Himmel in Flammen
- Автор: Хеннен Бернхард
- Серия: Drachenelfen #5
- Год: 2016
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
Sie hatte begonnen, ihre Kinder um sich zu sammeln. Jene, die gerne gekommen waren, und auch jene, deren Willen sie hatte brechen müssen. Ihre Macht wuchs. Dass die Devanthar Splitter ihres Herzens auf ihre Welt gebracht hatten, hatte das Gleichgewicht verschoben. Sie war nicht mehr ganz so gelähmt wie früher. Sie hatte begonnen zu lenken. Im Traum … Aber sie wusste, dass manche dieser Träume Wahrheit geworden waren.
Die Grünen Geister gab es nicht mehr. Sie hatten sich in Fleisch gekleidet, und sie hatte sie alle zu sich befohlen. Sie waren in der weiten Höhle im Herzen der hohlen Welt versammelt. Sie klammerten sich an den Fels, trauten ihrem Versprechen, dass dieser Albtraum schon bald vorüber war. Die Stunde des Erwachens war nah. Sie musste nur noch die fehlende Hälfte ihres Herzens finden. Und es war hier! Sie spürte es.
Würde ihr Sohn doch noch leben. Er würde es ihr bringen. Seinen Tod hatte sie lange nicht verwunden. Die Mörder würden es ihr büßen, sobald ihr Herz wieder vollständig war. Die verlorenen Splitter in den Köpfen der fliegenden Kreaturen spielten keine Rolle. Das große Stück, das die Devanthar gebracht hatten – das musste sie aufspüren!
Die Göttin streckte ihre Fühler aus. Ihre grünen Kristalle. Zu Zehntausenden wuchsen sie ihr aus dem Hinterkopf. Ein Gespinst, das in alle Winkel ihrer Welt reichte. Sie brauchte mehr davon … Sie sammelte ihre Kraft. Trieb neue Kristalle durch den Fels. In jene Gegend, die von den Menschenkindern der Weltenmund genannt wurde. Mächtige, baumdicke Stränge schoben sich durch das Gestein. Es dauerte quälend lange – ein paar Tage noch.
Doch was waren Tage? Ihre Gefangenschaft währte ein Zeitalter. Sie musste sich gedulden. Musste ganz genau sehen, wo ihr Herz verwahrt wurde. Es schien in Metall eingeschlossen zu sein. Doch das würde ihre Kinder nicht aufhalten. Sobald sie den verborgenen Ort fand, würde sie ihr Heer entfesseln. In dichten Trauben hingen sie im Fels. Und sie waren alle wieder folgsam und brannten darauf, sich vor ihr zu beweisen.
Sie spürte die Kristalle wachsen. Viele. Nicht mehr lange …
Brutpflege
Nandalee spürte ihn kommen. »Eleborn, nimm die Kinder und zieh dich mit ihnen zurück. Und sorg dafür, dass sie nicht aus den Fenstern sehen.«
»Was ist denn los, Mama?«, fragte Emerelle.
Sie antwortete ihr nicht. Ein überwältigendes Gefühl der Beklommenheit eilte ihm voraus. Dann war er auf dem Landeplatz vor dem Tor zur Festung. Er musste den mühsamen Weg durch die Felsen gewählt haben. Wahrscheinlich, weil er seine Gedanken noch einmal ordnen wollte, bevor er mit ihr sprach.
Eleborns Krücke klackte auf den Steinen. Die Kinder liefen an seiner Seite durch das Portal des Palas, als der Schatten in den Hof fiel. Die Dunkelheit, die den Erstgeschlüpften stets umgab.
Nandalee fröstelte es. Etwas war heute anders.
Die schlanke, hochgewachsene Gestalt trat aus dem Tortunnel. »Die Zeit, in der sich alles verändern wird, ist angebrochen, meine Dame«, sagte er, ohne sich mit den üblichen Höflichkeiten aufzuhalten. »Es ist wichtig, dass Ihr genau tun werdet, was ich Euch sage, auch wenn mir bewusst ist, dass dies zutiefst Eurem Naturell entspricht.«
»Und was ändert sich?«
»Nodon und der größere Teil meiner Drachenelfen werden binnen der nächsten Stunde die Festung verlassen, und auch ich werde nicht mehr lange im Jadegarten weilen. Ich wünsche, dass Ihr die Kinder in die Pyramide bringt. Dort werden sie vor den meisten Feinden sicher sein.«
»Welchen Feinden?«
Er machte eine ärgerliche Geste, als wollte er ihre Worte aus der Luft wischen. »Ihr wisst, dass der Goldene Emerelle und Meliander holen will.« Er schnippte mit den Fingern, und plötzlich waren da die beiden Ringe. Sie lagen in seiner ausgestreckten Hand. »Ich habe entdeckt, was mein Bruder mit diesem Geschenk bezweckt. Wann immer die Kinder die Ringe tragen, weiß er bis auf zehn Schritt genau, wo sie sich aufhalten. Wenn die Ringe aber für längere Zeit aufhören, sich zu bewegen, wird er wissen, dass die Kinder sie abgelegt haben, und seine Pläne vielleicht überstürzt in die Tat umsetzen. Ihr seht, es ist ein Geschenk voller Heimtücke. Dennoch würde ich empfehlen, die Ringe den Kindern zu geben. Zumindest vorerst. Dann wird mein Bruder glauben, dass seine List unentdeckt geblieben ist.«
»Ihr glaubt, er wird hierherkommen?« Sie hatte gewusst, dass dies eines Tages geschehen würde, aber so schnell … »Wenn die Kinder schlafen, bewegen sie sich auch nicht.«
»Ihr wollt mir erzählen, dass die beiden völlig still in ihren Betten liegen, wenn sie sich zur Ruhe begeben? Habt Ihr vergessen, dass ich gelegentlich die Freude hatte, über ihren Schlaf wachen zu dürfen? Er wird es merken, wenn die Ringe sich für eine Stunde lang nicht einmal mehr um einen Zoll bewegen. Sie sind ein Geschenk voller Heimtücke.«
Nandalee begriff. Sobald sie den Kindern die Ringe abnahm, würde der Goldene wissen, dass sie auf der Flucht waren. Und wenn sie es nicht tat, wusste er zu jeder Zeit, wo sie sich aufhielten.
