Der Graf von Sainte-Hermine
- Автор: Дюма Александр
- Год: 2009
- Язык: немецкий
- Год: Blanvalet Verlag
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
An der Stelle, wo die Monarca hätte kämpfen sollen, hatte die Pluton unter dem Kommando von Kapitän Cosmao ihren Platz eingenommen und sich der englischen Mars in den Weg gestellt, die sie mit heftigem Feuer bestrich, um danach zum Entern anzusetzen, als ein Dreidecker sie aufs Korn nahm und ihr Heck beschoss. Mit einem geschickten Wendemanöver war es der Pluton gelungen, dem neuen Gegner zu entkommen, ihm die Seite anstelle des Hecks zu präsentieren und ihm mehrere todbringende Breitseiten zu schicken, anstatt selbst beschossen zu werden.
Danach hatte die Pluton sich wieder ihrem ersten Gegner zugewendet, hatte ihm unter Ausnutzen des günstigen Windes zwei Masten zerschossen und ihn außer Gefecht gesetzt, und als Nächstes versuchte sie, die französischen Schiffe zu unterstützen, die gegen einen übermächtigen Gegner kämpften, nachdem ein Teil der französischen Flotte sich weit weniger pflichtbewusst als die Pluton gezeigt hatte und Kurs nach Norden genommen hatte.
Hinter der Pluton vollbrachte die Algésiras wahre Wunder an Tapferkeit. Befehligt von Konteradmiral Magon, kämpfte sie so unverdrossen wie zuvor nur die Redoutable.
Konteradmiral Magon stammte von der Île de France und aus einer Familie, die aus Saint-Malo kam. Er war jung, schön, tapfer. Als er die Trikolore hisste, hatte er seine Mannnschaft zusammengerufen und demjenigen, der als Erster den Gegner enterte, ein prachtvolles Degengehänge versprochen, das die Compagnie des Philippines ihm verehrt hatte.
Diese schöne Belohnung wollte sich jeder verdienen.
Im Wetteifer mit den Kommandanten der Redoutable, der Fougueux und der Pluton trieb Konteradmiral Magon seine Algésiras vorwärts, um den Engländern den Weg zu versperren und zu verhindern, dass sie die Schlachtlinie aufbrachen. Bei diesem Manöver traf er auf die Tonnant, ein einstmals französisches Schiff, das nach Abukir englisch geworden war und von einem mutigen Offizier namens Tiller befehligt wurde. Er nähert sich bis auf Pistolenschussweite, lässt feuern, wendet dann und rammt seinen Bugspriet in die Wanten des gegnerischen Schiffs. Nun ruft er die tapfersten seiner Matrosen beim Namen, um mit ihnen die Tonnant zu entern. Als sie alle an Deck und auf dem Bugspriet versammelt sind, fährt eine Kartätschenladung in den Menschenknäuel, und Magon wird an Arm und Oberschenkel verwundet.
Er weigert sich, seinen Posten zu verlassen, doch seine Offiziere können ihn dazu überreden, sich verbinden zu lassen, damit er weiterkämpfen kann. Zwei Matrosen bringen ihn zum Lazarett, doch da erblickt er den englischen Kapitän Tiller, der sich anschickt, an der Spitze seiner Entermannschaft auf Deck der Algésiras zu springen; Magon schüttelt seine Begleiter ab, ergreift eine Enteraxt und wirft die Eindringlinge zurück, die ihren Angriff dreimal wiederholen und dreimal abgewiesen werden. Magons Flaggkapitän Letourneur fällt vor seinen Augen, und Leutnant zur See Plassant, der den Kapitänsposten übernimmt, wird sofort verwundet.
Magon, auffällig durch seine prunkvolle Uniform, wird abermals verwundet und steht kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren. Er übergibt das Kommando kurzfristig an Offizier de la Bretonnière und lässt sich von zwei Matrosen in das Zwischendeck bringen.
Doch durch die klaffende Öffnung in der Seite seines Schiffs trifft ihn eine Kartätschenkugel mitten in die Brust, und er fällt im selben Augenblick wie der Fockmast, den eine Kanonenkugel zum Einsturz bringt.
