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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Artax sah zu den Ankertürmen. Unablässig wurden Geschosse und Ausrüstung zu den riesigen Himmelsschiffen hinaufgetragen. Alles ging seinen Lauf. Auch ohne ihn. Ashot war ein guter Feldherr geworden. Auch wenn er immer noch nicht wusste, wem er in Wahrheit diente. Er sollte ihm sagen, was aus seinem verschollenen Freund Artax geworden war. Aber zunächst galt es, noch etwas anderes zu erledigen.

Er strebte den Quartieren der Hauptleute entgegen und hoffte, dass er den Mann, den er suchte, noch antreffen würde. Als er an die unscheinbare Türe klopfte, öffnete ihm niemand. Doch matter Lichtschein fiel unter dem Türspalt hindurch. Ohne eingeladen zu sein, trat er ein. Das Zimmer des Hauptmanns war nicht groß. Er war zugegen. Saß auf seinem Lager und blickte auf eine Öllampe hinab, die zwischen seinen Füßen stand. Mit leeren Augen sah er zu Artax auf.

»Ich weiß, was du verloren hast, Totenträger.«

Lamgi reagierte nicht auf seine Worte.

»Deine Frau und die beiden Kinder. Die Flüchtlinge aus Tiefwasser haben mir davon erzählt. Die Flüchtlinge, die dank dir nun ein besseres Leben haben werden. Sie würden dich gerne noch einmal sehen.«

Lamgi schüttelte müde den Kopf. »Ich habe nichts mit ihnen zu bereden.«

»Du wolltest Rache nehmen. Deshalb hast du uns Unsterbliche zu Tarkons Städten geführt. Geht es dir jetzt besser?« Artax hatte versucht, nicht vorwurfsvoll zu klingen, während er das sagte.

Jetzt sah Lamgi ihn an. Der Hauptmann straffte sich. »Ihr seid hier, um mir Mut zuzusprechen? Das ist großmütig von Euch. Aber ich glaube, nur Pflichterfüllung kann die Leere in mir besiegen. Würdet Ihr mir eine Gunst erweisen?«

Etwas im Blick des Hauptmanns beunruhigte Artax. Er vermochte es nicht zu benennen, doch leer waren diese Augen nicht mehr. Lamgi wirkte gefasst, ja sogar zielstrebig. »Wenn es im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt, werde ich dir gerne eine Gunst gewähren.«

»Ich möchte in der Zeit zurückgehen. Ich möchte mein Leben neu erfinden … Ich kann Umme, Serin und Talam nicht zurückholen. Aber vielleicht den Mann, der ich einst war. Während der Schlacht auf der Hochebene von Kush stand ich in Eurem Rücken, um über Euch zu wachen. Es war ein stolzer Tag für mich. Lasst mich noch einmal so wie damals der Mann sein, der Euren Rücken beschützt.«

Artax zögerte. Eigentlich hatte er auf seinem Löwen in die Schlacht reiten wollen. Er konnte sich aber vorstellen, was Ashot und Shaya davon hielten. Wenn er auf dem Kommandodeck seines Flaggschiffs blieb, würde das die beiden beruhigen. Von dort hätte er vermutlich auch einen besseren Überblick über die Schlacht. Er dachte an eine Lehre, die Ashot niemals müde wurde zu wiederholen: Ein Feldherr kämpft nicht in der vordersten Reihe, wo er nur ein Schwert mehr ist, er führt das Kommando von seinem Hügel aus, behält den Überblick und hat so die Bedeutung von tausend Schwertern.

»Als Hauptmann der Himmelshüter steht dir ein Platz in meiner Nähe zu. Dein Wunsch ist dir gewährt, Lamgi. Zumindest zu Beginn der Schlacht werde ich auf dem Kommandodeck stehen. Ich hoffe, du findest zu dem Mann zurück, der du einmal gewesen bist.«

Lamgi erhob sich von seinem Bett und kniete demütig vor ihm nieder. »Ihr habt mir gerade den Weg dazu geebnet. Ich danke Euch, Aaron, Herr aller Schwarzköpfe.«

»Dann sehen wir uns im Morgengrauen auf dem Flaggschiff.« Artax verließ die Unterkunft des Hauptmanns. Lamgi hatte nicht glücklich geklungen, als er ihm seinen Wunsch erfüllt hatte. Er war ein seltsamer Mann. Und er musste ihn nicht verstehen.

