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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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»Warum sind wir hier?«, fragte Meliander kühl. »Ich mag diesen Ort nicht.« Er stand ein paar Schritt entfernt auf seine Krücke gestützt und machte keine Anstalten, ihr zum Abschied auch nur die Hand zu geben.

»Ihr seid doch nicht zum ersten Mal hier«, versuchte Nandalee, seine Bedenken auszuräumen. »Dieser Ort ist einfach sicherer …«

»Wovor müssen wir denn in Sicherheit gebracht werden?«, setzte er nach.

Sie blieb ihm die Antwort schuldig. Die Grotte unter der Pyramide war wahrlich kein gastlicher Ort. Die Gazala standen im seichten Wasser, ihre Köpfe so weit in den Nacken gelegt, dass ihre gewundenen Hörner ihren Steiß berührten. Unablässig murmelten sie vor sich hin. Sie schienen die neuen Gäste auf der flachen Insel, auf der der Dunkle sonst in Drachengestalt ruhte, gar nicht wahrgenommen zu haben.

»Geh bitte nicht, Mama!« Eleborn konnte Emerelle, die sich in seinen Armen wand, kaum noch halten. »Bitte, Mama! Ich habe ein ganz dunkles Gefühl …«

Ein dunkles Gefühl. Sie seufzte. Das traf genau ihre Stimmungslage. Aber sie musste gehen. Die Gelegenheit, alles wieder zum Guten zu wenden, würde sie nur in diesen Stunden erhalten. Wenn sie bliebe, würde sie es sich den Rest ihres Lebens nicht verzeihen können.

Mit schwerem Herzen wandte sie sich ab und strebte, ohne sich noch einmal umzusehen, dem Ausgang aus der Grotte entgegen.

»Mutter!«, rief Emerelle mit sich überschlagender Stimme.

Nandalees Schritte wurden langsamer, als sie den Durchgang zum Labyrinth aus Tunneln erreichte, die hinauf zum Jadegarten führten. Schwer wie ein Fels lastete der Bidenhänder Todbringer auf ihren Schultern. Sie hatte ihren Bogen zurückgelassen. Dort, wo sie hinging, würde ihr nur die Drachenklinge helfen können. Kein Pfeil könnte töten, was dort vielleicht auf sie lauerte.

Sie hörte jemanden hinter sich im Wasser.

»Warte!«, rief Eleborn.

Sie drehte sich nicht um. Wenn sie es täte und noch einmal die Gesichter ihrer Kinder sähe, würde sie nicht mehr gehen können. Langsam schritt sie in den Tunnel. Das Klacken der Krücke ertönte in schnellen, kurzen Abständen auf dem steinernen Boden. Dann war der Elf an ihrer Seite.

»Was ist mit Emerelle?«

»Firaz kümmert sich um sie.«

Nandalee nickte. Die Gazala hatte ihr bei der Geburt ihrer Kinder beigestanden. Ihr vertraute sie wie keiner zweiten dieser seltsamen Gazellenfrauen.

»Bitte, Nandalee, sag mir, was vor sich geht.«

»Der Dunkle ist zur letzten Schlacht aufgebrochen. In den nächsten Stunden werden die Kämpfe beginnen …«

Er sah sie scharf an. In den letzten Jahren hatte sie mehr Stunden mit ihm verbracht, als ihr einst mit Gonvalon vergönnt gewesen waren. Er kannte sie gut.

»Aber du wirst nicht dort sein, nicht wahr? Was hast du vor? Was …«

»Wenn du wüsstest, wohin ich gehen will, würdest du alles tun, um mich aufzuhalten.« Sie lächelte traurig. »Und doch muss ich meinen Weg gehen. Alles, was ich je getan habe, lief darauf hinaus, mich für das vorzubereiten, was mich nun erwartet.«

»Aber die Kinder. Du musst …«

»Nein!« Sie unterbrach ihn mit einer herrischen Geste. »Ich muss gehen.« Sie begann zu laufen. Es war wie eine Flucht. Sie wusste, er würde sie nicht einholen. Nicht mit nur einem Bein. Auch daran war sie schuld.

Sie trat aus der Pyramide. Unter dem weiten Nachthimmel erwartete sie Sternauge. Ihr Pegasus begrüßte sie mit leisem Schnauben. Vor ihr lag der Tag, an dem sie all ihre Schuld begleichen würde.

Düstere Omen

Shaya verließ die Palastställe. Die Pferde waren unruhig. Sie spürten, dass ein Unheil heraufzog. Sie keilten aus, wieherten und bissen sich gegenseitig in den Nacken.

Hunderte Fackeln brannten auf dem weiten Hof. Überall waren Menschen. Unablässig wurden Frachtkörbe zu den Wolkensammlern hochgezogen, die über dem Palast ankerten.

Vor einer Stunde hatte Aaron den Befehl gegeben, die Wolkenschiffe gefechtsbereit zu machen. Warum, hatte er ihr nicht gesagt. Er hatte niedergeschlagen ausgesehen, und sie hatte den Eindruck gehabt, dass sein überraschend anberaumtes Treffen mit den anderen Unsterblichen ihm ein willkommener Anlass war, vor ihr zu fliehen.

In dem Durcheinander entdeckte sie Ashot, der einige Abteilungen der Palastwache der Kushiten hinauf zum Flaggschiff des Unsterblichen schickte.