»Könnt Ihr den Zauber brechen, mein Gebieter?«
»Auch das wird er bemerken, Dame Nandalee. Die letzte Schlacht, jene, die uns den Tod oder den ewigen Frieden bringen wird, steht unmittelbar bevor. Mein Bruder wird abgelenkt sein. Und auch die Devanthar. Alle werden mit all ihrer Kraft an der Vernichtung der jeweils anderen wirken. Deshalb ist dies die Stunde, Euch noch einmal von der Seite Eurer Kinder zu reißen, meine Dame. Dieses eine Mal tue ich es jedoch nur, um eine Schuld bei Euch zu tilgen. Ihr müsst nach Daia gehen. An einen Ort, den noch nie zuvor ein Albenkind betreten hat.«
Er erklärte Nandalee, was er von ihr erwartete.
»Nun, werdet Ihr diese Mission annehmen?«
Sie verbeugte sich vor ihm, aufgewühlt von widerstreitenden Gefühlen. Sie hatte Angst um die Kinder, aber auch vor dem, was sie erwarten würde. Und zugleich hoffte sie zum ersten Mal seit Langem wieder darauf, dass es für ihre kleine Familie eine glückliche Zukunft geben könnte.
»Warum, mein Gebieter, soll ich die Kinder in die Pyramide bringen? Wären sie nicht auch hier in der Alten Veste oder am Grund des Sees in Eleborns verborgenem Reich in Sicherheit.«
»Nein!«
Nandalee war überrascht von der Heftigkeit des Ausbruchs, und sie hatte den Eindruck, dass es ein Geheimnis hinter der Entscheidung Nachtatems gab.
»Ihr müsst in die Grotte unter der Pyramide. Dies ist mein Nest. Es ist mein letzter Rückzugsort. Er ist meinen Brüdern heilig. Sie würden es nicht wagen, dieses uralte Gesetz zu brechen. Nicht einmal der Goldene wäre so unverfroren, denn er weiß, er würde die Unterstützung all meiner anderen Brüder verlieren, wenn er dort eindringt. Noch kann er sich das nicht leisten. Schickt sie mit Eleborn dorthin, damit sie jemanden um sich haben, dem sie vertrauen. Und schärft den Kindern ein, dass sie die Pyramide unter keinen Umständen verlassen dürfen. Das Tal ist nicht sicher. Am wenigsten die Alte Veste. Der Goldene und Bidayn kennen sie nun.«
Nandalee war ergriffen von der Fürsorge des Erstgeschlüpften – bis ihr der Gedanke kam, dass auch er Meliander und Emerelle als seine Brut betrachtete. Eine Vorstellung, die ihr zutiefst missfiel. Und dennoch würde sie ohne Widerspruch gehorchen. Die anstehende Mission übertraf alle Verrücktheiten ihres Lebens. Wenn sie in die Welt der Menschen reiste, um dort den verbotensten aller Orte heimzusuchen, wollte sie zumindest ihre Kinder in Sicherheit wissen.
Vor den Schöpfer treten
Was für eine Einöde! Hornbori hatte, bevor er durch den Albenstern geschritten war, aufgeschnappt, dass es zum Himmelland gehen sollte. Das Wort war nur beiläufig gefallen. Wirklich unterrichtet hatte ihn niemand. Er war verbittert darüber. Immerhin war er der Herrscher aller Zwerge! Wer musste man denn noch werden, damit die Himmelsschlangen und die wenigen Elfen, die ihr Vertrauen genossen, einen in ihre Pläne einweihten.
Er trat ein wenig beiseite, damit er den Zwergen, die aus dem Albenstern traten, nicht im Weg stand. Siebenhundert erfahrene Krieger hatte er mitgebracht. Und bald würden noch weitere folgen.