Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Ja, er ärgerte sich bestimmt immer noch über Philip Wylies Avancen. Genau wie ich – zumindest hätte ich mich geärgert, wenn ich nicht so müde gewesen wäre. Wie konnte er es wagen! Ich gähnte so herzhaft, dass ich mir fast den Kiefer verrenkte, und beschloss, dass die ganze Sache den Ärger nicht wert war, zumindest nicht im Augenblick.
Dennoch, es sah Jamie nicht ähnlich, mir aus dem Weg zu gehen, ob er sich nun ärgerte oder nicht. Er war kein Mann, der sich aufs Schmollen oder Grübeln verlegte. Er konnte ohne das geringste Zögern eine Konfrontation suchen oder einen Streit heraufbeschwören, aber ich glaubte nicht, dass er seinen Grimm je mit zu Bett genommen hatte – zumindest nicht, wenn es um mich ging.
Und so blieb mir nichts anderes übrig, als mich sorgenvoll zu fragen, wo er war und was zum Teufel er gerade trieb. Und die Tatsache, dass ich mir Sorgen machen musste, machte mich wirklich wütend, wenn auch nur deshalb, weil es besser war, als besorgt zu sein.
Doch der Tag war lang gewesen, und als jetzt die Minuten verstrichen und das schwache Knallen der Schüsse an der Anlegestelle allmählich verstummte, stahl sich die Schläfrigkeit über mich, nahm meinen Ängsten die Spitze und verstreute meine Gedanken wie verschütteten Sand. Der sanfte Atem der Frauen ringsum lullte mich ein wie das Geräusch des Windes in den Bäumen, und mein Bezug zur Realität erschlaffte und löste sich schließlich ganz.
Möglich, dass ich Träume voller Gewalt und Rage oder Albträume erwartet hatte, aber mein Unterbewusstsein hatte eindeutig genug von solchen Dingen. In der abwegigen Art unterbewusster Gedanken beschloss es stattdessen, einen anderen Faden der Tagesereignisse wieder aufzunehmen. Vielleicht lag es an der Wärme des Zimmers oder auch schlicht an der unmittelbaren Nähe so vieler Körper, aber ich träumte lebhaft und erotisch, und die Wellen der Erregung spülten mich dann und wann dicht an das Ufer des Erwachens, um mich darauf wieder in die Tiefen des Unterbewussten davonzutragen.
Es waren Pferde in meinen Träumen; glänzende, schwarze Friesen mit fließenden Mähnen, die sich im Wind wellten, als die Hengste neben mir herliefen. Ich sah, wie sich meine eigenen Beine streckten und sprangen; ich war eine weiße Stute, und der Boden flog in verschwommenem Grün unter meinen Hufen dahin, bis ich stehen blieb und mich umdrehte, um auf den einen zu warten, einen Hengst mit breiter Brust, der auf mich zukam, sein Atem feucht an meinem Hals, als sich seine weißen Zähne in meinen Nacken senkten …
»Ich bin der König von Irland«, sagte er, und ich wachte allmählich auf. Mein Körper kribbelte von Kopf bis Fuß, und ich stellte fest, dass irgendjemand besagten Fuß streichelte.
Immer noch benommen von den erotischen Bildern meines Traums, reagierte ich nicht alarmiert, sondern nahm nur angenehm vage zur Kenntnis, dass ich tatsächlich Füße hatte und keine Hufe. Ich rollte die Zehen ein und bog meinen Fuß, während ich die sanfte Berührung des Daumens genoss, der sich seinen Weg von meinem Fußballen über den Spann bis in das Grübchen unter meinem Knöchel bahnte und dabei einen ganzen Komplex von Empfindungen auslöste. Dann erwachte ich ganz und zuckte kurz zusammen.
Wer auch immer es war, er musste meine Rückkehr ins Bewusstsein spüren, denn seine Berührung ließ kurz von meinem Fuß ab. Dann kehrte sie zurück, diesmal bestimmter, eine große, warme Hand, die sich ganz um meinen Fuß schloss, während der Daumen mir fest, aber genüsslich die Zehenwurzeln massierte.
Inzwischen war ich hellwach und etwas verblüfft, doch ich hatte keine Angst. Ich wackelte kurz mit dem Fuß, als wollte ich die Hand abschütteln, doch sie reagierte mit einem knappen Druck meines Fußes, und schließlich kniff mich ihr Gegenstück sanft in den dicken Zeh.
Zehn kleine Zappelmänner zappeln hin und her … Ich konnte den Reim so deutlich hören, als würde er laut ausgesprochen, während die Finger nacheinander zielsicher in meine Zehen kniffen.
