß ich Zeuge Ihres Gegnersbin.
Ich war dessen nicht gewiß, doch vermutete ich es. Destobesser! je mehr Ehrenmänner hier anwesend sind, desto mehr werde ich michbefriedigt fühlen.
Herr Morel, sagte Chateau‑Renaud, Sie können dem Herrn Grafen von Monte Christo ankündigen, daß Herr von Morcerf eingetroffen ist und daß wir zu seiner Verfügung stehen.
Morel machte eineBewegung, um sich seines Auftrages zu entledigen. Beauchamp zog zu gleicher Zeit sein Pistolenkästchen aus dem Wagen.
Warten Sie, meine Herren, sagte Albert, ich habe Herrn von Monte Christo ein paar Worte zu sagen.
Unter vier Augen? fragte Morel.
Nein, vor allen.
Alberts Zeugen schauten sich erstaunt an; Franz und Debray wechselten leise ein paar Worte, und Morel kehrte, freudig über diesen unerwarteten Zwischenfall, zu dem Grafen zurück, der mit Emanuel spazieren ging.
Was will er von mir? fragte Monte Christo.
Ich weiß nicht; er verlangt mit Ihnen zu sprechen.
Oh! er versuche Gott nicht durch eine neueBeleidigung!
Ich glaube nicht, daß dies seine Absicht ist, entgegnete Morel.
Der Graf ging, von Maximilian und Morelbegleitet, vorwärts; sein ruhiges, heiteres Antlitz stand in seltsamem Widerspruch zu dem verstörten Antlitz Alberts, der sich ihm mit den vier jungen Leuten näherte.
Drei Schritte voneinanderblieben Albert und der Graf stehen.
Meine Herren, nähern Sie sich, sagte Albert; kein Wort von dem, was ich Herrn von Monte Christo zu sagen die Ehre haben werde, soll verloren gehen, denn was ich sage, mögen Sie jedem wiederholen, der es hören will, so seltsam meine Rede auch erscheinen mag.
Ich warte, mein Herr, sagte der Graf.
Herr Graf, begann Albert mit einer anfangs zitternden Stimme, die jedoch immer mehr Sicherheit gewann, Herr Graf, ich machte Ihnen zum Vorwurf, daß Sie dasBenehmen des Herrn von Morcerf in Epirusbekannt machten, denn so schuldig auch Herr von Morcerf war, so glaubte ich doch nicht, Sie seienberechtigt, ihn zubestrafen. Heute aber weiß ich, daß Sie dieses Recht haben. Nicht der Verrat Fernand Mondegos gegen Ali Pascha macht mich sobereitwillig, Sie zu entschuldigen, sondern der Verrat des Fischers Fernand gegen Sie und das unerhörte Unglück, das die Folge dieses Verrats gewesen ist. Auch sage ich und erkläre ich laut: Ja, mein Herr, Sie haben recht gehabt, sich an meinem Vater zu rächen, und ich, sein Sohn, danke Ihnen, daß Sie nicht mehr getan haben.
Hätte derBlitz mitten unter die Zuschauer dieser unerwarteten Szene geschlagen, sie wären sicherlich nicht erstaunter gewesen, alsbei dieser Erklärung.
Monte Christo erhoblangsam die Augen zum Himmel mit einem Ausdrucke unendlicher Dankbarkeit und konnte nicht genugbewundern, wie die aufbrausende Natur Alberts, dessen Mut er in Rom kennen gelernt hatte, sich so völlig unter diese Demütigungbeugte. Er erkannte Mercedes' Einfluß undbegriff, wie deren edles Herz sich dem Opfer nicht widersetzt hatte, von dem es zum voraus wußte, daß es unnötig sein sollte.
Wenn Sie nun meine Entschuldigungen genügend finden, mein Herr, sagte Albert, sobitte ich Sie, geben Sie mir Ihre Hand.
Das Auge feucht, dieBrustbeklommen, den Mund halbgeöffnet, reichte Monte Christo Albert seine Hand, die dieser mit einem Gefühle drückte, das einem ehrfurchtsvollen Schrecken glich.