Das Deck der Algésiras ist jetzt schutzlos und völlig entmastet und wird von den Engländern im Sturm geentert.
Neben der Algésiras führen vier weitere französische Schiffe mit bewundernswertem Mut einen hartnäckigen Kampf: die Aigle, die Swiftsure, die Berwick und die Achille.
Nach einem erbitterten Nahkampf mit der Bellerophon von fast einer Stunde Dauer wird die Aigle ohne ihr Zutun von ihrem Gegner abgedrängt, den einzunehmen sie im Begriff war, und gegen die Belleisle getrieben. Ihr Kommandant, der tapfere Kapitän Courège, fällt um drei Uhr, doch sein Schiff kämpft weiter und streicht die Flagge erst um halb vier Uhr unter den vereinten Salven der Revenge und der Defence.
Die Swiftsure hat zweihundertfünfzig Mann verloren. Ihr Kommandant und ihr Kapitän wurden auf der Wachtbank getötet.
Leutnant Lune übernimmt ihren Posten und stirbt wie sie. In auswegloser Lage zwischen den gegnerischen Schiffen Bellerophon und Colossus ergibt die Swiftsure sich zuletzt.
Die Berwick, kommandiert von Kapitän Camas, den James in seiner Geschichte der Marine den tapferen Kapitän Camas nennt, kämpft erfolgreich gegen die Achille und die Defence. Die drei Masten der Berwick werden an ihrem Fuß weggeschossen, doch die zwei Batterien spucken weiter Feuer, von einundfünfzig Leichen bedeckt, während zweihundert Verwundete in das Zwischendeck geschafft werden.
Kapitän Camas fällt; Leutnant zur See Guichard überlebt ihn nur um wenige Minuten, und die Berwick fällt den Engländern zur Beute.
Die Achille, die als Erste die Belleisle angegriffen hatte, findet sich alsbald selbst eingekreist und dem Beschuss aus den hundertsechsundneunzig Kanonen der drei englischen Schiffe Prince, Swiftsure und Polyphemus ausgesetzt, nachdem es Letzterer gelungen ist, die französische Neptune abzuschütteln. Kommandant Deniéport wird am Oberschenkel verwundet, will seine Wachtbank nicht verlassen und wird an seinem Posten getötet; der lichterloh brennende Fockmast stürzt um, in Brand gesetzt von den Granaten der französischen Mastwächter, und bedeckt das Deck mit seiner glosenden Masse.
Die Achille steht in Flammen, und ringsum ist kein alliiertes Schiff mehr zu sehen. All ihre Offiziere sind tot oder verwundet; ein Fähnrich zur See hat das Kommando übernommen. Er heißt Cochard und ist das einzige Überbleibsel eines Stabs heldenhafter Offiziere.
Er kämpft ohne Hoffnung, doch er kämpft weiter; die Furcht vor einer schrecklichen Explosion lässt die englischen Schiffe auf Distanz zur Achille gehen und erlaubt ihr, den Brand zu löschen, der Nebensache war, solange der Gegner sich in Gefechtweite befand. Die letzte Tat des jungen Offiziers besteht darin, die Flagge an die Gaffel zu nageln, bevor die Achille mit ihrer Mannschaft in die Luft geht.
Der Tod dieses Kindes ist kaum weniger heldenhaft als der Nelsons, mag dieser noch so ruhmreich sein.
Während Admiral Dumanoir sich mit seinen vier Schiffen davonstahl, kam ein Schiff, die Intrépide, unter seinem Kapitän Infernet kühn zurück, um sich in das tobende Gefecht zu stürzen. Seine Trikolore ist die letzte französische Flagge, die noch weht; sie kann die Leviathan und die Africa abwehren, wird von der Agamemnon und der Ajax unter Beschuss genommen, kämpft Bord an Bord gegen die Orion, versucht zweimal zu entern, wehrt selbst einen Enterversuch ab und ergibt sich erst, als die Conqueror als sechstes gegnerisches Schiff ihr den letzten Mast wegschießt und von ihren fünfhundertfünfundfünfzig Mann Besatzung dreihundert Mann außer Gefecht sind.