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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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»Ja.« Doch sie hörte sich immer noch skeptisch an, und er knirschte mit den Zähnen und hielt sie fester, so als könnte sie vor ihm zurückscheuen.

»Ist ja schon gut«, flüsterte er, und sein Mund tastete sich an ihrem Hals entlang abwärts auf jene atemberaubende Schräge zu, wo er sich mit ihrem Schultermuskel vereinte. Sie war glatt unter seinen Lippen, ihre Haut kühl an der Luft, warm und duftend unter der Kaskade ihres Haars. »Wir brauchen ja nicht … ich meine … ich werde nicht … lass mich einfach nur …«

Der Ausschnitt ihres Kleides war modisch tief, noch tiefer jetzt, nachdem sie das Halstuch herausgezogen hatte und die Schnüre gelöst waren, und ihre Brust lag schwer und weich in seiner Hand.

Sie erstarrte, dann entspannte sie sich mit einem seltsamen, kleinen Seufzer, und er spürte einen warmen, süßen Geschmack auf seiner Zunge, dann ein seltsames Pulsieren, und etwas flutete aus ihrer … Er schluckte reflexartig und war schockiert. Schockiert und furchtbar erregt. Daran hatte er gar nicht gedacht; er hatte nicht gewollt … Doch sie zog seinen Kopf an sich und hielt ihn dort fest.

Kühner jetzt, fuhr er fort und drückte sie sanft nach hinten, bis sie sich auf der Kante der Bank niederließ und er vor ihr kniete. Ihm war plötzlich ein Gedanke gekommen, ausgelöst durch die schmerzende Erinnerung an jenen Eintrag in ihrem Traumbuch.

»Keine Sorge«, flüsterte er ihr zu. »Wir werden … nichts riskieren. Lass mich das machen … nur für dich.«

Sie zögerte, ließ ihn jedoch mit den Händen unter ihren Rock gleiten, wo er ihrer geschwungenen, seidenbestrumpften Wade und ihrem runden, bloßen Oberschenkel folgte, dann weiter unter ihren flach gedrückten Pobacken entlang, die unter den gerüschten Unterröcken kühl und entblößt auf dem Stein saßen. Eines von Seamus’ Liedern hatte von den »auf der Liste der Venus« beschriebenen Großtaten eines Herrn gehandelt. Die Worte drifteten mit dem Rauschen des Wassers durch seinen Kopf, und er war fest entschlossen, sich einen ehrenvollen Eintrag auf dieser Liste zu sichern.

Es mochte ja sein, dass sie es nicht beschreiben konnte, doch er würde dafür sorgen, dass sie wusste, dass es geschehen war. Sie erschauerte zwischen seinen Händen, und er legte eine Hand zwischen ihre Oberschenkel.

»Miss Brianna?«

Sie fuhren beide krampfhaft zusammen, und Roger zog seine Hände fort, als hätte er sich verbrannt. Er konnte das Blut in seinen Ohren donnern hören – und in seinen Hoden.

»Ja, was ist denn? Bist du das, Phaedre? Was ist denn los – ist etwas mit Jemmy?«

Er hockte sich auf die Fersen und versuchte benommen zu atmen. Er sah ihre bleichen Brüste kurz über sich aufschimmern, als sie aufstand und sich der Stimme zuwandte, während sie sich hastig ihr Halstuch wieder in den Ausschnitt steckte und sich das Schultertuch über ihr aufgeschnürtes Kleid zog.

»Ja, Ma’am.« Phaedres Stimme kam aus der Richtung des Hauses; von der Sklavin selbst war nur das weiße Häubchen zu sehen, das verschwommen in der Dunkelheit schwebte. »Das arme Kind ist jammernd aufgewacht und war ganz heiß, wollte weder Brei noch Milch, und dann hat er so schlimm angefangen zu husten, dass Teresa meinte, wir sollten besser Dr. Fentiman holen, aber ich habe gesagt …«

»Dr. Fentiman!«

Brianna verschwand raschelnd zwischen den Weidenzweigen, und er hörte das hastige Klopfen ihrer Schuhe auf dem Boden, als sie auf das Haus zurannte, dicht gefolgt von Phaedre.

Roger erhob sich und blieb stehen, die Hand an den Knöpfen seiner Hose. Die Versuchung war groß; es würde nicht mehr als eine Minute dauern – in seinem gegenwärtigen Zustand wahrscheinlich sogar weniger. Aber nein, möglich, dass Brianna ihn brauchte, um mit Fentiman fertig zu werden. Die Vorstellung, dass der Doktor sich mit seinen verschmierten Instrumenten an Jemmys Babyhaut vergriff, reichte aus, und schon rannte er krachend durchs Gebüsch und nahm die Verfolgung auf. Die Liste der Venus würde warten müssen.