Meine Herren, sagte er, Herr von Monte Christo hat die Güte, meine Entschuldigungen anzunehmen; ich hatte voreilig gegen ihn gehandelt. Die Eile ist eine schlechte Ratgeberin, ich handelte schlecht. Nun ist mein Fehler wieder gutgemacht. Ich hoffe, die Welt wird mich nicht für feig halten, weil ich getan, was mir mein Gewissenbefohlen. Doch in jedem Falle, sollte man meinen Schritt falsch auffassen, sagte der junge Mann, stolz das Haupt erhebend, und als richtete er eine Aufforderung an seine Freunde und an seine Feinde, in jedem Fall würde ich diese Ansicht über mich in das rechte Geleise zubringen wissen.
Was hat sich denn in der letzten Nacht ereignet? fragteBeauchamp Chateau‑Renaud; es scheint mir, wir spielen hier eine traurige Rolle.
In der Tat, was Albert getan, ist entweder sehr erbärmlich oder sehr schön, antwortete derBaron.
Ah! lassen Sie hören? fragte Franz Debray, was soll dasbedeuten? Wie! der Graf von Monte Christo entehrt Herrn von Morcerf, und er hat recht in den Augen seines Sohnes? Hätte ich zehn Janina in meiner Familie, so würde ich mich verpflichtet fühlen, mich zehnmal zu schlagen.
Die Stirn gesenkt, die Arme schlaff, niedergebeugt unter der Last von vierundzwanzig Jahren der Erinnerung, dachte Monte Christo weder an Albert, noch anBeauchamp, noch an Chateau‑Renaud, noch an irgend einen von denen, die sich auf dem Platze fanden, sondern er dachte an die mutige Frau, die ihn um das Leben ihres Sohnes gebeten, der er das seinige angeboten, und die es ihm durch das furchtbare Geständnis eines Familiengeheimnisses gerettet, das in dem jungen Manne das Gefühl der Sohnesliebe für immer austilgte.
Stets die Vorsehung, murmelte er. Ah! heute erst weiß ich ganz gewiß, daß ich der Abgesandte Gottesbin.
Mutter und Sohn.
Der Graf von Monte Christo grüßte die fünf jungen Männer mit einem Lächeln voll Schwermut und Würde und stieg mit Emanuel und Maximilian wieder in seinen Wagen.
Albert, Beauchamp und Chateau‑Renaudblieben allein zurück. Der junge Mann heftete auf seine Zeugen einenBlick, der sie, ohne schüchtern zu sein, doch um ihre Ansicht über das, was vorgefallen war, zu fragen schien.
Meiner Treu, Freund! sagteBeauchamp, erlauben Sie mir, Ihnen Glück zu wünschen; das ist eine sehr unerwartete Entwickelung einer höchst unangenehmen Geschichte.
Albertbliebstumm und in Träumerei versunken. Chateau‑Renaudbegnügte sich, seinen Stiefel mit seinem Stocke zu peitschen. Gehen wir nicht? sagte er nach peinlichem Stillschweigen.
Wann es Ihnenbeliebt, erwiderteBeauchamp; lassen Sie mir nur Zeit, Herrn von Morcerf mein Kompliment zu machen, er hat heute einenBeweis von so ritterlichem, von so… seltenem Edelmut abgelegt!
Sicher; ich für meine Person wäre dazu unfähig gewesen, versetzte Chateau‑Renaud mit immer kälterem Tone.
Meine Herren, unterbrach sie Albert, ich glaube, Sie haben nichtbegriffen, daß zwischen Herrn von Monte Christo und mir etwas sehr Ernstes vorgefallen ist…
Doch! doch! entgegneteBeauchamp rasch; es werden aber nicht alle Pariser imstande sein, Ihren Heldenmut zubegreifen, und früher oder später dürften Sie sich genötigt sehen, ihnen die Sache energischer zu erklären, als es für die Gesundheit Ihres Körpers und für die Dauer Ihres Lebens zuträglich sein möchte. Soll ich Ihnen einen Freundesrat geben? Gehen Sie nach Neapel, nach St. Petersburg, in Länder, wo man im Punkte der Ehre vernünftiger ist, als unsere verbrannten Pariser Gehirne. Sind Sie einmal dort, so schießen Sie mit der Pistole aus Leibeskräften und üben sich in Quarten und Terzen vom Morgenbis in die Nacht. Dann hat man Sie so weit vergessen, daß Sie in einigen Jahren unbehelligt nach Frankreich zurückkehren können, oder Sie sind geübt genug in der Handhabung der Waffen, um Ihre Ruhe wiederzuerobern. Nicht wahr, ich habe recht, Herr von Chateau‑Renaud?