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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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»Halt!«, unterbrach Hornbori den Redefluss des Elfen. »Du willst mir sagen, dass wir mehr als zehntausend Besatzungsmitglieder an Bord haben?«

Zum ersten Mal wirkte Gobhayn beschämt. »Ja, ich weiß, wir haben noch nicht volle Gefechtsstärke erreicht. Aber in den nächsten zweiundsiebzig Stunden werden wir die Mannschaft noch mehr als verdoppeln.«

Hornbori ließ sich gegen die Lehne seines Stuhls sinken und versuchte, die aufkeimende Panik mit einem tiefen Schluck aus seinem Becher zu bekämpfen, was leider nicht glückte. »Es werden mehr als zwanzigtausend Albenkinder an Bord sein?« Ihm schwindelte es. »Wer in der Alben Namen ist auf die Idee gekommen, dass ich der geeignete Kommandant für dieses Völkergemisch bin?«

»Die Himmelsschlangen. Dir eilt ein gewisser Ruf voraus, mein Freund. Du hast es geschafft, dass Zwerge aus Ishaven Seite an Seite mit Kobolden aus den Völkern der Eisbärte gekämpft haben. Du hast Todfeinde auf dem Schlachtfeld zu Kameraden gemacht.«

Hornbori stöhnte. Das hatte die Elfe Ailyn vollbracht. Er wollte Gobhayn gerade über diesen Irrtum aufklären, als er es sich anders überlegte. Er hatte gar nicht gewusst, dass ihm der Ruf vorauseilte, ein Zaubermeister der Völkerverständigung zu sein. Daraus ließe sich in Zukunft sicher noch Nutzen ziehen.

»Dies erfordert einige Zeit und die richtigen Berater. Ich brauche die Elfe Ailyn. Außerdem sollten ein Vertreter der Kobolde und einer der Trolle benannt werden.« Kurz erwog er, auch Nyr und Galar als Berater zu beschäftigen, verwarf es aber schnell. Galar würde Ärger machen, statt Streit zu schlichten. »Ich hörte, der Kobold Che von den Eisbärten ist an Bord und der Troll Groz. Sie sollen die Sprecher ihrer Völker werden.« Die beiden würde er im Griff haben, hoffte er. Zumindest kannte er sie. Aber er brauchte noch mehr Berater! Sollte das alles schiefgehen, würde eine stolze Anzahl von Beratern auch eine stolze Zahl von Sündenböcken liefern, denen er sein mögliches Versagen in die Schuhe schieben konnte.

»Ailyn ist verschollen«, unterbrach ihn der Elf. »Ansonsten wähle als Berater, wen immer du willst.«

»Verschollen?« Hornbori war überrascht. Ihm war die schwarzhaarige Meisterin aus der Weißen Halle immer unbesiegbar erschienen. Es gab das Gerücht, dass sie einmal mit bloßen Händen ein ganzes Rudel Trolle niedergerungen hatte.

»Seit Jahren hat sie niemand mehr gesehen. Man wird wohl davon ausgehen müssen, dass sie tot ist.« Gobhayn sagte das so sachlich, als würde er über einen verlegten Hammer in seiner Werkstatt sprechen.

Hornbori konnte immer noch nicht recht fassen, dass ihm der Oberbefehl über das größte Heer, das Albenmark je in eine Schlacht geschickt hatte, anvertraut worden war. »Warum bist du nicht der Befehlshaber? Du hast all dies hier erschaffen.«

Der Elf setzte seinen Pokal ab. Ein wenig zu heftig, wie es Hornbori erschien.

»Ich bin ein Schmied und Erfinder. Ich werde alle Hände voll damit zu tun haben, dass im Himmelland alles reibungslos funktioniert.«

Hornbori war sich sicher, dass da auch ein Hauch von Verbitterung in der Stimme Gobhayns lag. »Entschuldige, wenn ich frage, aber was ist denn noch alles für dich zu tun? Das … ähm … Schiff … ist gebaut und fliegt. Deine Arbeit ist doch vollendet.«

Der Elf stieß ein Schnaufen aus, dem sein Ärger nun deutlich anzuhören war. »Du hast keine Ahnung. Ich muss als Erstes entscheiden, welche Geschützstellungen mit Ballisten bestückt werden. Wir haben mehr befestigte Bastionen, als wir Stein- und Speerschleudern haben. Du solltest dir das mit den anderen Decksoffizieren überlegen. Wie willst du das Himmelland im Kampf einsetzen? Zur Verteidigung oder zum Angriff? Willst du viele Geschütze auf die Goldene Stadt ausrichten oder dich besser rundherum verteidigen? Aber das sind Kleinigkeiten. Ich werde mehr als zehntausend neue Helfer auf Posten verteilen müssen, wo sie einen nützlichen Dienst verrichten oder zumindest kein Unheil anrichten. Die meisten von ihnen werden in die Laufräder steigen, die unsere Luftschrauben antreiben. Aber man kommt auch mit Bagatellen wie überlaufenden Latrinen und einem Brand in einer Garküche zu mir. Der Tag hat nicht genug Stunden, um sich um alles zu kümmern. Da muss ich nicht noch militärische Entscheidungen treffen.«