Zehn kleinen Zappelmännern fällt das gar nicht schwer … Die Berührung huschte mir kitzelnd über die Fußsohle. Ich fuhr auf, und ein unfreiwilliges Kichern blieb mir in der Kehle stecken.
Ich hob den Kopf, doch die Hand ergriff erneut meinen Fuß und drückte ihn mahnend. Das Feuer war jetzt ganz erloschen, und das Zimmer war so schwarz wie Samt; obwohl meine Augen sich völlig an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte ich nur eine zusammengekauerte Gestalt zu meinen Füßen erahnen, einen formlosen Fleck, der sich wie Quecksilber verwandelte und dessen Ränder mit dem Dunkel der Luft verschwammen, um darin zu verschwinden.
Die Hand glitt sanft an meiner Wade empor. Ich zuckte heftig auf, und die Frau neben mir prustete, fuhr mit einem verschlafenen »Hnh?« auf und fiel raschelnd wieder auf das Bett.
Meine Bauchmuskeln zitterten vor unterdrücktem Gelächter. Er musste die leichte Vibration gespürt haben – die Finger ließen mit einem sanften Druck von meinem kleinen Zeh ab und streichelten meine Fußsohle, so dass sich meine Zehen fest einrollten.
Die Finger ballten sich zur Faust, die sich an meiner Sohle entlangpresste und sich dann plötzlich öffnete, um meine Ferse zu umfassen. Sein Daumen streichelte meinen Knöchel und hielt fragend inne. Ich bewegte mich nicht.
Seine Finger wurden immer wärmer; ich spürte nur eine leichte Kühle, als sie der Wölbung meiner Wade folgten und in meiner Kniekehle Schutz suchten. Dort vollführten die Finger einen raschen Trommelwirbel auf der empfindlichen Haut, und ich zuckte erregt. Sie verlangsamten sich und hielten inne, um sich zielsicher auf der Arterie niederzulassen, in der mein Puls raste; ich konnte ihn spüren, denn das Blut strömte hier an einer Stelle vorbei, an der die Haut so dünn war, dass man die Adern darunter sehen konnte.
Ich hörte ein Seufzen, als er das Gewicht verlagerte; dann legte sich eine Hand um die Rundung meines Oberschenkels und glitt langsam aufwärts. Die andere folgte und drückte meine Beine langsam und unausweichlich auseinander.
Mein Herz donnerte in meinen Ohren, meine Brüste fühlten sich geschwollen an, und die Brustwarzen ragten fest und rund durch den dünnen Musselinstoff meines Hemdes auf. Ich holte tief Luft und roch Reispuder.
Auf einmal vollführte mein Herz einen Doppelschlag und blieb dann beinahe stehen, als mir plötzlich ein Gedanke kam – was, wenn es nicht Jamie war?
Ich lag ganz still da, versuchte, nicht zu atmen und konzentrierte mich auf die Hände, die gerade etwas Delikates und vollkommen Unaussprechliches taten. Große Hände, es waren große Hände; ich konnte die Fingerknöchel spüren, die sich in die weiche Haut an den Innenseiten meiner Oberschenkel drückten. Aber auch Philip Wylie hatte große Hände; ziemlich groß für seinen Körperbau. Ich hatte gesehen, wie er eine Hand voll Hafer für seinen Hengst Lucas schöpfte und das Pferd die große, schwarze Nase in seiner Handfläche vergrub.
Schwielen; die wandernden Hände – oh, Gott! – hatten glatte Schwielen. Doch auch Wylies hatten Schwielen; er mochte ja ein Dandy sein, doch er ging täglich mit Pferden um; seine Hände waren genauso glatt und hart wie Jamies.
Es musste Jamie sein, sagte ich mir, während ich meinen Kopf ein paar Zentimeter hob und in die Dunkelheit blinzelte. Zehn kleine Zappelmänner spielten mal Versteck … natürlich war es Jamie! Dann unternahm eine der Hände etwas völlig Verblüffendes, und ich keuchte laut auf und fuhr mit zuckenden Gliedern zusammen. Ich rammte der Frau neben mir den Ellbogen in die Rippen, und sie schoss mit einem lauten Ausruf hoch. Die Hände zogen sich abrupt zurück und verabschiedeten sich mit einem hastigen Druck meiner Knöchel.
Es ertönte ein raschelndes Geräusch, als jemand eilig über den Boden kroch, dann ein Aufblitzen gedämpften Lichtes und ein kalter Lufthauch aus dem Korridor, als sich die Tür öffnete und sogleich wieder schloss.
»Wah?«, sagte Jemima neben mir in schläfrigem Erstaunen. »Das’n?«