Zu seiner Schande musste er sich eingestehen, dass er mehr an Shaya als an ihn gedacht hatte, als er dem Wunsch Lamgis zugestimmt hatte. Sie zumindest würde glücklich sein, wenn er ihr gleich offenbarte, dass er den Schutz des mächtigen Flaggschiffs nicht verlassen würde.

Daron

Ashot hob den Sack neben seinem Bett auf und schulterte ihn. Er hatte in der Nacht keine Ruhe gefunden, nur gedöst. Die Gedanken an seine Taten ließen ihn keinen Frieden finden, obwohl er meist in seinem Leben richtig gehandelt hatte. Aber das war nicht der Augenblick, besinnlich zu werden. Er verließ sein Quartier und ging über den Hof. Entlang der westlichen Mauer lagen etliche junge Krieger hingestreckt. Sie hatten dort die Nacht verbracht und erwachten langsam im ersten Morgenlicht. Einer von ihnen winkte ihm zu. Daron!

»Komm her!«, rief er dem Jungen zu und verlagerte den Sack auf seinem Rücken ein wenig, weil der Helm darin unangenehm auf seine Schulter drückte.

Daron kam mit dem Elan jugendlicher Begeisterung zu ihm gelaufen.

»Feldherr!« Daron versuchte, wie ein Veteran strammzustehen.

»Warum seid ihr hier unten? Ich hatte eure Gruppe doch gestern Abend auf das Flaggschiff befohlen.«

»Es sind zu viele Männer an Bord, Feldherr! Man hat uns wieder heruntergeschickt. Wir sollen den Palast bewachen.«

Ashot knurrte leise. Er hatte ausdrücklichen Befehl gegeben, die Knaben an Bord zu nehmen. Wie viele Männer waren jetzt wohl dort oben? Er hatte schlechte Laune, weil er an diesem Morgen nicht den Kräutersud getrunken hatte, mit dem er üblicherweise den Tag begann. Er vermisste die wohlige Wärme in seinem Magen und die Kraft, die er daraus schöpfte. Eigentlich sollte er sich nicht mit solchen Bagatellen herumschlagen. Heute hatte er wahrlich ganz andere Herausforderungen zu meistern.

Wieder spürte er den Boden unter seinen Füßen vibrieren. Seit gestern Nacht war es mindestens das zwanzigste Mal. Einmal, in der Stunde vor Sonnenaufgang hatte er geglaubt, ein metallisches Kreischen tief unter sich im Fels gehört zu haben. Er schüttelte den Kopf … Wahrscheinlich war er in Wirklichkeit in Halbschlaf gesunken und hatte das nur geträumt.

Er sah Daron an. Und sah seinen alten Freund Narek in den Zügen des Jungen. Er konnte ihn nicht hier zurücklassen. »Du kommst mit mir. Du wirst heute zur Leibwache des Unsterblichen gehören. So wie dein Vater in der Schlacht bei Kush, wirst auch du neben Aaron stehen.«

Die Augen des Jungen wurden groß. »Aber ich bin doch nicht einmal …«

»Ich bin der Feldherr Arams, es ist vollkommen egal, was du einmal warst. Ich kann dich jederzeit in die Leibwache des Unsterblichen aufnehmen. Und jetzt schwafel mir nicht die Ohren voll, sondern folge mir schweigend, wie es sich für einen Mann der Leibwache unseres Herrschers geziemt!«

Ashot konnte sehen, wie der Knabe fast platzte, weil er noch tausend Dinge loswerden wollte, aber Daron presste die Lippen zusammen.

Schmunzelnd wandte Ashot sich ab. Er dachte an seine Kindheit in Belbek, daran, wie er mit Artax und Narek im Palmgarten von Behruz Datteln gestohlen hatte. An ihre Angst vor der Strafe. Könnte er doch noch einmal zu jenen glücklichen Tagen zurückkehren.

Der lange Weg den Ankerturm hinauf ließ ihn ganz wach werden. Es war ein angenehmer Morgen. Eine leichte Brise kam von Westen über den großen Fluss. Es würde ein schöner Tag werden, wäre da nicht ein Heer von Drachen im Anflug, um die Goldene Stadt und die Flotte an ihrem Himmel in Flammen vergehen zu lassen.

Tödliche Langeweile

Es war tödlich langweilig! Meliander hatte in der Nacht schlecht geschlafen. Immerzu murmelten diese hässlichen Gazellenfrauen. Nie war es still. Außerdem herrschte eine drückende, schwüle Hitze in dieser Grotte. Warum hatte Mutter sie nur hierhergebracht? Sie hätte es ihnen sagen sollen! Schließlich waren sie beide keine Kleinkinder mehr.

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