Shaya trat an die Seite des Feldherrn, der müde wirkte, und sprach ihn an: »Das wird Ärger geben. Dort oben sind die Himmelshüter Aarons Leibwache. Sie werden die Kushiten nicht gerne an Bord sehen.«

»Aaron wird morgen gar nicht genug Leibwachen um sich haben können.«

Wusste der Feldherr etwa mehr als sie? »Was steht uns bevor?«

»Ein Heer von Daimonen, Hunderte Drachen …« Er zuckte mit den Schultern. »Ich kenne auch nur Gerüchte. Aber da die Unsterblichen sich mitten in der Nacht versammeln, erwartet uns etwas.« Er seufzte. »Es gibt den geheimen Befehl, die höchsten Würdenträger sofort durch die Goldene Pforte in Sicherheit zu bringen. Wusstest du, dass Mataan den Palast besucht hatte? Ich habe vorhin Befehl gegeben, auch ihn fortschaffen zu lassen.« Er schmunzelte. »Arcumenna hat nur seine Konkubinen und deren Kinder fortgeschickt. Ich hab sie vor der Goldenen Pforte gesehen. Eine ganze Karawane war das. Aaron hingegen …«

Der Boden unter ihren Füßen vibrierte. Erschrockene Schreie erklangen von allen Seiten. Aus dem südlichen Ankerturm brachen Ziegelsteine und stürzten am Mauerwerk hinab.

»Ein Beben!«, keuchte Shaya.

»Ein böses Omen«, entgegnete Ashot düster. »Ich fürchte, Aaron wird kämpfen wollen. Er wird an der Spitze der Truppen auf seinem silbernen Löwen reiten.«

»Du musst ihn davon abhalten!«

Der Feldherr legte den Kopf in den Nacken. »Es ist Blut auf den Monden. Noch ein schlechtes Omen.«

Shaya sah ebenfalls zum Himmel hinauf. Sie hatte noch gar nicht bemerkt, dass in dieser Nacht ein rötlicher Schleier über den Monden lag. Das kam selten vor. Aber sie weigerte sich, in allem ein Omen sehen zu wollen.

Die Unruhe auf dem Hof hatte sich gelegt. Es war nur ein kurzes Vibrieren gewesen. Die Stimmen von Hauptleuten erschallten. Die Ordnung wurde wiederhergestellt.

»Ich habe ihn bedrängt, auf dem Kommandodeck zu bleiben.« Er seufzte erneut. »Aber wenn wirklich Drachen kommen, wird es nirgends am Himmel einen sicheren Ort geben.«

»Er sollte gar nicht hier sein! Das Reich braucht ihn! Er sollte mit den Höflingen durch die Goldene Pforte gehen«, ereiferte sich Shaya.

Ashot sah sie an, als wäre sie von Sinnen. »Kennst du ihn wirklich so schlecht? Nichts wird ihn davon abhalten, das zu tun, was er für seine Pflicht hält.«

»Das kannst du nicht zulassen!« Sie packte ihn bei den Armen. »Hörst du! Du bist sein bester Freund! Du musst ihn aufhalten. Er geht zu viele Risiken ein. Wenn er morgen dort oben ist, dann wird er sterben.«

Der Kopf sank dem Feldherrn auf die Brust. »Ich weiß«, sagte er traurig. »Aber er ist ein Unsterblicher. Niemand gibt ihm Befehle. Niemand wird ihn aufhalten. Nicht einmal du.«

Ein Wunsch

Artax landete auf einem der Seitenhöfe des Palastes. Dennoch waren sofort Diener zur Stelle, die ihm aus dem Sattel helfen wollten. Der ganze Palast glich einem aufgescheuchten Ameisennest.

Er befreite sich allein von den Ledergurten und saß ab. Kurz nach Sonnenuntergang war ihm der Löwenhäuptige erschienen und hatte ihn aufgefordert, seine Flotte gefechtsbereit zu machen, da die Goldene Stadt am nächsten Morgen angegriffen werden würde. Er hatte noch etwas von Drachen gemurmelt und war dann wieder verschwunden.

Artax hatte gerade seine Befehle erteilt, als ihn eine Botschaft von Labarna erreicht hatte. Die Unsterblichen sollten sich auf dem Flaggschiff des Luwiers versammeln. Tatsächlich waren alle gekommen. Aber neue Erkenntnisse hatte das Treffen ihnen nicht gebracht. Sie alle hatten Besuch von ihrem Devanthar erhalten. Alle waren sie vor Drachen gewarnt worden. Necahual und Subai jedoch hatten noch den zusätzlichen Hinweis erhalten, dass der Himmel trotz der Drachen am nächsten Tag der sicherste Ort sein würde. Außerdem hatte das Lebende Licht Arcumenna etwas von einem steinernen Schiff gesagt, das erscheinen würde. Aber darunter konnte sich keiner von ihnen etwas vorstellen. Subai hatte ihnen berichtet, wie es ihm noch gelungen war, sich Tarkons Kopf zu holen. Auch wenn es sich in seiner Erzählung so anhörte, als hätte er das fast allein vollbracht, war sich Artax sicher, dass Hunderte von Subais Kriegern dabei ihr Leben gelassen hatten. Danach gab es nichts mehr zu besprechen, und so hatte ihr Treffen nicht lange gedauert. Sie kehrten zu ihren Palästen zurück, um die Morgendämmerung abzuwarten.

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