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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Galar und Nyr gesellten sich zu ihm. Sie blickten so missmutig, wie er sich fühlte.

»Was ist das denn für ein löchriger Kuhfladen«, grollte der Schmied.

Seine wie stets etwas zu bildhafte Sprache traf es auf den Punkt. Vor ihnen lag eine weite Ebene, die mit großen, wassergefüllten Kratern übersät war. Das gesamte Erdreich wirkte aufgerissen. Kein Baum wuchs hier, nur zerzaustes Buschwerk und Disteln. Ein tiefer Himmel hing über der Ebene. Dichte blassgraue Wolken, die zum Greifen nahe wirkten. Zwischen einigen der Krater stiegen Dunstschwaden auf.

»Herr aller Tiefen?« Ein Elf erschien zwischen den Zwergen, die aus dem Albenstern traten. Hornbori erinnerte sich, dass sich der Kerl ihm in der Tiefen Stadt vorgestellt hatte. Allerdings hatte er den Namen schon wieder vergessen. Es war irgendetwas gewesen, das auf yn endete. Wer konnte sich schon Elfennamen merken?

»Was?«

Der Elf verbeugte sich. »Willkommen auf der Ebene von Forlon. Würdet Ihr mir gestatten, dass ich Eure stolzen Krieger in Gruppen ordne, damit es gleich zügiger vorangehen kann? Es wäre auch von Vorteil, wenn ich sie schon an die Plätze bringen würde, von denen sie abgeholt werden.«

»Dachte mir schon, dass dies hier nicht das Himmelland sein kann.«

Der Elf wirkte überrascht. »Ihr seid also eingeweiht …«

»Natürlich«, log Hornbori. »Immerhin bin ich der Herr aller Tiefen.« Aus den Augenwinkeln sah er, wie ihn seine beiden Gefährten anstarrten. Nyr überrascht, Galar verärgert.

Landekörbe sanken aus der dichten Wolkendecke herab. Hornbori kannte solche Körbe von den Schiffen der wenigen Wolkensammler, die sich den Albenkindern angeschlossen hatten. Er hatte schon ein paar überaus unangenehme Fahrten in den Himmeln Nangogs in solchen Körben hinter sich. Dass es nun auch in Albenmark Wolkensammler gab, wunderte ihn. Wieder blickte er über die zahlreichen Körbe, von denen die ersten bereits den zerschundenen Boden berührten. Es waren genug, um alle siebenhundert Zwerge aufzunehmen.

»Du wolltest meine Männer aufteilen. Aber sag mir doch zuerst, wohin ich mit meinen beiden Kameraden soll.«

Der Elf hob abwehrend die Hände. »Nein, Ihr könnt doch nicht in einem Korb in den Himmel fahren. Ihr werdet überdies erwartet. Nur ein König soll einen König tragen, wenn er vor den Schöpfer tritt.«

Diese Formulierung fand Hornbori überaus beunruhigend. »Ich trete vor den Schöpfer?«

»Der Königsfurz tritt vor seinen Schöpfer«, mischte sich jetzt Galar ein und legte eine Hand an seine Axt am Gürtel.

»Nein, so habe ich das nicht gesagt«, wehrte der Elf entschieden ab. »Er tritt vor den Schöpfer. So nennen wir ihn alle. Den Schöpfer des Himmellandes.« Ein verklärter Glanz trat in seine Augen. »Er ist einfach unvergleichlich, auch wenn sein Name ein Geheimnis bleiben muss.« Er sah auf Galar hinab, und der Glanz wich aus seinem Blick. »Ihr zwei werdet in einem Korb nach oben fahren und … Ah!« Er streckte den Arm aus und wies zur Wolkendecke.

Hornbori drehte sich um und erblickte den größten Adler, der ihm je begegnet war. Auf weit ausgebreiteten Schwingen glitt er majestätisch vom Himmel herab und landete nur wenige Schritt von ihnen entfernt.

»Darf ich Euch bekannt machen? Dies ist Streiter, der neue König der Schwarzkopfadler.« Der Elf verneigte sich tatsächlich vor dem Vogel. »Und dies, Majestät, ist Hornbori, der Herr aller Tiefen.«

»Du willst dich wirklich dem Federhaufen anvertrauen?«, raunte Galar. »Der sieht aus, als würde er überlegen, dich zu frühstücken.«

In der Tat drehte der Adler ruckartig den Kopf und sah mit seinen schwarzen Augen überaus verächtlich auf ihn herab, wie es Hornbori erschien. Er könnte dem riesigen Vogel zwischen den Beinen hindurchlaufen und zwischen seinem Helm und dem Federkleid wäre noch ein halber Schritt Platz.

»Ähm … Wie reist man denn auf so einem Adler?«

»In Anbetracht Eurer Größe würde ich vorschlagen, Ihr steigt auf einen Fuß und haltet Euch am Bein fest. Ihr werdet doch nicht höhenkrank, Herr aller Tiefen?« Der Elf wirkte plötzlich sehr besorgt.

