Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Bei Gott! erwiderte der junge Mann, haben Sie daran gezweifelt?
Ich hatte jedoch unrecht…
Hören Sie, ichbeobachtete Sie gestern während der ganzen Herausforderungsszene, ich dachte die ganze Nacht hindurch an Ihre Sicherheit und sagte mir, wenn nicht alles trügt, muß die Gerechtigkeit für Sie sein.
Ich danke, Morel.
Dann schlug der Graf einmal auf das Glöckchen und sagte zu Ali, der sogleich eintrat: Laß dies zu meinem Notar tragen. Es ist mein Testament, Morel. Wenn ich totbin, nehmen Sie Kenntnis davon.
Wie! rief Morel, Sie tot?
Ei! muß man nicht auf alles gefaßt sein, lieber Freund? Doch, Morel, sagte der Graf, Sie sahen mich nie mit Pistolen schießen? — Nein.
Wohl, wir haben noch Zeit, sehen Sie!
Monte Christo nahm seine Pistolen, klebte ein Kreuzaß an die Scheibe und schoß mit vier aufeinander folgenden Schüssen, die vier Zweige des Kreuzes weg. Bei jedem Schusse erbleichte Morel.
Er untersuchte die Kugeln, mit denen Monte Christo dieses Kraftstück ausführte, und sah, daß sie nicht dicker waren, als Rehschrote.
Das ist furchtbar, sagte er, sehen Sie, Emanuel! Dann wandte er sich an Monte Christo mit den Worten: Graf, im Namen des Himmels, töten Sie Albert nicht, der Unglückliche hat eine Mutter!
Das ist richtig, sagte Monte Christo, und ich habe keine.
Diese Worte wurden in einem Tone gesprochen, der Morelbeben ließ.
Sie sind derBeleidigte, Graf, und schießen zuerst.
Ich schieße zuerst.
Oh! das habe ich erlangt, oder vielmehr gefordert.
Auf wieviel Schritte? — Auf zwanzig.
Ein furchtbares Lächeln zog über die Lippen des Grafen hin, als er sagte: Morel, vergessen Sie nicht, was Sie soeben gesehen haben.
Ich rechne nur auf Ihre Aufregung, um Albert zu retten, sprach der junge Mann.
Ich aufgeregt? entgegnete Monte Christo.
Oder auf Ihren Edelmut, mein Freund; bei der Sicherheit Ihres Schusses kann ich Ihnen nur eines sagen, was lächerlich wäre, wenn ich es einem anderen sagen würde.
Was?
Zerschmettern Sie ihm den Arm, verwunden Sie ihn, aber töten Sie ihn nicht.
Morel, hören Sie noch folgendes; ichbedarf keiner Aufmunterung, Herrn von Morcerf zu schonen; Herr von Morcerf, das künde ich Ihnen zum voraus an, wird so geschont sein, daß er ruhig mit seinen Freunden zurückkommt, während ich…
Nun! Sie?
Oh! Mich wird man zurücktragen.
Gehen Sie! rief Maximilian außer sich.
Es ist, wie ich Ihnen sage, mein lieber Morel, Herr von Morcerf wird mich töten.
Morel schaute den Grafen wie ein Mensch an, der nicht mehrbegreift.
Was ist Ihnen seit gestern abendbegegnet?
Es ist mirbegegnet, wasBrutus am Vorabend der Schlacht von Philippibegegnete: ich habe ein Gespenst gesehen.
Und dieses Gespenst?
Dieses Gespenst sagte mir, ich habe genug gelebt.
Maximilian und Emanuel schauten einander an; Monte Christo zog seine Uhr und sagte: Gehen wir, es ist sieben Uhr, und die Zusammenkunft ist auf Punkt acht Uhrbestellt.
Ein angespannter Wagen wartete; Monte Christo stieg mit seinen Zeugen ein. Als man durch den Flur ging, bliebMonte Christo vor einer Tür stehen, um zu horchen; Maximilian und Emanuel, die aus Diskretion einige Schritte vorausgegangen waren, glaubten ihn seufzen zu hören. Schlag acht war man an dem verabredeten Platze.
Wir sind an Ort und Stelle und kommen zuerst, sagte Morel, den Kopf durch den Kutschenschlag steckend.
Der Herr wird mich entschuldigen, versetzteBaptistin, der seinem Gebieter mit unsäglichem Schrecken gefolgt war, ich glaube dort unter denBäumen einen Wagen zubemerken.
Monte Christo sprang leicht aus seiner Kalesche und gabEmanuel und Maximilian die Hand, um ihnen aussteigen zu helfen. Maximilian hielt die Hand des Grafen in der seinigen zurück und sagte: Das gefällt mir, das ist eine Hand, wie ich sie gernbei einem Manne sehe, dessen Leben auf seiner guten Sacheberuht.