Er fand Brianna und Jemmy in Jocastas Boudoir. Sie bildeten das Zentrum einer kleinen Traube von Frauen, die bei seinem Erscheinen allesamt überraschte – manche sogar leicht schockierte – Gesichter machten. Er ignorierte die hochgezogenen Augenbrauen und Entrüstungslaute und drängte sich zwischen den Röcken hindurch zu Brianna vor.

Der kleine Kerl sah wirklich nicht gut aus, und Roger spürte, wie die Angst seinen Magen umklammerte. Himmel, wie konnte das so schnell gehen? Er hatte Jemmy doch noch vor ein paar Stunden bei der Trauung gesehen, wo er rosig und niedlich in seiner improvisierten Wiege zusammengerollt gelegen hatte, und zuvor beim Fest war er ganz der freundlich quäkende Alte gewesen. Jetzt lag er leise jammernd mit roten Wangen und schweren Augenlidern an Briannas Schulter, und klarer Schleim triefte ihm aus der Nase.

»Wie geht es ihm?« Er streckte die Hand aus und berührte eine der roten Wangen sanft mit dem Handrücken. Gott, wie heiß er war!

»Er ist krank«, sagte Brianna gereizt. Wie zur Bestätigung begann Jemmy zu husten, ein grauenvolles Geräusch, laut, aber halb erstickt wie ein Seehund, der sich an einem Fisch verschluckt. Das Blut stieg ihm in sein bereits gerötetes Gesicht, und seine runden, blauen Augen quollen vor Anstrengung vor, als er zwischen den Krämpfen versuchte, Luft zu holen.

»Mist«, knurrte Roger. »Was machen wir denn jetzt?«

»Kaltes Wasser«, sagte eine der Frauen an seiner Seite gebieterisch. »Haltet ihn ganz in eine Wanne mit kaltem Wasser, und lasst ihn noch mehr davon trinken.«

»Nein! Lieber Himmel, Mary, du bringst das Kind noch um.« Eine andere junge Mutter streckte die Hand aus, um Jemmys bebenden Rücken zu tätscheln. »Es ist Krupp; meine Kinder haben es auch schon ein paar Mal gehabt. Klein geschnittenen Knoblauch, aufgewärmt unter seine Fußsohlen«, sagte sie zu Brianna. »Das hilft manchmal.«

»Und wenn es nicht funktioniert?«, fragte eine andere Frau skeptisch. Die erste Frau rümpfte die Nase, und ihre Freundin fiel hilfsbereit ein.

»Johanna Richards hat zwei Babys durch Krupp verloren. Einfach so!« Sie schnippte mit den Fingern, und Brianna zuckte zusammen, als käme das Geräusch von ihren eigenen, knackenden Knochen.

»Was jammern wir hier so herum, wo wir doch einen Medico zur Hand haben? Du da, geh und hole Dr. Fentiman! Hatte ich das nicht schon gesagt?« Eine der Frauen wandte sich mit einem scharfen Händeklatschen an Phaedre, die sich an die Wand drückte und Jemmy nicht aus den Augen ließ. Doch bevor sie sich gehorsam in Bewegung setzen konnte, fuhr Briannas Kopf auf.

»Nein! Nicht ihn, das kommt nicht in Frage.« Sie funkelte die Frauen an, dann warf sie Roger einen flehenden Blick zu. »Such Mama für mich. Schnell!«

Er drehte sich um und schob sich an den Frauen vorbei, für den Augenblick etwas beruhigter, weil er in der Lage war, etwas zu tun. Wo war Claire wohl am wahrscheinlichsten? Hilf mir, dachte er, hilf mir, sie zu finden, hilf, dass ihm nichts passiert. Er richtete sein zusammenhangloses Gebet an den erstbesten, der ihm zuhören mochte – Gott, den Reverend, Mrs. Graham, St. Bride, Claire selbst; er war nicht wählerisch.

Er donnerte über die Vordertreppe ins Foyer hinunter, wo Claire schon auf ihn zugeeilt kam. Man hatte sie schon informiert; sie warf ihm einen raschen Blick zu, wies mit dem Kinn nach oben und fragte: »Jemmy?«, und kaum hatte er atemlos genickt, war sie schon die Treppe hinaufgehuscht, und ein ganzes Foyer voller Leute gaffte ihr nach.

Er holte sie oben im Flur ein und kam noch rechtzeitig, um ihr die Tür zu öffnen – und einen unverdienten, aber hochwillkommenen Blick der Dankbarkeit von Brianna zu ernten.

Er trat aus dem Weg, und während er allmählich wieder zu Atem kam, staunte er. In der Sekunde, in der Claire das Zimmer betrat, änderte sich die beinahe panische, von Sorge erfüllte Atmosphäre augenblicklich. Die Frauen strahlten zwar immer noch besorgte Anteilnahme aus, doch sie wichen ohne Zögern zurück, traten respektvoll in den Hintergrund und unterhielten sich murmelnd miteinander, während Claire direkt auf Jemmy und Brianna zusteuerte, ohne irgendjemand sonst zu beachten.

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