Hornbori war sich sicher, dass noch etwas unausgesprochen geblieben war. Dies alles hörte sich vernünftig an. Warum also war Gobhayn so aufgebracht? Er entschied, diese Frage direkt anzugehen. »Willst du mir sagen, was dich ärgert? Wir werden besser zusammenarbeiten, wenn ich es weiß.«

Der Elf starrte in seinen leeren Weinpokal. Seine Lippen bebten vor mühsam unterdrücktem Zorn. »Warum siehst du das Problem und die Himmelsschlangen sehen es nicht? Es tut gut, dich hierzuhaben. Und ja, du hast recht, du solltest wissen, was mir Sorge bereitet. Das Himmelland ist riesig. Es ist furchteinflößend. Es erscheint als die ultimative Waffe. Aber diese Waffe ist nicht erprobt. Würdest du dein Leben einem Schwert anvertrauen, mit dem noch nie ein Streich geführt wurde? Einer Klinge, die noch nicht bewiesen hat, dass sie nicht bricht, wenn sie auf Stahl schlägt? Sie hätten mir mindestens noch einen Mond geben sollen, um das Schiff zu vollenden. Dann hätten wir alle Geschütze an Bord und unsere Mannschaft hätte Gelegenheit gehabt, sich in ihre Pflichten einzufinden. Wir werden jede Menge Trottel an Bord haben, die bei Gefahr nicht wissen, was zu tun ist. Ich habe jahrelang am Himmelland gebaut, und nun verweigert man mir dreißig Tage, um es auf seinen ersten Einsatz vorzubereiten! Morgen werden wir uns in Richtung des Albensterns bewegen, durch den wir Nangog erreichen sollen. Einen großen Teil der fehlenden Besatzung nehmen wir an Bord, während wir bereits fliegen. Ich verstehe diese Hast nicht. Der Krieg um Nangog währt nun schon fast acht Jahre. Was hätte es gekostet, einen Mond lang zu warten?«

Darauf wusste Hornbori auch keine Antwort.

»Und weißt du, was besonders spannend wird?« Ein todesverachtendes Lächeln spielte um Gobhayns Lippen. »Es ist noch nie etwas, das auch nur annähernd so groß ist wie das Himmelland, durch einen Albenstern bewegt worden. Niemand kann vorhersagen, ob es uns zerreißt.«

Hornbori schloss verzweifelt die Augen und wünschte sich, er würde in Amalaswinthas Bett liegen. Er sollte einen Weg finden, erst nach diesem Steinhaufen den Albenstern zu passieren. Auch wenn sein guter Name dabei mit Sicherheit Schaden nahm.

Myrella

Myrella wischte sich mit dem Arm über die schweißnasse Stirn. Es war drückend heiß auf dem Ladedeck. Gerade verschwanden die letzten vorlauten Kobolde mit einer Gruppe von Veteranen, die ihnen den Weg zu ihren Quartieren weisen würden.

»Müde, Süße?« Che schenkte ihr ein breites Lächeln. »Ich hoffe, du hast dich bis heute Abend wieder halbwegs erholt.«

»Warum?«

»Ich dachte, wir sind verabredet.«

Myrella lachte. Das versuchte Che jetzt mindestens zum zwanzigsten Mal. »Wieso weiß ich nichts davon?«

Der Kobold machte ein bestürztes Gesicht. »Wie konntest du das vergessen?«

Sie setzte ihm einen ihrer schlanken Finger auf die Nasenspitze. »Du wirst jetzt damit aufhören.«

Che hörte nicht auf zu grinsen. »Für den Augenblick tue ich das. Morgen geht es weiter. Und eines Tages wirst du Ja sagen zu unserer Verabredung, nur damit ich aufhöre.«

»Das hast du wohl schon oft ausprobiert.«

Der Kobold lachte. »Es klappt am Ende immer.« Dann folgte er den anderen, um die Neuankömmlinge über das Leben im Himmelland zu unterrichten.

Dylan winkte ihr von der anderen Seite der Frachtluken zu. »Braucht Ihr Hilfe mit ihm?«

»Nein!« Myrella wurde ganz aufgeregt. Endlich hatte er sie angesprochen! Es war das erste Mal, dass sie beide auf demselben Deck Dienst hatten. Schon an ihrem ersten Tag hier an Bord war er ihr aufgefallen. Er war anders als alle anderen Elfen, denen sie je begegnet war. Dylan wirkte wie aus Licht und Wind gewoben. Ätherisch, nicht greifbar. Er war von schlanker Gestalt. Dass er ein berühmter Krieger, ein Drachenelf, ja, sogar ein Meister der Weißen Halle gewesen war, hatte sie erst später erfahren. An ihrem ersten Tag war sie an ihm vorübergegangen, hatte in seine verwunschenen Augen geblickt und sich unsterblich verliebt.

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