»Natürlich nicht«, murmelte Hornbori in seinen Bart, ohne sich sicher zu sein.

»Bekomme ich deine Axt, wenn du verreckst?«, fragte Galar grinsend.

Hornbori bedachte ihn mit einem bösen Blick. »Wir sehen uns im Himmel«, sagte er, trat auf den Fuß des Adlers und umklammerte mit beiden Armen das knochige Bein.

Der König der Adler weitete die Schwingen und machte einige Hüpfer, bei denen Hornbori fast abgeworfen worden wäre. Dann hoben sie ab. Mit kräftigen Flügelschlägen gewann der Raubvogel rasch an Höhe, und sie verschwanden in den Wolken.

Für Augenblicke schien es Hornbori, als stünden sie still in der Luft, obwohl der Adler immer noch mit den Flügeln schlug. So dicht war der Dunst, dass der Zwerg seine eigenen Füße nicht sehen konnte.

Ein großer Schatten erschien zu seiner Linken und verschwand. Dann war rechts etwas Dunkles in den Wolken. Hornbori hatte das Gefühl, dass sie zwischen Felsen hindurchflogen, was natürlich völliger Unsinn war, da unter ihnen eine Ebene lag, auf der sich kein einziger Berg erhoben hatte.

Feuchtigkeit benetzte sein Gesicht, und schon schimmerten feine Wasserperlen auf seinem Bart, als plötzlich der Dunst zerriss. Der Adler schwenkte ruckartig nach links, und Hornbori klammerte sich verzweifelt an das Bein – und dann hätte er fast losgelassen. Vor ihnen schwebte ein graubrauner Fels, von dem Kondenswasser troff. Ein schwebender Fels! Und daneben noch einer und noch einer … Aus einer Felsspalte blickte ein Kobold zu ihm herab.

Der Adler flog eine weitere Kehre und stieg dann in eine weite Höhlung inmitten eines der Felsen auf. Sie flogen zwischen den Flügeln einer mehr als fünfzehn Schritt durchmessenden Schiffsschraube hindurch. Sie lag waagerecht und still! Das Metall war von rotbraunem Flugrost überzogen. Sie sah aus wie die Schiffsschrauben der Aale, nur dass sie hundertfach größer war. Ein Kranz aus Eisen, der im Fels eingebettet war, fasste die Schiffsschraube ein.

Die Schwingen des Adlers streiften über die Wand der Höhlung, durch die sie flogen, dann erreichten sie eine Grotte. Über einem holzbeplankten Deck erhob sich eine Vogelstange, die aus einem dicken Eichenstamm gefertigt war. Dort kauerte bereits ein weiterer Schwarzkopfadler.

Streiter landete auf der Stange neben ihm.

Augenblicklich schoben Kobolde eine rollende Treppe herbei. Erst als sich die frechen kleinen Diener räusperten, löste Hornbori seine Arme vom Adlerbein. Staunend sah er sich um. Dann trat er mit weichen Knien auf die Treppe und legte beide Hände auf die Handläufe. Nie zuvor hatte er so etwas gesehen, ja, er hatte nicht einmal davon gehört. Schwebende Felsen!

»Der Schöpfer erwartet Euch, Herr aller Tiefen«, sprach ihn einer der Kobolde an, klang aber nicht im Mindesten so demütig, wie seine Worte hätten vermuten lassen. Verärgert blickte Hornbori herab und sah in ein vertrautes Gesicht.

»Che?«

Der Kobold grinste ihn breit an. Er trug immer noch seine rote, in Zwergenblut getränkte Mütze. »Heermeister. Du bist jetzt also der Obermotz aller Zwerge. Das lässt hoffen! Vielleicht kannst du ja eines Tages deinen vertrottelten Brüdern in Ishaven klarmachen, dass es nicht klug ist, sich mit den Eisbärten anzulegen.«

Hornbori seufzte. Da war die Hoffnung größer, dass eines Tages die Sonne im Westen aufgehen würde. »Vielleicht wenn Ginnar eines Tages der Alte in der Tiefe wird.«

Che zog die Stirn in Falten. Seine Rebellen hatten Ginnar vor langer Zeit seinen Bart samt der Haut darunter aus dem Gesicht geschnitten. Das würde er ihnen niemals vergeben. Allerdings hatten sie in der Vergangenheit schon gemeinsam gekämpft. Der Krieg in Nangog hatte ihnen keine andere Wahl gelassen.

»Er ist hier an Bord«, sagte Che kühl. »Wenn du ihn triffst, kannst du ihm gleich ausrichten, dass wir trotz aller Männer, die wir nach hier oben gebracht haben, noch über genügend Krieger verfügen, um seine Zwergenbrut weitere zwanzig Jahre zu bekriegen.« Plötzlich grinste er wieder. »Und wir haben Freunde im Volk der Trolle, die gerne Zwerge frühstücken. Groz ist mit ein paar seiner Kumpels in derselben Grotte zum Dienst eingeteilt wie ich mit meinen Männern.«

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