Ich erblicke wirklich zwei junge Männer, die auf und abgehen und zu warten scheinen, sagte Emanuel.
Monte Christo zog Morel ein paar Schritte hinter seinen Schwager zurück und fragte ihn: Max, ist Ihr Herz frei?
Morel schaute Monte Christo erstaunt an.
Ich verlange kein Geständnis von Ihnen, mein Freund, ich richte eine einfache Frage an Sie; antworten Sie ja oder nein, mehr verlange ich nicht von Ihnen.
Ich liebe ein Mädchen, Graf.
Lieben Sie es innig? — Mehr als mein Leben.
Da entgeht mir abermals eine Hoffnung, sagte Monte Christo. Dann murmelte er mit einem Seufzer: Arme Haydee!
In der Tat, Graf, rief Morel, wenn ich Sie weniger kennen würde, müßte ich Sie für minder tapfer halten, als Sie sind.
Weil ich an jemand denke, den ich verlassen soll, und seufze? Morel, versteht sich ein Soldat so wenig auf den Mut! Beklage ich das Leben? Was ist mir an Leben oder Sterben gelegen, mir, der zwanzig Jahre zwischen Leben und Tod zugebracht hat? Seien Sie übrigens unbesorgt, diese Schwäche, wenn man es eine Schwäche nennen darf, ist nur für Sie vorhanden. Ich weiß, daß die Welt ein Salon ist, den man höflich und anständig, das heißt grüßend und seine Spielschuldenbezahlend, verlassen muß.
Gut! das heiße ich sprechen, sagte Morel. Doch haben Sie Ihre Waffen mitgebracht?
Ich? Warum? Ich hoffe, diese Herren werden die ihrigen haben.
Ich will mich erkundigen.
Morel ging aufBeauchamp und Chateau‑Renaud zu. Als diese MaximiliansBewegungbemerkten, traten sie ihm einige Schritte entgegen. Die drei jungen Leute grüßten sich, wenn nicht freundlich, doch höflich.
Verzeihen Sie, meine Herren, sagte Morel, doch ich sehe Herrn von Morcerf nicht.
Er hat uns heute morgen sagen lassen, er würde erst an Ort und Stelle mit uns zusammentreffen.
Übrigens kommt hier ein Wagen, bemerkte Chateau‑Renaud.
Es kam wirklich in scharfem Trabe ein Wagen herbei.
Meine Herren, sagte Morel, ohne Zweifel haben Sie Pistolenbei sich, Herr von Monte Christo erklärt, er leiste auf sein Recht, sich der seinigen zubedienen, Verzicht.
Wir sahen diese Zartheit von seiten des Grafen vorher, Herr Morel, antworteteBeauchamp, und ichbrachte die Pistolen mit, die ich mir vor acht Tagen gekauft habe. Sie sind ganz neu und haben noch niemand gedient; wollen Sie sie untersuchen?
HerrBeauchamp, erwiderte Morel, sich verbeugend, wenn Sie mir versichern, Herr von Morcerf kenne diese Waffen nicht, so genügt mir natürlich Ihr Wort.
Meine Herren, sagte Chateau‑Renaud, nicht Morcerf ist in diesem Wagen angekommen, sondern Franz und Debray.
Sie hier, meine Herren! sagte Chateau‑Renaud, mit jedem einen Händedruck austauschend, und durch welchen Zufall?
Albert hat unsbitten lassen, wir möchten uns hier einfinden.
Beauchamp und Chateau‑Renaud sahen sich erstaunt an.
Meine Herren, versetzte Morel, ich glaube zubegreifen.
Lassen Sie hören.
Gestern nachmittag erhielt ich einenBrief von Herrn von Morcerf, der michbat, in die Oper zu kommen.
Und ich auch, sagte Debray.
Und ich auch, sprach Franz.
Und wir auch, sagten Chateau‑Renaud undBeauchamp.
Sie sollten nach seinem Willenbei der Herausforderung gegenwärtig sein, fuhr Morel fort, und sollen nun auch seinem Zweikampfebeiwohnen.
Ja, meinten alle, so wird es sein.
Doch Albert kommt immer noch nicht, murmelte Chateau‑Renaud, es sind zehn Minuten darüber.
Hier kommt er, riefBeauchamp, er ist zu Pferde und reitet, von seinemBedientenbegleitet, mit Windeseile.
Welche Unklugheit, sagte Chateau‑Renaud, zu Pferde zu kommen, um sich auf Pistolen zu schlagen! Ich habe ihm doch eine so gute Lektion gegeben!
Und dann, sehen Sie, sagteBeauchamp, mit einem Kragen an der Halsbinde, mit offenem Rock und weißer Weste; warum hat er sich nicht einen schwarzen Fleck auf den Magen zeichnen lassen, das wäre noch einfacher gewesen.